Fußball-Ticker

DFB mit überraschender Lösung für Kuntz-Nachfolge

| Lesedauer: 7 Minuten
Antonio di Salvo (r.) ist der neue Cheftrainer der U-21-Nationalmannschaft. Er folgt auf Stefan Kuntz.

Antonio di Salvo (r.) ist der neue Cheftrainer der U-21-Nationalmannschaft. Er folgt auf Stefan Kuntz.

Foto: Imago Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 23. September 2021

DFB findet Nachfolger für U-21-Coach Kuntz

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist auf der Suche nach einem Nachfolger für U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz fündig geworden. Der langjährige Co-Trainer Antonio Di Salvo (42) erhält einen Vertrag bis 2023. Als Assistenztrainer wird Hermann Gerland (67) fungieren. Das teilte der DFB nach einer digitalen Sitzung des Präsidiums am Donnerstag mit.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, den erfolgreichen Weg der U21-Nationalmannschaft weiterzugehen und dabei meine eigenen Vorstellungen einzubringen. Dazu gehören sowohl die sportlichen Erfolge und das Weiterentwickeln der Spieler auf dem Platz als auch außerhalb unsere Herzzeigen-Aktionen“, sagte Di Salvo.

Unter der Regie von Kuntz hatte das deutsche U21-Team zuletzt dreimal in Folge das EM-Finale erreicht und dabei zweimal den Titel geholt. Der 58-Jährige war zum türkischen Verband als Trainer der A-Nationalmannschaft gewechselt.

Kuriose Fairplay-Aktion bei Regionalliga-Spiel der U21 des HSV

Beim 2:2 der U21 des Hamburger SV beim VfB Lübeck kam es zu einer kuriosen Fairplay-Aktion. Die Gastgeber aus Schleswig Holstein hatten gerade das 2:1 erzielt, als sie den HSV ohne Gegenwehr das 2:2 erzielen ließen. Vor dem Führungstor der Gastgeber hatten die Hamburger den Ball ins Aus geschossen, damit ein Lübecker Spieler behandelt werden konnte.

Das hatte aber VfB-Profi Mirko Boland irgendwie nicht mitbekommen,schnappte sich nach dem Einwurf den Ball und schoss ihn ins Hamburger Tor. Anschließend ließen die Lübecker aber Profi-Leihgabe Robin Meißner vom Anstoß weg allein und ungestört aufs Tor laufen und den Ausgleich erzielen. So geht Fairplay.

Lewandowski sieht Erfolgsgeheimnis in seiner Ernährung

Weltfußballer Robert Lewandowski begründet seinen anhaltenden Erfolg auch mit seinen Entscheidungen als junger Profi. „Mit 22 Jahren habe ich meine Ernährung umgestellt, um ein paar Jahre länger spielen zu können. Damals wusste ich nicht, ob mir das helfen würde, habe es aber durchgezogen - und es zahlte sich aus. Alles, was ich damals angefangen habe, bringt heute Erfolg“, sagte der 33 Jahre alte Stürmer des FC Bayern München in einem Interview des „Kicker“ anlässlich seiner Auszeichnung mit dem „Goldenen Schuh“ für den besten Torjäger in Europas Ligen. Seine körperliche Verfassung sei „besser als mit 25, 26 oder 28 Jahren“, sagte der Pole.

Lewandowski hatte in der vorigen Bundesliga-Spielzeit 41 Treffer für den deutschen Rekordmeister erzielt und so die bis dahin legendäre 40-Tore-Marke von Gerd Müller geknackt. „Wichtig ist, dass ich weiter die Bereitschaft habe, mich zu verbessern“, sagte Lewandowski. „Es ist nicht einfach, auf Jahre Topniveau zu bewahren. Darin besteht die größte Herausforderung für Spitzenspieler. Junge Spieler sind dazu nicht immer bereit, diesen Willen aufzubringen“, meinte er. „Um diese Einsicht zu bekommen, brauchst du Erfahrung. Mit 30 Jahren denkst du anders als mit 20, das ist normal. Ich weiß, dass es sich nur positiv auswirkt, wenn ich am Detail arbeite.“

Prominente Trainerkandidaten bei Barcelona gehandelt

Spanische Medien spekulieren bereits über mögliche Nachfolger für Barça-Trainer Ronald Koeman. Wie lange sich der 58 Jahre alte Niederländer noch im Amt halten kann, ist offen, mit einer Trennung wird aber durchaus gerechnet. Vor allem Xavier Hernández, kurz Xavi, wurde als potenzieller künftiger Trainer des FC Barcelona genannt. Bei dem Club stand der mittlerweile 41-Jährige 24 Jahre als Spieler unter Vertrag, Xavi ist eine Vereinslegende.

Derzeit trainiert er den Al-Sadd SportClub in Doha. Fraglich sei auch, ob Xavi die Aufgabe in Barcelona überhaupt übernehmen wolle, schrieb „Mundo Deportivo“. Auf keinen Fall werde er Verhandlungen aufnehmen, während Koeman noch im Amt sei, berichtete die Sportzeitung „Marca“.

Gehandelt werden in Medien auch der Franzose Thierry Henry und der Spanier Robert Martínez. Der ist zurzeit Trainer der belgischen Nationalmannschaft, Henry sein Co-Trainer. Martínez tat entsprechende Fragen als „Gerüchte“ ab, zu denen er sich nicht äußern wolle.

Koeman steht vor allem seit der 0:3-Heimpleite gegen den FC Bayern in der Champions League am Dienstag vergangener Woche unter enormen Druck. Das Verhältnis zu Barça-Präsident Joan Laporta ist alles andere als gut, die Fans des erfolgsverwöhnten Clubs werden unruhig.

Uefa hebt Prämien für EM der Frauen an

Die Teilnehmer der Frauen-EM 2022 in England dürfen sich über eine Verdopplung der Preisgelder freuen. Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) beschloss in Chisinau/Moldawien die Erhöhung der Ausschüttungen an die 16 qualifizierten Teams auf 16 Millionen Euro. Bei der EM 2017 in den Niederlanden waren noch acht Millionen Euro ausgezahlt worden.

Zudem wurde ein neuer Verteilungsschlüssel genehmigt, wie die Uefa am Donnerstag mitteilte. Dieser Schlüssel sieht eine Erhöhung der garantierten Beträge sowie leistungsbezogene Bonuszahlungen für die Gruppenphase vor, weitere Informationen dazu will die Uefa in den kommenden Tagen geben.

Darüber hinaus genehmigte das Exko erstmals die Einführung eines Ausschüttungsprogramms für Vereine. 4,5 Millionen Euro werden dabei für europäische Klubs zur Verfügung gestellt, die Spielerinnen für die EM-Endrunde abstellen.

Ex-Präsident Keller kritisiert den DFB scharf

Der ehemalige Präsident Fritz Keller hat gut vier Monate nach seinem Rücktritt scharfe Kritik an der Führungsstruktur im Deutschen Fußball-Bund (DFB) geübt. „Es geht heute nicht mehr, dass irgendein branchenfremder, der gewählt wird, Sachen entscheidet wie am Stammtisch. Beim DFB, beim größten Fußballverband der Welt, ist das immer noch so“, sagte der 64-Jährige bei Sky Sport News.

Es gebe sowohl im sportlichen als auch im organisatorischen Bereich beim DFB „sehr, sehr gute Leute“, führte Keller weiter aus: „Aber die müssen letztendlich irgendwann mal das Sagen haben.“ Der Verband habe stattdessen nach seinem Rücktritt „wieder eine Kombination gefunden, wo nicht die Profis entscheiden, sondern nur diejenigen, die durch irgendwelche Hierarchien und Altersgrenzen irgendwo reingerutscht sind. Das geht heute nicht mehr.“

Der DFB wird interimsmäßig bis zum außerordentlichen Bundestag im Frühjahr 2022 von den vorherigen Vize-Präsidenten Rainer Koch und Peter Peters geführt, eine verbale Entgleisung gegen Koch hatte im Mai zu Kellers Rücktritt geführt. Es gehe nun um „Qualifikation und Nachhaltigkeit“, erklärte der frühere Präsident des SC Freiburg: „Dass einfach die Entscheidungen bei denen sind, die es können. Fußball ist so schnelllebig, aber trotzdem muss man in Generationen denken.“ Das sei „schiefgegangen“ beim DFB und müsse „unbedingt“ geändert werden, so Keller weiter.

( dpa/sid/ber )

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