Fußball-Ticker

HSV-Frauen sorgen für Überraschung im DFB-Pokal

| Lesedauer: 23 Minuten
Irgendwo da ganz unten, da liegt die Pokalheldin: Dank Torhüterin Lela Naward sind die Damen des HSV ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Irgendwo da ganz unten, da liegt die Pokalheldin: Dank Torhüterin Lela Naward sind die Damen des HSV ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Foto: Witters

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 25. September 2021:

Terodde mit Doppelpack: Schalke siegt in Rostock

Die Zweitliga-Tore 151 und 152 von Simon Terodde und ein überraschender Torwartwechsel haben dem kriselnden Bundesliga-Absteiger Schalke 04 einen dringend benötigten Sieg beschert. Die Königsblauen setzten sich beim Aufsteiger Hansa Rostock mit 2:0 (1:0) durch und nahmen wieder Tuchfühlung zur Spitzengruppe auf.

Terodde, dem nur noch ein Tor zum Zweitligarekord von Dieter Schatzschneider fehlt, traf kurz vor und kurz nach der Pause (42. und 49.). Zudem landete ein Kopfball des Torjägers am Pfosten (57.). Der 33-Jährige erzielte damit zehn der 13 Schalker Saisontreffer und bereitete zwei weitere vor. „Wir haben Glück, dass wir Simon haben“, sagte Mittelfeldspieler Dominick Drexler bei Sky: „Wir haben eiskalt zugeschlagen, das war der Schlüssel. So ziehst du den Stecker beim Gegner.“

Torhüter Martin Fraisl, der Ralf Fährmann ersetzte, blieb bei seinem Schalker Debüt ohne Gegentor. Fraisl habe „gezeigt, dass er unbedingt in die Mannschaft will“, sagte Trainer Dimitrios Grammozis vor dem Anpfiff bei Sport1: „Er hat sich in jedem Training den Hintern aufgerissen und gezeigt, dass er Bock hat.“ Fährmann, der beim 1:2 gegen den Karlsruher SC gepatzt hatte, sei „nicht komplett raus“. Sportdirektor Rouven Schröder nannte den überraschenden Torwartwechsel eine „rein sportliche Entscheidung, die auch nur dem Trainer obliegt“.

Fährmann hatte mit starken Paraden zu den Siegen gegen Fortuna Düsseldorf (3:1) und beim SC Paderborn (1:0) beigetragen. Der Österreicher Fraisl, zuletzt beim niederländischen Erstligisten ADO Den Haag unter Vertrag, war am achten Spieltag bereits der dritte Schalker Keeper im Einsatz. In den ersten beiden Partien hatte Michael Langer, der sich im Training einen Kreuzbandriss zuzog, zwischen den Pfosten gestanden.

Fraisl, beim SV Sandhausen anderthalb Jahre Stammkeeper in der 2. Liga, verhinderte mit einer Glanzparade gegen Nik Omladic (11.) einen frühen Rückstand. Schalke kam mit den aggressiv anlaufenden Rostockern zunächst überhaupt nicht klar - traf aber dennoch als Erstes: Terodde verwertete eine scharfe Flanke von Thomas Ouwejan zu seinem neunten Saisontor. Auch die zweiten Chance der Gäste nutzte Terodde eiskalt. Sekunden zuvor hatte Fraisl den Ausgleich verhindert.

Pelé gratuliert Messi zu Torschützenrekord

Die brasilianische Legende Pelé hat dem argentinischen Superstar Lionel Messi zu dessen Torschützenrekord gratuliert. „Hallo Lionel Messi, entschuldige, wenn ich spät dran bin. Aber ich wollte nicht die Chance verpassen, dir zu einem weiteren Rekord zu gratulieren, den du in diesem Monat aufgestellt hast“, schrieb Pelé am Sonnabend auf Instagram.

Messi hatte Pelé vor gut zwei Wochen als südamerikanischen Rekordtorschützen überholt. Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Bolivien traf er dreimal und erzielte damit insgesamt 79 Tore für die argentinische Nationalmannschaft. Pelé hatte im Laufe seiner Karriere 77 Treffer für Brasiliens Auswahl erzielt. „Dein Talent beim Fußballspielen ist herausragend“, schrieb Pelé nun auf Instagram.

Der 80-Jährige erholt sich derzeit von einer Tumor-Operation. Der Tumor am Dickdarm war bei einer Routineuntersuchung in einer Klinik in São Paulo entdeckt worden. In den vergangenen Tagen veröffentlichte er immer wieder Bilder und Videos aus dem Krankenhaus mit Pflegern und bei Reha-Maßnahmen.

DFB-Pokal: HSV-Damen im Achtelfinale

Meister Bayern München ist standesgemäß ins Achtelfinale des DFB-Pokals der Frauen eingezogen. Die Münchnerinnen siegten in der zweiten Runde bei Zweitligist SV Elversberg ohne Probleme 6:0 (4:0), der serbischen Stürmerin Jovana Damnjanovic (10./37./57.) gelang dabei ein Dreierpack. Im Vorjahr war das Team von Trainer Jens Scheuer im Halbfinale am späteren Pokalsieger VfL Wolfsburg gescheitert.

Auch die übrigen Clubs aus dem Oberhaus hielten sich schadlos: Der SC Freiburg und der 1. FCC Turbine Potsdam siegten jeweils deutlich, der SC Sand und Werder Bremen mühten sich zu 1:0-Erfolgen.

Lediglich Zweitligist FSV Gütersloh 2009 verlor überraschend mit 3:4 nach Elfmeterschießen bei den Damen des HSV aus der Regionalliga Nord. Vor 250 Zuschauern auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage in Stellingen hatte es nach regulärer Spielzeit 1:1 gestanden (HSV-Treffer: Emilia Hirche/11.). Im Elfmeterschießen parierte HSV-Torhüterin Lela Naward dann gleich zweimal.

Bobic: „Möchte ich nicht mehr sehen“

Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic hat mit großer Verärgerung auf die 0:6-Pleite von Hertha BSC bei RB Leipzig reagiert. „Auf dem Platz ist jeder seinen Ansprüchen ganz weit hinterhergehinkt. Wir müssen uns bei unseren Fans für den Auftritt entschuldigen. So einen Auftritt möchte ich in der Form nicht mehr sehen“, sagte Bobic dem TV-Sender Sky.

Auf eine Diskussion um Trainer Pal Dardai wollte sich Bobic indes nicht einlassen. „Diskussionen haben wir ständig. Das wissen wir, wenn du im Tagesgeschäft bist. Da hängst du von Ergebnissen ab. Jetzt war zwei Wochen alles super. Alles super war auch nicht. Aber jetzt ist es eine deftige Niederlage. Wir müssen nicht gleich in Panik verfallen, sondern ganz in Ruhe unseren Job machen.“

Die Hertha kassierte in Leipzig bereits ihre vierte Niederlage im sechsten Saisonspiel. Zugleich war es nach dem 0:5 in München der zweite Komplett-Ausfall.

6:0 gegen Hertha: Leipzig schießt sich aus der Krise
6:0 gegen Hertha: Leipzig schießt sich aus der Krise

Baumgartl-Drama im Spiel gegen Bielefeld

Union Berlins Abwehrspieler Timo Baumgartl hat im Ligaspiel gegen Arminia Bielefeld (1:0) nach einem Zusammenprall vorübergehend das Bewusstsein verloren. „Er ist wieder ansprechbar und wird im Krankenhaus untersucht“, sagte Club-Sprecher Christian Arbeit nach dem Abpfiff über das Stadionmikrofon.

Baumgartl war im Strafraum mit Ariminia-Angreifer Fabian Klos zusammengestoßen (31.). Während Klos nach kurzer Behandlungspause weiterspielen konnte, blieb Baumgartl auf dem Rasen liegen.

Der 25-Jährige wurde minutenlang medizinisch behandelt und letztlich unter dem Applaus der Zuschauer mit einer Halskrause auf einer Trage vom Feld gebracht. „Es ist schon krass, es hat ordentlich gerummst. Wir drücken ihm die Daumen“, sagte Siegtorschütze Kevin Behrens.

Wirtz jüngster Spieler mit zehn Bundesliga-Toren

Florian Wirtz ist der jüngste Spieler in der Bundesliga-Geschichte mit zehn Tor-Erfolgen. Der Nationalspieler von Bayer Leverkusen erzielte seinen zehnten Treffer im Spiel seines Clubs Bayer Leverkusen gegen den FSV Mainz 05 zum zwischenzeitlichen 1:0 in der 62. Minute.

Wirtz war am Sonnabend 18 Jahre und 139 Tage alt. Den bisherigen Rekord hielt Weltmeister Lukas Podolski, der bei seinem zehnten Tor 18 Jahre und 353 Tage alt war. Podolski erzielte sein zehntes Tor am 22. Mai 2004 für den 1. FC Köln.

Rekordjäger Wirtz schießt Bayer zum Sieg gegen Mainz
Rekordjäger Wirtz schießt Bayer zum Sieg gegen Mainz

Tor für Milan: Daniel Maldini wie sein Vater und Opa

Die Maldini-Tradition setzt sich beim AC Mailand nahtlos fort: Der 19 Jahre alte Daniel Maldini erzielte das 1:0 in der 48. Minute beim 2:1 (1:0) der Rossoneri bei Spezia Calcio am sechsten Spieltag der Serie A. Die Gastgeber schafften durch Daniele Verde (80.) zunächst den Ausgleich, doch Brahim Diaz (87.) erzielte das Siegtor für die Gäste.

Teenager Daniel Maldini trat damit in die Fußstapfen seines Vaters Paolo (53) und seines Großvaters Cesare, beides Milan-Club-Ikonen. Cesare Maldini war 2016 im Alter von 84 Jahren gestorben. Paolo Maldini, der letztmals vor zwölf Jahren für Milan auflief, ist als Clubdirektor bei den Lombarden tätig.

Opa Cesare Maldini gewann mit Milan vier Meisterschaften und 1963 den Europapokal der Landesmeister. Daniel Maldini kam zum ersten Mal in der Startelf von Milan in der Serie A zum Einsatz, zuvor war er größtenteils nur zu Kurzeinsätzen gekommen.

3. Liga: Spitzen-Quartett ohne Sieg

Im Kampf um den Aufstieg in der 3. Liga haben alle Spitzenteam Federn gelassen. Sowohl der 1. FC Saarbrücken als auch der VfL Osnabrück, Waldhof Mannheim und Eintracht Braunschweig blieben am Samstagnachmittag sieglos und verpassten es, den Ausrutscher des 1. FC Magdeburg vom Freitagabend (2:3 beim Halleschen FC) zu nutzen.

Saarbrücken kam trotz früher Führung durch Adriano Grimaldi (7.) und Minos Gouras (14.) nur zu einem 2:2 (2:1) beim SV Meppen. Der Gastgeber war per Foulelfmeter von Luka Tankulic (28.) und Willi Evseev (85.) noch zurückgekommen.

Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück verpasste den Sprung auf Rang eins durch ein 0:2 (0:2) beim 1. FC Kaiserslautern, Rene Klingenburg (7.) und Philipp Hercher (26.) trafen für die Roten Teufel.

Auch Waldhof Mannheim und Eintracht Braunschweig trennten sich im direkten Aufeinandertreffen torlos. Für die formschwachen Würzburger Kickers setzte es eine deftige 0:4 (0:0)-Pleite gegen den SV Wehen Wiesbaden.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Mainfranken unter anderem durch einen Hattrick von Gustaf Nilsson (66., Foulelfmeter/81., Foulelfmeter/84.) unter die Räder.

Dagegen schaffte Viktoria Köln beim 4:2 (2:0)-Erfolg gegen den MSV Duisburg den ersten Dreier nach zuletzt drei Partien ohne Sieg und kletterte vorbei an Würzburg auf den 18. Tabellenplatz. Das Mittelfeld-Duell zwischen dem SC Verl und 1860 München endete 1:1 (0:1).

Kiel und Bremser siegen in Spiel eins nach Werner

Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison hat Holstein Kiel im Spiel eins nach dem Rücktritt von Trainer Ole Werner einen erfolgreichen Neuanfang geschafft. Das Team von Interimscoach Dirk Bremser kam beim SC Paderborn zu einem überraschenden, aber verdienten 2:1 (0:1)-Erfolg. Paderborn ging durch Sven Michel (42.) in Führung. Ein Eigentor von Jannis Heuer (51.) und ein Treffer von Joshua Mees (78.) ließen aber die Gäste jubeln. Paderborn musste nach einer Gelb-Roten Karte gegen Jamilu Collins (28.) lange in Unterzahl spielen.

Die Kieler kletterten in der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga vorerst auf Rang 14. Die Paderborner, die vor dem 8. Spieltag punktgleich mit Jahn Regensburg an der Spitze lagen, büßten die Führung ein und sind nun Vierter.

Die 6656 Zuschauer in der Paderborner Arena sahen ein unterhaltsames und temporeiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Die Paderborner brachten sich nach rund einer halben Stunde allerdings selbst aus dem Spielfluss und durch den Platzverweis gegen Collins (28.) früh in Unterzahl. Der bereits verwarnte Collins versuchte im Strafraum einen Elfmeter rauszuholen, doch die offensichtliche Schwalbe blieb dem Schiedsrichter nicht verborgen.

Fortan übernahm Kiel die Spielkontrolle, konnte den Vorteil jedoch nicht ausspielen. Stattdessen nutzte Paderborn mit Michel einen kapitalen Fehler von Fin Bartels eiskalt aus.

Nach der Pause gab Kiel dank der Mithilfe des Gegners und durch das Eigentor von Heuer die direkte Antwort. Mit zunehmender Spieldauer machte sich der Kräfteverlust der Paderborner durch die Unterzahl immer mehr bemerkbar. Mees traf dann zum befreienden Sieg.

Dritte Niederlage in Folge für Ingolstadt

Aufsteiger FC Ingolstadt bleibt im Tabellenkeller der 2. Bundesliga. Die Schanzer verloren das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf mit 1:2 (0:0) und kassierten die dritte Niederlage in Folge. Andre Hoffmann (57.) und Matthias Zimmermann (74.) trafen für die Gäste. Der FCI verkürzte per Foulelfmeter durch Fatih Kaya (90.+2).

Die Fortuna baute die Erfolgsserie aus den letzten drei Partien auf sieben Zähler aus. Düsseldorfs Keeper Florian Kastenmeier sah wegen absichtlichen Handspiels außerhalb des Strafraums (84.) die Rote Karte.

In der ersten Halbzeit boten beide Teams wenig Erbauliches, viele Ballverluste und kaum zusammenhängende Aktionen prägten das Spielgeschehen. Die Zuschauer bekamen kaum Torszenen zu sehen.

Der einzige Aufreger bedeutete in der 42. Minute das Zuspiel von Dennis Eckert Ayensa auf Patrick Schmidt, dessen Schuss von Kastenmeier allerdings pariert wurde.

Dem FCI war der Wille anzumerken, in der Defensive besser zu stehen. Mit 20 Gegentoren sind die Süddeutschen bislang das abwehrschwächste Team der 2. Liga.

FC Chelsea verliert gegen Manchester City

Champions-League-Sieger FC Chelsea hat am 6. Spieltag der englischen Premier League die erste Niederlage der Saison kassiert. Im Spitzenspiel gegen Meister Manchester City unterlagen die von Thomas Tuchel trainierten Londoner zuhause mit 0:1 (0:0). In der von Taktik geprägten Partie an der Stamford Bridge erzielte Gabriel Jesus in der 53. Minute den Treffer für die Gäste. Durch den Sieg zog Man City nach Punkten in der Tabelle mit Chelsea gleich, überholte den Konkurrenten aber wegen der besseren Tordifferenz.

Nachdem beide Trainer im Ligapokal unter der Woche einige Stammkräfte geschont hatten, setzten Tuchel und Pep Guardiola weitestgehend auf ihre jeweiligen Bestbesetzungen. Der deutsche Nationalspieler Timo Werner, der im Ligapokal gegen Aston Villa (4:3 n.E.) getroffen hatte, durfte bei Chelsea neben Romelu Lukaku von Beginn an spielen, während sein DFB-Kollege Kai Havertz zunächst auf der Bank saß. Der Ex-Leverkusener kam nach einer Stunde für N'Golo Kanté ins Spiel.

Man-City-Coach Guardiola gelang in der Neuauflage des Champions-League-Endspiels der erste Sieg gegen Tuchel, seit der Deutsche Anfang des Jahres das Traineramt bei den Blues übernommen hat. Im FA Cup, in der Premier League und im Finale der Königsklasse hatte sich Tuchel zuvor gegen seinen Trainerkollegen durchgesetzt.

Im Parallelspiel kassierte Manchester United mit Superstar Cristiano Ronaldo eine überraschende Heimniederlage gegen Aston Villa. Gegen das Team aus Birmingham setzte es im Stadion Old Trafford ein 0:1 (0:0) durch einen späten Treffer von Kortney Hause (88. Minute). Pech für Manchester United: In der Nachspielzeit vergab Bruno Fernandes (90.+3) einen Elfmeter.

Revanche für CL-Finale: Guardiola stürzt Tuchels Chelsea
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Streich mag keine durchgestylten Stadien

Christian Streich (siehe auch diesen Eintrag) ist kein Freund von durchgestylten neuen Fußball-Stadien. „Von den neuen Stadien sind viele austauschbar. Wenn du in einem warst, warst du gefühlt in vier anderen“, sagte der Trainer des Bundesligisten SC Freiburg im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Komfort könne auch schnell sehr steril sein. „Diese Stadien, in denen an jedem Ort und an jeder Klobrille irgendwie so eine komische Corporate Identity dargestellt wird, mag ich nicht“, sagte Streich.

Dagegen lobte der 56-Jährige die künftige neue Heimspielstätte seines Vereins. Architektonisch sei der Bau in das neue Universitätsgelände eingefügt worden. „Es ist mit einer Kapazität von fast 35.000 Zuschauern groß, aber nicht sehr hoch und exponiert, das gefällt mir“, urteilte Streich. Es gebe hinter beiden Toren Stehplätze. „Die neue Fantribüne ist steil und imposant. Dann gibt es eine offene, luftdurchlässige Ebene zwischen dem Oberrang und dem Unterrang, dadurch wirkt die Architektur nicht so möbelhausmäßig“, sagte der Trainer.

Der SC Freiburg verabschiedet sich mit dem Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg am Sonntag (17.30 Uhr/Dazn) aus dem Dreisamstadion. Künftig wird der Club im Europa-Park Stadion spielen.

"Viel Nostalgie" in Freiburg: Ein letztes Mal im Dreisamstadion
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Grammozis will andere Torschützen als Terodde

Trainer Dimitrios Grammozis will daran arbeiten, dass die Erfolge des FC Schalke 04 nicht allein von den Toren ihres Toptorschützen Simon Terodde abhängen. „Wir können nicht darauf bauen, dass Simon in jedem Spiel trifft. Deshalb müssen wir auch die anderen in die Pflicht nehmen. Diese Flexibilität brauchen wir zweifelsohne“, sagte der 43-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und wünscht sich, dass sich auch andere Spieler in die Torschützenliste eintragen.

Von den bisher elf Saisontreffern der Schalker, die nach durchwachsenem Saisonstart auf Platz elf liegen, hat Terodde acht erzielt. Dass einige seiner Spieler noch mit Anpassungsproblemen an die 2. Liga zu kämpfen haben, glaubt Grammozis allerdings nicht. „Vielmehr müssen die Jungs begreifen, was es heißt, für Schalke 04 aufzulaufen. Für viele Gegner ist das Spiel gegen uns das Highlight der Saison, und dementsprechend motiviert treten sie auf. Der Druck auf Schalke ist deutlich höher als in den meisten Clubs, in denen unsere Jungs vorher gespielt haben. Und daran muss man sich erst einmal gewöhnen.“

In Bezug auf das Saisonziel warnt Grammozis vor allzu hohen Erwartungen. „Natürlich gehört Schalke in die Bundesliga. Angesichts der Tatsache, dass wir sportlich einen Komplettumbau vollziehen mussten, bringt es aber nichts, lautstark irgendwelche Ziele zu postulieren. Dass wir sehr ambitioniert sind, steht dennoch außer Frage. Wir wollen so viele Siege wie möglich holen und hoffentlich eine gute Rolle spielen.“

Marton Dardai: „Hertha ist wirklich meine Heimat“

Marton Dardai sieht sich fest verwurzelt mit Hertha BSC. „Für mich steht Hertha an allererster Stelle, meine ganze Familie ist mit diesem Verein verwachsen. Ich verbringe mehr Zeit im Olympiapark als zu Hause“, sagte der 19 Jahre alte Verteidiger der „Berliner Morgenpost“: „Hertha ist wirklich meine Heimat.“

Anders als seine früheren jungen Vereinskollegen Luca Netz und Lazar Samardzic, die den Verein verlassen haben, steht für den Sohn von Hertha-Trainer Pal Dardai ein Vereinswechsel nicht auf der Agenda. „Da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Jetzt bin ich erstmal hier, möchte meine Leistung bestätigen und hier wachsen“, sagte Dardai, der in der letzten Rückrunde unter seinem Vater zum Stammspieler aufgestiegen war.

Dabei zieht Sohn Dardai eine klare Trennlinie zwischen dem Trainer und Vater. „Zu Hause ist er mein Vater, da denke ich gar nicht an das, was bei Hertha passiert. Sobald ich in die Kabine komme, ist er mein Trainer“, sagte der zweimalige U19-Nationalspieler, „ich spreche ihn hier mit Trainer an. Es ist genauso, als wäre eine andere Person mein Trainer.“

Haidara nach RB-Fehlstart: „Werden das schaffen“

Nach dem Bundesliga-Fehlstart setzt RB Leipzigs Offensivspieler Amadou Haidara auf eine schnelle Trendwende. „Wir wissen, was wir zu tun haben. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten, ein Einziger kann nicht für die Wende sorgen. Das geht nur als Team. Es sind keine leichten Tage, aber wir werden das schaffen“, sagte der malische Nationalspieler im „Bild“-Interview. Der Vize-Meister hat nach fünf Spielen nur einen Sieg und vier Punkte und ist vor dem 6. Spieltag Tabellenzwölfter.

Bei den Leipzigern, deren Trainer Julian Nagelsmann zum FC Bayern München gewechselt war, sei vieles nicht so optimal gelaufen. „Die Vorbereitung war kurz, viele Spieler waren ja noch mit ihren Ländern bei Turnieren unterwegs. Dazu kommen neue Teamkollegen, ein neues Trainerteam und viele neue Gesichter im Staff. Alles spielt eine Rolle, wir mussten uns erst mal finden“, erklärte der 23-Jährige, der erst kürzlich seinen Vertrag bei den Sachsen bis 30. Juni 2025 verlängert hatte.

Wichtige Woche ohne Olmo: Leipzig in drei Heimspielen gefordert
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VfB: Matarazzo fordert Grundtugenden

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo hat die VfB-Profis an die Grundtugenden erinnert. „Wir benötigen wieder diese absolute Konsequenz im Verteidigen“, sagte der 43-Jährige vor dem Spiel beim Aufsteiger VfL Bochum am Sonntag (15.30 Uhr/Dazn) im Interview mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

Die Schwaben haben aus den ersten fünf Spielen nur vier Punkte geholt und dabei bereits zwölf Gegentore kassiert. „Eine Flanke mit letzter Kraft zu blocken, sich ohne Rücksicht auf Verluste ins Kopfballduell zu werfen, übertrieben formuliert, bereit sein zu sterben, um ein Gegentor zu verhindern: Das ist eine Einstellung, an der wir noch arbeiten können. Und das tun wir auch“, sagte Matarazzo.

Die vielen Verletzten will der Coach nicht als Erklärung gelten lassen. „Ich will keine Ausreden suchen. Wer das tut, begibt sich in die Opferrolle“, sagte Matarazzo und fügte an: „Wenn wir weitere Schritte machen, werden wir Ergebnisse erzielen, Punkte holen und auch wieder ein anderes Gefühl bekommen. Damit wollen wir in Bochum beginnen.“

Christian Streich ruft Profis zur Wahl auf

Freiburgs Trainer Christian Streich hat seine Spieler für die Bundestagswahl am Sonntag zum Urnengang aufgerufen. „Wir haben uns kurz daran erinnert, dass keiner vergisst, wählen zu gehen“, sagte der 56-Jährige nach dem Training am Freitag: „Jeder der wählen geht und eine demokratische Partei wählt, das ist eine gewonnene Stimme.“

Egal, für wen sich ein Wähler entscheide, „Hauptsache es ist wirklich eine demokratische Partei“, führte der dienstälteste Trainer der Liga weiter aus: „Das wird sicher von unseren Spielern so gemacht werden und von uns allen im Verein.“

"Jede Stimme ist eine Gewonnene" - Streich appelliert an Wähler
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( HA/sid/dpa )

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