Zweite Bundesliga

Kiel überflügelt Bremen – Schalker Torfestival ohne Terodde

| Lesedauer: 7 Minuten
Freude über den Heimsieg bei den Kieler Spielern, im Vordergrund Torschütze Joshua Mees.

Freude über den Heimsieg bei den Kieler Spielern, im Vordergrund Torschütze Joshua Mees.

Foto: Axel Heimken / dpa

Satte 14 Treffer in drei Partien am Sonnabend: Königsblau und Karlsruhe triumphieren deutlich, Darmstadt 98 marschiert weiter.

Kiel/Gelsenkirchen/Aue/Karlsruhe. Darmstadt 98 hat zumindest vorübergehend wieder die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga erobert. Im Geisterspiel bei Erzgebirge Aue setzten sich die Lilien mit 2:1 (0:0) durch.

Bundesliga-Absteiger Schalke 04 kam gegen den SV Sandhausen nach Rückstand zu einem 5:2 (0:0), schmerzlich vermisst wurde lange Zeit der verletzungsbedingt ausgefallene Torjäger Simon Terodde.

Im dritten Sonnabendspiel gewann der Karlsruher SC mit 4:0 (3:0) gegen Hannover 96, womit die Niedersachsen auf Relegationsrang 16 abrutschten.

Die vom Trainerwechsel gebeutelten Bremer ließen am Abend Punkte in Kiel und verlieren die Aufstiegsplätze zusehends aus den Augen.

Niederlage in Kiel: Werder verliert Aufstiegsplätze aus den Augen

Werder Bremen verliert die Aufstiegsplätze in der 2. Fußball-Bundesliga nach dem Coronawirbel immer mehr aus den Augen. Der Bundesliga-Absteiger verlor das Nordduell bei Holstein Kiel 1:2 (0:1) und hat bereits acht Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.

Kiel verschaffte sich durch den vierten Saisonsieg etwas Luft im Tabellenkeller und verbesserte sich auf Platz zwölf. Joshua Mees (45.) und Benedikt Pichler (65.) erzielten die Treffer der Kieler. Niclas Füllkrug (57.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

Die Gastgeber begannen stürmisch. Phil Neumann (4.) schoss aber vorbei, Fabian Reese (10.) scheiterte an Werder-Torhüter Jiri Pavlenka. Aber auch die Gäste versteckten sich nicht. Marvin Ducksch (15.) fand aber seinen Meister in Schlussmann Thomas Dähne.

Das Tempo blieb weiterhin hoch, beide Teams agierten offensiv. Aber auch Pichler (28.) brachte den Ball nicht an Pavlenka vorbei. Kurz vor der Pause jubelten dann doch die Gastgeber. Nach einer Flanke von Neumann traf der für den verletzten Reese eingewechselte Mees mit einer sehenswerten Direktabnahme.

Bremen erhöhte nach dem Wechsel den Druck und hatte viel Ballbesitz, doch Kiel blieb gefährlich. Ein abgefälschter Schuss von Neumann verfehlte sein Ziel knapp, einen Kopfball von Hauke Wahl (beides 56.) hielt Pavlenka.

Der Ausgleich fiel nach einem unglücklichen Ausflug von Dähne. Füllkrug lupfte den Ball ins leere Tor. Kiel zeigte sich nur kurz geschockt und ging durch Pichler nach einem Pfostenschuss von Alexander Mühling erneut in Führung.

S04 deutlich, aber mühsam gegen Sandhausen

Schalke 04 hält den Kontakt zu den anvisierten Aufstiegsplätzen. Die Mannschaft von Dimitrios Grammozis besiegte am 15. Spieltag ohne ihren verletzten Torjäger Simon Terodde den abstiegsbedrohten SV Sandhausen mit 5:2 (0:0) und beendete damit eine Serie von drei Spielen ohne Sieg.

Marcel Ritzmaier (47.) brachte die Gäste in Führung, Thomas Ouwejan (58.) und Marius Bülter (64.) drehten die Partie vor offiziell 46.319 Zuschauern.

Es folgen turbulente vier Minuten: Sandhausens Alexander Schirow (72.) traf ins eigene Tor, wenig später brachte Pascal Testroet (74.) die Gäste wieder heran, dann stellte erneut Bülter mit seinem sechsten Saisontor (76.) den alten Abstand wieder her. Rodrigo Zalazar (82.) sorgte für den Endstand. Durch den achten Saisonerfolg kletterte S04 zumindest vorläufig auf Rang vier, Sandhausen bleibt Vorletzter.

Auch ohne Terodde, der an einer Muskelverletzung und bis auf Weiteres nicht zur Verfügung steht, wurde Schalke früh torgefährlich. Sieben Schüsse gaben die Königsblauen in den ersten 15 Minuten ab, Malick Thiaw kam der Führung mit seinem Schuss ans Lattenkreuz (11.) am nächsten.

Bis zur Pause ließ bei gleichbleibender Feldüberlegenheit der Schalker Schwung aber etwas nach. In der 44. Minute hatte Salazar bei einem Kopfball aus zentraler Position freie Auswahl - er köpfte in die Arme von SVS-Keeper Patrick Drewes.

Die Strafe folgte keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff, als Ritzmaier die Gäste mit dem ersten Schuss auf das Tor von Martin Fraisl in Führung brachte. Danach drehte der Favorit dann auf und wurde effizienter.

Terodde erzielte in der laufenden Saison bereits zwölf Zweitliga-Tore für die Königsblauen, seit der vergangenen Woche ist er mit 154 Treffern der erfolgreichste Schütze der Zweitligageschichte.

Hannover geht mit 0:4 in Karlsruhe unter

Die sportliche Krise von Hannover 96 spitzt sich weiter zu. Die Niedersachsen verloren am Sonnabend mit 0:4 (0:3) beim Karlsruher SC und rutschten auf den Relegationsrang 16 ab. Kyoung-Rok Choi (17. Minute), Daniel Gordon (27.), Marvin Wanitzek (29.) und Philipp Hofmann (83.) erzielten vor 10.000 Zuschauern die Tore für den KSC, der aus den vorangegangenen vier Liga-Partien nur zwei von zwölf möglichen Punkten geholt hatte. Hannover ist nun schon seit acht Liga-Spielen sieglos.

Bereits nach einer halben Stunde war die Partie im Wildpark so gut wie entschieden. Erst traf Choi nach einer feinen Kombination der Karlsruher wuchtig in die Tormitte, dann Routinier Gordon nach einer schönen Flanke von Philip Heise per Kopf. Als Wanitzek kurz später mit einem Flachschuss ins linke Eck auf 3:0 erhöhte, drohten die Gäste komplett auseinanderzufallen.

Sie berappelten sich allerdings nochmal. Das Anschlusstor von Lukas Hinterseer wurde wegen Handspiels zurecht aberkannt (35.), vier Minuten später traf er den Pfosten. In der zweiten Hälfte blieben die Hannoveraner bemüht, aber harmlos. In der 83. Minute machte Hofmann aus spitzem Winkel dann alles klar.

Bei Darmstadt-Sieg: Gonther sorgt für Aufreger

Darmstadt 98 hat zumindest vorübergehend wieder die Tabellenführung erobert. Im Geisterspiel bei Erzgebirge Aue setzten sich die Lilien mit 2:1 (0:0) durch.

Luca Pfeiffer (62.) erzielte das Führungstor für die Gäste, er erhöhte sein Saisontrefferkonto auf zwölf. Aaron Seydel (75.) zeichnete für das 2:0 verantwortlich. Antonio Jonjic (85.) verkürzte für Aue. Es war der vierte Sieg in Folge für die Hessen, und es waren die Punkte 17, 18 und 19 aus den letzten sieben Spielen.

Interessant, dass SVD-Trainer Torsten Lieberknecht keines seiner zwölf Zweitligaspiele gegen Aue verloren hat (fünf Siege, sieben Remis). Für Aue ging eine Serie von zuletzt zehn Punkten aus den vergangenen vier Begegnungen, darunter zwei Siege in Folge, zu Ende.

Für die erste große Aufregung sorgte die Aberkennung eines Eigentores durch Sören Gonther (12.) durch den Video-Assistenten. Die TV-Bilder zeigten eine Abseitsstellung von Phillip Tietz.

In der 22. Minute gab es eine große Chance für die Hausherren. Jonjic scheiterte allerdings mit seinem Schuss am glänzend per Fußabwehr parierenden Torwart Marcel Schuhen.

( sid/dpa/HA )

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