Fußball-Ticker

Spanischer Liga-Primus blamiert sich bis auf die Knochen

| Lesedauer: 28 Minuten
Drittligist UE Cornellà hat in der spanischen Copa del Rey völlig überraschend Atlético Madrid ausgeschaltet.

Drittligist UE Cornellà hat in der spanischen Copa del Rey völlig überraschend Atlético Madrid ausgeschaltet.

Foto: Imago/Agencia EFE

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 6. Januar 2021:

Aus beim Drittligisten: Atlético-Blamage im Pokal

Atlético Madrid hat sich im spanischen Pokalwettbewerb Copa del Rey mächtig blamiert. Der Spitzenreiter der Primera División schied am Mittwoch bereits in der zweiten Runde aus. Beim Drittligisten UE Cornellà bei Barcelona unterlag die Mannschaft von Trainer Diego Simeone mit 0:1 (0:1).

Den Treffer für den krassen Außenseiter erzielte Adrián Jiménez Gómez in der sechsten Minute. Ab der 65. Minute spielten die Gäste, die in der Meisterschaft in 15 Spielen bisher nur eine Niederlage kassierten, nach der zweiten Gelben Karte gegen Ricardo Sánchez in Unterzahl.

"Wir entschuldigen uns bei den Fans", sagte Mittelfeldspieler Saul Niguez. Atlético schonte einige Stars. Luis Suárez, Koke, Marcos Llorente und Yannick Carrasco standen nicht im Kader.

Atlético hat die Copa del Rey bislang zehnmal gewonnen – zuletzt 2013. In der Liga führt das Team von Trainer Diego Simeone mit 38 Punkten vor dem Erzrivalen Real Madrid (36), der zwei Spiele mehr absolviert hat.

Nikosia trennt sich nach nur zwei Monaten von Trainer

Der frühere irische Nationaltrainer Mick McCarthy ist nach nur zwei Monaten beim zyprischen Club Apoel Nikosia beurlaubt worden. Das teilte der Verein am Mittwoch mit. McCarthy hatte vor acht Wochen einen Vertrag über 19 Monate unterschrieben, zuletzt aber vier Mal nacheinander verloren. Aktuell liegt Apoel in der 14 Teams umfassenden Liga auf Platz elf. Neuer Trainer wird der ehemalige Profi und Ex-Nationalspieler Savvas Poursaitidis.

Ribéry verletzt sich bei Fiorentina-Niederlage

Franck Ribéry vom AC Florenz hat sich bei der 1:2-Auswärtsniederlage gegen Lazio Rom verletzt und droht für die nächste Partie in der italienischen Serie A auszufallen. Der 37 Jahre alte Franzose musste am Mittwoch bereits vor dem Seitenwechsel wegen einer Verstauchung am linken Knie ausgewechselt werden. Die Ärzte der Fiorentina wollen in den kommenden Tagen seine Knie-Verletzung bewerten, teilte der Verein mit.

Unklar ist daher noch, ob Ribéry am Sonntag gegen den Tabellenkonkurrenten Cagliari Calcio auflaufen könne. Florenz stand nach dem 16. Spieltag auf Platz 14. Direkt dahinter folgte mit einem Punkt Abstand die Mannschaft aus Cagliari. Ende November hatte der Ex-Spieler des FC Bayern München zuletzt früher den Platz verlassen müssen, als er sich am rechten Oberschenkel verletzt hatte.

Gosens trifft – Inter verliert erstmals seit Oktober

Ein erneut starker Robin Gosens hat Atalanta Bergamo zum nächsten wichtigen Sieg in der Serie A geführt. Der deutsche Nationalspieler traf beim 3:0 (1:0) gegen Abstiegskandidat Parma Calcio selbst und bereitete ein weiteres Tor vor. Champions-League-Teilnehmer Atalanta (28 Punkte) hält damit Kurs auf die Europapokal-Plätze und kletterte vorerst auf Rang sechs.

Luis Muriel (15.) brachte Bergamo in Führung, kurz nach der Halbzeitpause legte Gosens für Duvan Zapata (48.) auf. Wenig später traf der Deutsche dann selbst (61.), es war Gosens drittes Tor in den vergangenen vier Spielen.

Im Kampf um die Tabellenspitze ließ Inter Mailand überraschend Punkte liegen. Der 18-malige Meister unterlag bei Sampdoria Genua mit 1:2 (0:2), es war Inters zweite Saisonniederlage in der Liga und die erste seit dem Stadtderby gegen den AC Mailand (1:2) im Oktober. Inter (36 Punkte) bleibt damit Zweiter, Erzrivale Milan (37) kann seine Tabellenführung am Abend im Spiel gegen den schwächelnden Meister Juventus Turin (27) ausbauen.

Leverkusen mehrere Wochen ohne Weiser

Bayer Leverkusen muss in den kommenden Wochen ohne Mitchell Weiser auskommen. Der 26 Jahre alte Rechtsverteidiger zog sich im Spiel bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Sonnabend (1:2) eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zu, teilte der Werksclub mit. Der Tabellen-Dritte empfängt im Heimspiel am kommenden Sonnabend Werder Bremen (siehe auch dieser Eintrag).

Weiser war zuletzt auch als möglicher Neuzugang beim FC Schalke 04 gehandelt worden. Der Revierclub sucht noch eine Verstärkung auf der Rechtsverteidiger-Position und wollte Weiser dem Vernehmen nach bis zum Saisonende ausleihen.

BVB: Kehl bekräftigt Interesse an Zorc-Nachfolge

Sebastian Kehl hat sein Interesse bekräftigt, bei Borussia Dortmund im Sommer 2022 die Nachfolge von Michael Zorc als Sportdirektor anzutreten. "Insgesamt traue ich mir die Aufgabe natürlich zu und bin davon überzeugt, dass ich das gut regeln kann", sagte der Lizenzspielerchef und ehemalige Kapitän des Bundesligisten am Mittwoch (siehe auch dieser Eintrag).

Clubchef Hans-Joachim Watzke hatte zu Wochenbeginn im "Kicker" eine Entscheidung in der Personalie im ersten Halbjahr 2021 angekündigt. Obwohl der 40 Jahre alte Kehl als Favorit gilt, wollte sich der BVB-Geschäftsführer noch nicht festlegen: "Am Ende des Tages benötige ich eine klare Sicht darauf, ob Sebastian ab 2022 das komplette Geschäft abbilden kann."

"Diese Aussagen haben mich überhaupt nicht verwundert", kommentierte Kehl und geht nach eigener Aussage "wirklich sehr gelassen in die Gespräche". Er verwies auf seine gewachsene Erfahrung: "Ich bin seit geraumer Zeit hier im Verein zurück, wachse mehr und mehr in die Dinge hinein, mitverantworte sie und gestalte sie zum Teil sogar allein." Der WM-Zweite von 2002 hatte 2015 seine Profikarriere beendet und beim BVB drei Jahre später die neu geschaffene Position als Leiter der Lizenzspielerabteilung übernommen.

Ursprünglich wollte Zorc bereits am 30. Juni 2021 nach dann 23 Jahren als BVB-Sportdirektor seinen Posten räumen. Doch auf Watzkes Wunsch bleibt er angesichts der in der Corona-Pandemie entstandenen großen Herausforderungen für eine Saison länger im Amt.

Bochum hilft erneut dem Wuppertaler SV

Zweitligist VfL Bochum hat Moritz Römling bis zum Saisonende an den Wuppertaler SV verliehen. Damit folgt der 19 Jahre alte Abwehrspieler seinem Mannschaftskollegen Lars Holtkamp, der vor wenigen Tagen ebenfalls auf Leibasis zum Regionalligisten gewechselt war. Römling hat beim VfL in dieser Saison nur ein Zweitligaspiel bestritten.

„Einsatzzeit ist für junge Spieler das A und O. Und da wir ihm in der aktuellen Kaderkonstellation diese Einsatzzeit nicht bieten können, ist eine Leihe zu einem Club in einer anspruchsvollen Liga die sinnvollste Lösung“, sagte VfL-Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz.

Milans Rebic vor Spitzenspiel positiv getestet

Der ehemalige Frankfurter Stürmer Ante Rebic ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und fehlt damit dem italienischen Tabellenführer AC Mailand im Spitzenspiel gegen Titelverteidiger Juventus Turin am Mittwochabend (20.45 Uhr). Wie die Mailänder mitteilten, wurde auch beim Mittelfeldspieler Rade Krunic das Virus nachgewiesen. Das Duo, das derzeit keine Symptome zeige, befinde sich in häuslicher Isolation. Alle anderen Teammitglieder seien negativ getestet worden.

Der Ausfall der beiden Spieler ist ein weiterer Rückschlag für Milan, das unter anderem auf den verletzten Superstar Zlatan Ibrahimovic verzichten muss. Mailand führt mit 37 Punkten die Tabelle an, Juventus hat als Fünfter bereits zehn Zähler Rückstand, allerdings auch ein Spiel weniger ausgetragen.

Werder gegen Leverkusen: Thema Rashica ruht

Werder Bremen beklagt vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) zwei weitere angeschlagene Spieler. Christian Groß (Wadenprobleme) und Patrick Erras (muskuläre Probleme im Oberschenkel) mussten das Training am Mittwoch vorzeitig beenden. "Wir müssen bei beiden abwarten", sagte Clemens Fritz als Leiter Profifußball mit Blick auf das Gastspiel am Rhein. Noch kein Thema für einen Einsatz ist Stürmer Milot Rashica. "Wir tun gut daran, ihn behutsam wieder heranzuführen", sagte Fritz über den Angreifer aus dem Kosovo, der wegen einer Sehnenverletzung im Oberschenkel seit Ende November ausfällt.

Rashica wäre im Sommer fast zu Leverkusen gewechselt, der Transfer platzte allerdings in letzter Minute. Aktuell gebe es keinen Kontakt zwischen beiden Clubs beim Thema Rashica, sagte Fritz. Die Bremer sind angesichts der Verluste durch die Folgen der Corona-Krise auf Einnahmen durch Verkäufe angewiesen, derzeit gibt es aber laut Fritz keine Interessenten für Spieler der Grün-Weißen. "Uns liegt nichts auf dem Tisch", sagte der Ex-Profi.

Mesut Özil für drei Jahre zu Fenerbahce?

Ex-Nationalspieler Mesut Özil bricht allem Anschein nach seine Zelte beim FC Arsenal ab und wechselt in die Türkei zu Fenerbahce Istanbul. Der 32 Jahre alte Weltmeister von 2014, der bei den Gunners komplett auf das Abstellgleis geraten war, soll sich mit dem 19-maligen türkischen Meister auf einen Vertrag bis Sommer 2024 über fünf Millionen Euro Jahresgehalt geeinigt haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur DHA.

Ein Sprecher des Clubs ließ eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst unkommentiert. Am Dienstagabend teilte Özil bei Instagram ein altes Foto, das ihn am Ufer des Bosporus zeigt. "Diese Stadt...", kommentierte er die Aufnahme. Am Dienstag noch wurde er mit einem Wechsel in die Major League Soccer zu DC United in Verbindung gebracht.

Spielmacher Özil hatte bei Arsenal, das ihn 2013 für 47 Millionen Euro von Real Madrid geholt hatte, keine Zukunft mehr. Sein letztes Spiel für die Londoner absolvierte der Mittelfeldspieler Anfang März noch vor der Corona-Unterbrechung.

Im vergangenen Oktober war der Ex-Schalker und -Bremer von Teammanager Mikel Arteta aus den Aufgeboten sowohl für die Europa League als auch die Premier League gestrichen worden. Er konnte damit nur in der U23 des Clubs spielen. Özil ist mit einem Wochengehalt von 350.000 Pfund (rund 390.000 Euro) der Spitzenverdiener der Gunners, sein Vertrag läuft bis zum Saisonende.

Würzburg legt vor St.-Pauli-Spiel nach

Die Würzburger Kickers haben für den Abstiegskampf in der 2. Bundesliga personell nachgelegt und Mittelfeldspieler Martin Hasek verpflichtet. Wie die Unterfranken mitteilten, ist der 25 Jahre alte Tscheche sofort spielberechtigt. Er könnte schon heute im Kellerduell gegen den FC St. Pauli auflaufen. Hasek hatte zuletzt bei Traditionsverein Sparta Prag gespielt und war danach mehrere Monate vereinslos.

"Martin ist ein dynamischer, kreativer und technisch versierter Mittelfeldspieler. Er wird uns verstärken und den Konkurrenzkampf weiter anheizen", sagte Trainer Bernhard Trares über den Tschechen. Hasek ist nach Verteidiger Rolf Feltscher (Los Angeles Galaxy) sowie den Stürmern Stefan Maierhofer (Admira Wacker Mödling) und Marvin Pieringer (SC Freiburg II) bereits der vierte Neuzugang der Würzburger in diesem Winter.

Wegen Corona: Hopp fordert "Umdenken"

Mehrheitseigner Dietmar Hopp vom Bundesligisten TSG Hoffenheim fordert als Reaktion auf die Corona-Krise Veränderungen im Profifußball. „Sicher erscheint mir, dass es ein Umdenken geben muss“, sagte der 80-Jährige dem Clubmagazin Spielfeld. Viele Vereine seien in „wirtschaftliche Not geraten, durch fehlende Zuschauereinnahmen und sicherlich auch durch Spielerverträge, die nicht mehr der Realität entsprechen“.

Hopp schließt zudem nicht aus, dass es eine gewisse Entfremdung der Fans durch die Geisterspiele geben könnte. „Natürlich entsteht bei einer so langen Enthaltsamkeit zwangsläufig eine Distanz. Der Fußball ist nicht mehr zentral im Fokus der Menschen“, sagte der Mäzen der TSG. Die Befürchtung, dass viele Zuschauer und Sponsoren sich zurückziehen, teile er jedoch nicht.

Kehl: Hummels BVB-Kritik "total legitim"

Supertalent Youssoufa Moukoko ist bei Borussia Dortmund nach überwundenen Knieproblemen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Der 16 Jahre alte Angreifer absolvierte am Mittwoch die komplette einstündige Einheit. Damit dürfte der jüngste Torschütze der Liga-Geschichte auch für das richtungsweisende Topspiel bei RB Leipzig am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) eine Option sein.

„Wir haben höhere Erwartungen an uns, haben höhere Ansprüche“, sagte BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl nach der Einheit. Leipzig werde „ein Gradmesser für uns“, erklärte der Ex-Nationalspieler vor dem Duell des Tabellenvierten beim -Zweiten: „Wir müssen eine absolut gute Leistung bringen, sonst werden wir da nichts holen.“

Kehl begrüßte die jüngst geäußerte Kritik von Abwehrchef Mats Hummels („Wir haben zu oft keinen Erwachsenen-Fußball gespielt“) an den gezeigten Saisonleistungen unter Ex-Trainer Lucien Favre. „Das ist total legitim, dass unser Vize-Kapitän auch mal den Finger in die Wunde legt. Die Mannschaft ist gefordert, viele Dinge auch zu leben. Dieser Erwachsenen-Fußball wird auch von innen heraus generiert“, sagte der 40-Jährige.

3. Liga: Rückkehr zu fünf Wechseln

Das Wechselkontingent in der 3. Liga soll in der Rückrunde wieder von drei auf fünf Spieler erhöht werden. Darauf verständigte sich der DFB mit den 20 Vereinen. Das DFB-Präsidium muss bis zum Rückrundenstart am 20. Spieltag (22. bis 24. Januar) eine endgültige Entscheidung über die Änderung treffen.

Die Anpassung der Wechselmöglichkeiten sei nötig, „um die Belastung der Sportler angesichts des engen Terminplans besser steuern zu können“, teilte der DFB mit. Die Clubs und der Liga-Ausschuss hatten sich aus wirtschaftlichen Gründen vor der Saison mehrheitlich dafür ausgesprochen, wieder zur vorherigen Beschränkung mit drei Auswechslungen zurückzukehren.

Vor Derby: Weitere Corona-Fälle bei ManCity

Manchester City von Teammanager Pep Guardiola wird erneut von Corona-Fällen gebeutelt. Wie der englische Topclub vor dem Stadtderby im Halbfinale des Ligapokals bei Manchester United (Mittwoch, 20.45 Uhr/Dazn) bekannt gab, haben sich Torwart Scott Carson und Nachwuchsspieler Cole Palmer sowie ein Mitglied aus dem Betreuerstab mit Covid-19 angesteckt. Das Trio habe sich umgehend in Quarantäne begeben.

Zuletzt hatte Zack Steffen, ehemals Fortuna Düsseldorf, im City-Tor gestanden, weil auch Stammkeeper Ederson mit Corona infiziert ist. Wegen einiger positiver Fälle bei City hatte kürzlich die Ligapartie beim FC Everton verschoben werden müssen.

FC Bayern: Gnabry fehlt weiter beim Training

Hinter dem Einsatz von Bayern Münchens Nationalspieler Serge Gnabry im schweren Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach am Freitag (20.30 Uhr/Dazn) steht weiterhin ein Fragezeichen. Der 25-Jährige fehlte nach "Bild"-Informationen auch bei der Trainingseinheit am Mittwoch.

Gnabry hatte sich am Sonntag beim 5:2 gegen Mainz eine schmerzhafte Prellung mit Bluterguss oberhalb des Schienbeins zugezogen. Er habe „Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, hatte der Offensivspieler nach einer Untersuchung am Montag gesagt. Trainer Hansi Flick hatte da noch gehofft, dass Gnabry „spätestens am Mittwoch wieder ins Training einsteigen kann“.

Für Gladbach (siehe auch dieser Eintrag) kann Flick dafür wie erhofft wieder mit Kingsley Coman, Marc Roca, Joshua Zirkzee und Bouna Sarr planen. Das zuletzt angeschlagene Quartett hatte am Montag erstmals wieder am Teamtraining teilgenommen.

Labbadia warnt vor seinem Ex-Club Bielefeld

Hertha-Trainer Bruno Labbadia hat vor der schwierigen Aufgabe seiner Mannschaft am Sonntag bei Arminia Bielefeld (18 Uhr/Sky) gewarnt. „Wir benötigen eine hohe Intensität gegen Arminia. Die Mannschaft hatte zuletzt enge Ergebnisse, tut alles, um den Abstieg zu vermeiden“, sagte Labbadia. Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar ist nach seiner Verletzungspause wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, Kapitän Dedryck Boyata fällt wegen einer Fußverletzung weiter aus.

Für Rückkehrer Labbadia ist Bielefeld nach wie vor eine „unfassbar lebenswerte Stadt“. Der 54-Jährige spielte zum Ende seiner aktiven Laufbahn drei Jahre für die Arminia (1998 bis 2001). „Wir haben immer noch eine enge Verbundenheit dorthin, weil mein Schwiegersohn aus Bielefeld kommt“, verriet der Coach.

Hertha steht nach 14 Spielen mit 16 Punkten auf Rang 12, will nach dem 3:0 zum Jahresstart gegen Schalke den positiven Trend ausbauen. „Wir wollen mehr Siege einfahren. Es ist ja offen kommuniziert worden, dass wir mit der Ausbeute bislang nicht zufrieden sein können“, sagte Labbadia.

Slaven Bilic wird Trainer in China

Nach seinem Rauswurf beim englischen Club West Bromwich Albion bekommt Slaven Bilic einen Trainerjob in der ersten chinesischen Liga. Der Kroate wurde am Mittwoch von Beijing Sinobo Guoan für zwei Jahre verpflichtet. Der 52-Jährige tritt damit in Peking die Nachfolge des französischen Trainers Bruno Génésio an. Die Mannschaft erreichte in der vergangenen Saison das Viertelfinale der asiatischen Champions League und belegte den dritten Platz in der Liga.

Mitte Dezember hatte sich West Brom von Bilic wegen anhaltender Erfolglosigkeit getrennt – die Mannschaft hatte zuvor nur sieben Punkte aus den ersten 13 Spielen gesammelt. In seiner ersten Saison als Cheftrainer hatte der ehemalige kroatische Verteidiger Bilic das Team noch zum Aufstieg in die Premier League geführt.

Vorher hatte Bilic, der von 1993 bis 1996 als Profi beim Karlsruher SC spielte, unter anderem Trainerstationen in Russland, der Türkei und Saudi-Arabien. Von 2006 bis 2012 war er Trainer der kroatischen Nationalmannschaft.

1. FC Magdeburg leiht Würzburger Stürmer aus

Nach Baris Atik hat Drittligist 1. FC Magdeburg einen weiteren Offensivspieler bis Saisonende verpflichtet. Wie der Verein mitteilte, wird Saliou Sané vom Zweitligisten Würzburger Kickers ausgeliehen. Der 28-Jährige absolvierte in dieser Saison bisher fünf Spiele. Der 1,87 Meter große Offensivspieler ist körperlich robust und kommt vorwiegend als Mittelstürmer zum Einsatz.

Insgesamt lief Sané für Holstein Kiel, die Sportfreunde Lotte, die SG Sonnenhof Großaspach, den Karlsruher SC und die Würzburger Kickers 126 Mal in der 3. Liga auf und markierte dabei 16 Tore. Hinzu kamen 15 Zweitligaspiele (ein Tor) für Paderborn, Karlsruhe und Würzburg.

Gladbach gegen Bayern ohne Lazaro

Mönchengladbachs Trainer Marco Rose will Bayern München im Bundesliga-Topspiel dort treffen, wo er am meisten anbietet. „Die Bayern verteidigen sehr gerne sehr hoch, weil es ihnen auch hilft“, sagte Rose vor dem Duell im Borussia-Park am Freitagabend (siehe auch dieser Eintrag): „Das verursacht in anderen Räumen die Chance, da als Gegner reinzustoßen. Das ist ein offenes Geheimnis.“ Dies allerdings gelte es, „gut und konsequent und konstant zu nutzen“. Die Bayern haben bereits 21 Gegentore (in 14 Ligaspielen) kassiert und mussten wie zuletzt beim 5:2 gegen den FSV Mainz 05 häufig Rückstände drehen.

„Wir wissen, dass wir gegen den FC Bayern spielen, der Tabellenführer ist, der in einer sehr guten Verfassung ist“, betonte Rose: „Dennoch versucht jeder immer wieder, sie zu schlagen. Das wollen wir auch probieren.“ Im Dezember 2019 hatte die Borussia die Münchner durch zwei Tore von Ramy Bensebaini mit 2:1 besiegt.

Fehlen wird den Gladbachern definitiv Valentino Lazaro wegen einer Muskelverletzung. Alassane Plea hingegen sei nach einem Kurzeinsatz bei Arminia Bielefeld (1:0) nun wieder ein Kandidat für die Startelf. Bei Bensebaini (nach Corona-Erkrankung) aber werde es „definitiv nicht für 90 Minuten“ reichen.

Schalke will über Tönnies-Hilfen entscheiden

Schalke 04 will darüber beraten, ob eine vom früheren Clubchef Clemens Tönnies (64) angebotene finanzielle Hilfe in Anspruch genommen werden soll. „Wir haben die Verpflichtung, uns damit zu beschäftigen und alles Für und Wider im Sinne von Schalke 04 abzuwägen“, sagte der jetzige Aufsichtsratsvorsitzende und Tönnies-Nachfolger Jens Buchta den Zeitungen der Funke Mediengruppe, zu denen auch das Abendblatt gehört.

Tönnies hatte sich im Vorjahr im Zuge der Corona-Krise in seinem Fleischbetrieb bei Schalke zurückgezogen. Dringend notwendige Neuzugänge durch ein Darlehen von Tönnies zu finanzieren, werde beim finanziell angeschlagenen Bundesligisten jedoch nicht erwogen. Der Tabellen-Letzte sucht im Kampf gegen den Abstieg noch Verstärkungen im Angriff und auf der Rechtsverteidiger-Position.

Da Tönnies über eine Firma ("Böklunder") nach wie vor zu den Sponsoren des Revierclubs zählt, ist es eine Möglichkeit, dieses Engagement auszuweiten oder vorzeitig zu verlängern und so mögliche Spielertransfers zu finanzieren. Zuletzt hatte Sportvorstand Jochen Schneider ein weiteres finanzielles Engagement von Tönnies nicht kategorisch ausgeschlossen. „Das werden wir intern klären und besprechen.“

Die Entscheidung über eine Ausweitung des Sponsorings soll noch in dieser Woche fallen und müsse von Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam getroffen werden. Tönnies strebt jedoch kein Amt mehr im Verein an. Auch ein Einstieg als Investor im Fall einer späteren Ausgliederung der Profiabteilung ist für Tönnies kein Thema. Von diversen Fan-Gruppierungen wird eine neuerliche Einmischung des Fleischfabrikanten in Clubangelegenheiten äußerst kritisch gesehen.

Corona: KSC auch gegen Fürth ohne Gueye

Der Karlsruher SC muss auch im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Freitag (18.30 Uhr/Sky) auf Stürmer Babacar Gueye verzichten. Der Senegalese wurde im Anschluss an seinen Heimaturlaub positiv auf Corona getestet, wie der Zweitligist mitteilte. Trotz Infektion und Magen-Darm-Problemen gehe es dem 26-Jährigen den Umständen entsprechend gut. Nach zwei negativen Tests solle er kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Gueye war am 28. Dezember nach Deutschland zurückgekehrt und hatte sich direkt in häusliche Quarantäne begeben. Er verpasste deshalb auch schon - wie zuvor mit dem Club abgestimmt – die Partie bei den Würzburger Kickers (4:2) am vergangenen Sonnabend. Kontakt zu seinen Teamkollegen oder dem Betreuerstab des KSC soll er in dieser Zeit nicht gehabt haben. Alle anderen aktuellen Befunde seien negativ.

Celtic Glasgow: Gewaltiger Ärger wegen Dubai-Trip

Durch ein Trainingslager während der Corona-Pandemie in Dubai hat sich der schottische Meister Celtic Glasgow Ärger mit der Landesführung eingehandelt. Regierungschefin Nicola Sturgeon machte aus ihrem Unmut sowohl über die Reise als auch offenkundige Verstöße des Celtic-Trosses gegen Corona-Vorschriften kein Hehl und forderte Untersuchungen gegen "The Bhoys".

"Profisportler sollen in Corona-Zeiten im Ausland trainieren können, wenn es für ihre Wettkämpfe wichtig ist. Aber nachdem ich Bilder aus Dubai gesehen habe, sieht es für mich mehr nach Erholung und Entspannung als nach Training aus. Mir stellt sich wirklich die Frage, warum sie dahin gereist sind und ob sie sich an alle Regeln halten. Dem sollte nachgegangen werden", sagte Sturgeon. Ausdrücklich mahnte die Erste Ministerin, dass der Profisport seine Corona-Privilegien nicht ausnutzen sollte.

Zusätzlich zum ohnehin umstrittenen Trip ins sonnige Emirat hatten von Celtic veröffentlichte Bilder mit Impressionen von der lockeren bis ausgelassenen Stimmung im Lager der Schotten am Golf in der Heimat für Aufsehen gesorgt. Auf den Fotos waren Mitglieder der Glasgower Reisegruppe ohne Mund-Nasen-Schutz zu sehen und die Missachtung von Abstandsregeln zu erkennen. Ob der schottische Verband auf die Affäre reagiert, blieb zunächst offen.

Bereits vor Sturgeons Rüffel aufgekommene Kritik an dem Trainingslager konterte Celtic mit dem Hinweis auf die Genehmigung der Reise durch die Regierung. Die Regierungschefin hält die Erlaubnis angesichts der auch in Schottland beunruhigenden Pandemie-Entwicklung jedoch für überholt: "Die Genehmigung ist noch von November."

Celtic war am vergangenen Sonnabend kurz nach der 0:1-Pleite im Old-Firm-Derby gegen Rekordmeister und Spitzenreiter Glasgow Rangers nach Dubai aufgebrochen. Das nächste Spiel des Teams steht für Montag gegen Hibernian Edinburgh auf dem Programm.

Babbel: "Die Älteren wie ich haben es schwer"

Markus Babbel zählt sich mit 48 Jahren schon zu den älteren Trainern mit geringeren Aussichten auf einen Job in der Bundesliga. Der ehemalige Coach des VfB Stuttgart, von Hertha BSC und Hoffenheim sagte der Funke Mediengruppe, dass die Bundesliga eine hochinteressante Liga sei und er es sich überlegen würde, sollte es eine Option geben. "Ich bin aber auch realistisch genug, dass ich weiß, dass viele junge Trainer nachrücken, um die es einen großen Hype gibt", sagte Babbel: "Da haben es die Älteren wie ich schwer."

Babbel arbeitete zuletzt in Australien. Im Januar 2020 endete sein Engagement bei den Western Sydney Wanderers. Davor hatte er über drei Jahre als Trainer den FC Luzern in der Schweiz betreut. Zuletzt habe er ein Angebot aus Südkorea gehabt, dies aber aus familiären Gründen abgelehnt, erzählte Babbel.

"Wir haben uns als Familie wieder in Deutschland eingelebt, meine fünfjährige Tochter ist nah bei Oma und Opa. Es wäre falsch, sie da wieder herauszureißen“, erklärte Babbel, der in der Corona-Zeit nach eigener Aussage auch "viel Zeit zum Nachdenken" hatte: "Was will ich noch, was ich brauche ich noch? Es muss nicht unbedingt wieder ein Trainer-Job sein. Fakt ist aber, dass ich noch immer viel Spaß am Fußball habe", sagte er.

Copa Libertadores: Finale im Maracanã ohne Fans

Das Finale der Copa Libertadores im legendären Maracanã-Stadion in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro am 30. Januar wird wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer ausgetragen. Dies teilte der südamerikanische Fußballverband Conmebol mit. Demnach lasse die aktuelle Covid-19-Situation in Südamerika eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit der Anwesenheit von Publikum nicht zu. Die Entscheidung sei zusammen mit dem brasilianischen Verband CBF getroffen worden. Die Zahl der Corona-Fälle in Süd- und Lateinamerika ist zuletzt erneut angestiegen, Brasilien ist einer der Brennpunkte der Pandemie.


Im September hatte die Conmebol den Betrieb in der Copa Libertadores wieder aufgenommen, die Spiele in Brasilien finden seit der Rückkehr des Fußballs bereits ohne Publikum statt. Die beiden argentinisch-brasilianischen Halbfinals begannen am Dienstag (Ortszeit) mit River Plate gegen Palmeiras (0:3). Am Mittwoch treffen ebenfalls in Buenos Aires Boca Juniors und Santos aufeinander, bevor in der kommenden Woche die Rückspiele in Brasilien anstehen.

( HA/sid/dpa )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport