München. Der FC Bayern trennt sich im Sommer von Thomas Tuchel. Am Freitag hat sich der Trainer mit deutlichen Worten zur Trennung geäußert.

Thomas Tuchel wird den FC Bayern im Sommer verlassen. Das gab der Tabellenzweite der laufenden Bundesligasaison am Dienstag bekannt. Wegen der jüngsten Rückschläge und womöglich der ersten titellosen Saison seit zwölf Jahren muss der Trainer den Fußball-Rekordmeister im Sommer verlassen - ein Jahr vor Ende seines eigentlichen Vertrags.

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Vor dem Heimspiel am Samstag (18:30 Uhr, Sky) gegen RB Leipzig hat sich Tuchel ausführlich zur Entscheidung des Klubs, sich erst im Sommer von ihm zu trennen, geäußert. Die Münchner, die vor dem 23. Spieltag acht Punkte hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen liegen, hatten in dieser Woche die „einvernehmliche“ Trennung ein Jahr vor Vertragsende in diesem Sommer angekündigt. Der FC Bayern will „eine sportliche Neuausrichtung mit einem neuen Trainer“ vornehmen. Tuchel stellte klar, dass es die Entscheidung des Vereins war, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden. „Ich bin nur ein Angestellter, meine Meinung war da nicht wichtig. Ich bin mir nicht sicher, ob es die Option gab, dass ich das entscheide. Wie ich die Entscheidung finde, ist egal.“

Thomas Tuchel macht deutlich: „Nicht das einzige Problem beim FC Bayern“

Der frühere BVB-Trainer äußerte sich zwar selbstkritisch, ließ jedoch durchblicken, dass er nicht alleine verantwortlich für die Probleme der letzten Wochen sei. „Ich glaube, dass ich nicht das einzige Problem bin. Wenn es ein eindeutiges Bild und einen eindeutigen Schuldigen gäbe, in dem Fall den Trainer, dann säße jemand anderes bei der Pressekonferenz. Die Verantwortlichen kennen meine Analyse. Das ist keine Analyse für die Öffentlichkeit.“

Thomas Tuchel ist beim FC Bayern gescheitert.
Thomas Tuchel ist beim FC Bayern gescheitert. © DPA Images | Tom Weller

Tuchel betonte, dass er nach der Trennung keine Rücksicht mehr auf persönliche Befindlichkeiten oder mögliche Spielerreaktionen nehmen werde. Eine mögliche Drohung für seine Spieler. „Ich muss mir jetzt keine Gedanken mehr über die langfristige Wirkung machen. Jetzt kann alles wie ein Pokalspiel gecoacht werden. Da fallen einige Überlegungen weg.“

Bayern-Trainer Thomas Tuchel: „Ich bin enttäuscht von mir“

Der 50-Jährige gab sich jedoch auch selbstkritisch. Die Schuld für die zuletzt schwachen Leistungen gebe er auch sich selbst. „Ich bin enttäuscht von mir und wie wir im Moment spielen. Aber ich bin nicht enttäuscht von den Spielern. Es wird sich in den nächsten Wochen nichts ändern. Wir haben nach wie vor hohe Ansprüche. Wir haben alles gegeben, aber die Wirkung war nicht wie gewünscht, wie ich sie mir selbst erwünscht habe.“