Fußball-Ticker

Paukenschlag: Clubchef Schmidt wirft bei Hertha BSC hin

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Carsten Schmidt wollte den "Big City Club" Hertha BSC formen. Nun verlässt er den Verein.

Carsten Schmidt wollte den "Big City Club" Hertha BSC formen. Nun verlässt er den Verein.

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 12. Oktober 2021:

Geimpfter Ex-HSV-Profi Gjasula positiv auf Corona getestet

Darmstadt 98 muss vorerst auf Mittelfeldspieler Klaus Gjasula verzichten. Wie die Lilien mitteilten, wurde der 31-Jährige trotz vollständigem Impfschutz während seiner Länderspielreise mit der albanischen Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet. Der Neuzugang vom Hamburger SV spielte in den letzten sieben Ligapartien von Beginn an.

Am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) tritt Darmstadt am Böllenfalltor gegen Werder Bremen mit Ex-Trainer Markus Anfang an.

Paukenschlag: Hertha-Chef Schmidt wirft hin

Clubchef Carsten Schmidt (58) verlässt den kriselnden Fußball-Bundesligisten Hertha BSC offenbar wieder - nach nicht einmal einem Jahr. Der Manager hört aus persönlichen Gründen beim Tabellen-14. auf, wie der Tagesspiegel berichtet. Sportdirektor Arne Friedrich wollte sich zu dem Them auf Nachfrage nicht äußern. „Ich kann nur bestätigen, dass ich jetzt das Training gucke“, sagte der ehemalige Nationalspieler.

Schmidt war im Dezember 2020 als großer Hoffnungsträger zu Hertha gewechselt. Zuvor war der Manager Vorsitzender der Geschäftsführung beim Pay-TV-Sender Sky. Trotz der von Investor Lars Windhorst bereitgestellten 374 Millionen Euro gelang es Schmidt in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Fredi Bobic aber nicht, den Hauptstadtklub aus dem sportlichen Mittelmaß herauszuführen.

Mehr Fans: Union Berlin geht vor Gericht

nion Berlin will per Eilantrag die Zulassung von 18 000 Stadionbesuchern auf 3G-Basis für das anstehende Spiel gegen den VfL Wolfsburg erwirken. Das teilte der Club am Dienstag mit. Union hatte den Antrag am 4. Oktober bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sportgestellt, bis Montag jedoch keine Entscheidung erhalten. Deshalb habe sich der Club per Eilantrag an das Berliner Verwaltungsgericht gewandt. Voraussetzung für den 3G-Status ist, dass die Besucher geimpft, genesen oder negativ getestet sein müssen.

„Das Gericht soll feststellen, dass eine starre Kapazitätsbeschränkung von 50 Prozent bei dem auf Basis eines ausführlichen Hygienekonzeptes beantragten 3G-Modell für das Spiel gegen Wolfsburg nicht gerechtfertigt ist“, hieß es in einer Vereinsmitteilung. Union empfängt Wolfsburg am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky).

Uefa legt Bewerbungsfrist für EM 2028 fest

Mögliche Ausrichter-Länder für die Europameisterschaft 2028 müssen bei der Europäische Fußball-Union Uefa bis zum 23. März 2022 ihr Interesse anmelden. Am 5. April 2022 will die Uefa dann die Liste der möglichen Gastgeberländer offiziell bekanntgeben, wie der Kontinentalverband am Dienstag mitteilte. Im September 2023 soll der Ausrichter bestimmt werden. Auch gemeinsame Bewerbungen von Nachbarländern sind möglich. Russland hatte zuletzt ein mögliches Interesse an der Ausrichtung der EM 2028 oder 2032 angekündigt.

Das Turnier soll laut Uefa mit 24 Mannschaften stattfinden, der Verband verweist aber darauf, dass bis zur endgültigen Bekanntgabe des Wettbewerbsreglement noch Änderungen möglich seien. Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur AP im Juli berichtet, die Uefa prüfe die Machbarkeit einer EM-Ausweitung ab 2028 auf 32 Teams. Die nächste EM findet 2024 in Deutschland wie seit 2016 mit 24 Teilnehmern statt.

Das aktuelle Format stand immer wieder in der Kritik, weil sich aus den sechs Gruppen mit jeweils vier Teams auch vier drittplatzierte Mannschaft für das Achtelfinale qualifizieren. Dies hatte für Gruppendritte zu Wartezeiten geführt, in denen sie nicht wussten, ob sie bei der K.o.-Runde dabei sind oder nicht. Über eine Ausweitung der EM müsste das Exekutivkomitee der UEFA entschieden.

Real Madrid will BVB-Star Haaland unbedingt

Die Gerüchteküche im spanischen Fußball brodelt heftig, im Mittelpunkt steht einmal mehr Ausnahmespieler Erling Haaland (21) vom Bundesligisten Borussia Dortmund. Laut spanischen Medienberichten soll der norwegische Torjäger im kommenden Sommer unbedingt zu den Königlichen von Real Madrid wechseln.

Dafür will sich Real vom belgischen Starstürmer Eden Hazard (30) trennen, der die hochgesteckten Erwartungen bislang in der spanischen Hauptstadt nicht erfüllte. Es wird über eine Rückkehr von Hazard, dessen Bruder Thorgan beim BVB spielt, zu Champions-League-Sieger FC Chelsea mit Teammanager Thomas Tuchel spekuliert.

Angeblich soll das Jahressalär von Eden Hazard bei den Madrilenen 30 Millionen Euro betragen. Im Sommer 2019 war Eden Hazard für 115 Millionen Euro Ablöse von Chelsea zu Real gewechselt.

Haalands Vertrag bei den Schwarz-Gelben läuft noch bis 30. Juni 2024. Laut Medienberichten soll er im kommenden Sommer laut einer Klausel für 75 Millionen Euro Ablöse vorzeitig wechseln können. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte allerdings zuletzt im Sport1-Doppelpass offen gelassen, ob Haaland überhaupt eine Ausstiegsklausel besitzt.

Real will außerdem Frankreichs Weltmeister Kylian Mbappe (22) von Paris St. Germain verpflichten. Dessen Vertrag läuft am 30. Juni kommenden Jahres aus, er wäre damit ablösefrei.

Leipzig-Neuzugang Brobbey fällt vorerst aus

RB Leipzig muss bis zu zwei Wochen auf Angreifer Brian Brobbey verzichten. Der 19-Jährige zog sich bei der niederländischen U21-Nationalmannschaft eine „kleine Muskelverletzung des rechten, hinteren Oberschenkels“ zu und fällt 10 bis 14 Tage aus. Das teilte der Club am Dienstag mit.

Brobbey war am vergangenen Freitag beim 2:2 des Oranje-Nachwuchs in der Schweiz in der 29. Minute verletzt ausgewechselt worden. Bei Leipzig kam der Neuzugang von Ajax Amsterdam bisher nur selten zum Zug. Lediglich sechs Kurzeinsätze und insgesamt 89 Minuten in Liga, Pokal und Champions League stehen bisher in der Bilanz.

Bielefeld rettet 80 Prozent der Sponsoreneinnahmen

Arminia Bielefeld hat in der vergangenen Saison trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie einen Großteil des Sponsoringumsatzes durch Kompensationsleistungen retten können. „Wir haben am Ende eine sensationelle Quote von über 80 Prozent Umsatzsicherung im Sponsoring erreichen können“, sagte Geschäftsführer Markus Rejek im Sponsors-Interview.

In laufenden Saison hat das Interesse in diesem Bereich wieder stark zugenommen. „Die Vermarktung der laufenden Spielzeit verlief im Gegensatz zur vergangenen Saison äußerst gut – natürlich auch getrieben durch den unerwarteten Klassenerhalt“, so Rejek. Während das vergangene Jahr davon geprägt gewesen sei, „Kompensationsleistungen zu finden, um die vertraglich fixierten Sponsorengelder nicht zu verlieren, konnten wir in der aktuellen Periode wieder vermehrt über Inhalte und Aktivierungen von Partnerschaften sprechen“, betonte er.

Man merke derzeit auch, „dass es gerade in den Hospitality-Bereichen keine Zurückhaltung mehr gibt. Wir sind in allen Bereichen ausverkauft“.

Rejek lobte zudem ausdrücklich die Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Fußball Liga (DFL), die entsprechende Kriterien im Lizenzierungsverfahren verankern möchte: „Ich finde vor allem die Vorgehensweise und den zeitlichen Rahmen richtig gewählt, sodass kleine Vereine nicht zu sehr unter Druck gesetzt werden.“

Stadion wird nach Gladbach-Star Ginter benannt

Bezirksligist SC March hat sein Stadion nach Ex-Weltmeister Matthias Ginter benannt. Wie das Portal „Sport1“ berichtet, gab dies der Verein am Sonntag vor der 0:5-Heimspielniederlage in der Bezirksliga gegen den FC Heitersheim 05 bekannt. March spielt ab sofort nicht mehr im Waldstadion, sondern im „Matthias-Ginter-Sportpark“.

Ginter war bei der Ehrung nicht vor Ort, da er bei der Nationalmannschaft weilte. Er schickte aber per Video Grüße an seinen früheren Verein und bedankte sich. Er kündigte an, „wenn es die Zeit zulässt mal wieder vorbeizuschauen“. Für den Club aus den Nähe von Freiburg schnürte der 27 Jahre alte Gladbach-Verteidiger in seiner Jugend von 1998 bis 2005 seine Schuhe. Damals hieß der Verein noch SV March.

Ginter war 2005 in die Nachwuchsabteilung des SC Freiburg gewechselt. Von da führte ihn sein Weg 2014 zu Borussia Dortmund und schließlich 2017 zu Borussia Mönchengladbach. Im Nationalteam bestritt er bisher 44 Länderspiele, kam am Montag beim 4:0 in Skopje gegen Nordmazedonien aber nicht zum Einsatz.

Tränen bei Kuntz nach Sieg-Premiere mit der Türkei

Stefan Kuntz ließ nach dem erlösenden Abpfiff seinen Emotionen freien Lauf und konnte seine Tränen nicht mehr zurückhalten. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte der Nationaltrainer der Türkei nach dem Drama in der WM-Qualifikation in Lettland, das sein Team in letzter Sekunde noch mit 2:1 (0:0) gewann: „Sie haben niemals aufgegeben.“

Er habe gespürt, dass da „etwas zusammenwächst“, sagte der 58-Jährige nach seinem zweiten Spiel als türkischer Nationaltrainer. Durch den Sieg wahrte er die Chance auf die Qualifikation für die WM in Katar, doch Kuntz mahnte auch: „Wir müssen realistisch sein. Wir brauchen noch sechs Punkte.“

Bei noch zwei ausstehenden Spiele gegen Gibraltar und Montenegro hat die Türkei in Gruppe G als Tabellendritter vier Punkte Rückstand auf die Niederlande und zwei Punkte Abstand zu Norwegen. „Wir haben noch Hoffnung“, schrieb Hürriyet.

Kuntz hatte drei Tage nach seinem Debüt beim 1:1 gegen Norwegen zunächst Glück, dass sein Team durch Antonijs Cernomordijs nicht in Rückstand geriet (7.). Anschließend übernahmen die Türken zwar die Kontrolle, doch Merih Demiral unterlief ein Eigentor (70.).

Der ehemalige Bundesliga-Profi Serdar Dursun (75.) und Burak Yilmaz per Foulelfmeter (90.+9) sorgten aber noch für die Wende. „Es war nicht alles gut, es gibt viel zu verbessern“, sagte Kuntz.

( sid/dpa/ber )

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