Fußball-Ticker

Sevilla-Polizei zittert vor Frankfurt-Fans: Erste Festnahmen

| Lesedauer: 11 Minuten
Bilder aus dem Halbfinale der Eintracht gegen West Ham: Sevillas Polizei bereitet sich auf den härtesten Einsatz seit Jahren bei einem Fußballspiel vor.

Bilder aus dem Halbfinale der Eintracht gegen West Ham: Sevillas Polizei bereitet sich auf den härtesten Einsatz seit Jahren bei einem Fußballspiel vor.

Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto | Revierfoto

Aktuelle Meldungen und Transfergerüchte. Der Fußball-Ticker des Hamburger Abendblatts hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 18. Mai 2022:

Chelsea-Verkauf: Einigung erzielt

Der Verkauf des FC Chelsea rückt offenbar näher. Der russische Inhaber Roman Abramowitsch und die britische Regierung sollen sich auf die Bedingungen dafür geeinigt haben, wie mehrere britische Medien berichten. Nähere Details wurden zunächst allerdings nicht bekannt. Bis zum 31. Mai muss der Verkauf perfekt gemacht werden, dann endet die von der Regierung erteilte vorläufige Ausnahmegenehmigung für den Londoner Verein.

Abramowitsch hatte dem Club ein Darlehen in Höhe von 1,5 Milliarden Pfund gewährt, das der Milliardär abschreiben wollte. Doch die Sanktionen, die die britische Regierung wegen seiner angeblichen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen Abramowitsch und Chelsea verhängt hatte, verhindern das, weil Abramowitschs Vermögen derzeit eingefroren ist. Die britische Regierung fordert zudem Garantien, dass der Erlös aus dem Verkauf des Clubs wie von Abramowitsch angekündigt in eine gemeinnützige Stiftung fließt.

Neuer Chelsea-Inhaber wird voraussichtlich der Amerikaner Todd Boehly, Miteigentümer des Baseballteams Los Angeles Dodgers. Er hatte sich mit seinem Konsortium gegen mehrere Mitwerber durchgesetzt und soll 4,25 Milliarden Pfund (ca. 5 Milliarden Euro) für die Blues bezahlen. Boehly soll sich bereits mit Chelesa-Coach Thomas Tuchel getroffen haben. Im letzten Schritt muss die Premier League den Verkauf an die neuen Besitzer genehmigen.

Werder holt Ex-U21-Nationalspieler Pieper

Bremen hat Innenverteidiger Amos Pieper (24) von Absteiger Arminia Bielefeld ablösefrei verpflichtet. „Wir freuen uns, dass er sich trotz anderer Möglichkeiten für Werder entschieden hat“, sagte Clemens Fritz, Leiter Scouting und Profifußball, über den früheren U-21-Nationalspieler. Auch Trainer Ole Werner lobte die physische Stärke, das Kopfballspiel und die „gute Spieleröffnung“. „Er hat bereits unter Beweis gestellt, dass er in der Bundesliga seinen Mann stehen kann“, teilte der Coach mit.

Perisic vor Wechsel von Inter zu Juve

Der ehemalige Bayern-Profi Ivan Perisic steht offenbar vor dem Wechsel innerhalb Italiens von Meister Inter Mailand zu Juventus Turin. Es geht um einen Vierjahresvertrag für den 33-Jährigen mit einem geschätzten Gehalt von sechs Millionen Euro per annum, berichtete die „Gazzetta dello Sport“. Mit Ende des Kontrakts wäre Perisic 37 Jahre alt. Juve soll auch an einer Rückholaktion des französischen Weltmeisters Paul Pogba interessiert sein.

BVB will Profi von Chelsea verpflichten

Borussia Dortmund ist nach Informationen der „Bild“ an einer Verpflichtung von Ian Maatsen vom FC Chelsea interessiert. Demnach soll der 20 Jahre alte linke Außenverteidiger ausgeliehen werden. Der niederländische U21-Nationalspieler bestritt zuletzt als Leihspieler des englischen Zweitligisten Coventry City 42 Pflichtspiele und erzielte dabei drei Tore. Als weitere BVB-Kandidaten für die Position gelten Ramy Bensebaini (Borussia Mönchengladbach) und David Raum (TSG Hoffenheim).

Dem Vernehmen nach wurde dem ehemaligen Nationalspieler Nico Schulz von der Dortmunder Vereinsspitze nahe gelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Offen bleibt die Zukunft des bis 2023 gebundenen Raphael Guerreiro. Laut „Mundo Deportivo“ soll der 28-Jährige dem FC Barcelona angeboten worden sein, der sich bereits vor Jahren um eine Verpflichtung des portugiesischen Nationalspielers bemüht hatte.

Eintracht-Fans festgenommen – „ernstes Problem“

Fünf Eintracht-Fans sind wenige Stunden vor dem Europa-League-Finale der Frankfurter gegen die Glasgow Rangers in Sevilla festgenommen worden. Sie waren nach Angaben der Polizei Teil einer Gruppe von 200 deutschen Anhängern, die in der Nacht auf Mittwoch nahe der Kathedrale im Zentrum der südspanischen Stadt schottische Fans attackiert haben sollen. Die Polizei bestätigte auf Anfrage entsprechende Berichte spanischer Medien. Die deutschen Fans sollen die Beamten mit Leuchtraketen, Tischen und Flaschen beworfen haben. Sie werden demnach der Störung der öffentlichen Ordnung und der Aggression beschuldigt.

Der zuständige Polizeichef Juan Carlos Castro hatte kurz vor diesen ersten Ausschreitungen am Dienstag vor „ernsten Problemen“ gewarnt. Zum Finale am Mittwochabend (21 Uhr/RTL) würden in Sevilla rund 150.000 Fans erwartet, 100.000 aus Schottland und 50.000 aus Deutschland. „Das ist ungeheuerlich“, meinte Castro. „Das sind zu viele Menschen mit zu viel Alkohol, die meisten ohne Eintrittskarte für das Spiel. Und es gibt in der Stadt viele Baustellen. Das alles zusammen kann zu ernsten Problemen führen.“ Zum Finale werden 5500 Sicherheitskräfte eingesetzt. Castro sprach vom „schwierigsten Spiel der vergangenen Jahre“ in der andalusischen Metropole.

Jeder Club erhielt für das Finale ein Kontingent von jeweils 10.000 Karten. Das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán bietet nur etwa 44.000 Zuschauern Platz. Die meisten der aus Deutschland und Schottland angereisten Fans werden das Finale deshalb vor Großleinwänden in Fan-Zonen und im Cartuja-Stadion oder in Kneipen verfolgen.

Rekordablöse! Thorsten Fink verlässt Riga

Ex-HSV-Trainer Thorsten Fink ist nicht mehr Coach beim lettischen Erstligisten Riga FC. Nach Angaben des Vereins wird Fink den dreimaligen Meister verlassen, um das Angebot eines anderen Clubs anzunehmen. Daher habe man beschlossen, getrennte Wege zu gehen, teilte Riga FC mit. Für den Wechsel des 54 Jahre alten Coachs wird der Hauptstadt-Club nach eigenen Angaben eine Rekordablöse im lettischen Fußball erhalten. Wohin es den Trainer nun zieht, war zunächst offen.

Fink war erst Anfang des Jahres als neuer Trainer vorgestellt worden – mit einem aufsehenerregenden Clip im Stil eines Gangster-Rap-Videos. Mit seinem deutschen Trainer wollte der Club nach einem enttäuschenden Platz vier in der Vorsaison wieder oben angreifen. Doch nach gut vier Monaten endet die Zusammenarbeit. Fink rangierte mit der Mannschaft nach 13 Spielen auf dem vierten Tabellenplatz, sieben Punkte hinter dem Spitzenreiter.

Wie Fink vorgestellt wurde:

Lewandowski zu Barça und Dembélé zu Bayern?

Barcelonas Präsident Joan Laporta hat im Transfer-Poker um Bayern-Stürmer Robert Lewandowski erneut auf die wirtschaftliche Situation des Vereins verwiesen. Die Vereinsspitze arbeite daran, „eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenzustellen“, sagte Laporta dem Sender Radio Catalunya. „Das ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht einfach.“ Lewandowski hatte erklärt, seinen 2023 auslaufenden Vertrag beim FC Bayern nicht verlängern zu wollen. Barça gilt als möglicher Interessent.

Mehrere Medien hatten zuletzt berichtet, die Münchner seien an Barcelonas Ousmane Dembélé interessiert. Die Katalanen haben dem französischen Offensivspieler, dessen Vertrag im Juni ausläuft, nach Angaben von Laporta ein neues Angebot vorgelegt, dieser denke aber auch über andere Offerten nach. „Wir haben große Anstrengungen unternommen, damit er bleibt“, sagte Laporta, der eine zeitnahe Entscheidung in dem Fall ankündigte.

Klopp rückt auf einen Punkt an City heran

Liverpools Trainer Jürgen Klopp hält die Spannung im Kampf um die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag hoch. Dank des 2:1 (1:1) beim FC Southampton am Dienstagabend rückten die Reds vor dem Saisonabschluss in der Premier League bis auf einen Punkt an Tabellenführer Manchester City heran. Der FC Liverpool empfängt am Sonntag (17 Uhr) die Wolverhampton Wanderers, Manchester City spielt zur gleichen Zeit gegen Aston Villa. Sollte das Team von Trainer Pep Guardiola gegen Villa gewinnen, wäre es die vierte Meisterschaft in den vergangenen fünf Saisons und die achte insgesamt.

„Die Meisterschaft ist möglich, nicht wahrscheinlich, aber möglich. Aber wenn wir Meister werden würden, wäre es auch verdient“, sagte Klopp. „Die Chance ist da. Ich halte sie aber nicht für extrem groß.“

VfB rechnet mit Kalajdzic-Abgang

Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat rechnet mit einem Abgang von Stürmer Sasa Kalajdzic. „Es wäre überragend, wenn wir ihn als Spieler und Typen behalten können. Sehr wahrscheinlich ist dies aber meiner Einschätzung nach nicht“, sagte Mislintat der „Sport Bild“ über den österreichischen Nationalspieler, dessen Vertrag 2023 ausläuft. Eine Ablöse wird auf bis zu 25 Millionen Euro geschätzt.

Kalajdzic hatte in der abgelaufenen Saison, in der sich der VfB am letzten Spieltag auch dank eines Treffers des 24-Jährigen noch den Klassenverbleib sicherte, insgesamt sechs Tore erzielt. Unter anderen soll auch der FC Bayern Interesse haben. „Natürlich“ habe Kalajdzic das Zeug, um sich bei Spitzenvereinen durchzusetzen, sagte Mislintat. „Sasa hat in der Saison im letzten Jahr, in der Rückrunde und bei der EM gezeigt, dass er zu den absoluten Top-Zentrum-Stürmern in Europa zählt.“

Nach Hoeneß-Schelte: Jetzt spricht Süle

Nationalspieler Niklas Süle hat seinen vieldiskutierten Verzicht auf das letzte Saisonspiel des FC Bayern erklärt. „Am vergangenen Donnerstag hat mich Julian Nagelsmann gefragt, ob es für mich in Ordnung sei, wenn ich gegen Wolfsburg nicht im Kader wäre. Er wollte junge Spieler, die in der kommenden Saison bei Bayern sind, belohnen und den Vortritt lassen“, sagte Süle der „Sport Bild“. Der 26-Jährige wechselt zur kommenden Spielzeit ablösefrei zu Borussia Dortmund.

„Es war also eine Entscheidung des Trainer-Teams, die mich aus nachvollziehbaren Gründen nicht im Kader haben wollten“, sagte Süle. „Am Freitag hieß es dann von einem unserer Co-Trainer, als sich Marcel Sabitzer verletzt hatte, kurz vor der Abfahrt, dass ich nun doch mitkönne, wenn ich wollte. Aber es sei auch okay, falls nicht. Das war die Geschichte.“

Eine Geschichte, die Julian Nagelsmann allerdings bereits genauso erzählt hatte und weshalb sich Uli Hoeneß in Rage über Süle geredet hatte. „Das spricht nicht gerade für den Spieler. Wenn er von Wertschätzung spricht, dann würde ich sagen, hat er dem Verein keine Wertschätzung gegeben. Ich fand diese Aktion katastrophal“, sagte der 70-Jährige am Rande der Münchner Meisterfeier. So gesehen dürfte sich an Hoeneß' Meinung nach den neuesten Süle-Äußerungen nichts geändert haben.

Grillitsch vor Wechsel zu Lazio

Nach seinem Abschied von Hoffenheim könnte der österreichische Nationalspieler Florian Grillitsch zu Lazio Rom wechseln. Die „Gazzetta dello Sport“ berichtet von einem Interesse des italienischen Spitzenclubs an dem 26-Jährigen, dessen Vertrag in Hoffenheim im Sommer ausläuft. Zudem gibt es Gerüchte über Angebote für Grillitsch aus Spanien und England.

( sid/dpa/HA )

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