Fußball-Ticker

Klinsmann und Matthäus sollen Globalisierung vorantreiben

| Lesedauer: 18 Minuten
Experten – jetzt auch für den Weltverband: Jürgen Klinsmann (l., Archiv) und Lothar Matthäus sollen die Fifa bei der Fußball-Globalisierung unterstützen.

Experten – jetzt auch für den Weltverband: Jürgen Klinsmann (l., Archiv) und Lothar Matthäus sollen die Fifa bei der Fußball-Globalisierung unterstützen.

Foto: Imago/Camera 4

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 7. September 2021:

Leverkusen monatelang ohne Baumgartlinger

Bayer Leverkusen muss mehrere Monate auf Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger verzichten. Der österreichische Nationalspieler wurde am Montag am linken Knie operiert. Das teilten die Rheinländer am Dienstag mit. Baumgartlinger war bereits im Januar am Kreuzband operiert worden und dürfte nun die komplette restliche Hinrunde verpassen. Bayer rechnet mit dem 33-Jährigen, der in dieser Saison bislang nur zu drei Kurzeinsätzen in der Bundesliga und im Pokal gekommen war, erst wieder zum Rückrundenstart im Januar 2022.

Nach Abstellungsstreit: Barça-Topspiel verlegt

Das Spitzenspiel in der ersten spanischen Liga zwischen dem FC Sevilla und dem FC Barcelona ist infolge des Abstellungsstreits rund um südamerikanische Nationalspieler verlegt worden. Das für Samstagabend geplante Duell der beiden Champions-League-Teilnehmer in Sevilla findet nicht wie geplant statt, teilten die Klubs am Dienstag mit.

Das spanische Sportgericht hatte einem Antrag des Ligaverbandes LFP stattgegeben, der auch die Verlegung des Samstagsspiels zwischen Europa-League-Sieger FC Villarreal und Deportivo Alaves vorsieht. Ersatztermine für die Partien gibt es bislang nicht. LaLiga hatte bereits Ende August beim Verband RFEF eine Verschiebung der Spiele sowie mehrere Änderungen im Terminkalender beantragt.

Grund ist ein Streit mit der Fifa über die Abstellung von südamerikanischen Nationalspielern, da der Weltverband das Abstellungsfenster für die derzeit laufenden WM-Qualifikationsspiele in Südamerika von neun auf elf Tage verlängert hatte. Dadurch sind am Freitag noch Länderspiele angesetzt.

Das nächste Pflichtspiel bestreitet Barcelona am kommenden Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime) gegen Bayern München in der Champions League. Der FC Sevilla ist wenige Stunden zuvor (18.45 Uhr/Dazn) gegen RB Salzburg gefordert.

Löhmannsröben findet einen neuen Verein

Drittligist Hallescher FC hat in Jan Löhmannsröben einen Routinier verpflichtet. Damit reagierte der HFC auf die akute Verletzungsmisere mit sieben zumeist langfristig fehlenden Spielern. Der 30-jährige Abwehrspieler stieg in der vergangenen Saison mit dem FC Hansa Rostock in die 2. Bundesliga auf und war nach Beendigung seines Kontraktes vereinslos. Beim HFC erhält er die Rückennummer 2 sowie einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022, teilte der Verein am Dienstag mit.

„Da uns mit dem Ausfall von Louis Samson nunmehr fünf Defensivspieler auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen, wäre es verantwortungslos gegenüber der Mannschaft gewesen, einen Profi mit der Qualität eines Jan Löhmannsröben nicht zu verpflichten. Er kann sowohl in der Abwehr als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden, ist ein absoluter Mentalitätsspieler und hat bereits mehrfach nachgewiesen, dass er erfolgsorientiert mit Druck umgehen kann“, sagte HFC-Sportdirektor Ralf Minge.

Löhmannsröben blickt auf 175 Spiele in der 3. Liga zurück. Mit einer Körpergröße von 1,86 Meter gilt er als robuster und zweikampfstarker Spieler.

Matthäus und Klinsmann in Fifa-Expertengruppe

Die deutschen Ex-Weltmeister Sami Khedira, Lothar Matthäus (siehe auch diesen Eintrag) und Jürgen Klinsmann gehören einer Gruppe an, die sich in dieser Woche in Doha mit der Zukunft des Männerfußballs beschäftigt.

Unter Führung von Fifa-Direktor Arsène Wenger (siehe auch diesen Eintrag) kommen mehr als 30 ehemalige Spieler bzw. Trainer zum zweitägigen Austausch zusammen. Dabei gehe es darum, den Fußball wirklich zu globalisieren und allen Talenten und Ländern eine Chance zu geben. Das teilte der Fußball-Weltverband am Dienstag mit. Mit dabei sind auch frühere Stars wie Roberto Carlos, Marco van Basten oder Didier Drogba.

WM alle zwei Jahre? Southgate „aufgeschlossen“

Englands Teammanager Gareth Southgate zeigt sich gegenüber der derzeit diskutierten Austragung der WM im Zwei-Jahres-Rhythmus „aufgeschlossen“. „Ich weiß nicht, wie unsere Generation eine Weltmeisterschaft alle zwei Jahre als ein seltsames Konzept empfinden kann“, sagte 51-Jährige. Er habe auch bereits mit dem zuständigen Fifa-Direktor Arsène Wenger über die Idee gesprochen.

Jedoch warnte Southgate vor zu hoher Belastung. Der internationale Matchkalender müsse „generell aufgeräumt werden. Wir können nicht immer mehr Dinge hinzufügen“, sagte der Coach des Vize-Europameisters. Er sei mit dem Konzept von „weniger Spielen bei besserer Qualität“ zwar einverstanden, führte Southgate aus: „Aber es gibt viele andere Dinge, die berücksichtigt werden müssen“

Derzeit führt die Fifa eine Studie über die Machbarkeit von WM-Endrunden im Rhythmus von zwei statt bislang vier Jahren durch. Präsident Gianni Infantino gilt als großer Verfechter der Idee. Uefa-Chef Aleksander Ceferin warnte am Montag jedoch vor einer „Entwertung“ des WM-Turniers.

Abschlusstraining ohne Reus, aber mit Havertz

Die deutsche Nationalmannschaft reist ohne den angeschlagenen Offensivspieler Marco Reus und Außenverteidiger Ridle Baku zum WM-Qualifikationsspiel gegen Island nach Reykjavik. Die beim 6:0 gegen Armenien pausierenden Kai Havertz und Robin Gosens sind dagegen wieder einsatzfähig, berichtete Bundestrainer Hansi Flick am Dienstag nach dem Abschlusstraining noch in Stuttgart.

BVB-Kapitän Reus fällt wegen leichter Knieprobleme aus, wie Bundestrainer Hansi Flick vor dem Flug nach Island sagte. Reus hatte bereits beim Training gefehlt. Der 32-Jährige soll aber nicht länger ausfallen. Flick äußerte sogar die Hoffnung, dass Reus am Samstag der Borussia im Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen wieder zur Verfügung steht.

Baku kehrt vorzeitig zum VfL Wolfsburg zurück, weil Flick auf Island nur 20 Feldspieler und drei Torhüter in den Kader nehmen darf. Er verzichte nicht aus Leistungsgründen auf Baku, betonte Flick. Es mache aber gegenüber den Vereinen keinen Sinn, einen überzähligen Spieler mitzunehmen.

Matthäus kritisiert Marschs RB-Aufstellung

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat die Aufstellungen von RB-Leipzig-Coach Jesse Marsch kritisiert. „Ich möchte keinem Trainer etwas vorschreiben, aber ich vermisse in Leipzig mehr Führungsspieler auf dem Platz“, schrieb der 60-Jährige in seiner Kolumne „So sehe ich das“ bei Sky: „Kampl und Forsberg sitzen mir zu sehr auf der Bank. Und mit Upamecano und Sabitzer haben sie genau diese Führung an den nächsten Gegner verloren.“

Sollte der Vizemeister und DFB-Pokalfinalist am Sonnabend gegen Bayern München im Spitzenspiel verlieren (siehe auch diesen Eintrag), „können sie die Meisterschaft nach vier Spieltagen bereits abschreiben. Sieben Punkte auf die Bayern holt wohl keiner auf“, betonte der langjährige Bayern-Kapitän.

Der RB-Kader sei „vor allem in der Breite sehr gut aufgestellt. Aber wenn man es hauptsächlich mit den schnellen, jungen, wilden Jungs versucht, fehlt etwas.“ Gerade diese jungen Spieler benötigen „mehr Erfahrung um sich herum“.

Die Bayern seien aufgrund der Leipziger Niederlagen in Mainz und gegen Wolfsburg „für mich Favorit. Aber ich traue dem Vizemeister auch die Überraschung zu“, erläuterte der Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1990.

Aue holt serbischen Stürmer Trujic

Zweitligist Erzgebirge Aue hat den serbischen Angreifer Nikola Trujic (29) ab sofort unter Vertrag genommen. Der Offensivspieler spielte zuletzt bei AE Larisa in Griechenland, da sein Vertrag dort ausgelaufen war, konnte Trujic auch nach dem Ende der Transferperiode noch verpflichtet werden.

„Wir verfügen mit Nikola über noch mehr Qualität und Durchschlagskraft. Er ist ein Stürmer, der sich auf allen Offensivpositionen sehr gut auskennt und damit absolut flexibel einsetzbar ist. Er wird uns definitiv weiterhelfen“, betonte Chefcoach Aljaksej Schpileuski.

Der Kontrakt hat eine Laufzeit bis 30. Juni 2022, er enthält zudem eine Option auf ein weiteres Spieljahr. „Nikola besitzt eine Menge Erfahrung, ist als Offensivmann robust gebaut und zudem sehr schnell. Das alles war mitentscheidend, als wir seine Verpflichtung ins Auge gefasst haben“, sagte FCE- Präsident Helge Leonhardt.

Hernandez vor Comeback beim FC Bayern

Bayern Münchens Innenverteidiger Lucas Hernandez steht nach einer auskurierten Knieverletzung vor der Rückkehr in die Mannschaft. Der Franzose mache einen „sehr guten Eindruck“ und sei auch körperlich wieder „voll da“, bestätigte Trainer Julian Nagelsmann in einem Youtube-Livestream des Rekordmeisters am Montagabend. „Gegen Leipzig oder Barcelona werden wir ihn dann hoffentlich, wenn bis dahin alles gut geht, wieder auf dem Platz sehen“, prognostizierte Nagelsmann. Für beide Spiele sei es noch zu früh.

Hernandez hatte bei der EM einen Innenmeniskuseinriss im Knie erlitten, der ihn rund zwei Monate außer Gefecht setzte. „Die Verletzung ist auskuriert“, verkündete der Bayern-Coach nun. Dem Franzosen fehle lediglich noch ein wenig der Rhythmus.

Eine Rückkehr von Hernandez im Top-Duell mit RB Leipzig am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) rückt umso näher, nachdem Teamkollege Dayot Upamecano angeschlagen von der französischen Nationalmannschaft zurückgekehrt war. Mit Niklas Süle könnte Hernandez gegen die Sachsen das Abwehrzentrum bilden. Drei Tage später geht es beim Start der Champions-League-Saison gegen den FC Barcelona.

Spielabbruch: Frist für Brasilien und Argentinien

Mit einem Fristbescheid an Südamerikas Dachorganisation CONMEBOL sowie die Nationalverbände CBF und AFA sucht die Disziplinar-Kommission der Fifa nun den Schuldigen für die Quarantäne-Farce beim WM-Qualifikationsspiel am Sonntag zwischen Brasilien und Argentinien. Weil die Partie in Sao Paulo nach nicht einmal fünf Minuten Spielzeit abgebrochen wurde, bekamen alle drei Involvierten sechs Tage Zeit, um ihre Version zum Vorfall abzugeben.

Brasiliens Verband CBF wusch bereits am Montag seine Hände in Unschuld. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt (...) darum gebeten, nicht zu spielen. Die Argentinier kommen hierher und missachten die sanitären Vorschriften“, stellte Gustavo Feijo, einer der Vizepräsidenten, im Gespräch mit dem Internetportal UOL Esporte klar.

Bei der nicht vollzogenen Zwangs-Quarantäne für die bei englischen Premier-League-Clubs unter Vertrag stehenden Emiliano Martinez, Emiliano Buendia (beide Aston Villa), Cristiano Romero und Giovani Lo Celso (beide Tottenham) handle es sich deshalb um „eine technische Diskussion zwischen Anvisa, Gesundheitsministerium und AFA“. Globo Esporte dokumentierte bereits, dass das brasilianische Gesundheitsamt rund 50 Minuten vor Spielbeginn Argentiniens Antrag auf Spielgenehmigung für die Betroffenen abgelehnt hatte.

Anvisa ist Brasiliens autarke Behörde für Gesundheitsüberwachung. Und weil das Quartett die nach kürzlich zurückliegenden Aufenthalten in England vorgesehene 14-tägige Abschirmung nicht einhielt, schritten deren Beamte auf den Rasen der Neo Quimica Arena in Sao Paulo, um die vier am Weiterspielen zu hindern. Argentiniens Team verließ daraufhin komplett den Platz, der Schiedsrichter brach 50 Minuten später die Partie ab.

Skurrile Szenen: Superclásico Brasilien-Argentinien abgebrochen
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Argentiniens Verband AFA beschränkte sich am Montag darauf, zu vermelden, dass die vier „Engländer“, wie zuvor mit ihren Klubs abgesprochen, bereits auf dem Rückweg seien. Denn England sieht rigoros eine 14-tägige Quarantäne vor.

Obwohl Argentinien noch am Donnerstag in den Eliminatorias gegen Bolivien spielt, verpassen die Aston-Villa-Profis nur das Liga-Duell am Sonnabend beim FC Chelsea und die Tottenham-Akteure parallel die Partie bei Crystal Palace, sind danach aber wieder verfügbar. Wegen der Quarantäne hatten Englands Topclubs auf der Gegenseite gleich neun Selecao-Akteuren die Reise über den Atlantik verwehrt.

Trotz Brutalo-Foul: Messi und Argentinien sicher auf WM-Kurs
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Kühne über den HSV: „Ich kann es nicht fassen“

HSV-Investor Klaus-Michael Kühne ist enttäuscht über die Entwicklung bei seinem Lieblingsverein: „Beim HSV wird herumgewurstelt wie eh und je“, sagte der 84-Jährige dem Abendblatt in einem Interview: „Im vorigen Jahr setzte man auf ältere Spieler, die aus unterschiedlichen Gründen nach einem Jahr wieder abgewandert sind. Jetzt will man der Jugend den Vorrang geben und verpflichtet zusammengewürfelte unbeschriebene Blätter – ich kann es nicht fassen und möchte keine weiteren Kommentare abgeben.“

Die Spiele der Mannschaft von Tim Walter würde er verfolgen, sagte der Mäzen. Allerdings nicht mehr mit großem Enthusiasmus. Die Ergebnisse hätten die Begeisterung ziemlich abflauen lassen. Überrascht zeigte sich Kühne über die Entwicklung beim Stadtrivalen FC St. Pauli: „Die spielen besser. Das ist schon erstaunlich. St. Pauli tickt da anders. Dem HSV klebt das Pech und das Unvermögen an den Hacken.“

Derby Spurs gegen Blues als „Null Co2“-Spiel

Mit dem ersten „Null Co2“-Spiel in der Geschichte des Profi-Fußballs will Tottenham Hotspur im Londoner Premier-League-Derby am 19. September (Sonntag) gegen Champions-League-Sieger FC Chelsea ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Die Spurs gaben ihre Aktion in Zusammenarbeit mit der britischen Regierung und dem TV-Sender Sky zu Wochenbeginn bekannt. Ziel ist eine Schärfung des Bewusstseins der Fans für die Gefahren des Klimawandels und zur Verringerung ihrer eigenen Co2-Fußabdrücke.

Tottenhams vorgestellten Plänen für das „GameZero“ getaufte Duell mit der Mannschaft des deutschen Teammanagers Thomas Tuchel und des Nationalmannschafts-Trios Timo Werner, Kai Havertz und Antonio Rüdiger zufolge sollen die Fans im Vorfeld für die An- und Abreise zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel statt des Autos aufgerufen werden. Im Stadion wollen die Spurs die rund 60.000 Besucher ermuntern, Gemüse-Snacks statt fleischhaltige Imbisse zu verzehren und Abfälle wie Getränkebecher umweltschonend zu entsorgen.

Auch beide Mannschaften wollen am Spieltag wenige Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Glasgow durch veränderte Routinen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Mannschaftsbusse für die Fahrten zur Arena und nach Spielende in die Teamquartiere werden mit schadstoffarmen Bio-Benzin angetrieben, und das Wasser zur Erfrischung wird den Spielern in umweltverträglichen Kartonverpackungen statt wie üblich in Plastikflaschen gereicht.

Tottenhams Vorstandschef Daniel Levy misst der Begegnung mit den Blues unter den besonderen Vorzeichen wegweisenden Charakter bei. „Diese bahnbrechende Initiative wird deutlich machen, welche Rolle der Fußball im Umgang mit dem wichtigen Thema Klimawandel spielen kann“, erklärte Levy: „Wir freuen uns, unsere breite Palette an nachhaltigen Maßnahmen, die schon vorbereitet sind, vorzustellen. Unsere Angebote werden die Fans bestärken, durch kleine und einfache Handlungen einen sehr großen Unterschied zu machen.“

Corona-Verstoß: McKennie nach Hause geschickt

US-Nationaltrainer Gregg Berhalter verzichtet im WM-Qualifikationsspiel in der Nacht zu Donnerstag in Honduras auf Weston McKennie. Der frühere Schalker wurde nach einem Verstoß gegen das Corona-Protokoll zurück zu seinem Club Juventus Turin geschickt.

Für das Qualifikationsspiel gegen Kanada am Sonntag (1:1) war McKennie bereits suspendiert worden. „Wir haben große Erwartungen an die Spieler im US-Nationalteam. Um erfolgreich sein zu können, ist es wichtig, dass sich jeder in der Gruppe verantwortungsvoll verhält“, sagte Berhalter. Die USA sind mit zwei Unentschieden in die Finalrunde der Qualifikation gestartet.

McKennie war bereits im April bei Italiens Rekordmeister Juventus suspendiert worden, weil er eine Party mit Teamkollegen veranstaltet hatte. Die Polizei verhängte damals eine Strafe.

Rätsel um Tumor-Art bei Pelé

Die Sorgen um Brasiliens Fußball-Legende Pelé konnte das erste ärztliche Bulletin nicht zerstreuen. „Das Material wurde zur pathologischen Diagnose weggeschickt“, hieß in der Stellungnahme des renommierten Hospital Albert Einstein in Sao Paulo am späten Montagabend. Wenige Stunden zuvor hatte der 80-Jährige die Entfernung eines Darm-Tumors selbst bekannt gegeben.

Die Ärzte sprachen von einer „verdächtigen Veränderung an der rechten Seite des Dickdarms“, die bereits am Sonnabend operativ entfernt worden sei. Der Tumor sei bei Routine-Untersuchungen festgestellt worden. Dem Patienten ginge es gut, sodass schon für Dienstag eine Verlegung von der Intensivstation auf ein Privatzimmer ausgegangen wurde.

Nach Tumor-OP: Pelé gibt leichte Entwarnung
Nach Tumor-OP: Pelé gibt leichte Entwarnung

Auch der dreimalige Weltmeister beruhigte seine Fans und schrieb via Instagram: „Ich danke Gott, dass es mir gut geht. Zum Glück bin ich es gewohnt, zusammen mit euch große Siege zu feiern.“ Pele hatte sich am vergangenen Dienstag zur jährlichen Routine-Untersuchung ins Krankenhaus begeben.

Seine Krankengeschichte in den letzten Jahren gibt aber allen Grund zur Besorgnis. Nach Eingriffen an Niere (November 2014), Prostata (Mai 2015), Wirbelsäule (Juli 2015) und Hüfte (Dezember 2015) ist die Entfernung eines Darm-Tumors ein weiteres Kapitel in der jüngsten OP-Geschichte Peles.

Corona: Litauen weiter ohne Ivanauskas

Litauens Nationalmannschaft muss auch im WM-Qualifikationsspiel gegen Italien auf Trainer Valdas Ivanauskas verzichten. Der 55 Jahre alte ehemalige HSV-Profi ist nach Angaben des litauischen Verbandes Anfang September positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beim Gastspiel in Rom bei Europameister Italien wird daher am Mittwoch erneut Ivanauskas' Assistent Tomas Razanauskas an der Seitenlinie stehen – wie schon bei der 1:4-Heimpleite der Litauer gegen Nordirland (2. September) und dem 0:1 in Bulgarien (5. September).

Ivanauskas war Anfang August als neuer litauischer Nationaltrainer vorgestellt worden. Wegen des positiven Corona-Tests muss das Debüt des früheren Stürmers als Chefcoach seines Heimatlandes aber bislang auf sich warten lassen.

( HA/sid/dpa )

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