Fußball-Ticker

Pep Guardiola verliert einen seiner Topstars

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Sergio Aguero (r.) wird zum Saisonende Manchester City und Trainer Pep Guardiola den Rücken kehren.

Sergio Aguero (r.) wird zum Saisonende Manchester City und Trainer Pep Guardiola den Rücken kehren.

Foto: PA Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag den 29. März 2021:

Sergio Aguero verlässt Manchester City

Stürmer Sergio Aguero wird Manchester City am Ende der Saison nach zehn Jahren im Verein verlassen. Der Spitzenreiter der englischen Premier League hatte entschieden, dem argentinischen Nationalspieler keinen neuen Vertrag anzubieten. Das teilten Manchester City und der 32 Jahre alte Profi am Montag mit.

Seit seinem Wechsel von Atletico Madrid im Jahr 2011 hat Aguero 384 Spiele für Man City bestritten und mit 257 Toren einen Vereinsrekord aufgestellt. Er gewann mit Manchester viermal die Meisterschaft, fünfmal den Liga-Pokal und einmal den FA-Cup.

Aufgrund von Verletzungen war Aguero in dieser Saison nur in 14 Spielen eingesetzt worden. „Sergios Beitrag für Manchester City in den letzten 10 Jahren kann nicht genug betont werden“, sagte der Club-Chef Khaldoon Al Mubarak. Es werde eine Statue von Aguero errichtet, kündigte der Unternehmer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an.

Fan-Initiative stellt sich gegen Europapokal-Reform

Die Fan-Initiative „Unser Fußball“ hat die Reformpläne der Europäischen Fußball-Union (Uefa) für den Europapokal scharf kritisiert. Diese seien „alles andere als ein Schritt in die richtige Richtung - sie verstärken stattdessen bestehende Missverhältnisse“, hieß es in einer Stellungnahme. Reformen würden zwar „dringend gebraucht, aber sie müssen die nationalen Ligen und den fairen Wettbewerb stärken“.

Nach SID-Informationen trifft sich am Mittwoch das Exekutivkomitee der Uefa, um tiefgreifende Änderungen an der Champions League ab 2024 zu beschließen. Dabei ist unter anderem eine Aufstockung von 32 auf 36 Mannschaften und eine Erhöhung der Anzahl der Spiele in der Vorrunde, die durch das sogenannte „Schweizer Modell“ ersetzt werden soll, vorgesehen.

„Unser Fußball“ schließt sich damit der Kritik anderer Fan-Organisationen an. „Wir erwarten, dass sich die deutschen Verbände DFL und DFB endlich deutlich von den geplanten Reformen distanzieren und Rainer Koch als Vertreter des deutschen Fußballs diese am Mittwoch ablehnt“, schrieb die Initiative. DFB-Vizepräsident Koch sitzt als einer von 18 Entscheidern im UEFA-Gremium.

Schneekloth kritisiert Kommerzialisierung im Fußball

Steffen Schneekloth, Präsident des Zweitligisten Holstein Kiel, hat die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball kritisiert. „Für mich ist Fußball weniger Schampus und Kaviar, sondern mehr Bier und Bratwurst“, sagte Schneekloth im Sponsors-Interview: „Er muss bodenständig, nahbar und verständlich bleiben.“

Die Clubs dürften „nicht immer nur nach weiteren Möglichkeiten der Umsatzmaximierung suchen“, sondern sich auch „darum kümmern, was den Fußball im Kern ausmacht“, sagte Schneekloth, der im Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sitzt.

Angesichts der wirtschaftlichen Folgen durch die Coronakrise sowie der geringeren Medien-Erlöse ab der Saison 2021/22 forderte Schneekloth die Profi-Vereine in Deutschland zum Handeln auf. „Es muss künftig am größten Kostenpunkt der Budgets der Klubs eingespart und die Entwicklung der vergangenen Jahre korrigiert werden. Das sind zweifelsohne die Personalkosten für die Spieler“, sagte er: „Wenn das nicht passiert, funktioniert der Betrieb Fußball in der Bundesliga, in der 2. Liga und auch in der 3. Liga irgendwann nicht mehr.“

Rente? Watzke verlängert langfristig beim BVB

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke macht beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund doch nicht wie zunächst angekündigt zum Jahresende 2022 Schluss. Der 61-Jährige verlängerte seinen Vertrag um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2025. Das gab der BVB am Montag bekannt. Watzke wird auch weiterhin als Vorsitzender der Geschäftsführung fungieren. Auch die Verträge der anderen Geschäftsführer wurden vorzeitig verlängert. Die Kontrakte von Thomas Treß und Carsten Cramer laufen nun bis zum 30. Juni 2025 statt bis zum selben Datum 2022.

„Es ist uns nach intensiven Gesprächen gelungen, Hans-Joachim Watzke für weitere drei Jahre als Vorsitzenden der Geschäftsführung zu gewinnen“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball und lobte das Trio: „Trotz der bedingt durch die Corona-Pandemie teilweise dramatisch veränderten Parameter sowie der damit verbundenen Konsequenzen im Bereich der Einnahmen ist es unserer Geschäftsführung gelungen, das Schiff in stürmischer See stabil auf Kurs zu halten.“ Selbst vor dem Hintergrund der Pandemie müsse sich „niemand existenzielle Sorgen um Borussia Dortmund machen. Die nächsten zwei Spielzeiten sind unabhängig vom Erreichen der UEFA Champions League bereits komplett durchfinanziert.“

Watzke ist seit Februar 2005 Geschäftsführer des Champions-League-Viertelfinalisten. Eigentlich hatte er für 2022 seinen Rückzug angekündigt. Im „Handelsblatt“ erklärte er aber kürzlich: „Ich kenne meine Verantwortung gegenüber diesem Verein sehr genau. Es ist völlig ausgeschlossen, dass ich in der größten Krise von Bord gehe.“ Deshalb sei sein Abschied im kommenden Jahr „zumindest nicht mehr so tief in meinen Gedanken wie vor der Pandemie“.

Verliert RB Leipzig einen weiteren Leistungsträger?

Mit Ibrahima Konaté könnte ein weiterer Innenverteidiger RB Leipzig im Sommer verlassen. Nach dem Weggang des Franzosen Dayot Upamecano zum FC Bayern München kann auch dessen Landsmann Ibrahima Konaté den sächsischen Fußball-Bundesligisten dank einer Ausstiegsklausel vorzeitig verlassen. Wie das Portal „The Athletic“ am Montag berichtet, befindet sich der FC Liverpool kurz vor einer Verpflichtung des 21-jährigen Konaté. Die Verhandlungen sollen bereits „weit fortgeschritten“ sein.

Das Team von Jürgen Klopp soll auch an Upamecano Interesse gehabt haben, war dann aber gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern chancenlos. Nun soll wohl Konaté her, der eine Ausstiegsklausel von rund 40 Millionen Euro haben soll. Diese Option könnten die Reds in diesem Sommer ziehen. In der laufenden Saison absolvierte Konaté nur neun Bundesliga-Spiele. Erst wurde er von einem Muskelfaserriss gestoppt, dann zog er sich im Januar eine Sprunggelenkverletzung zu. Zuletzt kämpfte sich der 2017 ablösefrei vom FC Sochaux gekommene Verteidiger wieder in den Kader zurück. Der Vertrag bei RB läuft noch bis zum 30. Juni 2023.

RB hatte vor einer Woche die Verpflichtung des französischen Verteidigers Mohamed Simakan (Racing Straßburg) bekanntgegeben. Zudem hatte der Verein bereits im September 2020 Josko Gvardiol (Dinamo Zagreb) als Abwehrtalent für die neue Saison verpflichtet.

Rafinha kehrt in sein Heimatland zurück

Der ehemalige Bundesliga-Profi Rafinha (35) kehrt nach einem Gastspiel in Griechenland nach Brasilien zurück und wechselt zum Fußball-Erstligisten Grêmio Porto Alegre. „Rafinha bei Grêmio! Als erste Verstärkung des Tricolor für die Saison 2021 wurde der Vertrag mit dem vielfachen Meister-Athleten bis Ende dieses Jahres unterzeichnet“, schrieb der Club auf Twitter am Sonntag (Ortszeit).

Brasilianische Medien hatten zuvor berichtet, dass Grêmio die Verpflichtung Rafinhas auf Drängen von Trainer Renato Portaluppi klargemacht habe. Dieser soll sich einen erfahrenen Spieler für die rechte Abwehrseite gewünscht haben. Rafinha hatte von 2011 bis 2019 erfolgreich für den deutschen Rekordmeister FC Bayern München gespielt.

Rafinhas Ex-Club Flamengo Rio de Janeiro war zuletzt offiziell aus Verhandlungen ausgestiegen. Der Brasilianer war erst im August 2020 von Flamengo zu Olympiakos Piräus gewechselt. Den Vertrag mit dem griechischen Erstligisten löste er im Februar auf. Zwischenzeitlich wurde auch über eine Rückkehr in die Bundesliga zum FC Schalke 04 spekuliert.

Hoeneß fordert weniger Austragungsstädte für EM

Der langjährige Bayern-Präsident Uli Hoeneß rät der Europäischen Fußball-Union zur Reduzierung der Anzahl der EM-Gastgeberstädte. „Ich würde der Uefa empfehlen, darüber noch einmal zu beraten und die Städte vielleicht auf sechs oder acht zu reduzieren, damit das übersichtlicher wird“, sagte Hoeneß am Sonntagabend bei RTL. Geplant ist das Turnier in diesem Sommer (11. Juni bis 11. Juli) bislang in zwölf Städten, die Corona-Pandemie könnte die Uefa nach der Verschiebung im vergangenen Jahr aber erneut zum Handeln zwingen.

„Die Idee war prima vom Ansatz her, Europa muss zusammenwachsen“, sagte Hoeneß. „Aber damals gab es noch keine Pandemie.“ Dieser müsse nun Rechnung getragen werden.

Für Aufregung hatten zuletzt Aussagen von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin gesorgt, denen zufolge nur die Städte EM-Gastgeber bleiben dürfen, die eine Zulassung zumindest einiger Fans garantieren können. „Ich glaube, dass der Sport gut beraten ist, die Regeln in den Ländern auch zu beachten“, sagte Hoeneß. „Ich kenne Herrn Ceferin als vernünftigen Mann und kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass er das wirklich durchziehen will.“

In München, wo die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinale stattfinden sollen, gebe es „zu 100 Prozent“ ein Konzept für die Durchführung von Spielen mit Zuschauern, sagte der 69-Jährige. Es sei aber nicht klar, wie sich die Pandemie bis zum Sommer entwickle. „Eines muss immer klar sein: Die Gesundheit der Zuschauer und Bürger ist die oberste Priorität“, sagte Hoeneß.

DFB-Vizepräsidentin kritisiert Verband für fehlende weibliche Führungskräfte

Zehn Jahre nach der Weltmeisterschaft in Deutschland sieht DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg die Frauen im Fußball immer noch weit unterrepräsentiert. „Der DFB hat ein Problem damit, Positionen mit Frauen zu besetzen. Wir brauchen Vorbilder, auch auf der Funktionärsebene“, sagte die 69 Jahre alte Hamburgerin im Deutschlandfunk. Allerdings hätten Frauen im Deutschen Fußball-Bund auch sehr wenige Chancen, so wie sie ins Präsidium vorzustoßen. Nur wenige Posten könnten derzeit überhaupt von Frauen besetzt werden.

Um einen nachhaltigen Wandel herbeizuführen, bräuchte es grundlegende Strukturreformen. „Und das ist ein dickes, dickes, dickes Brett“, sagt Ratzeburg. „Dann müssten wir Satzungsänderungen vornehmen, weil wir auch die Strukturen für die Regional- und Landesverbände verändern müssten. Und ich glaube, das erlebe ich nicht mehr.“

Ratzburg forderte: „Wir sollten gar nicht mehr unterscheiden zwischen Männer- und Frauenfußball. Unser Sport heißt Fußball.“ Bei der Heim-WM 2011 schied die deutsche Auswahl im Viertelfinale gegen den späteren Titelgewinner Japan aus.

Sorgen bereitet Ratzeburg die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Die Mitgliederzahlen bei den Mädchen ging in den vergangenen zehn Jahren um 30 000 zurück. „Die großen Vereine, die mehrere
Mädchenmannschaften haben, haben dieses Problem nicht. In den Ballungsräumen haben wir diese Einbrüche nicht, aber im Flächenland.“

Torflaute? Ibrahimovic kann auch gönnen

Zlatan Ibrahimovic wartet seit seinem Comeback im schwedischen Nationaltrikot zwar noch auf einen eigenen Treffer, hat sich nach weiteren Torbeteiligungen aber ungewohnt uneigennützig gegeben. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich meine Tore erzielt habe“, sagte er nach Angaben des schwedischen Senders svt nach dem 3:0 in der WM-Qualifikation gegen Kosovo am Sonntag. Er helfe seinen Mitspielern nun, eigene Tore zu schießen. In 118 Länderspielen kommt der extrovertierte Profi vom AC Mailand auf 62 Treffer.

„Es fühlte sich heute viel besser an. Je mehr Tage vergehen, desto besser lernst du die Jungs auf und neben dem Feld kennen. Heute hat das Spiel viel besser funktioniert und wir hatten viele gute Angriffe, bei denen wir gute Chancen hatten“, sagte der 39-Jährige demnach im schwedischen Fernsehen.

Ibrahimovic leitete artistisch das 1:0 durch Ludwig Augustinsson (12. Minute) ein, auch an der Entstehung des zweiten Tores durch den früheren Dortmunder Alexander Isak (35.) war der 39-Jährige beteiligt. Zudem traf Sebastian Larsson (70.) per Handelfmeter, als Ibrahimovic schon ausgewechselt war. Bei seinem Comeback am Donnerstag hatte er das 1:0 gegen Georgien vorbereitet.

Bayern sorgt sich um Topstürmer Lewandowski

Bayern München muss im Bundesliga-Gipfel gegen RB Leipzig wohl auf Weltfußballer Robert Lewandowski verzichten. Der 32-Jährige zog sich im WM-Qualifikationsspiel der polnischen Nationalmannschaft gegen Andorra (3:0) eine „Schädigung des Seitenbandes im rechten Knie“ zu. Dies teilte der polnische Verband am Montagmittag nach einer eingehenden Untersuchung mit.

Lewandowski wird damit definitiv in der WM-Quali beim Spitzenspiel der Gruppe I in England am Mittwoch (20.45 Uhr/DAZN) fehlen. Das Risiko sei zu groß, hieß es. Die Behandlung der Verletzung dauert nach Verbandsangaben „fünf bis zehn Tage“. Ein Einsatz von Lewandowski am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) beim Bayern-Verfolger Leipzig ist daher unwahrscheinlich. Der Stürmer reiste bereits von Warschau nach München ab.

Der polnische Nationalspieler war am Sonntagabend beim Erfolg gegen Andorra in der 63. Minute ausgewechselt worden. Zuvor hatte der Torjäger einen Doppelpack erzielt.

„Die ersten Prognosen sind nicht ganz so schlimm“, hatte Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß nach einem Telefonat mit Lewandowski noch betont. „Mir ist gerade das Herz stehen geblieben“, hatte Hoeneß zuvor gesagt, als er die Bilder des verletzten Stürmers sah.

Lewandowski war im Strafraum ein Gegenspieler aufs Bein gefallen, danach saß er mit einem dicken Eisverband um das rechte Knie auf der Ersatzbank. Polens Nationaltrainer Paulo Sousa hoffte, dass es „nichts Ernstes“ sei: „Er hat ein wenig Schmerzen im Knie gehabt.“

( ber/sid/dpa )

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