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Sala-Tragödie: Auftraggeber des Unglücksflugs schuldig

| Lesedauer: 11 Minuten
Der argentinische Fußballprofi Emiliano Sala starb 2019 bei einem Flugzeugabsturz. Jetzt wurde der Auftraggeber des Unglücksfluges verurteilt.

Der argentinische Fußballprofi Emiliano Sala starb 2019 bei einem Flugzeugabsturz. Jetzt wurde der Auftraggeber des Unglücksfluges verurteilt.

Foto: Jacob King / imago images/PA Images

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Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 28. Oktober 2021:

Sala-Tragödie: Auftraggeber des Unglücksflugs schuldig

Gut zweieinhalb Jahre nach dem tödlichen Flugzeugunglück des argentinischen Profis Emiliano Sala ist der Organisator des Flugs schuldig gesprochen worden. Der 67 Jahre alte Geschäftsmann sei dafür verantwortlich, die Sicherheit der Maschine gefährdet zu haben, entschied eine Jury in Cardiff am Donnerstag.

Der 28-jährige Sala sollte in einem Millionentransfer vom französischen Club FC Nantes zum walisischen Verein Cardiff City wechseln. Auf dem Flug zwischen den beiden Städten stürzte das einmotorige Geschäftsflugzeug vom Typ Piper Malibu am 21. Januar 2019 nahe der Insel Guernsey in den Ärmelkanal. Der Argentinier Sala und der 59 Jahre alte Pilot David Ibbotson starben.

Der Hobbypilot hatte keine gültige Lizenz für kommerzielle Flüge. Er hatte zudem keine Trainingsstunden für Nachtflüge absolviert, war wahrscheinlich zum Zeitpunkt des Absturzes von einer Kohlenmonoxidvergiftung betroffen und zu schnell unterwegs. Erst nach beinahe zweiwöchiger Suche wurde das Flugzeug am Meeresgrund entdeckt.

Der 67 Jahre alte Unternehmer hatte den Flug gemeinsam mit einem Agenten arrangiert, konnte dann aber nicht selbst fliegen, weil er mit seiner Frau in Paris war. Stattdessen bat er Ibbotson, den Flug zu übernehmen, der regelmäßig in seinem Auftrag unterwegs war. Das Urteil soll am 12. November verkündet werden.

Barcelona holt offenbar Xavi als Koeman-Nachfolger

Nach der Trennung von seinem glücklosen Trainer Ronald Koeman hat sich der FC Barcelona einem Bericht der spanischen Zeitung „Sport“ zufolge mit Xavi Hernández auf einen Trainervertrag geeinigt. Der Ex-Profi steht in Katar als Cheftrainer für Al-Sadd SC noch bis 2023 unter Vertrag. Zuvor hatte er bei dem Club seine Karriere als Profi nach 17 Jahren im Barça-Trikot ausklingen lassen.

Mit Al-Sadd müsse noch verhandelt werden, betonte auch „Sport“. Die Vertragsstrafe für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Trainervertrag sei mit einer Million Euro festgelegt. Dennoch werde damit gerechnet, dass eine endgültige Entscheidung schon im Laufe des Donnerstag offiziell bekannt gegeben werde, schrieb die Zeitung weiter. Der FC Barcelona und auch Xavi äußerten sich zunächst nicht.

Der kriselnde katalanische Spitzenclub hatte in der Nacht mitgeteilt, dass er sich nach der vierten Niederlage in sechs Partien von Koeman getrennt habe. „Barcelonas Geduld mit Ronald Koeman ist endgültig aufgebraucht“, schrieb die Zeitung „Marca“.

Schwuler Profi nach Coming-out von Reaktionen überwältigt

Der australische Fußballer Josh Cavallo ist begeistert von den Reaktionen auf sein Coming-out. „Ich bin so überwältigt und glücklich über die Resonanz, die ich erhalten habe“, sagte der 21-Jährige von Adelaide United, der als erster aktiver Fußballprofi in der australischen A-League offen über seine Homosexualität gesprochen hatte, bei Sky Sports.

„Ich möchte der Welt zeigen, dass es keine Rolle spielt, wer du bist, woran du glaubst, aus welcher Kultur du kommst oder welchen Hintergrund du hast“, fügte Cavallo an: „Jeder wird im Fußball akzeptiert.“ Zuvor hatte er eine breite Welle der Solidarität erfahren.

Sein Verein, die Liga, der australische Verband und Clubs weltweit brachten ihre Unterstützung zum Ausdruck, unter anderem auch der FC Bayern. Topstars wie Zlatan Ibrahimovic, Liverpools Kapitän Jordan Henderson oder Antoine Griezmann zollten ihm in den sozialen Netzwerken ihre Anerkennung.

„Du bist ein Champion. Fußball ist für alle da. Großen Respekt“, schrieb Ibrahimovic. „Großen Respekt an Josh, dass er das getan hat“, twitterte Henderson: „Das ist mutig und vermittelt die wichtige Botschaft, dass jeder es verdient, er selbst zu sein, egal was er tut.“

Hertha BSC trauert um Ex-Co-Trainer Selim (48)

Bundesligist Hertha BSC trauert um seinen ehemaligen Co-Trainer Levent Selim. Im Alter von 48 Jahren ist der langjährige Assistent der U-23-Mannschaft am Mittwoch „völlig überraschend verstorben“, teilte der Hauptstadtklub mit. Der Verein sei „mit den Gedanken bei der Familie, den Angehörigen und Freunden von Levent Selim“, der von 2016 bis August dieses Jahres die zweite Mannschaft begleitete.

Selim half im April 2021 auch für kurze Zeit bei den Hertha-Profis aus. Damals musste das komplette Trainerteam um Pal Dardai in Corona-Quarantäne, Sportdirektor Arne Friedrich übernahm kurzzeitig und wurde dabei von Selim und Ex-Spieler Malik Fathi aus der U23 unterstützt.

DFB-Machtkampf: Peters kontert anonyme Vorwürfe

Im Machtkampf um das Präsidentenamt beim Deutschen Fußball-Bund wehrt sich DFB-Interimschef Peter Peters gegen angebliche Vorwürfe aus einem anonymen Schreiben. Der „Bild“-Zeitung zufolge wird Peters in einem Brief an die Landes- und Regionalverbände Fehlverhalten in seiner Zeit als Geschäftsführer des FC Schalke 04 vorgeworfen. „Unwahr. Anonym. Alt. Dieser Vorgang hat eine auffällige Ähnlichkeit mit früheren Diskreditierungen von DFB-Präsidenten“, konterte Peters diese Anschuldigungen.

Konkret wird dem 59-Jährigen in dem Schreiben mit unklarer Quelle laut „Bild“ unterstellt, er habe sich eine zuvor infolge der Corona-Pandemie einvernehmlich vorgenommene Gehaltskürzung zurückerstatten lassen. Dies bestritten auch die Schalker. „Peter Peters hat im genannten Zeitraum freiwillig auf einen Teil seines Gehaltes verzichtet. Diesen Verzicht hat er weder zurückgefordert noch zurückerhalten“, zitierte die Zeitung den Bundesliga-Absteiger.

Peters führt derzeit gemeinsam mit Rainer Koch interimsmäßig den DFB, nachdem Fritz Keller im Mai zurückgetreten war. Der frühere Schalker Finanzvorstand und derzeitige Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball-Liga hatte sich nach einem zwischenzeitlichen Rückzug zuletzt wieder bereit erklärt, die Nachfolge von Keller anzutreten – wenn er von einem Landesverband vorgeschlagen werde. Die Amateurvertreter hatten sich jedoch zuletzt mit Nachdruck für einen Kandidaten aus ihren Reihen ausgesprochen.

Barcelona feuert Trainer Koeman – kommt Xavi?

Der FC Barcelona hat Trainer Ronald Koeman kurz nach dem 0:1 (0:1) bei Aufsteiger Rayo Vallecano am Mittwochabend entlassen. Präsident Joan Laporta teilte dem Niederländer die Entscheidung nach der vierten Niederlage in den jüngsten sechs Pflichtspielen mit. Koeman hatte den spanischen Topclub zur Saison 2020/2021 als Nachfolger von Quique Setién übernommen.

Als Topfavorit auf den Trainerposten gilt nun der langjährige Barça-Profi Xavi, der allerdings derzeit in Katar beim Al-Sadd SC unter Vertrag steht. Außerdem werden Ajax Amsterdams Erik ten Hag und Marcelo Gallardo von River Plate Buenos Aires gehandelt. Auch eine Interimslösung mit Sergi Berjuan, dem Trainer der zweiten Mannschaft der Katalanen, erscheint denkbar.

Weggefährten stehen bei Löw-Abschied Spalier

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fährt bei der offiziellen Verabschiedung von Ex-Bundestrainer Joachim Löw am Rande des WM-Qualifikationsspiels am 11. November in Wolfsburg gegen Liechtenstein einen großen Bahnhof auf. Spieler, Trainer, Betreuer und andere Weggefährten „werden ihm vor Beginn des Spiels noch einmal Spalier stehen“, verriet Rio-Weltmeister Benedikt Höwedes, der aktuell eine Art Traineeprogramm im Teammanagement der Nationalmannschaft absolviert, im Interview auf der Verbands-Internetseite.

Höwedes organisiert den Abschied des Weltmeister-Trainers federführend mit. Der frühere Kapitän von Schalke 04 ist sich sicher, dass Löw, der „seine Spieler und alle im Umfeld der Mannschaft immer wertgeschätzt“ habe, die gleiche Wertschätzung an jenem Abend auf dem Platz und von den Rängen zurückerhalten werde.

„Ich wünsche mir ein volles Stadion und eine würdige Kulisse für einen der erfolgreichsten Bundestrainer, den wir je hatten“, sagte der 33-Jährige: „Wir wollen das Spiel zu einem besonderen machen.“ Er wisse aber auch, dass es „kein Spiel und kein Stadion“ gebe, „das die angemessene Bühne darstellen würde, um so einen erfolgreichen Trainer zu verabschieden“. Für ihn stehe Löw „in einer Reihe mit den anderen drei deutschen Weltmeister-Trainern Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer.“

Man City scheitert im Ligapokal – Liverpool weiter

Den FC Liverpool hat ohne Probleme das Viertelfinale des englischen Liga-Cups erreicht, Cup-Verteidiger Manchester City ist hingegen gescheitert. Der japanische Fußball-Nationalspieler Takumi Minamino (62.) und der Belgier Divock Origi (84.) erzielten am Mittwoch für Liverpool die Tore zum nie gefährdeten 2:0 (0:0)-Erfolg beim Zweitligisten Preston North im Achtelfinale. Trainer Jürgen Klopp hatte in der Partie gegen den 19. der Championship zahlreiche Stammspieler geschont. Torjäger Mohamed Salah zählte nicht einmal zum Aufgebot.

Cupverteidiger Manchester City ist hingegen nicht mehr im Rennen. Das Team von Trainer Pep Guardiola unterlag am Mittwoch gegen West Ham United im Elfmeterschießen mit 3:5, nachdem das Spiel nach 90 Minuten 0:0 endete. Phil Foden verschoss Citys ersten Elfmeter, da West Ham alle Schüsse vom Elfmeterpunkt verwandelte, war das Pokal-Aus von Man City perfekt.

Für das Team war es die erste Niederlage im Ligapokal seit fünf Jahren. Seit 2017/18 hatt City den Cup stets gewonnen. „Nichts ist ewig“, sagte Guardiola. „Wir haben gekämpft, um diesen Wettbewerb wieder zu gewinnen. Heute ist Schluss, aber in der nächsten Saison werden wir wieder dabei sein, und wollen wieder gewinnen“, führte der Trainer aus.

Juventus erleidet bei Allegri-Jubiläum schweren Rückschlag

Italiens Rekordmeister Juventus Turin hat nach seinem jüngsten Aufschwung einen schweren Rückschlag erlitten. Im Jubiläumsspiel von Trainer Massimiliano Allegri, der zum 200. Mal in der Serie A für den Club auf der Bank saß, unterlag die Alte Dame zu Hause Sassuolo Calcio wegen eines Treffers in der Nachspielzeit mit 1:2 (0:1).

Maxime Lopez (90.+5) sorgte nach einem Konter für die Entscheidung, zuvor hatte der frühere Schalker Weston McKennie (76.) die Gästeführung durch Davide Frattesi (44.) ausgeglichen. Für Juventus war es die erste Niederlage nach neun Pflichtspielen.

Mit 15 Punkten ist Turin nur Tabellenachter, Juventus hatte einen mächtigen Fehlstart in die Saison hingelegt. Allegri ist nach Marcello Lippi und Giovanni Trapattoni erst der dritte Juve-Trainer, der den Meilenstein von 200 Spielen erreichte.

( SID/dpa )

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