Fußball-Ticker

Bremer Friedl bricht sich die Nase beim Duell mit St. Pauli

| Lesedauer: 11 Minuten
Der Bremer Verteidiger Marco Friedl hat sich bei einem Zweikampf im Duell mit dem FC St. Pauli die Nase gebrochen.

Der Bremer Verteidiger Marco Friedl hat sich bei einem Zweikampf im Duell mit dem FC St. Pauli die Nase gebrochen.

Foto: Cathrin Mueller / Getty Images

Aktuelle Meldungen und Transfergerüchte. Der Fußball-Ticker des Hamburger Abendblatts hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 9. April 2022:

Darmstadt verpasst den Sprung an die Spitze

Darmstadt 98 hat den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga verpasst. Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht unterlag beim 1. FC Nürnberg mit 1:3 (0:1) und liegt mit 51 Punkten hinter Schalke 04, Werder Bremen (beide 53) und dem FC St. Pauli (52) auf Platz vier. Nikola Dovedan (43.) brachte die Gastgeber vor 30.471 Zuschauern in Führung, Luca Pfeiffer (58.) glich aus. Lukas Schleimer (82.) brachte die Franken wieder nach vorne, Andre Leipold (90.+7) unterlief noch ein Eigentor. Nürnberg wahrte mit 49 Punkten seine Aufstiegschance.

Die Begegnung nahm sofort Fahrt auf. Aaron Seydel (2.) verpasste aus kurzer Distanz die große Möglichkeit zur frühen Führung der Gäste. Nach dem stürmischen Beginn der Lilien entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Nürnberg wurde aktiver und hatte bei einem Kopfball an die Latte von Christopher Schindler (25.) Pech. Dovedan war kurz vor dem Seitenwechsel dann per Kopf erfolgreich, 98-Torhüter Marcel Schuhen sah nicht gut aus.

Darmstadt erhöhte im zweiten Durchgang den Druck. Marvin Mehlem (56.) zielte nach schöner Kombination aber zu ungenau. Zwei Minuten später glich Pfeiffer mit seinem 13. Saisontor aus. Kurz darauf verließ Schlussmann Schuhen verletzt den Platz, doch Darmstadt zeigte sich unbeeindruckt. Pfeiffer (67.) verzog knapp. Auf der anderen Seite machte es der eingewechselte Schleimer besser.

Bremer Friedl bricht sich die Nase beim Top-Duell mit St. Pauli

Zweitligist Werder Bremen muss in der Endphase des Aufstiegsrennen möglicherweise für einige Zeit auf Marco Friedl verzichten. Der Verteidiger brach sich am Sonnabend im Top-Spiel des 29. Spieltages beim FC St. Pauli die Nase. Der 24-jährige Österreicher hatte sich die Verletzung in der 66. Minute im Zweikampf mit Hamburgs Jakov Medic zugezogen, blieb aber bis zum Abpfiff auf dem Platz. Nach Werder-Angaben soll Friedls Nase zu Wochenbeginn noch einmal genauer untersucht werden.

Wechselfehler: Nagelsmann leistet Abbitte bei Streich

Bayern Münchens Trainer Julian Nagelsmann hat sich bei seinem Freiburger Kollegen Christian Streich für seine Äußerungen zum Einspruch des Sportclubs gegen die Wertung des Spiels vor einer Woche entschuldigt. „In dem Fall habe ich einen Fehler gemacht. Ich habe die große Dimension des Rechtes, des Sportrechtes, des e.V.-Rechtes nicht auf dem Schirm gehabt und auch nicht begriffen. Da bin ich ehrlich“, sagte Nagelsmann dem TV-Sender Sky am Rande des Bundesligaspiels gegen den FC Augsburg und betonte: „Sorry an Freiburg, sorry an Christian“.

Nach dem Münchner Wechselfehler vor einer Woche hatte der Bayern-Coach Kritik am Sportclub geübt, nachdem dieser nach dem 1:4 gegen die Münchner Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hatte. Dafür erntete Nagelsmann harsche Kritik von Streich: „Es kann nicht sein, dass es drei Parteien sind. Zwei machen einen Fehler, keinen unerheblichen Fehler. Was überhaupt nicht schlimm ist. Jeder macht Fehler. Ich mache auch Fehler. Und nachher ist der Dritte derjenige, der dann noch von gewissen Leuten, teilweise von denen, die die Fehler gemacht haben, an den Pranger gestellt wird. Das ist ein absolutes Unding. Das haben wir sehr genau vernommen.“

Streich verwies darauf, dass die SC-Vorstände allein schon wegen ihrer Treuepflicht und der persönlichen Haftung so handeln mussten.

Witsel offenbar vor Abschied von Borussia Dortmund

Axel Witsel vom Bundesligisten Borussia Dortmund steht einem Medienbericht zufolge vor dem Abschied zum Saisonende. Wie Sky berichtete, sollen sich Dortmunds Verantwortliche dazu entschlossen haben, Witsels Vertrag nicht mehr zu verlängern. Die Entscheidung soll dem Mittelfeldspieler bereits vor einigen Wochen mitgeteilt worden sein.

Der Belgier wechselte 2018 für 20 Millionen Euro vom chinesischen Verein Tianjin Tianhai in den Ruhrpott und konnte sich schnell zu einem Schlüsselspieler integrieren. 101 Bundesligaeinsätze hat der 33-Jährige bisher bestritten, erzielte dabei neun Tore. Medien zufolge sollen die beiden nordamerikanischen Clubs Los Angeles Galaxy und Los Angeles FC Interesse an Witsel haben.

3. Liga: Atik stellt neuen Scorer-Rekord auf

Bereits am 33. Spieltag sorgte Baris Atik vom Spitzenreiter 1. FC Magdeburg für einen Scorer-Rekord in der 3. Liga. Er löste mit seinen Punkten 36 und 37 den bisherigen Topscorer Sven Michel ab, der in der Saison 2017/18 auf 36 Torbeteiligungen kam. Atik hatte beim 4:2 (3:1) gegen Viktoria Köln das 4:1 (71. Minute) erzielt, es war der 18. Treffer in dieser Saison. Hinzu kommen 19 Torvorlagen für den FCM-Offensivspieler.

Das Team des früheren HSV-Trainers Christian Titz hat seine kleine Durststrecke beendet und steuert unvermindert in Richtung Zweitliga-Aufstieg. Magdeburg führ das Klassement mit 66 Punkten weiterhin souverän an.

DFB-Frauen haben WM-Ticket vor Augen

Die deutschen Fußballerinnen stehen dicht vor der Qualifikation für die WM 2023. Die spielfreudige Auswahl von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bezwang Verfolger Portugal mit 3:0 (1:0) und könnte mit dem achten Sieg im achten Spiel am Dienstag in Serbien das Ticket für die Endrunde in Australien und Neuseeland lösen.

Lena Oberdorf (40.), Klara Bühl (55.) und Felicitas Rauch (80.) trafen vor 7364 Zuschauern in Bielefeld. In der 59. Minute feierte zudem Kapitänin Alexandra Popp ihr Comeback nach einjähriger Verletzungspause. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie hier.

Chelsea beendet Krise mit Kantersieg

Champions-League-Sieger FC Chelsea hat sich den Europacup-Frust von der Seele geschossen. Die Mannschaft von Teammanager Thomas Tuchel gewann drei Tage nach der Pleite gegen Real Madrid (1:3) im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse beim FC Southampton 6:0 (4:0) und festigte Platz drei.

Marcos Alonso (8.), Mason Mount (16.) sowie die Nationalspieler Timo Werner (21.) und Kai Havertz (32.) sorgten schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse zugunsten der Gäste, bei denen auch Antonio Rüdiger in der Startelf stand. Erneut Werner (49.) und Mount (54.) legten im zweiten Durchgang nach. Chelsea gastiert am Dienstag zum Rückspiel in Madrid.

Für den englischen Rekordmeister Manchester United wird die Champions-League-Qualifikation derweil immer schwieriger. Die Mannschaft von Teammanager Ralf Rangnick unterlag beim FC Everton 0:1 (0:1) und ist nur Tabellensiebter. Anthony Gordon (27.) erzielte den einzigen Treffer. Für Everton war es im Kampf um den Klassenerhalt ein wichtiger Erfolg.

Stuttgart-Fans attackieren gehörlosen BVB-Anhänger

Anhänger des VfB Stuttgart sollen vor dem 0:2 in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund Mitglieder des Gehörlosen-Fanclubs des BVB angegriffen und ein Banner entwendet haben. Die Fan-Projekte beider Clubs sollen nach Angaben der Schwaben informiert sein und im Austausch stehen. Zunächst hatte die „Bild“ über den Vorfall berichtet, bei dem ein Fan tags zuvor verletzt worden war.

„Unser Mitglied befand sich mit einem Freund auf dem Weg zum Stadion, da er noch nie dort war und sich nicht auskannte. Plötzlich kamen Schläge aus dem heiteren Nichts. Er hat sich zusammengekrümmt und nur versucht, das Banner vor dem Raub zu schützen“, hieß es in einer Mitteilung des „Deaf BVB Fanclub“. Das Banner sei dann entwendet worden. „Die anwesenden Menschen und Ordner haben nur zugeschaut und nicht eingegriffen“, schrieb der Fanclub.

Die Attacke soll nach Auskunft eines VfB-Sprechers noch nicht bei der Stuttgarter Polizei gemeldet worden sein. Erst danach könne ein Verfahren eingeleitet werden.

WM: Gewerkschaft lobt Arbeitsstandards in Katar

An der Einschätzung der Menschenrechtssituation in Katar vor der bevorstehenden WM in dem Emirat (21. November bis 18. Dezember) scheiden sich auch im Lager der Kritiker die Geister. Nur kurz nach den erneuten Vorwürfen von Amnesty International gegen die katarischen Machthaber wegen „schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen“ bescheinigte der globale Baugewerkschaftsbund BWI dem Golfstaat ungeachtet fortbestehender Mängel in mehreren Bereich zumindest „beim Arbeits- und Gesundheitsschutz mittlerweile westeuropäischen Standard“.

Der deutsche BWI-Vizepräsident Dietmar Schäfers bezog sich bei seiner Beurteilung in einer Mitteilung seiner in Panama ansässigen Organisation auf Informationen aus erster Hand. „Die Gastarbeiter berichten, dass sich ihre Situation deutlich verbessert hat. Das gilt sowohl für den Arbeitsschutz, aber auch für die Essensversorgung, die Bezahlung und die Standards bei der Unterbringung“, erklärte Schäfers.

Die Aussagen über Fortschritte führte Schäfers auf seit 2017 stattfindende Kontrollen des BWI mit dem für die WM-Organisation zuständigen Supreme Committee zurück. „Der Fußball bringt damit am Golf in Sachen Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Bezahlung einiges ins Rollen“, resümierte Schäfers.

Turnaround geschafft: Capello lobt Genua-Coach Blessin

Der deutsche Trainer Alexander Blessin ist nach seinem erfolgreichen Einstieg beim italienischen Erstligisten FC Genua von Fabio Capello geadelt worden. Die Trainerlegende führte Blessins Taktik als Lehrbeispiel dafür an, wie der italienische Fußball aus seiner Krise kommen könne – und sorgte damit bei Blessin für Staunen. „Ehrlich gesagt, hätte ich nie gedacht, dass er meinen Namen kennt“, sagte der 48-jährige Deutsche.

Trotzdem ehre ihn Capellos Lob natürlich, betonte der schwäbische Coach im Interview mit Sport1. „Es hat mich sehr gefreut, dass er ein paar Spiele von uns gesehen hat.“

Seit seinem Amtsantritt im Januar schaffte es der Stuttgarter Blessin, die Abwehr des abstiegsgefährdeten Vereins zu stabilisieren. Unter seiner Leitung kassierte Genua in neun Spielen lediglich drei Gegentore – erzielte aufgrund mangelhafter Chancenverwertung aber auch nur drei Treffer. Sieben Spieltage vor Saisonende liegt der Club mit 22 Punkten auf Tabellenplatz 18, drei Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz.

Pyrotechnik in Stuttgart – Polizei ermittelt

Nach dem Abbrennen von Pyrotechnik beim Bundesligaspiel in Stuttgart hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit der Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund zündeten am Freitagabend nach Polizeiangaben zahlreiche Zuschauer Pyrotechnik. Zuvor hatten sie sich vermummt und umgezogen, wie es in der Mitteilung hieß.

Die Beamten ermitteln nun gegen die mutmaßlichen Täter sowie Personen, die die Aktionen unterstützten. Gegen sie werde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz sowie das Versammlungsgesetz vorgegangen.

Den Fußball-Ticker vom Freitag können Sie hier nachlesen.

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