Fußball-Ticker

Übernimmt Ex-HSV-Trainer Daniel Thioune in Hannover?

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Daniel Thioune, wie fast immer im Kapuzenpullover, war von Juli 2020 bis Mai 2021 Trainer beim HSV.

Daniel Thioune, wie fast immer im Kapuzenpullover, war von Juli 2020 bis Mai 2021 Trainer beim HSV.

Foto: WITTERS / Tim Groothuis

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 30. November 2021:

Übernimmt Ex-HSV-Coach Thioune in Hannover?

Nach der Entlassung von Jan Zimmermann sucht Hannover 96 für den Abstiegskampf in der 2. Liga nach einem „erfahrenen Trainer“. Dieses Anforderungsprofil nannte Clubchef Martin Kind für die anstehenden Gespräche mit möglichen Kandidaten.

Als derzeit aussichtsreichste Namen werden der frühere HSV-Trainer Daniel Thioune, der Ex-Düsseldorfer Uwe Rösler und Dietmar Kühbauer gehandelt. Laut dem Portal „Sportbuzzer“ gibt sich die 96-Führung um Manager Marcus Mann zunächst bis Mittwoch Zeit. Sollte sich bis dahin kein geeigneter Kandidat gefunden haben, könnte es auf eine Interimslösung hinauslaufen.

Hannover hatte am Montag auf die sportliche Talfahrt der vergangenen Woche reagiert und sich nach nur 161 Tagen von Zimmermann getrennt. 96 belegt in der 2. Liga momentan mit 14 Punkten aus 15 Spielen den Abstiegsrelegationsplatz.

Positiver Corona-Test: Leipzig sagt Training ab

Das Coronavirus sorgt bei RB Leipzig weiterhin für Unruhe. Am Dienstag war ein Schnelltest eines Betreuers positiv, weshalb das Training abgesagt wurde. Alle Spieler unterzogen sich einem PCR-Test. Am Freitag tritt Leipzig bei Union Berlin (20.30 Uhr/DAZN) an.

Anfang vergangener Woche waren Trainer Jesse Marsch und Kapitän Peter Gulacsi positiv getestet worden. Nach dem Champions-League-Spiel in Brügge wurden die positiven Tests von Yussuf Poulsen, Hugo Novoa, Mohamed Simakan und Willi Orban veröffentlicht. Hinzu kommen positiv getestete Betreuer, so dass der Club auf neun Corona-Fälle kam. Bei Leipzig sind alle Spieler und Betreuer nach Club-Angaben entweder vollständig geimpft oder genesen.

TV-Reporterin mit Speichelhand an den Po gegrabscht

Der Polizeichef von Florenz hat eine dreijährige Stadionsperre für einen Fan der AC Florenz verhängt. Der 45-Jährige wird beschuldigt, eine TV-Journalistin des Fernsehsenders „Toscana TV“ nach dem 2:1-Sieg des FC Empoli gegen die Fiorentina am Sonnabend sexuell belästigt zu haben.

Während die Journalistin Greta Beccaglia live vor dem Stadion in Empoli über das Spiel berichtete, näherte sich der Mann von hinten und berührte mit der Hand seinen Mund – es sieht so aus, als spuckt er sich in die Hand –, ehe er der Frau an den Po grabschte. Der Fan, der von der Journalistin angezeigt wurde, wurde mithilfe der TV-Bilder identifiziert. Er entschuldigte sich mittlerweile für sein Verhalten.

Die Journalistin erklärte, sie begnüge sich nicht mit einer Entschuldigung. Sie wolle, dass gegen den Mann ein Gerichtsprozess geführt werde. „Die Gerechtigkeit muss ihren Lauf nehmen und feststellen, dass dieses beschämende Verhalten falsch ist“, sagte die 27-Jährige.

Matthäus versteht wegen Lewandowski „die Welt nicht mehr“

Lothar Matthäus hat die Niederlage von Robert Lewandowski bei der Vergabe des Ballon d'Or mit deutlichen Worten kritisiert. „Ehrlich gesagt verstehe ich nach dieser Wahl die Welt nicht mehr. Bei allem Respekt für Lionel Messi und alle anderen großartigen, nominierten Spieler. Keiner hätte es so verdient gehabt wie Lewandowski“, sagte Matthäus bei Sky: „Dass er nicht gewonnen hat, ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Am Montagabend hatte sich der argentinische Superstar Lionel Messi zum siebten Mal den Ballon d'Or gesichert. Für Lewandowski reichte es nur zu Platz zwei. „Messi hat zwar mit Argentinien die Copa America gewonnen, ist aber in Paris völlig blass“, sagte Matthäus.

Lewandowski dagegen habe „den Jahrhundert-Rekord von Gerd Müller geknackt“, betonte der 60-Jährige mit Blick auf die 41 Tore des Polen in der vergangenen Bundesligasaison: „Er führt schon wieder die Torjägerliste in jedem Wettbewerb an, hat national und international auch in diesem Jahr alle überragt.“

50.000 Fans in Köln: Ansage von Baumgart

Trainer Steffen Baumgart hat auf die Kritik am 1. FC Köln und der Stadt Köln reagiert, 50 000 Zuschauer beim Derby gegen Gladbach zugelassen zu haben. „Ich habe das Gefühl, dass wir im Fußball immer gerne als Sündenböcke hingestellt werden. Da sind ganz andere in der Verantwortung, die seit zwei Jahren die Möglichkeit haben, klar zu agieren, und das tun sie nicht“, sagte Baumgart am Montag in der „ran Bundesliga Webshow“.

„Ich finde, dass die Themen einfach zu wichtig sind, um sie auf dem Rücken der Fußballer auszutragen“, sagte Baumgart und fügte hinzu: „Wenn 35 000 Pflegekräfte in zwei Jahren verschwinden, dann liegt das nicht an den Fußballern, sondern ganz klar an den fehlenden Konzepten. Wenn es in einem Land wie Deutschland nicht geschafft wird, genügend Intensivbetten zur Verfügung zu stellen, dann stelle ich mir die Frage, wer hier welche Verantwortung trägt.“ Er erwarte, dass die, die „die Verantwortung tragen, sie auch wahrnehmen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen.“

Der Coach setze sich für Impfungen, auch für die Boosterimpfung ein. „Aber ich lasse mich nicht als Sündenbock hinstellen, und das finde ich sehr traurig mittlerweile. Ich hoffe, dass wir unser normales Leben aufrecht erhalten können. Wenn das nicht geht, werden wir aber natürlich auch alles mittragen, was dazu beiträgt, diese Pandemie in den Griff zu kriegen“, unterstrich Baumgart.

Impfdebatte um Kimmich: Hecking mit Appell

In der Impfdebatte um Joshua Kimmich hat der Nürnberger Sportvorstand und Ex-HSV-Trainer Dieter Hecking auch die Verantwortung für die Gemeinschaft betont. „Wir haben beim Impfen eine gesellschaftliche Verantwortung. Ich bin tolerant und habe für jeden Verständnis, der mir triftige Argumente dagegen liefert“, sagte Hecking der Deutschen Presse-Agentur im Interview. „Ich verstehe aber nicht die Leute, die sich aus fadenscheinigen Begründungen nicht impfen lassen und damit Mitmenschen gefährden. Am Ende muss es jeder für sich entscheiden.“

Seit Wochen steht Kimmich deutschlandweit im Mittelpunkt von öffentlichen Debatten, nachdem der Profi des FC Bayern München Ende Oktober eingeräumt hatte, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, hatte Kimmich, der mittlerweile nach einer Corona-Infektion in Quarantäne ist, damals gesagt.

Söder verkündet Geisterspiele für FC Bayern

Bayer München wird zukünftig in jedem Fall wieder vor leeren Rängen spielen müssen. Das verkündete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der Geisterspiele in allen deutschen Fußballstadien fordert, schon vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am Dienstag.

„Es macht auf absehbare Zeit keinen Sinn, wieder Zuschauer zuzulassen“, sagte Söder im BR: „Es ist eine wichtige Forderung, dass wir heute bundeseinheitlich beschließen, dass wir künftig keine Zuschauer mehr machen. Wenn das auf Bundesebene nicht funktioniert, würden wir das für Bayern allein machen.“

Auf Twitter begründete Söder den Schritt: „Die hohe Mobilität bei der An- und Abreise ist aktuell nicht verantwortbar. Der Fußball hat eine große Vorbildfunktion. Wir müssen jetzt überall Kontakte reduzieren.“

( sid/dpa/HA )

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