Amateurfußball

Fünf Tore! Ex-HSV-Profi Martin Harnik auf Rekordjagd

| Lesedauer: 5 Minuten
Mirko Schneider
Martin Harnik erzielte jetzt bereits 30 Saisontore und könnte sich als Torschütze mit der höchsten Trefferzahl der Geschichte die Torjägerkanone sichern.

Martin Harnik erzielte jetzt bereits 30 Saisontore und könnte sich als Torschütze mit der höchsten Trefferzahl der Geschichte die Torjägerkanone sichern.

Foto: Imago / Hanno Bode

Condor weiht neuen Kunstrasen ein, auch Finanzsenator Dressel war dabei. St. Pauli III entschuldigt sich derweil.

Hamburg. Große Feier beim SC Condor. Die Bundestags-Vizepräsidentin Aydan Özoğuz war bester Laune. „Herr Brinkmann hat als Vorsitzender des SC Condor schon angeklopft und darauf hingewiesen, dass das nicht das Ende der Fahnenstange sein soll“, sagte die SPD-Politikerin schmunzelnd bei der Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes des SC Condor.

Vier Jahre Planung plus sechs Monate Bauzeit waren bis zum großen Festtag am gestrigen Sonntagmorgen vergangen. Die 1,2 Millionen Euro Kosten teilten sich der Bund (500.000 Euro) und die Stadt Hamburg (700.000 Euro), für die Finanzsenator Dr. Andreas Dressel (SPD) die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten lobte.

Condors Vorsitzender Thomas Brinkmann hatte wie von Özoğuz angekündigt schon das nächste Vorhaben im Blick. „Unsere vier Kabinen reichen für unsere 44 Teams nicht mehr aus“, sagte er.

Eingeweiht wurde der Platz danach vor 300 Fans mit dem Landesligatopspiel des Tabellenführers SC Condor gegen den Zweiten Eimsbütteler TV. Das Condoraner Premierentor von Jolie Buerschaper (49.) glich Leona Homeyer (84.) für den stärkeren ETV zum 1:1-Endstand aus. „Mein Team kann es besser, aber wir waren hypernervös“, gestand Condors Trainer Ole Stoll. „Unser Ziel bleibt trotzdem der Aufstieg in die Oberliga Hamburg.“

Ex-HSV-Profi Martin Harnik trifft fünffach

Der fünffache Harnik. Eine eindrucksvolle Revanche für das 0:3 am ersten Spieltag bei Aufsteiger und Topteam Eimsbütteler TV nahm die TuS Dassendorf zum Rückrundenauftakt. Mit 6:1 fertigte der Serienmeister den ETV ab – und mit Wut im Bauch! „Nach unserer Niederlage damals gab es den einen oder anderen Spruch vom ETV in Richtung unserer Spielerkabine. Spieler wie die unsrigen, die schon ein paar Oberligaspiele gemacht haben, vergessen so etwas nicht“, sagte TuS-Coach Thomas Hoffmann.

Besonders wütend: Martin Harnik. Die ersten fünf der sechs Treffer erzielte der Ex-Profi des HSV, steht nun bei 30 Saisontoren und könnte sich in dieser Spielzeit als Torschütze mit der höchsten Trefferzahl der Geschichte die Torjägerkanone sichern und in die Geschichtsbücher der Oberliga schießen.

Auch schon vor dem Spiel sauer war ETV-Trainer Kahlid Atamimi. „Bereits am Montag waren nur zehn Mann beim Training. Ich hoffe, meine Jungs checken jetzt, dass ohne hundertprozentigen Einsatz in dieser Liga gar nichts läuft. Wir haben verdient verloren“, sagte Atamimi.


Wahnsinn in Osdorf. Während Martin Harnik auf dem Weg ist, sich in die Geschichtsbücher der Oberliga Hamburg zu schießen, hat Altona 93 dies bereits geschafft. Im Derby beim TuS Osdorf am Freitag drehte der Oberligist ein verloren geglaubtes Spiel mit drei Treffern in der aufgrund diverser Unterbrechungen vierzehnminütigen Nachspielzeit. Michael Gries (90.+1) und Bujar Seidija (90.+5, 90.+10) machten in Überzahl – Osdorfs Papa Ndiaye hatte Rot wegen groben Foulspiels gesehen (76.) – aus einem 1:3 ein 4:3.

„Mehr geht nicht“, schrie ein völlig ekstatischer Altona-Fan in der feiernden Aufwärtskurve unmittelbar nach dem Siegtreffer. Das fand auch Altonas Co-Trainer Philipp Körner. „Wahnsinn! So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir waren ja beim 3:3 schon sehr glücklich, das 4:3 war echt überragend. Unser Plan, in Überzahl auf Dreierkette umzustellen und über die Außen anzugreifen, ist aufgegangen. Auch für unsere Fans war das eine super Sache. Dieses Derby wird keiner vergessen.“

FC Bergedorf 85 zieht Ligateam zurück. 2009 aus der Taufe gehoben, nun nach nur 13 Jahren am vorläufigen Höhepunkt seiner negativen Entwicklung. Das gilt für den FC Bergedorf 85. Zumindest, was seine Liga-Mannschaft betrifft. Diese sackte von der Oberliga Hamburg ab bis in die Kreisliga 3 – und wurde nun vom Vorstand des FCB vom Spielbetrieb zurückgezogen. Das Team sei zum Schutz der übrigen Teams, die „sehr unter dem Verhalten einzelner Herrenspieler“ gelitten hätten, mit sofortiger Wirkung abgemeldet worden.

FC St. Pauli III entschuldigt sich

Wohl keine Berufung. Nicht abgemeldet, aber entschuldigt hat sich die Mannschaft des Bezirksligisten FC St. Pauli III. Nach der Sperre von vier Jahren gegen ihren Spieler Schneider Gudino für eine Tätlichkeit gegen Falkes Hendrik Ebbecke (Abendblatt berichtete), veröffentlichte das Team ein mit „Es tut uns leid“ betiteltes langes Posting auf Instagram. Darin wünschte das Team Ebbecke „alles erdenklich Gute“ und bat alle Beteiligten des Vorfalls mit sehr ehrlich wirkenden Worten um Entschuldigung.

Interessant: Auf eine Berufung vor dem Verbandsgericht will der FC St. Pauli III offenbar verzichten. Die ausgesprochene Sperre über vier Jahre „nehmen alle an“, heißt es in dem Schreiben. Damit würde der FC St. Pauli III im Kampf um den Aufstieg in die Landesliga auch endgültig die drei Zähler in der Tabelle verlieren, die als Punktabzug aufgrund der langen Sperre gegen das Team ausgesprochen wurden.

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