Nationalmannschaft

Marketing statt Werte? DFB verhandelt mit Qatar Airways

Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island im März setzte das DFB-Team mit dem Schriftzug "Human Rights" ein Zeichen für mehr Menschenreche - eine Kritik auch an den Bedingungen in Katar, dem Gastgeberland der WM 2022.

Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island im März setzte das DFB-Team mit dem Schriftzug "Human Rights" ein Zeichen für mehr Menschenreche - eine Kritik auch an den Bedingungen in Katar, dem Gastgeberland der WM 2022.

Foto: dpa

Geht der Deutsche Fußball-Bund, ein gemeinnütziger Verein, eine Kooperation mit der Fluglinie Qatar Airways ein?

Frankfurt/Main. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwägt Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge eine Kooperation mit Qatar Airways. Mit Bezug auf „mehrere Quellen aus politischen und wirtschaftlichen Kreisen“ berichtet die „SZ“, der DFB stehe derzeit in Verhandlungen mit der staatlichen Fluglinie des WM-Gastgebers von 2022. Der DFB in Person von Marketingchef Holger Blask äußerte sich der Zeitung gegenüber dazu inhaltlich nicht.

Wie die Bild am Sonntag und die dpa übereinstimmen berichten, soll diesbezüglich der Vertrag zwischen dem DFB und der Lufthansa vorzeitig zum 31. Dezember beendet werden. Nach dpa-Informationen wurde dies während einer Sitzung des DFB-Präsidiums am vergangenen Donnerstag beschlossen. Eine offizielle Stellungnahme dazu lag zunächst nicht vor. Die Partnerschaft mit der größten deutschen Fluggesellschaft war ursprünglich bis ins Jahr 2022 ausgelegt.

Nationalspieler setzten noch im März ein Zeichen für Menschenrechte

Nationalspieler wie der jüngst zurückgetretene Toni Kroos hatten mangelnde Rechte von Arbeitern und die Diskriminierung von Homosexuellen im Emirat offen angesprochen. Die Nationalmannschaft hatte sich vor ihrem WM-Qualifikationsspiel gegen Island im März mit dem Slogan „Human Rights“ positioniert. Die Shirts mit den aufgemalten elf Buchstaben wurden danach zugunsten der Obdachlosenhilfe versteigert.

Die erste Analyse: Was die Deutsche Nationalmannschaft aus dieser EM lernen kannMit dem Schriftzug wollten DFB und Nationalmannschaft auf die Allgemeine Erklärung für Menschenrechte der Vereinten Nationen aufmerksam machen. Gedeutet wurde dies als explizites Zeichen in Richtung Katar. Qatar Airways sponsert unter anderem die Europäische Fußball-Union (Uefa), den Weltverband Fifa, Bayern München und Paris St. Germain, das in Besitz der staatlichen Qatar Sports Investments ist. (sid)

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