Fußball

DFB-Held Robin Gosens: "Da geht mir wieder einer ab"

Lesedauer: 2 Minuten
Robin Gosens

Robin Gosens

Foto: Getty

Robin Gosens überragt beim 4:2 gegen Portugal. Anschließend stand der überglückliche Linksverteidiger noch Rede und Antwort.

München. Dieser Abend eignete sich wieder bestens für ein neues Kapitel in dieser verrückten Geschichte. Zwei Vorlagen, das 4:1 selbst erzielt: Robin Gosens war beim 4:2 (2:1)-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft der Mann des Tages. Durch den Sieg mischt die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw wieder voll mit in Europameisterschafts-Gruppe F.

Robin Gosens macht gegen Portugal das Spiel seines Lebens

"Du kannst mich gerne zwicken, selbst dann glaube ich das nicht", sagte der 26 Jahre alte Gosens nach Abpfiff am Sportschau-Mikrofon. Es ist ja auch eine Geschichte, die eigentlich zu märchenhaft ist, um sie zu glauben: Als Jugendlicher fiel Gosens beim BVB-Probetraining durch, war nie in einem Nachwuchsleistungszentrum. Über die Umwege Amateurfußball mit den Kumpels auf dem Dorf - inklusive durchzechten Nächten - und die Niederlande landete er schließlich in Italien. Bei Atalanta Bergamo mauserte sich der Linksverteidiger zu den besten Spielern der Serie A auf seiner Position. Und nun auch in der Nationalmannschaft.

Robin Gosens blickt schon auf das DFB-Spiel gegen Ungarn

"Das ist geil", beschrieb Gosens seinen Gefühlszustand. "Ein Tor für die Nationalmannschaft zu schießen, ist immer besonders, und dann bei so einem großen Turnier und in einem Spiel, das für den weiteren Turnierverlauf so wichtig ist. Da geht mir wieder einer ab." Es sind Sätze, die diesen Spieler so auszeichnen. Klar, direkt, schwafellos. So ist auch sein Spielstil. "Ich bin super happy. Ich werde das heute noch genießen und vielleicht auch morgen noch. Aber dann geht die Fahrt schon Richtung Ungarn. Da müssen wir drei Punkte holen", so Gosens. Am Mittwoch (21 Uhr/ZDF) geht es dann um den Gruppensieg.

DFB-Team hat nach 4:2-Spektakel Achtelfinale vor Augen

In der 62. Minute wurde der gebürtige Emmericher dann für Marcel Halstenberg ausgewechselt. Die Adduktoren schmerzten. "Zum Glück hat mich der Coach noch ein wenig drauf gelassen, damit ich die Hütte machen konnte", erklärte er und grinste dabei.

Robin Gosens: Haben uns für unseren Spirit belohnt

Die enorme Leistungssteigerung im Vergleich zur Frankreich-Partie (0:1) habe sich schon im Abschlusstraining angedeutet. "Jogi Löw hat uns eingeheizt. Es war ein Alles-oder-nichts-Spiel. Jedem war klar, was auf dem Spiel steht, dass ordentlich Druck auf dem Kessel ist. Und das haben wir mit Bravour gelöst, alle an einem Strang gezogen. Wir haben uns für unseren Spirit belohnt." Und Robin Gosens selbst spielte in dieser Geschichte mal wieder eine Hauptrolle. (chwo)