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NFL will in Deutschland spielen – Hamburg winkt ab

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NFL-Superstar Tom Brady: Die Football-Profiliga soll schon bald ein Gastspiel in Deutschland geben.

NFL-Superstar Tom Brady: Die Football-Profiliga soll schon bald ein Gastspiel in Deutschland geben.

Foto: Mike Ehrmann / AFP

Noch nie hat die National Football League ein reguläres Saisonspiel in einer deutschen Stadt ausgetragen. Das soll sich bald ändern.

Unterföhring/Hamburg. Die National Football League (NFL) will spätestens in zwei Jahren ein Spiel in Deutschland austragen. „Es wird ein Spiel in Deutschland geben. Die Frage ist nur noch, wann und wo“, sagte NFL-Europe-Chef Brett Gosper am Montag bei einem Pressetermin mit „ran“: „Der frühestmögliche Termin ist 2022, spätestens aber 2023.“

Derzeit sucht die US-Profiliga per Ausschreibung nach einem geeigneten Stadion. „Wir haben Städte und Regionen gefragt, Konsortien zu bilden und Bewerbungen vorzutragen“, fügte Gosper an: „Es gab sechs, sieben Städte, die großes Interesse zeigten.“ Am Freitag endet die Bewerbungsfrist.

Zu teuer – Hamburg bewirbt sich nicht für NFL-Spiel

Im Juni hatte die NFL mögliche Austragungsorte aufgefordert, sich zu bewerben. Hamburg hatte zunächst grundsätzlich Interesse angemeldet. „Es gab eine Anfrage an die Stadt und den HSV“, sagte Sportstaatsrat Christoph Holstein.

Man habe aber wegen der immensen Kosten, die für die von der NFL aufgerufenen Leistungen angefallen wären, von einer Bewerbung abgesehen. Holstein: „Diese Ausgaben hätte man gerade in diesen Zeiten niemandem erklären können. Perspektivisch bleibt eine solche Veranstaltung aber für uns interessant.“

Zunächst sollen laut Gosper zwei bis drei Hauptkandidaten ausgewählt werden. Mindestanforderung sei eine Stadionkapazität von mehr als 45.000 Zuschauern. Berlin, Dortmund und München bezeichnete er als „sehr, sehr gute Kandidaten“. Geplant sei eine vierjährige Partnerschaft. Infrastruktur wie Kabinen im Stadion, Transportmöglichkeiten und Flughafen sind laut Gosper wichtige Kriterien. Die Entscheidung solle „vermutlich im Dezember“ fallen.

Deutschland sei für die NFL ein „enorm wichtiger Wachstumsmarkt“, betonte Gosper, „mit einer Fanbasis von 19,2 Millionen Personen“. Im kommenden Jahr verkompliziere die Fußball-WM kurz vor Weihnachten die Planung aufgrund der Verfügbarkeit der Stadien.

In Deutschland sind Livespiele der NFL bei den TV-Sendern ProSieben, ProSiebenMaxx und im Internet bei „ran.de“ sowie für zahlende Kunden beim Streamingdienst DAZN zu sehen.

NFL-Teams müssen ab 2022 international auftreten

Ab 2022/23 müssen die 32 NFL-Teams laut Beschluss mindestens einmal alle acht Jahre international spielen. Zwischen 1990 und 1994 fanden fünf Preseason-Spiele in Berlin statt.

In der kommenden Saison, die am Freitag (2.20 Uhr MESZ/ProSieben) mit dem Spiel zwischen Super-Bowl-Champion Tampa Bay Buccaneers um Star-Quarterback Tom Brady gegen die Dallas Cowboys startet, wird die NFL zwei Spiele der Regular Season in London austragen.

Die NFL hatte bis 2007 eine Liga in Europa betrieben. Ein Team waren die Hamburg Sea Devils, die auch den letzten World Bowl gewannen, bevor der Spielbetrieb eingestellt wurde.

( SID/dpa/leo )

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