Rudern

Bittere Pleite bei der Ruder-EM für den Deutschland-Achter

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Torben Johannesen (26) sitzt seit 2017 im Deutschland-Achter und gewann in dieser Zeit viermal den EM-Titel.

Torben Johannesen (26) sitzt seit 2017 im Deutschland-Achter und gewann in dieser Zeit viermal den EM-Titel.

Foto: Tim Groothuis / WITTERS

Der Hamburger Torben Johannesen spricht Klartext nach der Enttäuschung in Varese. Zeidler holt einzige Goldmedaille.

Hamburg. Für Diplomatie war nach der schlimmsten internationalen Schmach für den Deutschland-Achter seit dem letzten Platz im Hoffnungslauf bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking kein Platz. Und so versuchte Torben Johannesen nach Rang vier bei der Ruder-EM in Varese (Italien) auch gar nicht erst, die Lage zu beschönigen.

„Das ist für uns eine herbe Niederlage. Wir hatten die EM als Standortbestimmung ausgerufen. Jetzt wissen wir, wo wir aktuell stehen, und das ist absolut nicht da, wo wir sein wollen“, sagte der 26-Jährige vom RC Favorite Hammonia, der einziger Hamburger EM-Starter war.

Johannesen kritisiert fehlenden Rhytmus

Die Pleite hatte sich bereits am Freitag abgezeichnet, als der amtierende Weltmeister, der seit 2013 alle acht EM-Titel gewinnen konnte, im Bahnverteilungsrennen ebenfalls nur Rang vier belegt hatte. Am Sonntag im Finale kam das deutsche Paradeboot indes deutlich besser ins Rennen, führte nach der Hälfte der 2000-Meter-Distanz mit rund zehn Metern und fast zwei Sekunden Vorsprung auf Großbritannien.

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„Dann hat unser Steuermann Martin Sauer den Zwischensprint angesagt, und da merkte ich schon, dass der nicht so kraftvoll war wie gewohnt“, sagte Johannesen. Bei 1500 Metern hatten die Briten die Deutschen eingeholt – und was dann folgte, muss man als Einbruch beschreiben. „Wir hatten keinen Rhythmus mehr, uns hat im Endspurt der Saft gefehlt, wir haben das Boot quasi geparkt“, versuchte Johannesen eine Erklärung dafür zu finden, dass neben den am Ende in 5:30,86 Minuten siegreichen Briten auch Rumänien und die Niederlande vorbeiziehen konnten.

Zeidler sorgte für einzige deutsche Goldmedaille

Im Ziel lag der Deutschland-Achter 2,36 Sekunden hinter dem Sieger. Was aus dem Debakel folgen wird, konnte Johannesen noch nicht absehen. Weil der Vierer ohne Steuermann als 13. nicht über den Hoffnungslauf hinauskam, sind Umbesetzungen in den Aufgeboten nicht ausgeschlossen. „Wir werden alles hinterfragen. Es ist aber besser, dass uns das jetzt passiert als in Tokio. So können wir die richtigen Schlüsse ziehen“, sagte Johannesen.

Für die einzige deutsche Goldmedaille in Varese sorgte erwartungsgemäß Einer-Weltmeister Oliver Zeidler (24/Ingolstadt), der zwar nur über den Hoffnungslauf ins Halbfinale gekommen war, im Endlauf aber seine Klasse nachwies und mit 1,11 Sekunden Vorsprung auf den Dänen Sverri Nielsen in 6:48,86 Minuten siegte. Silber holte der leichte Doppelzweier mit Jonathan Rommelmann (Krefeld) und Jason Osborne (Mainz), Bronze ging an den Doppelvierer der Frauen.

( bj )

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