Fußball-Ticker

Schiedsrichterin schreibt Geschichte in der WM-Qualifikation

| Lesedauer: 22 Minuten
Die Französin Stéphanie Frappart hat am Sonnabend als erste Schiedsrichterin ein WM-Qualifikationsspiel der Männer geleitet.

Die Französin Stéphanie Frappart hat am Sonnabend als erste Schiedsrichterin ein WM-Qualifikationsspiel der Männer geleitet.

Foto: Imago/ANP

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 27. März 2021:

WM-Quali: Kroatien und Oranje melden sich zurück

Nach dem Fehlstart in die WM-Qualifikation haben sich Vize-Weltmeister Kroatien und die Niederlande mit Siegen zurückgemeldet, Europameister Portugal und der WM-Dritte Belgien mussten sich nach Erfolgen zum Auftakt mit Remis zufrieden geben.

Die Kroaten um den Wolfsburger Josip Brekalo bezwangen drei Tage nach der überraschenden 0:1-Pleite gegen Slowenien Zypern mit 1:0 (1:0). Oranje gewann vor 5000 Fans, die im Rahmen eines Modellversuchs in der Amsterdam Arena zugelassen waren, 2:0 (1:0) gegen Lettland und rehabilitierte sich für das 2:4 in der Türkei. Die Französin Stephanie Frappart schrieb als erste Schiedsrichterin bei der WM-Quali der Männer Fußball-Geschichte (siehe auch diesen Eintrag).

Cristiano Ronaldo und Co. gaben im Spitzenspiel in Serbien beim 2:2 (2:0) eine 2:0-Führung aus der Hand und mussten sich in der Gruppe A mit dem zweiten Tabellenplatz zufrieden gegen. Auch der Weltranglistenerste Belgien ist in der Gruppe E nach dem 1:1 (0:0) in Tschechien Zweiter.

Spitzenreiter in der kroatischen Gruppe H ist Russland, das Sloweniens Erfolgsserie stoppte. Nach neun Spielen ohne Niederlage unterlagen die Slowenen in Sotschi 1:2 (1:2). Auch die Serie von Torhüter Jan Oblak ohne Gegentor endete nach 664 Minuten. Artjom Dsjuba brachte die Russen in der 26. Minute in Führung und erhöhte neun Minuten später. Josip Ilicic gelang nur noch der Anschlusstreffer (36.). Für die Kroaten traf Mario Pasalic (40.).

Türkei lässt Haaland & Co. keine Chance

An die Tabellenspitze in der niederländischen Gruppe G setzte sich die Türkei, die in Malaga gegen Norwegen und Borussia Dortmunds Tormaschine Erling Haaland mit 3:0 (2:0) siegte. Punktgleich folgt Montenegro nach dem 4:1 (2:1) gegen den krassen Außenseiter Gibraltar.

Steven Berghuis brachte die Elftal in Führung (32.), der ehemalige Gladbacher Luuk de Jong sorgte für die Entscheidung (69.). Ozan Tufan (4./59.) und Caglar Söyüncü (28.) trafen in Spanien für die Türken, der Norweger Kristian Thorstvedt sah nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung die Rote Karte wegen groben Foulspiels (80.).

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Diogo Jota vom englischen Meister FC Liverpool brachte die Portugiesen mit einem Doppelpack (11./36.) in Führung. Aleksandar Mitrovic verkürzte kurz nach der Pause (46.), der Frankfurter Filip Kostic glich aus (60.). In der Schlussphase erhielt Nikola Milenkovic nach einem groben Foul die Rote Karte (90.+2).

Belgien geriet durch ein Tor von Lukas Provod in Rückstand (50.), Romelu Lukaku gelang auf Zuspiel von Kevin De Bruyne das 1:1 (61.).

Französin leitet WM-Qualifikationsspiel der Männer

Stéphanie Frappart hat als erste Schiedsrichterin ein WM-Qualifikationsspiel der Männer geleitet. Die Französin pfiff am Sonnabend den 2:0-Sieg der Niederlande gegen Lettland. „Stephanie Frappart schreibt mehr Geschichte“, twitterte die Fifa und gratulierte der 37-Jährigen. Frappart hatte unter anderem 2019 das WM-Finale der Frauen sowie Spiele in der Champions League und der Europa League der Männer geleitet.

Schon an diesem Sonntag folgt die nächste Frau als Spielleiterin eines WM-Qualifikationsspiels: Die Ukrainerin Kateryna Monsul ist für die Partie zwischen Österreich und Färöer in Wien angesetzt worden. Die 39-Jährige war unter anderem Referee beim WM-Finale der Frauen 2015. „Sie haben in den vergangenen Jahren sehr hart gearbeitet und diese Ernennungen sind eine Anerkennung für die gute Arbeit, die sie geleistet haben“, sagte der Chef der Fifa-Schiedsrichterkommission, Pierluigi Collina (Italien).

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Zuletzt hatten vermehrt Frauen Premieren-Einsätze bei internationalen Männer-Spielen gefeiert. Die Brasilianerin Edina Alves Batista und ihre Assistentinnen Neuza Back und Mariana de Almeida waren bei der jüngsten Club-WM in Katar zum Einsatz gekommen. In der CONCACAF-Zone agierten am vergangenen Mittwoch die Mexikanerinnen Karen Díaz Medina als Schiedsrichterassistentin und Francia González als Vierte Offizielle beim Spiel zwischen Suriname und den Cayman-Inseln.

Löw kontert Kritik an DFB-Menschenrechtsaktion

Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft wehren sich gegen den Eindruck, dass die Menschenrechtsaktion am Donnerstag Marketing-Selbstzwecken diente. „Wenn jemand denkt, dass unsere Spieler, Manuel Neuer, Ilkay Gündogan, sich aus Marketinggründen vor so einen Karren spannen lassen, der irrt gewaltig. Unsere Spieler sind sehr, sehr interessiert und wissen, was in der Welt passiert“, sagte der Bundestrainer am Sonnabend energisch: „Sie engagieren sich in Eigeninitiative.“

Die T-Shirt-Aktion („HUMAN RIGHTS“) beim Auftakt der Qualifikation für die WM 2022 in Katar sei „aus der Mannschaft selbst gekommen. Wir wissen, dass unsere Spieler für diese Werte stehen“, betonte Löw, „ich fand das richtig gut.“ Nicht alles, was beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) passiere, sei „negativ zu bewerten“.

DFB-Aktion für Menschenrechte

Joshua Kimmich pflichtete Löw bei. „Ich sehe uns in der Verantwortung, Dinge anzusprechen. Das haben wir versucht“, sagte der Mittelfeldspieler von Bayern München. Bei der Aufstellung für die Hymnen vor dem Spiel gegen Island (3:0) in Duisburg hatte jeder Spieler ein schwarzes Shirt mit einem weißen Buchstaben getragen. Die Aktion wurde gelobt, Kritik gab es allerdings an der anschließenden Verwertung auf den Social-Media-Portalen des DFB.

„Dass von einem Hochglanzvideo gesprochen wurde, spricht für die Qualität unserer Kameraleute“, sagte Kimmich lächelnd. Für einen WM-Boykott sei man „zehn Jahre zu spät“ dran: „Damals hätte man sich das überlegen müssen.“

Auch Dänemark will Zeichen setzen

Nach Norwegen und Deutschland will auch das dänische Nationalteam im Zuge der WM-Qualifikation auf die Menschenrechtslage in Katar hinweisen. Die Mannschaft um die Bundesliga-Profis Thomas Delaney, Yussuf Poulsen, Frederik Rönnow und Robert Skov kündigte am Sonnabend an, ihren Wunsch nach Veränderungen beim WM-Gastgeber vor dem Qualifikationsspiel gegen Moldau am Sonntagabend (18.00 Uhr) unterstreichen zu wollen.

„Der Druck auf Katar sollte von mehreren Seiten erhöht werden“, teilte der dänische Fußballverband DBU mit. Dabei gehe es um Verbesserungen der Lage für Gastarbeiter und andere Menschen in Katar. „Die Entscheidung, die WM in Katar abzuhalten, ist verkehrt und umstritten“, erklärte DBU-Direktor Jakob Jensen mit Verweis auf die Menschenrechtslage der Gastarbeiter in dem Land sowie dem Bau vieler neuer Stadien, die riskierten, nach der WM leerzustehen. Es brauche Druck vonseiten der Verbände, aber auch von UEFA, FIFA und anderen Organisationen.

Wie die Aktion konkret aussehen sollte, verrieten die Dänen vorab nicht. Sie finde jedoch in Zusammenarbeit mit den Spielern aus den Niederlanden sowie mit der Möglichkeit statt, dass sich ihr weitere Nationalteams anschließen könnten.

Nach Süle drohen auch Goretzka und Sané auszufallen

Bundestrainer Joachim Löw bangt nach dem Ausfall von Niklas Süle vor dem WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft gegen Rumänien am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) auch um den Einsatz von Leon Goretzka und Leroy Sané. Goretzka habe „ein bisschen Probleme in der Wade“, sagte Löw bei der Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes am Samstag vor dem Abschlusstraining in der Arena Națională in Bukarest.

Über einen Einsatz des Mittelfeldspielers vom FC Bayern München werde erst am Spieltag entschieden. „Ich warte ab bis morgen früh, wie sich die Sache entwickelt“, sagte Löw. Sollte Goretzka nicht spielen können, wären Florian Neuhaus oder Jamal Musiala Ersatzoptionen. Möglich wäre auch eine defensivere Rolle für Serge Gnabry. Sané habe Probleme am hinteren linken Oberschenkel, die Prognose sei aber besser als bei Goretzka, betonte Löw.

In der Abwehr legte sich Löw bereits auf seine gegen Island bewährte Viererkette mit Lukas Klostermann, Matthias Ginter, Antonio Rüdiger und Emre Can vor Kapitän Manuel Neuer im Tor fest. Süle fällt als Option für die Innenverteidigung wegen muskulärer Probleme in Rumänien und auch am Mittwoch gegen Nordmazedonien aus. Der 25-Jährige war am Sonnabend nicht mit nach Bukarest geflogen. Linksverteidiger Robin Gosens wird laut Löw ebenso wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung stehen.

WM-Qualifikation: Russland beendet Sloweniens Serie

Russlands Nationalmannschaft hat Sloweniens Erfolgsserie gestoppt. Nach neun Spielen ohne Niederlage und dem überraschenden 1:0-Sieg gegen Vize-Weltmeister Kroatien zum Auftakt der WM-Qualifikation unterlagen die Slowenen in Sotschi 1:2 (1:2).

Auch die Serie von Torhüter Jan Oblak ohne Gegentor endete nach 664 Minuten. Artjom Dsjuba brachte die Russen in der 26. Minute in Führung und erhöhte neun Minuten später. Josip Ilicic gelang nur noch der Anschlusstreffer (36.). Russland übernahm in der Gruppe H mit sechs Punkten die Tabellenführung.

Zwei Siege nach zwei Spielen hat auch Montenegro in der Gruppe G auf dem Konto. Nach dem 2:1 in Lettland besiegte das Team von Trainer Miodrag Radulovic den krassen Außenseiter Gibraltar mit 4:1 (2:1).

Auch Rheinland bricht Amateursaison ab

Im Amateurfußball entscheiden sich immer mehr Landesverbände für einen Abbruch der Saison. Am Sonnabend verkündete auch der Fußballverband Rheinland mit Sitz in Koblenz, den Spielbetrieb in allen Spiel- und Altersklassen einzustellen. Alle bisher ausgetragenen Begegnungen werden annulliert, Auf- und Absteiger gibt es nicht. Einzig die Pokalwettbewerbe sollen nach Möglichkeit zu Ende gespielt werden.

Zuvor hatten bereits die Landesverbände Südwest, Saarland, Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die Regionalliga Nordost beschlossen, die Spielzeit vorzeitig abzubrechen. Derzeit ist wegen der Coronaverfügungen nicht einmal ein Trainingsbetrieb möglich.

3. Liga: Zwickau trifft nach 19 Sekunden

Der KFC Uerdingen hat den Sprung aus der Abstiegszone der 3. Liga verpasst. Die seit vier Spielen unbesiegten Krefelder kamen am Sonnabend im Nachholspiel gegen den FSV Zwickau über ein 1:1 (1:1) nicht hinaus. Dabei liefen die Gastgeber, die ihre Heimspiele in Lotte austragen, zunächst dem Blitzstart der Sachsen hinterher. Ronny König hatte die Gäste bereits nach 19 Sekunden in Führung gebracht, ehe Uerdingens Torjäger Adriano Grimaldi in der 27. Minute den Ausgleich erzielte. Damit traf der 29-Jährige im vierten Spiel in Serie.

Die Uerdinger, denen wegen des Antrags auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens drei Punkte abgezogen wurden, liegen mit 33 Punkten auf Rang 16 zwei Zähler vor den Abstiegsrängen. Zwickau verbesserte sich mit 40 Punkten auf Platz acht.

Nur 1:1 im Derby: Essen verliert 3. Liga aus den Augen

Rot-Weiss Essen ist im Aufstiegsrennen zur 3. Liga weiter zurückgefallen. Der DFB-Pokal-Viertelfinalist kam am Sonnabend im Derby bei Rot-Weiß Oberhausen über ein 1:1 (1:0) nicht hinaus. Tabellenführer Borussia Dortmund II hingegen gewann sein Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf durch den Siegtreffer von Tobias Raschl mit 1:0 (1:0) und konnte seine Tabellenführung auf neun Punkte Vorsprung ausbauen.

Die Essener, die ein Spiel weniger absolviert haben, mussten den Ausgleich bei RWO durch einen von Sven Kreyer verwandelten Strafstoß in der Nachspielzeit hinnehmen. Torjäger Simon Engelmann hatte bereits in der 9. Minute das 1:0 für die Gäste erzielt.

Bosniens Nationaltrainer Petew hat Corona

Bosniens Nationaltrainer Iwaylo Petew ist positiv auf Corona getestet worden. Das gab der Verband am Sonnabend bekannt. Die Mannschaft und ihre Betreuer waren nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland am vergangenen Mittwoch (2:2) getestet worden, neben Petew hat es aber offenbar keine weiteren Infektionen gegeben.

Petew, der das Team im Januar übernommen hatte, „fühlt sich gut und hat keine Symptome“, hieß es in einem Statement. Am Samstagabend (18.00 Uhr) trifft Bosnien in einem Freundschaftsspiel auf Costa Rica, am Mittwoch empfängt die Mannschaft in Gruppe D Weltmeister Frankreich zum zweiten Qualifikationsspiel (20.45 Uhr).

Infizierter Nationalspieler Hofmann symptomfrei

Nationalspieler Jonas Hofmann hat nach seinem positiven Coronatest weiterhin keine Beschwerden. „Ich befinde mich in häuslicher Quarantäne und habe bis jetzt keinerlei Symptome“, sagte Hofmann der „Bild“-Zeitung.

Ein weiterer Test bestätigte nach Angaben des Gladbachers den positiven Befund. Der nächste Test wird voraussichtlich am Montag erfolgen. „Ich werde zu Hause für mich ein Programm machen, um mich fit zu halten“, sagte der 28-Jährige.

Hofmann war vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island (3:0) positiv getestet wurden. Der Leipziger Marcel Halstenberg musste sich als Kontaktperson der Kategorie 1 auf Anweisung des Gesundheitsamtes Düsseldorf ebenfalls in Quarantäne begeben.

Frankreich-Idol Henry verabschiedet sich von Social Media

Aus Protest gegen rassistische Beleidigungen im Internet kehrt die französische Fußball-Legende Thierry Henry den Online-Netzwerken den Rücken. „Die schiere Masse an Rassismus, Schikanen und die daraus resultierende mentale Folter sind zu toxisch, um sie zu ignorieren“, schrieb der 43-jährige frühere Arsenal-Spieler in einer bei Twitter, Facebook und Instagram veröffentlichten Erklärung. Am Sonnabend werde er sämtliche Konten von den Plattformen entfernen.

Es sei viel zu einfach, ein Konto in einem der Online-Dienste zu eröffnen und es dazu zu nutzen, anonym andere „zu mobben oder zu belästigen, ohne dass dies Konsequenzen hat“, beklagte Henry. „Bis sich das ändert, werde ich meine Accounts auf allen sozialen Plattformen abschalten.“ Er hoffe auf baldige Verbesserungen.

Henry hat bei Twitter, Facebook und Instagram insgesamt 14,8 Millionen Fans. Die Online-Dienste sehen sich seit Längerem dem Vorwurf ausgesetzt, zu wenig gegen Rassismus und andere Formen der Ausgrenzung auf ihren Plattformen zu unternehmen. Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch das US-Model Chrissy Teigen unter Verweis auf zu viele negative Kommentare von Nutzern von Twitter verabschiedet.

Deutschland in Rumänien ohne Süle

Die deutsche Nationalmannschaft muss auch im zweiten WM-Qualifikationsspiel am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Rumänien auf Niklas Süle verzichten. Der Innenverteidiger des deutschen Rekordmeisters Bayern München reiste aufgrund seiner Oberschenkelzerrung am Samstag nicht mit nach Bukarest. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit.

Süle hatte schon den Start in die WM-Quali gegen Island (3:0) verpasst. Am Mittwoch in Duisburg gegen Nordmazedonien steht er ebenfalls nicht zur Verfügung. Bundestrainer Joachim Löw kann in Rumänien neben Süle auch auf Toni Kroos (abgereist nach Adduktorenproblemen), Jonas Hofmann (Corona) und Marcel Halstenberg (Quarantäne als Kontaktperson der Kategorie 1 von Hofmann) nicht zurückgreifen.

Alle weiteren 22 Spieler traten die Reise wie geplant an, nachdem sie am Freitag und Sonnabend insgesamt dreimal – zweimal mit Antigen-Schnelltests und einmal per PCR-Test – negativ auf COVID-19 getestet worden waren.

U21 auch im zweiten EM-Spiel ohne Moukoko

Die deutsche U-21-Nationalmannschaft muss auch im zweiten EM-Gruppenspiel gegen die Niederlande auf Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko verzichten. Der 16 Jahre alte Angreifer von Borussia Dortmund wird nach seiner Schienbeinprellung nicht rechtzeitig fit für die Partie am Sonnabend (21.00 Uhr/ProSieben) in Szekesfehervar. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Demnach hatte U-21-Coach Stefan Kuntz Moukoko zuvor fest als Joker eingeplant.

Der Nachwuchsprofi, der bei einem Einsatz bei der EM-Gruppenphase zum jüngsten deutschen U-21-Nationalspieler werden würde, hatte sich die Blessur im Abschlusstraining vor dem ersten EM-Spiel am Dienstag zugezogen. Bereits am Freitag hatte Kuntz die Wahrscheinlichkeit auf einen Einsatz Moukokos als gering bezeichnet. Er habe nur „wenig Hoffnung“, dass der Angreifer rechtzeitig fit werde.

Kritik an DFB-Aktion für Menschenrechte

Die Menschenrechtsaktion der deutschen Nationalmannschaft vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island sorgt weiter für viel Aufsehen. Nach den überwiegend positiven Reaktionen rund um das Spiel in Duisburg am Donnerstagabend bekommt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Veröffentlichung eines Videos unter dem Titel „Making of.. #HUMANRIGHTS“ nun aber auch Kritik.

Am Freitagabend hatte der Verband im Internet einen 63-Sekunden-Clip veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie unter anderen Kapitän Manuel Neuer, Ilkay Gündogan und Leroy Sané ihre schwarzen T-Shirts mit den Buchstaben in weißer Farbe bemalen. Diese hatten die elf Spieler dann als Schriftzug „Human Rights“ (Menschenrechte) vor dem Anpfiff zum mit 3:0 gewonnenen Spiel gegen Island präsentiert. Damit zielte die Mannschaft auch auf die Arbeitsbedingungen im WM-Gastgeberland Katar ab.

Wie bei vielen DFB-Aktionen der jüngeren Vergangenheit wurde die Veröffentlichung des Videos nun im Internet mehrfach kritisch kommentiert. Der Vorwurf: Der gute Grundgedanke der Aktion werde durch ein Marketingvideo verwässert und beschädigt, äußerten mehrere Nutzer. Kritisch wurde auch die Doppelmoral thematisiert, dass zum Beispiel die Bayern-Spieler bei ihrem Club Werbung für die Fluglinie aus Katar machen und dort regelmäßig ihr Trainingslager abhalten.

Allerdings erhielt das Video auch zahlreiche Like-Symbole. Andere Internet-Nutzer nahmen es mit Humor. So tauchte eine Fotomontage auf, in der die Spieler den Schriftzug „MANUISGREAT“ (Manu ist großartig) auf ihren Shirts haben – als Anspielung auf den 35. Geburtstag von Kapitän Manuel Neuer an diesem Samstag. Möglicherweise hätten sich die Spieler nur in falscher Reihenfolge postiert, mutmaßte der Nutzer „Joetorius“ bei Twitter.

Effenberg für Hoeneß/Rummenigge als DFB-Doppelspitze

Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg hat im Führungsstreit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Doppelspitze mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge ins Gespräch gebracht. „Der Verband könnte mit einem Schlag aus der Krise kommen, eine gigantische Aufbruchstimmung erzeugen und den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft legen“, schrieb Effenberg in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal „T-Online“. Hoeneß und Rummenigge seien „beides Machtmenschen, die über eine unglaubliche Fachkompetenz verfügen und natürlich die Befugnisse brauchen, um ihre Ideen umzusetzen.“

Hoeneß hatte in seiner neuen Funktion als RTL-Experte die DFB-Führung nach dem WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft gegen Island (3:0) massiv kritisiert. Dabei nahm der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters Bayern München nur DFB-Präsident Fritz Keller von seinem harten Rundumschlag aus. Rummenigge tritt am Jahresende als Vorstandschef des FC Bayern ab.

„Beide sind viel zu wichtig für den deutschen Fußball, als dass sie sich zur Ruhe setzen könnten. Sie haben mit ihrer Fußballkompetenz sogar eine Verantwortung“, so Effenberg: „Man müsste sie eben bei der Ehre packen. Mit der Idee einer Doppelspitze sollte das möglich sein.“

Rummenigge lehnt DFB-Posten ab

Karl-Heinz Rummenigge hat nach eigenen Angaben aber kein Interesse an einem Amt im Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Ich stehe für keinen Job beim DFB zur Verfügung“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München der „Bild“-Zeitung. Hoeneß hatte am Donnerstagabend auch die deutschen Vertreter im Weltverband FIFA und in der Europäischen Fußball-Union UEFA kritisiert und Rummenigge als Kandidaten dafür ins Spiel gebracht.

Der Vertrag des 65-Jährigen als Bayern-Vorstandsvorsitzender läuft Ende des Jahres aus. Nachfolger wird Oliver Kahn. Rummenigge hatte sich schon im September 2020 als „völlig ungeeignet für ein Amt in einem Verband“ bezeichnet.

Xavi kann sich Löw in Barcelona vorstellen

Der ehemalige spanische Weltklasse-Fußballer Xavi hat Joachim Löw in den höchsten Tönen gelobt, hält dessen Abschied als Bundestrainer aber für richtig. „Er war ein Luxus-Trainer. Er wollte Spektakel, Angriffsfußball, und dann wurde er damit auch noch Weltmeister“, sagte Xavi im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

Löw habe dazu beigetragen, „dass Deutschland ein anderes Verständnis von Fußball entwickelt hat, das mich sehr an das erinnert, was ich aus Spanien und Barcelona kenne“, sagte der 41-Jährige weiter. Löw würde daher auch gut zu seinem Exclub FC Barcelona passen: „Wegen seiner Art, das Spiel zu verstehen. Und wegen seiner Person.“

Löws Abschied nach der EM im Sommer nach 15 Jahren im Amt kommt für den ehemaligen Welt- und Europameister zur richtigen Zeit. Es komme „zwangsläufig zu Abnutzungserscheinungen“, so Xavi. Irgendwann gehe die Flamme halt aus, Gruppen bräuchten Wandel: „Es war möglicherweise jetzt auch der Fall, nach einem Zyklus, der gemessen an der Spielkultur und nach Resultaten gigantisch war.“

( dpa/SID )

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