Fußball-Ticker

Frankfurt mit neuem Manager einig – Stöger vor Köln-Rückkehr

Lesedauer: 9 Minuten
Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche steht vor einem Wechsel zu Eintracht Frankfurt.

Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche steht vor einem Wechsel zu Eintracht Frankfurt.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 30. April 2021:

Koeman für zwei Spiele gesperrt

Der FC Barcelona muss im vielleicht vorentscheidenden Duell um die Meisterschaft auf seinen Trainer Ronald Koeman verzichten. Der Niederländer wurde nach seiner Roten Karte bei der Heimniederlage gegen den FC Granada (1:2) vom spanischen Verband für zwei Spiele gesperrt. Koeman habe sich „abfällig und respektlos“ gegenüber dem Vierten Offiziellen verhalten.

Der 58-Jährige fehlt Barça damit in den Spielen beim FC Valencia (2. Mai) und gegen Spitzenreiter Atlético Madrid (8. Mai). Atlético führt die Tabelle fünf Spieltage vor Saisonende mit zwei Punkten Vorsprung auf Real Madrid und Barcelona an.

Die Tabellenspitze in Spanien:

1. Atlético Madrid 38 Sp. / 67:25 Tore / 86 Pkt.
2. Real Madrid 38 Sp. / 67:28 Tore / 84 Pkt.
3. FC Barcelona 38 Sp. / 85:38 Tore / 79Pkt.
4. FC Sevilla 37 Sp. / 52:33 Tore / 74 Pkt.

Krösche soll Sportchef in Frankfurt werden

Markus Krösche soll der „Bild“ zufolge neuer Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt werden. Beide Parteien sollen sich darüber bereits einig sein. Die Hessen suchen derzeit einen Nachfolger für Fredi Bobic, den es nach Saisonende zu Hertha BSC zieht. Krösches Vertrag bei RB Leipzig wurde erst in dieser Woche zum 30. Juni 2021 aufgelöst, er ist somit freigestellt. Auch HSV-Manager Jonas Boldt war zwischenzeitlich als neuer Sportchef der Eintracht im Gespräch.

Stöger trifft sich mit Kölner Sportchef Heldt

Der 1. FC Köln intensiviert seine Bemühungen um eine Rückkehr von Ex-Trainer Peter Stöger. Laut „Bild“ ist am Wochenende in Wien ein Treffen zwischen FC-Boss Horst Heldt und Stöger geplant, der den vom Abstieg bedrohten Club schon von 2013 bis 2017 trainierte. Derzeit betreut der 55-Jährige Austria Wien, hört dort aber zum Ende der Saison auf. Als Retter in der Not wurde Friedhelm Funkel angeheuert, der jedoch nach dieser Saison definitiv nicht mehr zur Verfügung steht.

Da die Bundesliga-Clubs Mitte Mai in Quarantäne-Trainingslager einziehen müssen, wolle Heldt das Gespräch mit Stöger vorher suchen. Persönliche Kontakte sind in dieser Phase nicht möglich, und bis zum Saisonende stehen nur noch drei Spiele an. Köln steht aktuell mit 29 Punkten auf dem Abstiegs-Relegationsrang 16.

„Die Quarantäne ist natürlich grundsätzlich die richtige Entscheidung, um den Spielbetrieb bis zum Saisonende sicher zu stellen. Allerdings sorgt sie für Einschränkungen bei der Arbeit“, sagte Sportchef Heldt zur Situation. Auch Thorsten Fink und Steffen Baumgart seien nach wie vor Kandidaten beim 1. FC Köln, berichtet die „Bild“. Heldt wolle so schnell wie möglich einen neuen Trainer holen, damit dieser bereits in die Planungen für die neue Saison einbezogen werden kann.

Klopp unterstützt Social-Media-Boykott

Jürgen Klopp hält den viertägigen Boykott der sozialen Medien durch die Clubs der Premier League für eine gute Idee. „Ich unterstütze alle Klubs darin. Es muss sich etwas ändern“, sagte der Teammanager vom FC Liverpool. Fußball-Profis führten inzwischen ein öffentliches Leben, meinte Klopp. „Wenn Sie die Spieler aus früheren Tagen fragen, welches Leben sie rund um die Spiele geführt haben – das ist alles vorbei. Das passiert einfach nicht mehr. Und einer der Gründe dafür sind die sozialen Medien.“

Er selbst sei kein wahrer Experte auf diesem Feld, betonte Klopp. In seiner Mannschaft seien aber schon mehrere Spieler von Online-Hass betroffen gewesen. „Und ich habe darüber mit den Jungs auch schon ein paar Gespräche geführt“, sagte er. Die Vereine wollen ihre Kanäle auf den betroffenen Online-Portale bis Montag nicht bespielen.

Super League? ManUnited schließt neuen Anlauf aus

Manchester United hat einen zweiten Versuch einer europäischen Super League ausgeschlossen. „Ich kann Ihnen versichern, dass wir unsere Lektion gelernt haben und kein Revival der Pläne anstreben“, sagte Geschäftsführer Ed Woodward bei einem Treffen mit erzürnten Fans. Er bedauere es, vor der Entscheidung nicht das Gespräch mit den Anhängern gesucht zu haben.

United war einer von zwölf Clubs, die als Gründungsmitglieder der Super League vorgesehen waren. Diese war allerdings nach heftigen Protesten nach nur 48 Stunden kollabiert. Woodward hatte schon während der heftigen Proteste angekündigt, sein Amt zum Jahresende nach 16 Jahren niederzulegen. Viele United-Fans sind damit aber noch nicht zufrieden und fordern auch den Rücktritt von Clubboss Joel Glazer. Der Amerikaner war bei der Super League als Vize-Präsident vorgesehen.

Paris will mit Draxler verlängern

Julian Draxler soll laut der „L'Équipe“ ein Angebot von Paris Saint-Germain über eine Vertragsverlängerung bekommen haben. Der Hauptstadtclub soll dem deutschen Nationalspieler eine Offerte für ein Jahr gemacht haben. Der aktuelle Kontrakt von Draxler endet zum 30. Juni. Der 27-Jährige spielt seit Januar 2017 bei PSG. Draxler wurde jüngst auch immer wieder mal mit einer Rückkehr in die Bundesliga in Verbindung gebracht. Über den FC Schalke 04 und den VfL Wolfsburg war der Angreifer in Paris gelandet.

Juve will Pirlo durch Allegri ersetzen

Nach den gescheiterten Plänen einer Super League und der verpassten Meisterschaft bahnt sich bei Juventus Turin ein Stühlerücken an. John Elkann, Präsident des Hauptanteilseigners Exor, hat laut „Gazzetta dello Sport" ein Gespräch mit seinem Cousin, Juve-Clubchef Andrea Agnelli, geführt. Dabei sei über einen Trainerwechsel diskutiert worden.

Andrea Pirlo, der zu Saisonbeginn als Coach-Debütant das Ruder übernommen hatte, soll durch Ex-Trainer Massimiliano Allegri ersetzt werden. Der 53 Jahre alte Allegri war trotz fünf Meisterschaften in Folge am Ende der Saison 2018/19 beurlaubt worden und hatte sich eine berufliche Auszeit genommen. Seitdem war er schon als Trainer bei Spitzenvereinen wie Real Madrid und dem FC Barcelona im Gespräch gewesen.

Die Tabellenspitze in Italien:

  • 1. Inter Mailand: 35 Spiele, 85 Punkte, + 49 Tore
  • 2. Atalanta Bergamo: 35 Spiele, 72 Punkte, + 42 Tore
  • 3. AC Mailand: 35 Spiele, 72 Punkte, + 24 Tore
  • 4. SSC Neapel: 35 Spiele, 70 Punkte, + 39 Tore
  • 6. Juventus Turin: 35 Spiele, 69 Punkte, + 33 Tore

Ungewiss ist auch die Zukunft von Juventus-Boss Andrea Agnelli. Durch den gescheiterten Super-League-Vorstoß hatte der 45-Jährige sein Amt als wichtiger Uefa-Funktionär aufgeben müssen. Die „Gazzetta" bringt den Cousin Agnellis, den 47 Jahre alten Manager Alessandro Nasi, als möglichen Nachfolger ins Spiel.

Ajax verlängert mit Trainer ten Hag

Ajax Amsterdam hat seinen Vertrag mit Erfolgstrainer Erik ten Hag bis 2023 verlängert. Das teilte der niederländische Rekordmeister mit. Sein ursprünglicher Vertrag lief bis Juli 2022. Der 51-Jährige ist seit Ende Dezember 2017 Cheftrainer von Ajax. Ten Hag war auch beim Trainer-Wechselspiel in der Bundesliga im Gespräch und wurde hoch gehandelt. Ajax kann an diesem Wochenende zum 35. Mal den nationalen Titel gewinnen.

Bereits in der Spielzeit 2018/2019 wurde die Mannschaft unter Erfolgscoach ten Hag Meister und gewann auch den Pokal. Außerdem erreichte der Club das Halbfinale der Champions League. Auch in dieser Saison kann den Amsterdamer das Double kaum noch entgehen: Ajax liegt fast uneinholbar zwölf Punkte vor PSV Eindhoven auf Platz eins der Eredivisie. Ein Remis würde Amsterdam zum Titel reichen. Vor zwei Wochen gewann der Club bereits den Pokal.

Fifa bestraft erstmals „Brückentransfer“

Die Fifa hat erstmals Strafen wegen eines Transfers über einen Zwischenverein verhängt. Der französische Erstligist Angers SCO und Zweitligist FC Paris wurden jeweils mit einer nationalen und internationalen Transfersperre für eine Periode sowie einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Schweizer Franken (ca. 27.300 Euro) belegt.

Geahndet wurde der Fall eines Spielers, der am 1. Juli 2020 in Paris seinen ersten Profivertrag abgeschlossen hatte, nachdem er als Amateur in Frankreich und Spanien gespielt hatte. Am 18. August wurde er nach Angers transferiert.

Nach Ansicht der Fifa-Disziplinarkommission diente der Transfer nach Paris „nicht dazu, organisiert Fußball zu spielen, sondern die Bestimmungen betreffend Ausbildungsentschädigung zu umgehen“. Daher handelte es sich laut Fifa um einen „Transfer über einen Zwischenverein“. Diese sind seit 2020 nach Artikel 5bis des Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern verboten.

Leverkusen bis Saisonende ohne Alario

Für Lucas Alario von Bayer 04 Leverkusen ist die Saison vorzeitig beendet. Wie der Bundesliga-Sechste mitteilte, hat sich der 28 Jahre alte argentinische Nationalspieler im Training der Werkself eine Muskel-Sehnenverletzung im rechten Oberschenkel zugezogen. Die Ausfallzeit des Angreifers wird nach Vereinsangaben sechs bis acht Wochen betragen.

( sid/dpa/HA )