Fußball-Ticker

Ausgemustert: Boateng muss FC Bayern im Sommer verlassen

Lesedauer: 14 Minuten
Der Vertrag von Jérôme Boateng bei den Bayern läuft im Sommer aus.

Der Vertrag von Jérôme Boateng bei den Bayern läuft im Sommer aus.

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Ostermontag, den 5. April 2021:

Boateng muss FC Bayern im Sommer verlassen

Abwehr-Routinier Jérôme Boateng muss den FC Bayern München nach "Kicker"-Informationen nach zehn erfolgreichen Jahren im Sommer verlassen. Der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit dem 32 Jahre alten Innenverteidiger werde nicht verlängert, berichtet das Fachmagazin. Diese definitive Entscheidung habe der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG kürzlich getroffen. Dass der Vertrag mit dem früheren Nationalspieler nicht verlängert wird, sei auch dem Berater Boatengs bereits mitgeteilt worden.

Boateng war im Sommer 2011 von Manchester City an die Isar gewechselt. Der Abwehrstratege gehörte dann zehn Jahre zur erfolgreichsten Bayern-Mannschaft – 2013 und 2020 holte er das Triple. Seit 2013 eroberte er mit dem Starensemble die Titel in Serie und stand 2014 im WM-Finale gegen Argentinien (1:0). Bundestrainer Joachim Löw musterte ihn im März 2019 ebenso wie die Rio-Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels aus der Nationalmannschaft aus. Boateng selbst hat sich bisher noch nicht zu seiner Zukunft geäußert.

Hertha-Torwarttrainer irritiert mit homophoben Aussagen

Herthas Torwarttrainer Zsolt Petry hat mit fragwürdigen Aussagen zu den Themen Homosexualität und Zuwanderung für Irritationen gesorgt. Petry kritisierte in einem Interview mit der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ den Einsatz des ungarischen Torhüters Peter Gulacsi von Leipzig für einen Verein, der unter anderem die Homo-Ehe unterstützt. Er verstehe nicht, was seinen Landsmann Gulacsi dazu bewogen habe, „sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen“, sagte Petry.

Der 54-Jährige, der mit Unterbrechungen seit 2015 bei den Berlinern arbeitet, vertrete selbst eine konservative Linie. Auch beim Thema Migration. „Ich verstehe gar nicht, wie Europa moralisch so tief sinken konnte, wie jetzt. (...) Europa ist ein christlicher Kontinent, ich sehe den moralischen Niedergang nicht gerne, der den Kontinent niederfegt“, sagte Petry: „Die Liberalen blasen die Gegenmeinungen auf: Wenn du die Migration nicht gut findest, denn schrecklich viele Kriminelle haben Europa überlaufen - dann werfen sie dir sofort vor, dass du ein Rassist bist.“

In den sozialen Medien gab es am Ostermontag viel Kritik für die Aussagen Petrys. Fans forderten auch Hertha und Sportdirektor Arne Friedrich zu einer Reaktion auf das Interview auf. Diese gab es zunächst noch nicht. Hertha werde das Thema „zunächst einmal intern zeitnah mit Zsolt Petry besprechen“, hieß es auf Anfrage.

Berater-Honorar: Guardiola stichelt gegen BVB

Manchester Citys Teammanager Pep Guardiola hat vor dem Viertelfinale der Champions League gegen den BVB subtile Kritik geäußert. „Wenn einer in Manchester sich mit Dortmund auskennt, dann ich“, sagte der frühere Bayern-Trainer und lobte den Gegner zunächst: „Ich kann nicht einen einzigen Spieler ohne Qualität bei der Borussia finden.“

Dann aber stichelte Guardiola gegen den Rivalen, der 2017 den damals 17-jährigen Jadon Sancho von Man City weggelotst hatte. „Sie geben eine Menge Geld aus und bezahlen viel Geld an Berater, damit sie diese Spieler ranholen, die eine unglaubliche Qualität haben“, sagte der Coach der von Scheichs aus Abu Dhabi alimentierten Citizens, die in der Vergangenheit für Verstöße gegen das Financial Fair Play gerügt wurden.

Guardiola: City kann sich Haaland nicht leisten

Hintergrund der Spitzen sind Berichte über BVB-Star Erling Haaland. Dessen Agent Mino Raiola soll bereits Gespräche mit Real Madrid und mit dem FC Barcelona über einen möglichen Wechsel des Norwegers im Sommer aufgenommen haben. Mit 37 Toren in 34 Bundesliga-Spielen und zwölf Toren in acht Champions-League-Partien für den BVB hat Haaland das Interesse europäischer Topclubs geweckt.

Guardiola deutete an, Man City könne sich einen solchen Spieler nicht leisten, ohne Haaland allerdings namentlich zu erwähnen. „Mit diesen Preisen ist das unmöglich“, sagte der City-Coach. In Medienberichten war eine Ablösesumme für Haaland im dreistelligen Millionenbereich kolportiert worden. Zudem gilt das Verhältnis zwischen Guardiola und dem italienischen Spielerberater Raiola seit einem Streit um den damaligen Barcelona-Spieler Zlatan Ibrahimovic vor vielen Jahren als belastet.

Rassismus-Eklat: Valencia zum Weiterspielen „gezwungen“

Nach Darstellung des FC Valencia sind die Spieler nach einem Rassismus-Vorfall in der Partie gegen den FC Cadiz (1:2) zum Weiterspielen „gezwungen“ worden. Der Club habe die Fußballer nicht gebeten, auf das Spielfeld zurückzukehren, schrieb der Tabellenzwölfte der Primera División auf seiner Clubhomepage. Der Schiedsrichter habe die Mannschaft über die Konsequenzen informiert, sollte das Team die Partie nicht fortsetzen. „Die Spieler, unter Androhung einer Strafe zum Spielen gezwungen nach der rassistischen Beleidigung und der Gelben Karte gegen Diakhaby, entschieden, auf den Platz zurückzukehren“, hieß es.

Nach dem Vorwurf einer rassistischen Äußerung war die Partie am Sonntagabend für längere Zeit unterbrochen. Die Spieler Valencias verließen nach einer knappen halben Stunde den Rasen. Zuvor hatte es auf dem Platz eine Auseinandersetzung zwischen Valencias Mouctar Diakhaby und Gegenspieler Juan Cala gegeben. Der Franzose Diakhaby war dem Augenschein nach sehr aufgebracht, er stürmte auf den Cadiz-Profi zu. Diakhaby sah die Gelbe Karte.

Valencia twitterte, dass die Teams entschieden hätten, das Spiel fortzusetzen, aber jede Form von Rassismus verurteilen würden. Man unterstütze Diakhaby: „Der Spieler, der rassistisch beleidigt wurde, hat seine Teamkollegen gebeten, wieder auf das Feld zu gehen.“

Valencia verlässt Platz nach Rassismus-Eklat

Valencias Verteidiger Jose Gaya sagte im TV-Sender Moviestar, das Team habe weitergespielt, weil ihm eine Niederlage angedroht worden sei. „Diakhaby hat uns gesagt, dass er beleidigt wurde“, sagte der 25-Jährige. „Deshalb haben wir den Platz verlassen, aber sie haben uns gesagt, dass wir zurückkommen müssen, sonst würden sie uns die drei Punkte und vielleicht noch mehr wegnehmen“, berichtete Gaya und ließ dabei offen, wer die Drohung ausgesprochen haben soll.

Diakhaby hatte das Team laut Gaya gebeten, weiterzuspielen. „Ohne seine Erlaubnis hätten wir das nicht gemacht.“ Der Franzose sei „am Boden zerstört“ gewesen und habe nicht weiterspielen können. Als die Partie nach einer Pause von mehr als 20 Minuten beim Stand von 1:1 offiziell in der 30. Minute fortgesetzt wurde, kehrte Diakhaby nicht ins Spiel zurück. Er wurde für Hugo Guillamon ausgewechselt. Cadiz gewann die Partie durch einen späten Treffer von Marcos Mauro (88. Minute) mit 2:1. Zur Halbzeit hatte es 1:1 gestanden.

Saison für BVB-Juwel Moukoko beendet

Für den Dortmunder Jungstar Youssoufa Moukoko ist seine erste Profisaison vorzeitig beendet. Der 16-Jährige fällt mit einer Bänderverletzung im Fuß für den Rest der Spielzeit aus. Das teilte der BVB vor dem Abflug zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Dienstag (21 Uhr/DAZN) bei Manchester City mit. Moukoko hatte sich die Verletzung vor dem Auftaktspiel der U21-Nationalmannschaft bei der EM im Training zugezogen.

Nächster Corona-Fall bei Bayern-Gegner Paris

Paris St. Germain verzeichnet vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Bayern München (Mittwoch, 21 Uhr/Sky) einen weiteren Corona-Fall. Nach Marco Verratti wurde am Montag auch dessen italienischer Nationalmannschaftskollege Alessandro Florenzi positiv getestet.

Florenzi, der sich nach dem positiven Test von Mittelfeld-Taktgeber Verratti in Isolation begeben hatte, fiel zuletzt ohnehin mit muskulären Problemen aus. Auch Verratti war vor der Neuauflage des Champions-League-Finales gegen Bayern wegen einer Oberschenkelverletzung fraglich. Für ihn war es bereits der zweite positive Test in diesem Jahr. Beide Spieler könnten nach der gesetzlich vorgeschriebenen Isolation von sieben Tagen für das Rückspiel in Paris am 13. April zurückkehren, wenn sie einen negativen Coronatest vorlegen können.

Watzke geht von Haaland-Verbleib aus

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke geht trotz einer drohenden Saison ohne Champions League von einem Verbleib von Erling Haaland aus. „Wir haben keinen Parallelplan. Wir werden das mit Erling, seinem Vater und seinem Berater Mino Raiola in Ruhe besprechen. Wir wollen ja auch, dass er gerne bei uns bleibt, dass er mit Überzeugung nächstes Jahr für Dortmund Tore schießt. Es gibt da keinen Alternativplan“, sagte Watzke bei DAZN.

Der 20-jährige Haaland besitzt beim BVB einen Vertrag bis 2024, der erst im Sommer 2022 eine Ausstiegsklausel von rund 75 Millionen Euro enthält. Zuletzt hatten Besuche von Raiola und Haalands Vater Alf-Inge bei mehreren europäischen Spitzenclubs, unter anderem dem FC Barcelona, für Aufsehen gesorgt.

Watzke: Das ist der Unterschied zu Sancho

Im Fall von Jadon Sancho (21) scheinen die Dortmunder gesprächsbereiter. „Sollte da ein außergewöhnliches Angebot kommen, dann werden wir das mit dem Spieler und dem Berater diskutieren, wie immer“, sagte Watzke, der aber auf die Folgen der Pandemie verweist. Er sei sich sehr sicher, „dass der Transfermarkt auch in diesem Sommer nur sehr eingeschränkt laufen wird. Gerade bei den ganz großen Clubs sieht man, was Corona für Wunden geschlagen hat - und es sind keine kleinen, die innerhalb von zwei Wochen abheilen.“

Der BVB könnte erstmals seit sechs Jahren die Teilnahme an der Champions League verpassen. Der Rückstand auf Eintracht Frankfurt beträgt sieben Spieltage vor Saisonende sieben Punkte. Am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) steht das Viertelfinal-Hinspiel in der Königsklasse bei Manchester City an.

Trainingsstreit bei Chelsea mit Rüdiger

Beim FC Chelsea herrscht nach der 2:5-Blamage gegen West Bromwich Albion und damit der ersten Niederlage unter Trainer Thomas Tuchel angespannte Stimmung. Übereinstimmenden britischen Medienberichten zufolge kam es am Ostersonntag zu einem Streit im Training, an dem der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger beteiligt war.

Wie die Zeitung „Telegraph“ zuerst berichtete, soll Rüdiger während eines Trainingsspiels mit Chelseas Ersatztorwart Kepa aneinander geraten sein, beide sollen sich gegenseitig geschubst haben. Andere Spieler sollen die Profis getrennt haben. Tuchel schickte Rüdiger dem Bericht zufolge einige Minuten vor dem Ende des Trainings in die Kabine. Der 28 Jahre alte Abwehrspieler soll sich später entschuldigt haben. Weder Rüdiger noch Kepa waren bei der Heimniederlage zum Einsatz gekommen.

Die Tabellenspitze in England

1. Manchester City 32 Sp. / 67:23 Tore / 74 Pkt.
2. Manchester Utd. 32 Sp. / 64:35 Tore/ 66 Pkt.
3. Leicester City 31 Sp. / 55:37 Tore / 56 Pkt.
4. West Ham Utd. 32 Sp. / 53:42 Tore / 55 Pkt.
5. FC Chelsea 31 Sp. / 50:31 Tore / 54 Pkt.
6. FC Liverpool 32 Sp. / 54:38 Tore / 53 Pkt.
7. Tottenham 32 Sp. / 54:37 Tore / 50 Pkt.
8. FC Everton 31 Sp. / 43:40 Tore / 49 Pkt.

Union ohne Kenntnis über Pyro-Show

Der 1. FC Union Berlin ist von einer fragwürdigen Pyro-Show der eigenen Anhänger beim Derby gegen Hertha BSC (1:1) überrascht worden. „Wir waren da weder involviert noch haben wir ein Feuerwerk bestellt. Wir haben nichts davon geahnt, gewusst oder ähnliches“, sagte Pressesprecher Christian Arbeit. „Wir waren am Löschen beteiligt, aber an nichts anderem.“

Die Begegnung im Stadion An der Alten Försterei hatte begleitet von unzähligen Raketen und jeder Menge Pyrotechnik begonnen. Rund drei Minuten lang war am Sonntagabend ohrenbetäubender Lärm durch die Feuerwerkskörper zu hören. Auf einem Video, das die „Bild“-Zeitung online veröffentlichte, war auch zu sehen, dass Feuerwerkskörper auf dem Stadiondach gezündet wurden. Direkt darunter brach auf dem Dach eines Verkaufsstandes ein Feuer aus, das gelöscht werden musste.

Feuerwerk war auch hinter der Heimtribüne auf der Waldseite gezündet worden. „Der Weg ist auf öffentlichem Gelände sehr nah am Stadion, insofern kann man da sehr leicht einfach hinlaufen und eine Rakete in den Abendhimmel schießen“, sagte Arbeit. Das Spiel wurde von der Aktion nicht beeinflusst. Fans waren beim Hauptstadtduell im Stadion aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie nicht zugelassen. Die Polizei hat eine Strafermittlung eingeleitet.

Atlético spürt nach Pleite Konkurrenz im Nacken

Das Meisterschaftsrennen in Spanien ist wieder spannend, denn Spitzenreiter Atlético Madrid hat gepatzt. Das Team von Trainer Diego Simeone verlor beim Tabellenvierten FC Sevilla 0:1 (0:0) und spürt wieder die Konkurrenz im Nacken. Der Argentinier Marcos Acuna traf per Kopfball (70.) für Sevilla. Vor der Pause hatte bereits Lucas Ocampos die Führung der Gastgeber auf dem Fuß gehabt, war aber mit seinem Foulelfmeter an Torhüter Jan Oblak gescheitert (8.). Atlético kann erstmals seit 2014 Meister werden.

Die Tabellenspitze in Spanien:

1. Real Madrid 30 Sp. / 53:24 Tore / 66 Pkt.
2. Atlético Madrid 29 Sp. / 51:19 Tore / 66 Pkt.
3. FC Barcelona 29 Sp. / 68:26 Tore / 62 Pkt.
4. FC Sevilla 29 Sp. / 40:21 Tore / 58 Pkt.

Spanien: Villarreal verschenkt Dauerkarten

Diese Aktion dürfte bei den Fans gut ankommen: Der spanische Erstligist FC Villarreal macht den treuen Fans ein ganz besonderes Geschenk. Präsident Fernado Roig verkündete, dass man die 17.173 Dauerkarten kostenlos an die Anhänger verteilen werde. Aufgrund der Corona-Pandemie fand in der laufenden Saison noch kein Spiel mit Zuschauern statt. Der Club-Chef hofft, dass in der neuen Spielzeit wieder Zuschauer ins Estadio de la Ceramica zurückkehren dürfen.