Fußball-Ticker

Ex-HSV-Profis: Khaled Narey trifft bei Lewis Holtbys Debüt

| Lesedauer: 13 Minuten
Ex-HSV-Profi Lewis Holtby gab am Freitag in Düsseldorf seinen Einstand für Holstein Kiel.

Ex-HSV-Profi Lewis Holtby gab am Freitag in Düsseldorf seinen Einstand für Holstein Kiel.

Foto: Frederic Scheidemann / Getty Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 20. August 2021:

PSG gewinnt auch ohne Messi weiter

Weiter ohne Star-Neuzugang Lionel Messi hat der französische Spitzenclub Paris Saint-Germain seine weiße Weste in der Ligue 1 gewahrt. Das Starensemble, bei dem unverändert auch Neymar und Sergio Ramos nicht im Kader standen, feierte durch ein 4:2 (2:1) bei Stade Brest den dritten Sieg im dritten Spiel und behauptete damit die Tabellenführung.

Ánder Herrera (23.), Kylian Mbappe (36.), Idrissa Gueye (73.) und der eingewechselte Ángel Di María (90.+1) schossen die Tore des Pokalsiegers. Die Anschlusstreffer von Franck Honorat (42.) und Steve Mounie (85.) hielten die Partie zeitweise offen.

Thilo Kehrer stand wie schon in den ersten Partien von Beginn an in der Innenverteidigung auf dem Feld. 2014er-Weltmeister Julian Draxler wurde in der 72. Minute für Italiens Europameister Marco Verratti eingewechselt.

Messi, der nach 21 Jahren beim spanischen Topklub FC Barcelona in die französische Hauptstadt gewechselt war, soll nach Angaben von Trainer Mauricio Pochettino Ende August eine ernsthafte Alternative für PSG sein. Bis dahin solle er „Schritt für Schritt“ herangeführt und „für sein Debüt fit gemacht werden“.

Buffon patzt bei Parma-Comeback

Italiens Torwart-Denkmal Gianluigi Buffon hat in seinem ersten Pflichtspiel im Parma-Trikot nach mehr als zwei Jahrzehnten einen Sieg verpasst. Der 43-Jährige kassierte mit dem Absteiger beim Auftakt der Serie B den späten Gegentreffer zum 2:2 (1:1) bei Frosinone Calcio und sah dabei nicht gut aus. Zuvor hatte er aber eine insgesamt ordentliche Leistung geboten.

Buffon, der in seine 27. Profisaison startete, reagierte vor dem ersten Gegentor zu Frosinones Führung zunächst glänzend. Beim Nachschuss von Alessio Zerbin war er dann aber machtlos. Der Kopfball von Gabriel Charpentier in der 89. Minute zum 2:2 hingegen schien durchaus haltbar.

Trainer bei Gegner Frosinone war in Fabio Grosso ein alter Bekannter Buffons: Gemeinsam wurden beide 2006 in Deutschland Weltmeister, Grosso erzielte beim 2:0 nach Verlängerung im Halbfinale gegen die DFB-Elf das vorentscheidende 1:0.

RB Leipzig fertigt Stuttgart mit 4:0 ab

Vizemeister RB Leipzig hat dank zweier Traumtore von Zauberfuß Dominik Szoboszlai jede Angst vor dem Bundesliga-Fehlstart im Keim erstickt. Auch wegen eines Doppelpacks des Spielmachers (38./52.) gewannen die stürmischen Sachsen am Freitag höchst überlegen mit 4:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart. Durch den ersten Liga-Erfolg unter Neu-Trainer Jesse Marsch merzte RB die überraschende 0:1-Auftaktpleite beim FSV Mainz 05 vom vergangenen Wochenende aus.

„Ein besseres Debüt als hier zu Hause vor unseren Fans kann man nicht haben. Ich bin sehr glücklich, dass ich zwei Tore schießen konnte und der Mannschaft helfen konnte“, sagte Szoboszlai am DAZN-Mikrofon.

Der Ungar, im Winter für 20 Millionen Euro von Red Bull Salzburg gekommen, traf bei seinem Startelfdebüt erst sehenswert zur Führung und erhöhte später per direkt verwandeltem Freistoß. Auch Emil Forsberg (46.) und Sturm-Neuzugang Andre Silva (65., Handelfmeter) durften jubeln. Die Stuttgarter, zum Liga-Start noch 5:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth erfolgreich, können indes gegen Leipzig nicht gewinnen. Die Bilanz steht nun bei sechs Niederlagen und einem Unentschieden.

Ex-HSV-Profis: Narey trifft bei Holtby-Debüt

Zweitligist Holstein Kiel hat auch beim Debüt von Ex-HSV-Profi Lewis Holtby den ersten Saisonsieg verpasst. Die Störche, die mit drei 0:3-Niederlagen in die Spielzeit gestartet waren, kamen bei Fortuna Düsseldorf trotz zweier Führungen nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus, holten aber immerhin den ersten Punkt. Der unter der Woche verpflichtete Holtby kam ab der 84. Minute zu einem Kurzeinsatz.

Khaled Narey (40.) und der eingewechselte Kristoffer Peterson (87.) glichen zweimal für die Rheinländer aus. Alexander Mühling (5.) und Ex-Düsseldorfer Steven Skrzybski (65.) hatten die Kieler, die in der vergangenen Saison in der Relegation gegen den 1. FC Köln am Bundesliga-Aufstieg vorbeigeschrammt waren, vor 16.349 Zuschauern jeweils ins Führung geschossen.

„Es war sehr temporeich und ein gutes Fußballspiel von beiden Mannschaften“, sagte Skrzybski. Holtby haderte bei Sky: „Nur der Sieg hat beim Debüt gefehlt. Ich hoffe, dass ich dem Team zeitnah helfen kann. Heute war ein guter Schritt in die richtige Richtung.“

Chelsea beklagt Corona-Fall: Pulisic fällt aus

Trainer Thomas Tuchel muss beim Champions-League-Sieger FC Chelsea vorerst auf Christian Pulisic verzichten. Der ehemalige BVB-Angreifer ist nach einem positiven Coronatest in häuslicher Isolation, wie Tuchel zwei Tage vor dem Liga-Spiel beim FC Arsenal bekannt gab.

„Er muss das Protokoll befolgen. Daher war er nicht im Training und steht für das Spiel nicht zur Verfügung“, sagte der frühere Bundesliga-Coach über den US-Nationalspieler. Dafür sind Hakim Ziyech und N'Golo Kante nach Blessuren für das Londoner Lokalduell am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) womöglich wieder einsatzbereit.

Benzema verlängert Vertrag bei Real Madrid

Karim Benzema geht weiter für Real Madrid auf Torejagd. Der französische Nationalspieler verlängerte seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis 2023. Das gab der spanische Rekordmeister am Freitag bekannt.

„Die Geschichte geht für mich beim größten Klub der Welt weiter“, sagte Benzema, der seit 2009 bei Real spielt. Der 33-Jährige gewann in dieser Zeit mit den Königlichen unter anderem viermal die Champions League. Es sei für ihn „eine Ehre“, betonte Benzema und dankte dem Verein „für das Vertrauen über die Jahre“.

Ex-HSV-Torwart Ulreich wird das Bayern-Tor hüten

Trainer Julian Nagelsmann rechnet im ersten Saison-Heimspiel des FC Bayern München gegen den 1. FC Köln mit einem Ausfall von Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer. Der Kapitän hatte sich beim Gewinn des Supercups in Dortmund eine Kapselverletzung am Fuß zugezogen und konnte am Freitag erneut nicht trainieren. „Stand jetzt gehe ich nicht davon aus, dass er spielt“, sagte Nagelsmann zwei Tage vor der Partie an diesem Sonntag (17.30 Uhr).

Im Bayern-Tor wird damit erstmals in einem Pflichtspiel nach seiner Rückkehr vom Hamburger SV Sven Ulreich stehen. Der 33-Jährige habe „gut trainiert“, berichtete Nagelsmann. Den eigentlichen Neuer-Ersatz Alexander Nübel hatte der deutsche Rekordmeister im Sommer an AS Monaco verliehen. Neben Neuer wird auch Außenstürmer Kingsley Coman ausfallen. Der Franzose hat sich ebenfalls beim 3:1 in Dortmund verletzt. Der Angreifer hat eine Einblutung am Gesäßmuskel.

Nagelsmann rechnet nicht mit einer längeren Ausfallzeit bei Neuer. Er wolle aber „keinen Druck aufbauen“ mit einer zeitlichen Einschätzung. „Es ist im Grunde eine Pillepalle-Verletzung, die er jetzt hat. Aber wenn man mit der pillepalle umgeht, wird aus einer Pillepalle-Verletzung sehr schnell eine dramatische. Und darum sollte man einer Pillepalle-Verletzung eine gewisse ruhige Zeit geben.“

DFB verteilt Freikarten für Länderspiel

Der Deutsche Fußball-Bund verteilt für das WM-Qualifikationsspiel gegen Armenien in Stuttgart Freikarten. Demnach werden ab kommendem Montag Karten für die Mitglieder des Fan Club Nationalmannschaft und ab Dienstag „dann für alle die zur Verfügung stehenden Tickets“ als Freikarten vergeben, hieß es vom DFB. Geplant war die Aktion bereits für eine Partie im Herbst 2020, sie musste wegen der Corona-Situation aber verschoben werden.

„Ich weiß, dass Hansi Flick und die Spieler sich für die nächsten Länderspiele viel vorgenommen haben. Sie werden alles dafür tun, dass der Funke der Begeisterung vom Rasen auf die Tribüne überspringt“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. „Die Ticketaktion soll ein Dankeschön an unsere Fans sein.“ Die Aktionen sollen am Montag und Dienstag jeweils um 10 Uhr beginnen. Für die Partie gegen Armenien am 5. September (20.45 Uhr) gilt die sogenannte 3G-Regel - es dürfen also nur Geimpfte, Genesene oder Getestete ins Stadion.

1899 Hoffenheim mit kurioser Ticketidee

Die erste Halbzeit am Fernseher, die zweite Halbzeit ganz spontan live im Stadion? Das soll bei der TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga möglich sein. Ein Vereinssprecher kündigte am Freitag an, man könne für das Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) „bis in die Halbzeit hinein“ Eintrittskarten kaufen. „Für die ganz Spätentschlossenen“ gebe es solange noch die Möglichkeit, ein Ticket „je nach Spielstand“ zu erwerben. Bis zum Freitagmittag waren für die Partie gegen die Hauptstädter rund 7000 Karten verkauft worden. Zugelassen sind rund 15 000 Anhänger.

Nach Eriksen-Drama: Poulsen kritisiert Spielfortsetzung

Trotz des Zusammenbruchs von Teamkollege Christian Eriksen hat die dänische Nationalmannschaft ihr Auftaktduell bei der Fußball-EM gegen Finnland (0:1) zu Ende gespielt - und das gilt intern inzwischen als Fehler. „Wir haben im Mannschaftskreis viel darüber gesprochen, und ich glaube: Es gibt keinen unter uns, der sich nicht ärgern würde, dass wir weitergespielt haben“, sagte Angreifer Yussuf Poulsen im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: „Es war ein Fehler, Punkt. Heute würden wir anders entscheiden.“

Der Profi von RB Leipzig fühlte sich wie seine Teamkollegen auch überrumpelt. „Wir standen unter Stress und unter Schock“, verriet er: „Da gab es in unserem Kopf nur links oder rechts, a oder b. Und da haben wir uns für die bessere von zwei schlechten Möglichkeiten entschieden.“

Ihn selbst habe der Vorfall nicht grundsätzlich verändert, was auch seiner Lebensgeschichte liege, erklärte Poulsen: „Mein Vater starb, als ich ein Kind war. Die Gedanken, die in solchen Situationen entstehen, hatte ich schon vor Jahren.“ Er habe früh lernen müssen, „dass der Tod ein Teil des Lebens ist.“ Aber zum Glück sei Eriksen „nicht gestorben“.

Eriksens Ziel, mit Hilfe eines implantierten Defibrillators wieder professionell Fußball zu spielen, unterstützt Poulsen voll und ganz. „Er liebt Fußball. Das ist sein Leben. Er hat immer noch Bock“, sagte der 27-Jährige: „Es wäre schön, wenn er wieder Fußball spielen dürfte - wo auch immer.

Hummels vor Comeback beim BVB

Nationalspieler Mats Hummels steht bei DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund vor dem Comeback. Der Abwehrchef nahm nach seinen Patellasehnenproblemen ebenso wieder das Mannschaftstraining auf wie Emre Can, Raphael Guerreiro, Julian Brandt und Thomas Meunier. „Nach dem Abschlusstraining werden wir entscheiden, wer dabei ist und wer nicht“, sagte Trainer Marco Rose mit Blick auf das Spiel am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) beim SC Freiburg.

Für einen Startelfeinsatz kommt Hummels aber noch nicht infrage. Daher wird wie beim Ligastart gegen Eintracht Frankfurt (5:2) und im Supercup gegen Bayern München (1:3) der gelernte Mittelfeldspieler Axel Witsel in der Innenverteidigung aushelfen.

Nationalspieler Havertz spendet für Flutopfer

Fußball-Nationalspieler Kai Havertz spendet eine sechsstellige Summe für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz. Der „Bild“ zufolge beteiligt sich der Profi des FC Chelsea mit 200 000 Euro an den Spendenaktionen zur Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes für die Menschen in den betroffenen Gebieten. Zudem habe der 22-Jährige einen limitierten Spezial-Fußballschuh entworfen, der versteigert werden soll.

Havertz wurde in Aachen geboren, Familie und Freunde leben heute noch in dieser Region. „Für mich ist es wichtig, den Menschen meine Unterstützung zu zeigen: Ich bin in der Umgebung aufgewachsen. Auch wenn glücklicherweise keinem aus meiner Familie oder meinen Freunden etwas passiert ist, habe ich das Leid der Menschen mitbekommen“, sagte der DFB-Nationalspieler. „Das hat mich bewegt. Deswegen war es mir wichtig zu helfen.“

Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen hatten Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine Hochwasserkatastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen regelrecht weggerissen oder verwüstet. Bis vorigen Mittwoch wurden rund 190 Tote gezählt, mehrere Menschen gelten noch immer als vermisst.

( HA/sid/dpa )

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