Fußball-Ticker

Nach 56 Jahren: Uefa kippt Auswärtstor-Regel

Lesedauer: 6 Minuten
Uefa-Präsident Aleksander Ceferin begrüßt die Änderung der Auswärtstor-Regel

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin begrüßt die Änderung der Auswärtstor-Regel

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 24. Juni 2021:

Sabitzer soll Calhanoglu beim AC Mailand ersetzen

Der österreichische Fußball-Nationalspieler Marcel Sabitzer (27) vom Bundesligisten RB Leipzig wird laut italienischen Medienberichten vom AC Mailand umworben. Der Mittelfeldspieler soll bei den Lombarden den zu Meister Inter Mailand abgewanderten Ex-Bundesliga-Profi Hakan Calhanoglu ersetzen.

Sabitzer selbst wollte zu den Spekulationen nicht Stellung nehmen. Sein Kontrakt bei Leipzig läuft noch eine weitere Saison.

Werder Bremen verstärkt sich mit Defensivspieler Rapp

Bundesliga-Absteiger Werder Bremen hat Nicolai Rapp von Fußball-Bundesligist Union Berlin verpflichtet. Der Defensivspieler, der in den vergangenen anderthalb Jahren an Darmstadt 98 verliehen gewesen war und dort mit dem neuen Werder-Trainer Markus Anfang zusammengearbeitet hat, ist nach Anthony Jung der zweite Neuzugang der Norddeutschen für die kommende Spielzeit. Wie lange Rapps Vertrag gilt, teilten die Bremer am Donnerstag nicht mit.

„Er ist ein sehr fleißiger, flexibel einsetzbarer Spieler, der die 2. Liga gut kennt und Potential für mehr hat“, wird Bremens Geschäftsführer Fußball, Frank Baumann, vom Club zitiert.

Für Darmstadt, Union Berlin, die SpVgg Greuther Fürth und Erzgebirge Aue spielte Rapp mehr als 100 Mal in der zweiten Liga. Dabei gelangen dem 24-Jährigen, der hauptsächlich in der Innenverteidigung oder als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt worden war, drei Tore.

Nach 56 Jahren: Uefa kippt die Auswärtstor-Regel

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat die Auswärtstore-Regel im Europacup abgeschafft. Die Entscheidung des Exekutivkomitees gab der Verband am Donnerstag bekannt.

Die seit dem Jahr 1965 gültige Regel fällt bereits ab der kommenden Saison weg. Bei Torgleichheit nach dem Hin- und Rückspiel geht es künftig in die Verlängerung. Falls danach noch keine Entscheidung gefallen ist, folgt das Elfmeterschießen.

„Die Auswärtstorregel ist seit ihrer Einführung im Jahr 1965 fester Bestandteil der Uefa-Wettbewerbe. Die Frage ihrer Abschaffung wurde jedoch in den letzten Jahren bei verschiedenen Uefa-Sitzungen diskutiert“, sagte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin: „Obwohl es keine Einigkeit in den Ansichten gab, haben viele Trainer, Fans und andere Fußballakteure ihre Fairness infrage gestellt und sich für eine Abschaffung der Regel ausgesprochen.“

In der Qualifikation zu Uefa-Turnieren wird die Regel ebenfalls abgeschafft, wenn zwei oder mehr Mannschaften in der Gruppenphase punktgleich sind. Sie bleibt allerdings bestehen, wenn weitergehend zusätzliche Kriterien ins Spiel kommen müssen, die auf alle Gruppenspiele angewendet werden. So soll eine maximale Anzahl von sportlichen Kriterien beibehalten werden.

Boateng lässt sich nach Transfer Hertha-Tattoo stechen

Die Rückkehr zu seinem Heimatverein Hertha BSC geht Kevin-Prince Boateng unter die Haut. Der 34 Jahre alte Fußballprofi hat sich die Hertha-Fahne auf den Solarplexus tätowieren lassen und Bilder über Twitter und die vereinseigene Webseite veröffentlicht. „Das hat verdammt weh getan, aber ist einfach ein Symbol meiner Verbundenheit zu Hertha“, sagte Boateng auf der Internetseite des Vereins, „das Tattoo zeigt, dass dieser Verein und diese Stadt mein Zuhause sind.“ Boateng hatte am Mittwoch einen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten für eine Saison unterschrieben.

Der ehemalige Nationalspieler von Ghana, der im Berliner Stadtteil Wedding aufgewachsen ist, kam 1996 als Neunjähriger zur alten Dame und spielte bis 2007 für Hertha. Danach verließ Boateng den Verein und spielte in den letzten 14 Jahren für insgesamt 13 Clubs.

Vor sechs Jahren reifte der Gedanke an eine Rückkehr: „Jetzt ist der Moment da! Ich werde das wohl erst glauben, wenn ich auf dem Trainingsplatz stehe und später unser Trikot endlich wieder überstreife. Das Gefühl ist auf jeden Fall wunderschön.“

Brasilien sichert sich Gruppensieg bei Copa America

In einer hitzigen Partie hat der fünfmalige Fußball-Weltmeister Brasilien bei der Copa America den Gruppensieg klargemacht. Der Gastgeber setzte sich mit 2:1 (0:1) gegen Kolumbien durch, den Siegtreffer erzielte Real Madrids Mittelfeldmotor Casemiro erst in der zehnten Minute der Nachspielzeit - per Kopf nach einer Ecke von Superstar Neymar.

Zuvor hatte im Estadio Nilton Santos von Rio de Janeiro Liverpools Torjäger Roberto Firmino (78.) ebenfalls per Kopf die frühe Führung der Cafeteros durch Luis Diaz (10.) egalisiert. In der Entstehung des Ausgleichs war der Ball jedoch vom argentinischen Schiedsrichter Nestor Pitana (46), der das WM-Finale 2018 gepfiffen hatte, abgeprallt, was minutenlange Proteste der Kolumbianer nach sich zog und damit erst die lange Nachspielzeit möglich machte.

Mit dem zehnten Sieg in Folge übertraf Nationaltrainer Tite (60) seine Rekordmarke von bisher neun Erfolgen, aufgestellt gleich zu Beginn seiner im September 2016 gestarteten Amtszeit. Die längste Siegstrecke mit der Selecao hatte Trainerlegende Mario Zagallo 1997 in 14 Spielen aufgestellt.

Leipzig will Hamburger Nachwuchsstar Nmecha holen

Bei der Europameisterschaft machte Lukas Nmecha als Torschützenkönig auf sich aufmerksam. Nun könnte der gebürtige Hamburger einen neuen Anlauf in der Bundesliga wagen. Der 22-Jährige, der beim englischen Topclub Manchester City unter Vertrag steht und zuletzt an den RSC Anderlecht ausgeliehen war, soll unmittelbar vor einem Wechsel zu RB Leipzig stehen. Als Ablösesumme stehen rund zehn Millionen Euro im Raum. Leipzig hat sich dem Vernehmen nach gegen die Bundesliga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart durchgesetzt.

( sid/dpa/ber )