Fußball-Ticker

Julian Green und Fürth verdrängen den HSV vom Aufstiegsplatz

Lesedauer: 16 Minuten
Julian Green läutete in Darmstadt die Fürther Aufholjagd ein.

Julian Green läutete in Darmstadt die Fürther Aufholjagd ein.

Foto: Imago/Beautiful Sports

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 16. April 2021:

Leipzig nur 0:0 gegen Hoffenheim

RB Leipzig hat sich im Fernduell mit Bayern München einen weiteren Patzer geleistet. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann kam am Freitagabend gegen die TSG Hoffenheim nicht über ein 0:0 hinaus. Damit verpassten es die Sachsen, die Bayern vor deren Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am Sonnabend unter Druck zu setzen.

Stattdessen muss Verfolger RB fürchten, nach dem Spieltag wieder sieben Punkte hinter dem Rekordmeister zu stehen. Hoffenheim bleibt in der Fußball-Bundesliga zwar auch das fünfte Spiel nacheinander ohne Sieg, dürfte den Punktgewinn bei RB aber als Erfolg verbuchen.

Fürth verdrängt den HSV vom Aufstiegsplatz

Greuther Fürth hat eine bittere Niederlage im Aufstiegsrennen der 2. Liga mit einem Kraftakt vermieden. Die Franken erholten sich bei Darmstadt 98 von einem 0:2-Pausenrückstand und schlugen noch zum 2:2 zurück. Damit eroberten die Fürther den zweiten direkten Aufstiegsplatz vom HSV.

Eintracht Braunschweig sammelt Punkt um Punkt für den Klassenerhalt. Der frühere deutsche Meister erkämpfte gegen den SC Paderborn ein 0:0 und hat somit nur eines seiner vergangenen neun Spiele verloren. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 (VfL Osnabrück) beträgt zumindest vorübergehend vier Punkte.

Die Fürther wollten auch endlich Wiedergutmachung für das peinliche 0:4 im Hinspiel betreiben, sie wurden aber sofort erneut eiskalt erwischt. Tobias Kempe (2.) schlenzte einen Freistoß über die Mauer an den Innenpfosten und ins Tor.

Darmstadt gewann danach mehr Zweikämpfe und machte auch taktisch vieles richtig. Fürth, die beste Auswärtsmannschaft der Liga, kam hingegen lange überhaupt nicht ins Spiel - Darmstadts Top-Torjäger Serdar Dursun (40.) erzielte gegen seinen Ex-Klub seinen bereits 18. Saisontreffer. Julian Green (69.) gelang dann der Anschluss, Fürth wurde stärker und stärker. U21-Nationalspieler Patrick Raum (75.) erzielte den Ausgleich.

Braunschweigspiel: Elfer und Tor zurückgenommen

In einem schwachen Spiel in Braunschweig gab es zunächst nur einen Aufreger: Eintracht-Stürmer Nick Proschwitz war im Paderborner Strafraum zu Fall gekommen, den zunächst verhängten Foulelfmeter gab es nach Videobeweis aber doch nicht (19.).

Die Gäste, in der Tabelle jenseits von Gut und Böse, hatten zuletzt den Spitzenreiter VfL Bochum verdient 3:0 besiegt – von gesteigertem Selbstvertrauen war bei der Mannschaft des scheidenden Trainers Steffen Baumgart aber wenig zu sehen. Beim vermeintlichen 0:1 stand Dennis Srbeny im Abseits (51.).

DFL bestätigt Spielabsage von Hertha BSC

Die Deutsche Fußball Liga hat nach dem kommenden Bundesliga-Spiel von Hertha BSC beim FSV Mainz 05 auch die weiteren Partien der Berliner gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 abgesagt. Die DFL reagierte damit am Freitag auf die Corona-Quarantäne beim Hauptstadt-Club und gab dem Antrag des Vereins auf eine Verlegung statt. „Neue Spieltermine werden voraussichtlich in der kommenden Woche bekanntgegeben“, hieß es in einer DFL-Mitteilung am Freitag.

Die abstiegsbedrohte Hertha wird somit in diesem Monat kein Bundesliga-Spiel mehr bestreiten. Die Team-Quarantäne läuft noch bis zum 29. April. Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich kündigte am Freitag an, dass man auf einen Terminvorschlag der DFL mit einem eigenen Not-Fahrplan für den Mai reagieren werde. „Es wird keinen perfekten Spielplan geben. Wir werden unseren eigenen Vorschlag einreichen“, sagte der Ex-Nationalspieler.

„Selbstverständlich werden wir uns Gedanken machen, wie diese Spiele neu anzusetzen sind. Das ist eine Herausforderung für den Spielplan, das ist klar“, sagte DFL-Chef Christian Seifert bei „Bild live“. „Es ist aber auch klar, dass so etwas in dieser Zeit passieren kann. Insofern werden wir uns dieser Situation stellen und darüber nachdenken, wie der Plan anzugehen ist.“

Angesichts des Berliner Ernstfalls laufen bei der DFL auch wieder die Diskussionen über eine Anfang des Monats noch abgelehnte generelle Hotel-Quarantäne für alle Teams zur Sicherung des Saison-Endspurts. Nach dpa-Informationen könnte eine solche Regelung zumindest für die letzten beiden Spieltage am 15. und 22. Mai nun doch getroffen werden.

Es seien noch viele sportliche Entscheidungen offen, sagte Seifert mit Blick auf den weiteren Verlauf der Spielzeit vor dem 29. Spieltag an diesem Wochenende. „Es verbietet sich, zum jetzigen Zeitpunkt über einen Saisonabbruch nachzudenken. Das ist auch das Verständnis der 36 Vereine. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass der deutsche Meister am 22. Mai feststehen kann.“

Nach den positiven Corona-Fällen von Trainer Pal Dardai, den Profis Dodi Lukebakio, Marvin Plattenhardt und Co-Trainer Admir Hamzagic war der gesamte Hertha-Kader inklusive Betreuerstab von den Berliner Behörden bis zum 29. April in Quarantäne geschickt worden. Für die Hertha verschärft sich somit die Situation im Abstiegskampf.

Neuer Corona-Fall: Dresden erneut in Quarantäne

Nach der Corona-Infektion von Pascal Sohm muss das komplette Team von Dynamo Dresden in Quarantäne. Das gab der Fußball-Drittligist nach Rücksprache mit dem örtlichen Gesundheitsamt und dem Deutschen Fußball-Bund am Freitag bekannt. „Alle Spieler, die sich zuletzt im Mannschaftstraining befunden haben, befinden sich seit heute Morgen in einer häuslichen Quarantäne, die erst einmal vom Dresdner Gesundheitsamt bis kommenden Montag angesetzt wurde“, erklärte Sportgeschäftsführer Ralf Becker in einer Vereinsmitteilung.

Die für diesen Sonnabend geplante Drittliga-Partie gegen den MSV Duisburg und das für Dienstag angesetzte Spiel beim KFC Uerdingen können daher nicht stattfinden. Nach Mai 2020 und Januar 2021 muss Dynamo bereits das dritte Mal aufgrund mehrerer Corona-Fälle in Isolation.

Zuvor hatte Mittelfeldspieler Ransford-Yeboah Königsdörffer am vergangenen Dienstag einen positiven Test. Am Montag und Dienstag der kommenden Woche sollen weitere PCR-Testreihen stattfinden. Wenn es keine weiteren Corona-Fälle geben sollte, dann könnte Dynamo ab Mittwoch wieder in voller Mannschaftsstärke trainieren.

Ehemaliger Bundesliga-Torjäger übernimmt in Aachen

Der frühere Fußball-Nationalspieler Patrick Helmes wird zur kommenden Saison Cheftrainer beim früheren Bundesligisten Alemannia Aachen in der Regionalliga. Der gebürtige Kölner unterschrieb einen langfristigen Vertrag am Tivoli, eine genaue Angabe über die Dauer machte der Traditionsklub nicht. Der 37-Jährige folgt in Aachen auf Interimscoach Kristoffer Andersen.

„Wir sind überzeugt, dass Patrick Helmes der richtige Trainer für unsere zukünftige Ausrichtung ist“, sagte Alemannias Geschäftsführer Martin Bader über die Verpflichtung des früheren Stürmers. Helmes stehe „für genau die Portion Begeisterung, Professionalität, Ehrgeiz und Erfahrung als Profi und als Trainer, die wir uns für diese Position bei der Alemannia wünschen“, ergänzte der ehemalige Nürnberger Sportvorstand.

In seiner jungen Trainerkarriere arbeitete Helmes bislang für die Nachwuchsabteilung von Bayer Leverkusen, die Reserve des 1. FC Köln, Rot-Weiß Erfurt sowie zuletzt für den österreichischen Bundesligisten FC Admira Wacker Mödling. In seiner aktiven Karriere bestritt Helmes 98 Bundesliga-Spiele (45 Tore), das Trikot des DFB-Teams trug er in 13 Partien (zwei Tore).

„Ich bin total heiß auf die Aufgabe, die bei der Alemannia auf mich wartet. Ich bin es gewohnt, im Team zu arbeiten und werde mich mit meiner Leidenschaft für attraktiven Fußball bei der Alemannia voll und ganz einbringen, damit es den Fans Spaß bereitet, uns Fußball spielen zu sehen“, sagte Helmes.

Hertha BSC droht noch längere Corona-Quarantäne

Die Corona-Zwangspause wird für Hertha BSC zu einer Zeit des bangen Wartens. Schon durch den vierten Corona-Fall hat sich die häusliche Quarantäne für alle Spieler und Betreuer des Berliner Bundesligist bis zum 29. April verlängert. Bei weiteren positiven Test-Ergebnissen in diesem Zeitraum würde die angeordnete 14-tägige Isolation automatisch wieder von vorne beginnen und zu einer heiklen Terminlage im Saison-Endspurt führen. Diese Regelung bestätigte Detlef Wagner, Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit vom zuständigen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, am Freitag. „Für die Hertha gelten natürlich die gleichen Regeln wie für Schulen und Krankenhäuser“, sagte Wagner.

Zunächst waren am Donnerstag nur Trainer Pal Dardai, sein Assistent Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio sowie der als Kontaktperson ersten Grades eingestufte Co-Trainer Andreas Neuendorf in Quarantäne geschickt worden. Alle anderen Akteure sollten sich zur Team-Isolation in ein Hotel begeben. Durch das nach dem gemeinsamen Training bestätigte positive Testergebnis von Abwehrspieler Marvin Plattenhardt verlängerte sich die individuelle häusliche Quarantäne um einen Tag und wurde auf den gesamten Kader und Betreuerstab ausgeweitet.

Am Freitag wurde die Entscheidung zur Verlegung der kommenden drei Hertha-Spiele gegen Mainz 05, den SC Freiburg und Schalke 04 durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) erwartet, für die die Berliner im Abstiegskampf keine Profis mehr zur Verfügung hätten. Diese Partien müssen dann im Mai nachgeholt werden.

Wie der HSV: Werder legt Fan-Anleihe auf

Um dringend benötigtes frisches Geld in die Vereinskassen zu spülen, bietet Fußball-Bundesligist Werder Bremen eine Mittelstandsanleihe an. Ab Mitte Mai stehen Zeichnungsgrößen ab 1000 Euro bereit. Die Hanseaten wollen damit ihre coronabedingten finanziellen Mindereinnahmen, die per 30. Juni bei rund 35 Millionen Euro binnen zwei Spielzeiten liegen könnten, so gut wie möglich kompensieren.

„Wir betteln nicht um Geld, sondern machen ein interessantes Angebot“, sagte Werder-Boss Klaus Filbry zu der Offerte. Die Laufzeit der Anleihe beträgt fünf Jahre und drei Monate, die Verzinsung liegt bei mindestens sechs Prozent.

In der ersten Zeichnungsphase, die am Montag zu Ende ging, wurden bereits mehr als zehn Millionen Euro eingesammelt. Gesetzlich vorgeschrieben war in dieser Zeitspanne eine Zeichnungsgröße von mindestens 100.000 Euro. Die Anleihe lässt insgesamt bis zu 30 Millionen Euro zu, die Norddeutschen peilen eine Einzahlungssumme von rund 20 Millionen Euro an.

Funkel: Lieber Köln als China und Türkei

Der neue Kölner Fußball-Cheftrainer Friedhelm Funkel hat nach seinem Bundesliga-Aus bei Fortuna Düsseldorf vor 15 Monaten zwei Angebote aus der Türkei und China abgelehnt. „So weit weg zu sein von meiner Heimat, vom Niederrhein – das ist einfach nichts für mich“, sagte Funkel der „Kölnischen Rundschau“.

Der 67 Jahre alte Coach hatte eigentlich seine Trainer-Karriere beendet, doch durch die Corona-Pandemie überlegte er es sich anders: „Die Freizeitmöglichkeiten zu Hause sind Corona-bedingt nun mal geringer geworden. Freunde kann ich auch nicht mehr treffen. Und meine Frau ist berufstätig, sie ist fast den ganzen Tag weg.“

Statt angedachte Auslandsreisen nach Neuseeland, Namibia oder Botswana ist es nun wieder Köln geworden, wo er von Februar 2002 bis Oktober 2003 bereits gearbeitet hatte. „Ich liebe das Leben hier in Köln und beim FC und habe mich hier immer wohl gefühlt. Es gibt viele ehemalige Spieler, ungefähr in meinem Alter, mit denen ich zwischendurch immer wieder Kontakt habe. Und natürlich liebe ich den Karneval, der mich eng mit Köln verbindet“, betonte der gebürtige Neusser.

Seinem Vorgänger Markus Gisdol sprach Funkel ein Lob aus: „Markus hat gute Arbeit geleistet. Die Mannschaft ist topfit und versucht alles. Er hatte nicht das Quäntchen Glück – und eben verletzte Spieler. Wie souverän er in der Öffentlichkeit mit der Situation und all den Rückschlägen umgegangen ist, finde ich wahnsinnig toll.“ Funkel startet am Samstag mit dem Spiel bei Bayer Leverkusen in seine Rettermission. Der FC liegt aktuell auf dem vorletzten Platz.

Berater-Aus: Bayern-Star Kimmich vertritt sich künftig selbst

Nationalspieler Joshua Kimmich hat sich nach Informationen der Bild-Zeitung von seiner Beratungs-Agentur „fair-sport GmbH“ mit sofortiger Wirkung getrennt. „Das ist eine bewusste Entscheidung, die ich bereits im vergangenen Jahr getroffen habe“, sagte der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler des deutschen Rekordmeisters Bayern München dem Blatt.

Der Bayernstar wird somit auch seine Verhandlungen mit dem FC Bayern über eine Verlängerung seines 2023 auslaufenden Vertrages zukünftig selbst führen. Kimmich: „Ich habe für mich entschieden, dass ich noch stärker für meine Werte und meine Ansichten einstehen und meiner Eigenverantwortung gerecht werden will. Zudem bin ich davon überzeugt, dass ich meine eigenen Positionen inhaltlich gegenüber Anderen am besten vertreten kann.“

Effenberg warnt FC Bayern vor Flick-Abgang

Der ehemalige Kapitän Stefan Effenberg hält einen möglichen Abgang von Trainer Hansi Flick bei Bayern München aufgrund der Differenzen mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic für „fatal“. Die böseste Konsequenz wäre, „wenn Hansi Flick im Sommer aus freien Stücken von seinem Vertrag zurücktritt. Das wäre für die nächsten Jahre fatal. Denn er ist mit der beste Bayern-Trainer, den es in der Geschichte jemals gab“, sagte Effenberg im Sport1-Podcast „Meine Bayern-Woche“.

Der frühere Nationalspieler nahm zudem die Bayern-Chefetage in die Verantwortung. „Mit Vollgas rangehen und für Ruhe sorgen“, lautete seine Forderung an die Bosse um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Flick besitzt in München noch einen Vertrag bis 2023. Klare Aussagen über seine Zukunft vermied er zuletzt. Flick gilt auch als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Bundestrainer

Vogts hat Verständnis für Ausstiegsklauseln für Trainer

Der frühere Fußball-Bundestrainer Berti Vogts findet es im Zusammenhang mit dem Wechsel von Adi Hütter von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach sinnvoll, für einen Trainer Ablösesummen zu zahlen. „Es ist richtig von Borussia, in einen Trainer mit hoher Qualität Geld zu investieren. Wenn er den Job macht, den ich ihm zutraue, lohnt sich das“, schrieb Vogts in seiner Kolumne in der „Rheinischen Post“. Gladbach muss nach Medienberichten 7,5 Millionen Euro an den Bundesliga-Konkurrenten Frankfurt überweisen, um den 51-jährigen Österreicher aus seinem bis 2023 datierten Vertrag herauszukaufen.

Vogts sieht in Hütter den optimalen Trainer für Gladbach. „Adi Hütter ist für Borussia die beste Lösung als Nachfolger von Marco Rose, den ich als Trainer ja auch sehr schätze. Damit macht Max Eberl klar, dass Borussia weiterhin ambitioniert ist“, sagte der 74-Jährige. Eberl ist Manager der Borussia.

Die Arbeit Hütters in Frankfurt imponiere ihm, schrieb der frühere Mönchengladbacher Spieler. „Was Hütter in Frankfurt zusammen mit Fredi Bobic aufgebaut hat, gefällt mir sehr gut. Fast alle Spieler, die geholt wurden, sind eingeschlagen. Ohne großes Geld wurde da eine Spitzenmannschaft der Bundesliga geformt, die einen Fußball spielt, der Spaß macht.“

( dpa/sid/ber )