Fußball-Ticker

Holtby geht nach Kiel und freut sich auf Derby gegen den HSV

| Lesedauer: 20 Minuten
Ex-HSV-Profi Lewis Holtby (hier im Trikot der Blackburn Rovers) kehrt nach Deutschland zurück und wechselt zu Holstein Kiel.

Ex-HSV-Profi Lewis Holtby (hier im Trikot der Blackburn Rovers) kehrt nach Deutschland zurück und wechselt zu Holstein Kiel.

Foto: Imago/Shutterstock

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 17. August 2021:

Kiel verpflichtet Ex-HSVer Lewis Holtby

Nächster prominenter Zugang an der Förde: Zweitligist Holstein Kiel hat sich mit Mittelfeldspieler Lewis Holtby verstärkt. Der 30-Jährige erhält bei den Störchen einen Vertrag über zwei Jahre, wie die Norddeutschen am Dienstag bekanntgaben. Holtby stand zuletzt beim englischen Zweitligisten Blackburn Rovers unter Vertrag.

„Ich wollte unbedingt nach Deutschland zurückkehren“, sagte Holtby. In der Bundesliga bestritt der dreifache deutsche Nationalspieler 200 Partien für den FC Schalke 04, den VfL Bochum, Mainz 05 und den HSV. In der Hansestadt wurde der Vertrag der Mittelfeldspielers nach dem Ende der Zweitliga-Spielzeit 2018/19 nicht mehr verlängert. In Blackburn absolvierte Holtby in der abgelaufenen Serie 27 Partien und kam auf eine Torvorlage.

„Die 2. Liga ist wahnsinnig attraktiv. Es sind unheimlich viele Teams aus dem Norden dabei, da wird es viele Derbys geben“, sagte Holtby bei seiner Vorstellung in Kiel. Am 12. Spieltag (Ende Oktober) wird Holtby mit seiner neuen Mannschaft beim HSV antreten. „Holstein hat in den letzten Jahren durch eine attraktive, offensive Spielweise für Aufsehen gesorgt“, frohlockte Holtby.

Zuletzt hatten die Kieler, die allerdings mit drei 0:3-Niederlagen in die Liga gestartet sind, bereits mit der Ausleihe des ehemaligen HSV-Angreifers Fiete Arp (21/Bayern München) Schlagzeilen gemacht. Bei Holstein trifft Holtby mit Finn Porath und Ahmet Arslan auf weitere Spieler mit HSV-Vergangenheit. Am Freitag (18.30 Uhr/Sky) treten die „Störche“ bei Fortuna Düsseldorf an.

Halles Sternberg fällt vorerst aus

Drittligist Hallescher FC muss voraussichtlich länger auf Verteidiger Janek Sternberg verzichten. Der 28 Jahre alte ehemalige HSV-Spieler zog sich am Montag beim 0:2 gegen Eintracht Braunschweig einen Augenbogen- und einen Jochbeinbruch zu. Das teilte der Verein nach einer Untersuchung am Dienstag mit. Eine Operation ist nicht vorgesehen, die Ausfallzeit nach Auskunft des HFC schwer zu prognostizieren.

Sternberg hatte die Verletzung kurz vor der Pause in einem Kopfballduell erlitten. Der Abwehrspieler ließ sich in der Halbzeit nähen und spielte bis zum Abpfiff weiter. „Dass er danach 45 Minuten auf die Zähne gebissen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, ist absolut bemerkenswert und spricht für seinen Charakter. Auch als Typ wird er der Mannschaft fehlen“, sagte Sportdirektor Ralf Minge. Da auch Kebba Badjie mit einer Oberschenkelzerrung ausfällt, beklagt der HFC mittlerweile sieben Verletzte.

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Hildmann über van Bommel: "Wird das verkraften"

Für Preußen Münsters Trainer Sascha Hildmann ist das Weiterkommen am Grünen Tisch im DFB-Pokal für sein Team nur logisch. „Alles andere als diese Entscheidung wäre für mich nicht nachvollziehbar gewesen“, sagte Hildmann am Dienstag „sport1.de“. Am Montag hatte das DFB-Sporgericht nach stundenlanger Verhandlung den 3:1-Sieg des Bundesligisten VfL Wolfsburg beim Regionalligisten nach Verlängerung in der ersten Pokalrunde in ein Weiterkommen des SC Preußen geändert. Grund dafür war, dass Wolfsburgs Trainer Mark van Bommel in der Verlängerung verbotenerweise einen Wechsel zu viel vorgenommen hatte.

„Es war ein sportlicher Eingriff und deshalb ist diese Entscheidung völlig richtig und absolut nachvollziehbar“, sagte Hildmann, der gleich mehrere Vorteile der Niedersachsen aufzählte: „Es steht 1:1 und bei Wolfsburg werden zwei Wechsel vorgenommen. Bornauw kommt rein und legt das 2:1 auf. Und auch Mehmedi wird eingewechselt – für Wolfsburgs gelb-rot-gefährdeten Philipp. Mein Spieler Marvin Thiel hatte sich den Daumen gebrochen und musste weiterspielen, weil ich nicht mehr wechseln konnte. Er war dann im entscheidenden Zweikampf auch gehandicapt.“ Einer der angesprochenen Wechsel wäre indes regelkonform gewesen.

Wolfsburg hat noch die Chance, in Berufung gegen das Urteil zu gehen. Der VfL argumentiert, dass ein Wiederholungsspiel die faire Lösung gewesen wäre. Zum Wechselfehler seines Wolfsburger Kollegen van Bommel sagte Hildmann: „Menschen machen nun mal Fehler, ich glaube aber, dass Mark van Bommel das sehr gut verkraften kann und wird.“

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Freiburg: Santamaria überraschend nach Rennes

Der SC Freiburg verliert nach nur einem Jahr überraschend seinen zentralen Mittelfeldspieler Baptiste Santamaria. Der Franzose wechselt zum Ligue-1-Club Stade Rennes, teilte der Verein am Dienstag mit. Zur Höhe der Ablösesumme machten die Freiburger keine Angaben. Der 26-Jährige war im Sommer 2020 vom französischen Club SCO Angers nach Freiburg gekommen, mit einer Ablöse von rund zehn Millionen Euro wurde er zum Rekordeinkauf der Südbadener.

„Baptiste ist relativ kurzfristig mit dem Wunsch an uns herangetreten, mit seiner Familie zurück in die französische Heimat wechseln zu können“, sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier. „Wir haben uns nach schwieriger Gesamtabwägung dazu entschlossen, den Transfer aufgrund seiner persönlichen Situation und stimmiger finanzieller Rahmenbedingungen zu ermöglichen.“

Der Sport-Club suche bereits nach einem Ersatz und sei mit einem möglichen Neuzugang „in finalen Gesprächen“, erklärte Saier. Für den Verein sei klar gewesen, dass er dem Abgang von Santamaria nur zustimmen würde, wenn man die Position im zentralen Mittelfeld gleichwertig ersetzen könne.

VfB: Kalajdzic nach Corona wieder im Training

Die beiden Angreifer Sasa Kalajdzic und Tanguy Coulibaly vom Bundesliga-Tabellenführer VfB Stuttgart sind nach ihren Corona-Erkrankungen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Die beiden Leistungsträger hatten aufgrund eines positiven Coronatests den Saisonauftakt im Pokal sowie in der Liga verpasst.

Nach dem 5:1 gegen Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth könnten der österreichische Torjäger Kalajdzic sowie der französische Flügelspieler Coulibaly damit wieder eine Option für das Spiel am Freitag (20.30 Uhr/Dazn) bei Vizemeister RB Leipzig sein. Der ebenfalls positiv getestete Nikolas Nartey ist derweil weiterhin in Quarantäne, VfB-Sportdirektor Sven Mislintat erwartet eine Rückkehr in der nächsten Woche.

Auch das Comeback von Silas Katompa Mvumpa nach dessen Kreuzbandriss-Verletzung muss noch auf sich warten lassen. „Die Rückkehr von Silas nimmt noch eine gewisse Zeit in Anspruch. Er ist aber athletisch schon sehr weit“, sagte Mislintat.

Drittligist TSV Havelse verstärkt sich

Drittliga-Aufsteiger TSV Havelse hat den kanadischen Offensivspieler Kianz Froese verpflichtet. Der 25 Jahre alte Fußballer, der auf Kuba geboren wurde und schon für die Nationalmannschaft Kanadas auflief, hatte zuletzt für den 1. FC Saarbrücken gespielt. Dort war sein Vertrag nach der vergangenen Saison ausgelaufen.

„Mit Kianz Froese bekommen wir weitere Qualität und Erfahrung in der Offensive in unser Team“, sagte Havelses Sportlicher Leiter Matthias Limbach. „Kianz ist unser Wunschspieler und ich bin froh, dass wir den Spieler nun am Ende davon überzeugen konnten, gemeinsam den Weg in der 3. Liga zu gehen.“

Gerd Müller: Öffentliche Gedenkfeier in Nördlingen

Nach dem Tod des früheren Weltklassestürmers Gerd Müller wird es in Nördlingen eine öffentliche Gedenkfeier geben. Die Veranstaltung im Gedenken an die Fußball-Legende findet an diesem Freitag (18 Uhr) im Stadtsaal Klösterle statt. „Wir trauern um einen großen Sohn unserer Stadt, der bei seinen Auftritten im In- und Ausland stets auch Botschafter seiner Heimatstadt Nördlingen war“, erklärte am Dienstag Oberbürgermeister David Wittner.

Neben geladenen Gästen seien auch interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeladen. Wegen der Abstands- und Hygienevorschriften in Corona-Zeiten steht den Angaben zufolge im Stadtsaal nur eine begrenzte Zahl von Sitzplätzen zur Verfügung. Als Zeichen der Trauer hat der Oberbürgermeister zudem am Tag der Gedenkfeier für das Rathaus Trauerbeflaggung angeordnet.

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Gerd Müller war 1964 als 18-Jähriger vom schwäbischen Amateurligisten TSV 1861 Nördlingen zum FC Bayern München gewechselt und prägte als Stürmer eine Ära. Der frühere Nationalspieler starb am Sonntag im Alter von 75 Jahren.

"Bomber der Nation" Gerd Müller im Alter von 75 Jahren gestorben
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Chelseas Abraham für 40 Millionen nach Rom

Stürmer Tammy Abraham von Champions-League-Sieger FC Chelsea ist für eine Ablöse von 40 Millionen Euro zur AS Rom gewechselt. Wie die Italiener mitteilten, unterschrieb der 23-jährige Engländer einen Fünfjahresvertrag bis 2026. Damit reagierte Abraham auf Chelseas Verpflichtung von Romelu Lukaku, der zuletzt für rund 115 Millionen Euro von Inter Mailand zur Mannschaft von Teammanager Thomas Tuchel gekommen war.

„Du kannst spüren, wenn ein Club dich wirklich will, und Rom hat sein Interesse umgehend deutlich gemacht“, sagte Abraham, der im Alter von sieben Jahren erstmals bei den Blues die Fußballschuhe geschnürt hatte. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Chelsea ab 2023 eine Rückkauf-Option in Höhe von 80 Millionen Euro besitzen.

Nationalspieler Timo Werner, der beim Saisonauftakt der Premier League gegen Crystal Palace (3:0) durchspielte, wird in Zukunft mit Star-Stürmer Lukaku um einen Platz in der Startelf kämpfen.

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Kroatien nominiert erstmals Stuttgarts Sosa

Flügelspieler Borna Sosa ist nach seinem überragenden Saisonauftakt beim VfB Stuttgart erstmals für die kroatische Nationalmannschaft nominiert worden. Der 23-Jährige wurde von Nationaltrainer Zlatko Dalic für die WM-Qualifikationsspiele in Russland (1. September), in der Slowakei (4. September) und gegen Slowenien (7. September) berufen.

„Ich bin sehr glücklich, in den A-Kader Kroatiens berufen worden zu sein. Vor allem nach der Situation in den vorangegangenen Monaten. Nach über 50 Jugend-Länderspielen ist es eine große Ehre, nun zum ersten Mal Teil der Nationalmannschaft zu sein. Ich freue mich unheimlich darauf“, sagte Sosa der "Bild"-Zeitung. Sosa überzeugte beim Bundesligastart gegen Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth (5:1) mit drei Assists. Bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Viertligisten BFC Dynamo (6:0) erzielte er ein Tor und gab eine Vorlage.

Vor der abgelaufenen EM war Sosa überraschend als Kandidat für die deutsche Nationalmannschaft gehandelt worden. Nach der Einbürgerung des gebürtigen Kroaten im Mai hatte der DFB laut Direktor Oliver Bierhoff die Möglichkeit einer Spielberechtigung für Deutschland prüfen lassen. Weil Sosa, der nun beide Pässe besitzt, aber noch mit 22 Jahren für die kroatische U21 aktiv war, war ein Verbandswechsel nicht mehr möglich.

Italien: Gosens-Club mit großem Fanzuwachs

Die Anzahl der Fußballfans in Italien ist gesunken. Wie aus einer Umfrage der Meinungsforschungsinstitute StageUp und Ipso hervorgeht, bezeichnen sich nur noch 24,6 Millionen Italiener als Fußballfans – ein Rückgang von 2,6 Prozent im Vergleich zur Saison 2019/20 (25,5 Millionen Fans). Laut der Umfrage, die von der Gazzetta dello Sport veröffentlicht wurde, ist der Rückgang vor allem auf die während der Pandemie geschlossenen Stadien zurückzuführen.

Rekordmeister Juventus Turin bleibt der Club mit der größten Anhängerschaft – 8,2 Millionen Fans weist der Verein um Superstar Cristiano Ronaldo auf, ein Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zur Saison 2019/20. Atalanta Bergamo um Nationalspieler Robin Gosens kann einen Fans-Zuwachs von 19 Prozent auf 350.000 Anhänger vorweisen.

Ab der neuen Saison, die am kommenden Sonnabend beginnt, sollen die Stadien wieder mit 50 Prozent Fan-Auslastung gefüllt werden. Voraussetzung ist ein „Grüner Pass“, also ein Impf-, Genesenen- oder negativer Testnachweis.

Ausrüster sucht 1703 "Diego Armandos"

Eine einmalige Aktion zum Gedenken an Diego Armando Maradona sorgt in der argentinischen Heimat der verstorbenen Fußball-Ikone für Aufsehen. Als Ausrüster von Maradonas früherem Club Boca Juniors Buenos Aires hat adidas eine Suche nach allen Argentiniern mit dem vollständigen Vornamen des unvergessenen Genies gestartet, die 1981 im Jahr von Bocas Meisterschafts-Triumph mit dem Kapitän von Argentiniens Weltmeisterteam von 1986 geboren worden sind.

Laut behördlichem Melderegister wurden vor 40 Jahren in Argentinien im Zuge des Hypes um den damals erst 21 Jahre alten Maradona exakt 1703 Babys nach dem „Goldjungen“ benannt. Nach offiziellen Angaben ist es das Jahr mit den meisten neugeborenen Diego Armandos. 1981 geborene Namensvetter des legendären Ballkünstlers sollen als Geschenk ein Retro-Trikot der Boca Juniors erhalten. Die Aktion ist Teil der Promotionkampagne für den neuen Dress des früheren Weltpokalsiegers, der dem Design der Boca-Trikots von 1981 nachempfunden ist.

Maradona, der im Herbst vergangenen Jahres im Alter von 60 Jahren nach einem Herzinfarkt verstarb, pflegte eine besonders innige Beziehung zu den Boca Juniors und fühlte sich im Stadion „La Bombonera“ buchstäblich wie in seinem Wohnzimmer. Zwar hatte Maradona den Verein 1982 nach nur einem Jahr in Richtung des FC Barcelona verlasen, doch aufgrund seiner Verbundenheit heuerte „El Dieguito“ 1995 nach Ablauf einer Dopingsperre ein zweites Mal bei den Boca Juniors an und feierte später in ihrer Arena auch einen rauschenden Abschied als Profifußballer.

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Maradonas Tod beschäftigt die argentinische Öffentlichkeit bis heute. Ende Juni erreichten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Totschlags durch Einzelverhöre von sieben Verdächtigen vor allem aus Maradonas Ärzte-Team eine wegweisende Phase, nachdem ein Expertengremium die medizinische Versorgung in den letzten Stunden vor Eintritt des Todes als unzureichend eingestuft hatte. Die Entscheidung über die Eröffnung eines Strafprozesses steht noch aus.

Tod von Maradona: Beginn der Anhörung von Pflegern und Ärzten
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Leipziger Sörloth eine Option bei Marseille?

Olympique Marseille hat offenbar Interesse an Alexander Sörloth von RB Leipzig. Der norwegische Nationalstürmer konnte sich beim Bundesligisten bisher nicht durchsetzen und soll verkauft werden. Laut einem Bericht der französischen Sporttageszeitung „L'Équipe“ ist der 25-Jährige ein ernsthafter Kandidat bei Marseilles Präsident Pablo Longoria, sollte man selbst Angreifer Dario Benedetto an Betis Sevilla verkaufen können.

Sörloth war im Sommer 2020 für 20 Millionen Euro von Crystal Palace nach Leipzig gewechselt und sollte dort das Erbe von Timo Werner antreten. Allerdings gelangen dem Norweger in 29 Bundesliga-Spielen nur fünf Tore, lediglich 13 Mal stand er in der Startelf. In dieser Spielzeit kam Sörloth noch gar nicht zum Einsatz. Aktuell fehlt er erkrankt.

Schult kritisiert mangelndes Bundesliga-Interesse an Olympia

Nationaltorhüterin Almuth Schult hat das mangelnde Interesse der Bundesliga an den Olympischen Spielen in Tokio kritisiert. Sie sei „ziemlich enttäuscht“ vom deutschen Fußball und „wie weit hinten die Olympischen Spiele in der Wichtigkeit kategorisiert wurden“, schrieb die 30-Jährige in ihrer Kolumne für das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

„Für fast alle Sportler ist eine Olympiateilnahme das Größte, was es überhaupt gibt“, so die Olympiasiegerin von Rio, „dagegen stand für viele Vereine der Männer-Bundesliga außer Frage, die Vorbereitung auf die neue Saison höher einzuordnen und Spieler für diese großartige Erfahrung nicht freizustellen.“ Dass es Spieler gab, „die tatsächlich freiwillig verzichteten, kann ich mir nur schwer vorstellen“.

Die deutsche Mannschaft, die mit nur 18 statt der erlaubten 22 Profis die Reise nach Tokio angetreten hatte, war bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. Vielleicht müsse man unter diesen Umständen darüber nachdenken, „ob der Männerfußball weiter an Olympia teilnehmen möchte und diesem historischen Kräftemessen der Besten der Welt wirklich gerecht wird“, so Schult.

Hertha bestätigt Eingang der letzten Windhorst-Rate

Hertha BSC hat den Eingang der letzten noch ausstehenden Zahlung von Investor Lars Windhorst bestätigt. Die Berliner teilten am Dienstag mit, den Betrag in Höhe von 30 Millionen Euro aus der Investmentvereinbarung mit Windhorsts Unternehmen Tennor erhalten zu haben. Damit seien alle Vereinbarungen erfüllt und die Eigenkapitalfinanzierung beendet worden. „Gerade in der schwierigen Zeit der Pandemie sichern Tennors Eigenkapitalbeiträge Handlungsspielräume für die Hertha BSC GmbH & Co. KGaA und unser Profiteam,“ sagte Carsten Schmidt, Geschäftsführer der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA.

Seit 2019 hat Windhorst somit die vertraglich vereinbarten rund 375 Millionen Euro an den Hauptstadtclub gezahlt. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Berichte über Probleme bei der Zahlungsabwicklung gegeben. Diese waren sowohl von dem Investor als auch von Hertha BSC zurückgewiesen, zwischenzeitliche Kommunikationsprobleme in der Zusammenarbeit aber eingeräumt worden.

Windhorst hält durch sein Investment 66,6 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Langfristig möchte der 44-Jährige den Verein mit seinen Finanzmitteln in die Champions League führen und am liebsten als internationale Marke etablieren. Der von ihm geprägte Begriff des Big City Clubs hatte auch vereinsintern zu Diskussionen geführt.

Bender-Zwillinge genießen Kreisklassen-Flair

Für die langjährigen Bundesligaprofis Lars und Sven Bender (32) ist die Rückkehr in die heimische Kreisklasse Herzensangelegenheit und ungewohnte Herausforderung zugleich. „Es macht unheimlich Spaß. Wir wollen auch der Region etwas zurückgeben“, sagte Sven Bender in der ran Bundesliga Webshow über das Engagement beim TSV Brannenburg.

Die Rückkehr zu den fußballerischen Wurzeln bringt aber eben auch besondere Rituale mit sich. „Ein Tragerl Bier steht immer da. Wenn du da nach dem Spiel mal ne Halbe trinkst, wird man nicht negativ beäugt, dann wird einem gleich die zweite angeboten“, berichtete Lars Bender. „Da haben wir noch einiges aufzuholen. Es ist also so, dass die Jungs uns auch noch was beibringen können.“

Die Bender-Zwillinge hatten nach der vergangenen Saison bei Bayer Leverkusen ihre Profi-Laufbahn beendet. „Wir haben uns die Frage gestellt, ob wir noch jeden Tag unsere Leistung abrufen können. Für uns hätte es sich so angefühlt, als würden wir uns selbst ein bisschen betrügen“, erklärte Lars Bender.

Bayern erhöhen Klimaschutz-Engagement

Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer will im Kampf gegen den Klimawandel weitere Zeichen setzen. Beim Rekordmeister sei Umweltschutz ein großes Thema, sagte Hainer dem Kicker: „Von der Abfallvermeidung über den Einsatz energiesparender Technologien bis hin zu den Elektroautos, die unsere Profis fahren. Wir werden da unser Engagement noch verstärken. Das Ziel ist eine klimaneutrale Allianz Arena.“

Der Fokus liegt darin, den folgenden Generationen „eine lebenswerte Welt“ zu hinterlassen, sagte Hainer: „Klimaschutz ist deshalb zu Recht im Fußball ein zentrales Nachhaltigkeitsziel geworden.“

Außerdem sollte der Fußball seinen Einfluss laut Hainer weiter ausüben, „um positive gesellschaftliche Entwicklungen zu unterstützen und negative zu verhindern“.

( HA/sid/dpa )

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