Fußball-Ticker

Corona: Darf Klopp zur Champions League nach Leipzig?

| Lesedauer: 13 Minuten
Liverpools Trainer Jürgen Klopp

Liverpools Trainer Jürgen Klopp

Foto: AFP

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 30. Januar 2021:

Pep Guardiola bleibt oben

Manchester City und Pep Guardiola haben Platz eins in der englischen Premier League mit einem knappen Heimsieg gegen Sheffield United gefestigt. Gabriel Jesus (9. Minute) schoss das Siegtor zum 1:0 (1:0) gegen das Tabellenschlusslicht. Guardiolas Elf bestimmte im eigenen Stadion das Spiel, kam gegen den sehr defensiv agierenden Abstiegskandidaten aber kaum zu Torchancen.

Am Abend kamen der FC Arsenal und ManUnited in London nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Bei den Gunners gab der Norweger Martin Ödegaard, der auf Leihbasis bis zum Saisonende von Real Madrid kam, sein Debüt.

RB Leipzig nach 1:0 härtester Bayern-Verfolger

Julian Nagelsmann und RB Leipzig bleiben nach dem Sieg im Topspiel der Bundesliga über Bayer Leverkusen (1:0) der große Bayern-Verfolger. Der Tabellenzweite hat aber weiter sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer aus München. Christopher Nkunku (51. Minute) sorgte mit seinem Tor für die Entscheidung gegen Bayer, das auf Platz vier zurückfiel. „Wir wollen in die Champions League, mit dem Ziel sind wir in die Saison gestartet“, sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zum Meisterrennen. Nagelsmann lobte die „gute Reaktion“ seiner Mannschaft nach dem 2:3 beim FSV Mainz 05 in der Vorwoche. „Wir haben sehr leidenschaftlich verteidigt.“

Walddörfer Fußball-Frauen unterliegen FC Bayern 0:13

Die Fußballerinnen des Walddörfer SV sind im Achtelfinale des DFB-Pokals erwartungsgemäß gegen den FC Bayern München ausgeschieden. Der Regionalligist und Hamburger Pokalsieger unterlag am Sonnabend dem verlustpunktfreien Bundesliga-Spitzenreiter glatt mit 0:13 (0:8). Lea Schüller (5), Gia Corley (2), Lina Magull, Sydney Lohmann, Marina Hegering, Klara Bühl, Linda Dallmann und Julia Pollak erzielten die Treffer für die Münchnerinnen.

Der Walddörfer SV hatte das Achtelfinale durch Siege gegen den Rostocker FC (2:0) und den TV Jahn Delmenhorst (2:1) erreicht. Wegen des Wintereinbruchs in Hamburg war die Partie aus dem WSV-Stadion auf einen Platz am Nachwuchsleistungszentrum des Zweitligisten Hamburger SV im Volkspark verlegt worden.

Marseille-Fans randalieren auf Clubgelände

Hunderte Fans von Olympique Marseille haben am Sonnabend gewaltsam versucht, sich Zugang zum Trainingsgelände des französischen Erstligisten zu verschaffen. Wie die örtliche Polizei auf Twitter schrieb, griffen einige der 300 Anhänger vor Ort auch Polizisten an. Einsatzkräfte nahmen bei der Aktion am Nachmittag 25 Menschen fest. Am Abend stand die Partie von Olympique Marseille in der Ligue 1 gegen Stade Rennes an.

Auf Videoaufnahmen war zu sehen, dass zahlreiche Fans des Marseiller Vereins Rauchfeuer in der Hand hielten und Böller warfen. Französischen Medien zufolge fing ein Baum Feuer, die französische Nachrichtenagentur AFP schrieb von drei verbrannten Zypressen.

Wie der Sender "BFMTV" schrieb, waren bereits am Samstagmorgen an verschiedenen Orten der Stadt feindselige Banner mit Bezug zum Verein zu sehen. Zahlreiche von ihnen richteten sich demnach gegen Vereinspräsident Jacques-Henri Eyraud. Dieser hatte sich bei Fans unbeliebt gemacht, als er es als eine Gefahr bezeichnet hatte, dass ein sehr große Mehrheit der Clubfans aus Marseille stamme.

Premier League: Polizei ermittelt nach Rassismus-Botschaften

Nach rassistischen Beleidigungen im Internet gegen den Fußballprofi Romaine Sawyers hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Sawyers, der vom karibischen Inselstaat St. Kitts und Nevis stammt, spielt für West Bromwich Albion. Der Premier-League-Club hatte der Polizei gemeldet, Sawyers sei während West Broms 0:5-Niederlage gegen Manchester City am Dienstag online beleidigt worden.

Die zuständige West Midlands Police teilte auf Twitter mit, sie habe einen 49-jährigen Mann aus dem knapp 20 Kilometer entfernten Kingswinford festgenommen, um ihn zu befragen. „Unser für Hassverbrechen im Fußball zuständiger Kriminalbeamter untersucht auch noch einen weiteren Bericht über rassistische Kommentare gegen denselben Fußba ller“, hieß es weiter. „Wir werden Rassismus nicht tolerieren.“

Am Freitag hatte der Chelsea-Profi Reece James rassistische Beleidigungen, die ihm auf Instagram geschickt wurden, öffentlich gemacht. Dazu schrieb der 21-Jährige: „Es muss sich etwas ändern.“ Chelsea nahm am Samstag auf der Vereinswebsite dazu Stellung. „Dieser Club findet Rassismus und alle Formen diskriminierenden Verhaltens absolut inakzeptabel“, schrieb der neue Club von Trainer Thomas Tuchel. „Wir verurteilen das aufs Schärfste.“

Zuvor waren Axel Tuanzebe und Anthony Martial von Manchester United in sozialen Medien beleidigt worden, nachdem sie mit dem englischen Rekordmeister überraschend gegen den Tabellenletzten Sheffield United verloren hatten. Man United verurteilte die Angriffe ebenfalls. Premier-League-Chef Richard Masters sagte, die Liga sei in ständigem Austausch mit Social-Media-Konzernen. „Wir wollen, dass sie beleidigende Nachrichten schneller entfernen und die Identifikation und der Ausschluss von Tätern verbessert wird“, sagte Masters.

Droht Leipzigs Champions-League-Spiel gegen Liverpool auszufallen?

Durch die von der Bundesregierung verhängte Einreisesperre für Menschen aus besonders betroffenen Corona-Mutationsgebieten herrscht Unklarheit über die Champions-League-Partie zwischen RB Leipzig und dem FC Liverpool. Laut der am Sonnabend in Kraft getretenen Verordnung dürfen Menschen aus Großbritannien bis zum 17. Februar nicht mehr in die Bundesrepublik einreisen. Das Achtelfinal-Hinspiel ist für den 16. Februar in Leipzig angesetzt. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf das Bundesinnenministerium, von dort gab es zunächst keine Stellungnahme.

Zwar gibt es in der Verordnung Ausnahmen, Profisport ist dort allerdings nicht aufgelistet. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums wollte sich bei der ARD-„Sportschau“ nicht zu Einzelfällen äußern. Generell gelte aber, dass es nur die Ausnahmen geben werde, die in der Verordnung explizit erwähnt seien, hieß es in dem Bericht.

RB Leipzig hat Kenntnis von der neuen Verordnung, teilte aber auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, noch keinen Kontakt zur zuständigen Europäischen Fußball-Union Uefa aufgenommen zu haben. Dies solle in den kommenden Tagen jedoch geschehen. Von der Uefa gab es zunächst keine Stellungnahme.

Die Bundesregierung hat aus Sorge um eine weitere Verbreitung von mutierten Coronaviren weitreichende Einreisesperren verhängt. Diese gelten unter anderem für Menschen aus Großbritannien, Südafrika, Portugal, Brasilien und Irland. Es gibt ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen. Ausnahmen gelten unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebende Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

Bayern verdonnert Tolisso zu Geldstrafe nach Tattoo-Vergehen

Corentin Tolisso vom FC Bayern München muss wegen seines neuen Tattoos und eines Verstoßes gegen die Corona-Vorgaben des Vereins eine Geldstrafe zahlen. „Dieser Verstoß ist sehr ärgerlich und auf keinen Fall zu tolerieren. Wir werden Corentin Tolisso daher mit einer empfindlichen Geldstrafe belegen, den Betrag werden wir für soziale Zwecken spenden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in einer Vereinsmitteilung. Der 26 Jahre alte Franzose Tolisso hatte sich diese Woche eine Tätowierung stechen lassen und damit nach Angaben der Münchner gegen die Corona-Vorgaben des Club verstoßen.

Voraussetzung für die Spiele während der Pandemie sei, dass sich alle Beteiligten an das Hygienekonzept hielten, sagte Rummenigge. „Corentin Tolisso hat jetzt gegen diese Vorgaben verstoßen, obwohl unsere sportliche und medizinische Führung diese Vorgaben fortwährend und deutlich intern kommuniziert“, kritisierte er. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor darüber berichtet. Auf einem Foto in den sozialen Netzwerken war demnach zu sehen, dass weder Tolisso noch den Tätowierer einen Mund-Nasen-Schutz getragen hatten.

Sportvorstand Hasan Salihamidzic sagte vor dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim im TV-Sender Sky, es werde eine Strafe für Tolisso geben, „die er spüren wird“. „Das ist natürlich ärgerlich“, sagte Salihamidzic. „Ich habe mit ihm gesprochen, er hat es verstanden und weiß, dass er einen Fehler gemacht hat“, ergänzte der Sportvorstand, der von einem „klaren und deutlichen“ Gespräch berichtete.

Ex-Hoffenheimer für Friseurbesuch bestraft

Ein Friseur-Besuch hat den früheren Bundesliga-Profi Joelinton (24) mächtig in die Bredouille gebracht. Nachdem der ehemalige Hoffenheim-Stürmer am Freitag im Internet ein Selfie von seinem Besuch beim Haarstylisten postete, kündigte sein Premier-League-Klub Newcastle United Konsequenzen an.

„Wir sind enttäuscht über das von Joelinton geteilte Bild“, sagte ein Vereinssprecher und kündigte angesichts des Verstoßes gegen die Covid-19-Vorgaben „angemessene Maßnahmen“ an. Wie in Deutschland sind Friseursalons in England im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Das Foto hatte der Brasilianer zwar schnell wieder gelöscht, es kursiert dennoch in den englischen Medien.

Nach Flugzeugabsturz: Chapecoense aufgestiegen

Rund ein Jahr nach dem Abschied aus der 1. Liga steigt der von einem tragischen Flugzeugunglück schwer getroffene brasilianische Fußball-Club Chapecoense wieder auf. Nach einem 3:1-Sieg am Freitag (Ortszeit) gegen Confiança aus Aracaju holte sich das Team dank des besseren Torverhältnisses den Titel in der Série B vor América Mineiro aus Belo Horizonte. „Ich möchte Gott für die Gelegenheit danken“, sagte Kapitän Alan Ruschel, einer der Überlebenden des Flugzeugabsturzes von vor rund vier Jahren, im brasilianischen Fernsehen. „Wir wissen, dass es nicht einfach war, bei allem, was wir erlebt haben.“


Am 28. November 2016 war das Flugzeug der Mannschaft auf dem Weg nach Medellín zum Finalhinspiel um die Copa Sudamericana, dem Südamerika-Pokal, in Kolumbien abgestürzt. 71 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, darunter fast alle Spieler sowie Betreuer, Trainer und mitreisende Journalisten. Sechs Passagiere überlebten.


Nach dem Unglück wollten die anderen Clubs der 1. brasilianischen Liga dem Team eine Nichtabstiegsgarantie für drei Jahre geben, damit sich der Verein nach dem Schicksalsschlag neu sortieren kann. Chapecoense lehnte das Angebot allerdings ab. Im November 2019 stieg der Club aus der Stadt Chapecó im Süden Brasiliens in die 2. Liga ab.

Schneider sieht Schalkes Finanzsituation "herausfordernd"

Bei einem Abstieg in die Zweite Liga würde sich beim FC Schalke „extrem viel“ verändern. Das bekräftigte Sportvorstand Jochen Schneider in einem Interview „sportbuzzer.de“. „Wir haben keine Mannschaft, die für die 2. Liga zusammengestellt ist. Da würde es gewaltige Veränderungen geben“, betonte der 50-Jährige. Sie seien aber in der Pflicht auch für die 2. Liga eine Lizenz mit den entsprechenden Planzahlen und einem entsprechenden Plankader zu beantragen, erklärte Schneider.

Der Traditionsclub aus Gelsenkirchen ist Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Bis zum Spiel an diesem Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) beim SV Werder Bremen holten die Schalker gerade mal sieben Punkte, sie schafften in der bisherigen Saison nur einen Sieg.

Schneider bekräftigte auch, dass er bei einem möglichen Neuanfang ein Ende seiner Zeit als Sportvorstand auf Schalke ebenfalls akzeptieren würde. Er war im März 2019 von RB Leipzig zum FC Schalke 04 gewechselt.

„Das ganze Kalenderjahr 2020 verdient das Wort Albtraum. Es war insgesamt eine Katastrophe, was wir sportlich abgeliefert haben“, sagte Schneider. Die aktuelle finanzielle Lage sei „nicht existenzbedrohend. Vielmehr ist sie maximal herausfordernd“, ergänzte er.

Bayern München vor Einigung mit Leipzig-Star?

Im Bemühen um RB Leipzigs Abwehrchef Dayot Upamecano sollen die Verantwortlichen des FC Bayern München sich einem Bericht der „Bild“ zufolge mit den Beratern des Franzosen getroffen haben. Demnach sollen sich Sascha Breese und Volker Struth am Donnerstag zu einem Gespräch an der Säbener Straße befunden haben. Nach Informationen des Boulevardblatts sieht sich der deutsche Rekordmeister im Werben um Upamecano vorn.

Weitere europäische Topvereine sollen Interesse an dem Innenverteidiger haben. Er war im Januar 2017 von Red Bull Salzburg zu RB Leipzig gewechselt. Dort wurde der 1,86 Meter große und 90 Kilogramm schwere Abwehrspieler zu einem der Leistungsträger.

Upamecano hatte seinen Vertrag bei RB Leipzig im Sommer vergangenen Jahres verlängert, dieser ist bis Ende Juni 2023 gültig. Der 22-Jährige soll aber eine Ausstiegsklausel in seinem aktuellen Arbeitspapier haben, die einen Weggang möglich machen würde. Sie soll bei etwa 43 Millionen Euro liegen. RB soll damals an Salzburg 10 Millionen Euro überwiesen haben.

Der FC Bayern hatte unlängst sein Interesse an Upamecano öffentlich gemacht. Gehandelt werden auch der FC Liverpool mit Jürgen Klopp und der FC Chelsea mit Thomas Tuchel. Upamecano will sich angeblich bis Mitte Februar entscheiden.

( ber/ryb/sid/dpa )

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