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Sensationsniederlage setzt Real-Coach Ancelotti unter Druck

| Lesedauer: 8 Minuten
Trainer Carlo Ancelotti kassierte mit Real Madrid eine sensationelle Niederlage gegen den moldauischen Außenseiter Sheriff Tiraspol.

Trainer Carlo Ancelotti kassierte mit Real Madrid eine sensationelle Niederlage gegen den moldauischen Außenseiter Sheriff Tiraspol.

Foto: Javier Soriano / AFP

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 29. September 2021:

Kroos hofft weiter auf Mbappé

Real Madrids Mittelfeldregisseur Toni Kroos hätte sich über die Verpflichtung von Frankreichs Superstar Kylian Mbappé gefreut. Und der Weltmeister 2014 hat den Transfer des Ausnahmestürmers zu den Königlichen noch nicht abgeschrieben. „Im Sommer habe ich gesagt, dass ich gerne einen Spieler wie ihn hätte. Wir wissen, dass Real ihn verpflichten wollte, es aber letztlich nicht geklappt hat. Meine Meinung für die Zukunft hat sich aber nicht geändert: Die besten Spieler müssen bei Real spielen, und er ist sicherlich einer von ihnen“, sagte der 31 Jahre alte Ex-Nationalspieler am Mittwoch im Interview von „Goal“ und „Spox“.

Mbappé (22), dessen Vertrag bei Paris Saint-Germain im kommenden Sommer ausläuft, wollte unbedingt zum Kroos-Club. Doch Paris Saint-Germain lehnte ein Angebot Madrids von rund 200 Millionen Euro ab.

Pyrotechnik im Pokal: Lok Leipzig muss Geldstrafe zahlen

Das DFB-Pokal-Spiel des 1. FC Lok Leipzig gegen Bayer Leverkusen hat für den Regionalligisten finanzielle Konsequenzen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes teilte am Mittwoch mit, dass man Lok zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt habe.

Vor Beginn des Spiels am 7. August wurden im Leipziger Zuschauerblock mehrere Rauchkörper entzündet, hieß es in der Begründung. Lok war dem Bundesligisten 0:3 unterlegen.

Weiterer Proficlub stellt auf 2G um

Beim SV Meppen dürfen vom nächsten Heimspiel an nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion. Schon bei der Partie gegen den 1. FC Magdeburg am 16. Oktober gelte die 2G-Regel, teilte der Drittligist am Mittwoch mit. Die bisherige Abstandsregel und die Maskenpflicht fallen damit im Stadion weg. Eine Begrenzung der Zuschauerkapazität gibt es nicht mehr.

Bislang durften die Emsländer unter der 3G-Regel nur 6500 Zuschauer ins Stadion lassen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der 2G-Regel ausgenommen, das Gleiche gilt für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Arsenal monatelang ohne Xhaka

Der ehemalige Bundesligaspieler Granit Xhaka hat sich eine „erhebliche“ Innenbandverletzung im rechten Knie zugezogen und fällt bis zu drei Monate aus. Das teilte der englische Premier-League-Club FC Arsenal am Mittwoch mit. Nach eingehenden Untersuchungen muss der Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft aber nicht operiert werden, hieß es weiter.

Xhaka war am Sonntag im Premier-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur nach einem Zweikampf mit Lucas Moura verletzt ausgewechselt worden. Damit fehlt der 29-Jährige nicht nur den Londonern langfristiger, sondern auch den Eidgenossen in der entscheidenden Phase der WM-Qualifikation mit den letzten vier Spielen im Oktober und November gegen Nordirland, Litauen, Italien und Bulgarien. Xhaka hatte bereits die letzten Spiele wegen einer Corona-Infektion verpasst.

Real-Trainer Ancelotti nach Sensationspleite unter Druck

„Erschossen vom Sheriff“ – mit dieser Überschrift reagierte die spanische Sportzeitung „Mundo Deportivo“ am Mittwoch auf den überraschenden 2:1-Erfolg des moldauischen Meisters Sheriff Tiraspol in der Champions League gegen den spanischen Rekordsieger Real Madrid. Real sei in seinem gerade erst nach einem langen Umbau wiedereröffneten Stadion Bernabéu offenbar vom Pech verfolgt. Das letzte Spiel vor der Corona-Pandemie im Februar 2020 verloren die Königlichen gegen Manchester City und erlebten nun die Demütigung durch den Außenseiter.

Die Sportzeitung „AS“ sieht das Ende der Flitterwochen des italienischen Trainers Carlo Ancelotti bei Real, wo er erst im Juli den Trainerjob von Zinédine Zidane übernommen hatte. Real sei vorne „schläfrig“ und ungefährlich gewesen. Ein Spiel, das Real schon gewonnen geglaubt habe, als die Gruppengegner ausgelost wurden, endete mit einer „Peinlichkeit“.

In Spanien wird wieder in vollen Stadien gespielt

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie vor 18 Monaten dürfen Spaniens Stadien ab Freitag wieder zu 100 Prozent ausgelastet werden. Das kündigte das Gesundheitsministerium am Mittwoch an. Von März 2020 bis zum vergangenen Mai gab es nur sogenannte Geisterspiele ohne Publikum. Dann durften die Stadien wieder zu einem Teil gefüllt werden, zuletzt bis zu 60 Prozent ihrer eigentlichen Kapazität.

Für Sportveranstaltungen in Innenräumen wie etwa Basketball wurde die bisherige Obergrenze von derzeit 40 Prozent auf 80 Prozent ab Oktober angehoben.

Die Corona-Lage in Spanien ist derzeit gut. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 27,5 und damit niedriger als in Deutschland. Auch die Situation in den Krankenhäusern ist entspannt. 77,7 Prozent der Bevölkerung sind vollständig gegen Corona geimpft.

Rangnick hätte Nagelsmann nicht ziehen lassen

Ralf Rangnick, langjähriger Sportdirektor und Trainer von Vizemeister RB Leipzig, hätte Trainer Julian Nagelsmann im Sommer nicht zu Rekordmeister Bayern München ziehen lassen. „Ich hätte ich diesem Wechsel ganz sicher nicht zugestimmt und dem FC Bayern auch noch aus der Patsche geholfen“, sagte der 63-Jährige als DAZN-Experte im neuen Format „Decoded“.

Die Sachsen hatten Nagelsmann für die Trainer-Ablöserekordsumme von bis zu 23 Millionen Euro an den FC Bayern abgegeben. Rangnick: „Ich hätte ganz klar, auch noch zu einem früheren Zeitpunkt gesagt: Pass auf Julian, auf gar keinen Fall, wir haben hier noch eine spannende Zeit vor uns, und du bleibst!“

Nagelsmann beurteilt seinen Wechsel rückblickend realistisch: „Auf die Tränendrüse habe ich garantiert nicht gedrückt, und ich wäre auch keinem böse gewesen, wenn ich in Leipzig geblieben wäre.“

Sami Khedira glaubt nicht an Dortmund

Sami Khedira glaubt nicht an ein Ende der Dominanz des deutschen Rekordmeisters Bayern München in dieser Bundesliga-Saison. „Da muss ich alle Romantiker, die auf einen spannenden Meisterschaftskampf hoffen, leider enttäuschen: Die Bayern sind unschlagbar und werden zum zehnten Mal in Folge Meister“, sagte der Weltmeister von 2014 am Rande der Verleihung der Porsche Turbo Awards: „Auch Haaland und Co. können die Bayern nicht stoppen.“

Khedira, der seine Karriere am Ende der vergangenen Saison beendet hatte, verfolgt die Bayern um ihren „fantastischen Trainer“ Julian Nagelsmann und die Bundesliga weiterhin intensiv.

„Der Fußball war und ist natürlich ein großer Bestandteil meines Lebens“, sagte der 34-Jährige, der seine Karriere beim VfB Stuttgart begann und mit dem Club 2007 deutscher Meister wurde. In der vergangenen Saison spielte er noch für Hertha BSC in der Bundesliga und beendete dann seine Laufbahn.

Palmeiras erneut im Copa-Libertadores-Finale

Palmeiras São Paulo hat erneut das Finale der Copa Libertadores erreicht. Der Titelverteidiger kam im Rückspiel bei Atlético Mineiro in Belo Horizonte zu einem 1:1 (0:0). Nach einem 0:0 im Hinspiel zog Palmeiras damit dank des erzielten Auswärtstores durch Dudu (68.) in das Endspiel des wichtigsten südamerikanischen Clubwettbewerbs ein. Für Atlético-MG traf vor 18.000 Fans der Chilene Eduardo Vargas (52.).

Im zweiten Halbfinale ist Flamengo Rio de Janeiro nach einem 2:0 im Hinspiel am Mittwoch (Ortszeit) bei Barcelona SC Guayaquil in Ecuador zu Gast. Das Finale der Copa Libertadores ist für den 27. November im Estadio Centenario in Uruguays Hauptstadt Montevideo angesetzt.

Im Januar hatte Palmeiras im Maracanã-Stadion in Rio seinen zweiten Titel in der Copa Libertadores – nach 1999 – in einem brasilianischen Finale gegen den einstigen Pelé-Club FC Santos gewonnen.

( SID/dpa )

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