Fußball-Ticker

Aufregung bei Barça: Messi darf nicht nach Kiew

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Der FC Schalke 04 und Cheftrainer Manuel Baum schreiben weiter Negativschlagzeilen.

Der FC Schalke 04 und Cheftrainer Manuel Baum schreiben weiter Negativschlagzeilen.

Foto: Imago/Poolfoto

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 23. November 2020:

Nürnberg beendet Negativlauf: Deutlicher Sieg in Osnabrück

Der 1. FC Nürnberg hat seine Negativserie in der 2. Fußball-Bundesliga beendet und dem Überraschungsteam VfL Osnabrück die erste Niederlage zugefügt. Die effizienten Franken gewannen zum Abschluss des achten Spieltags verdient mit 4:1 (2:0) und feierten ihren ersten Erfolg seit dem 27. September. In der Tabelle sprang Nürnberg mit nun zehn Punkten auf Platz zehn, Osnabrück bleibt bei 13 Zählern und verpasste die Rückkehr auf den zweiten Rang.

Torjäger Marcel Schäffler (25.) und Fabian Nürnberger (29.) sorgten mit einem Doppelschlag für die frühe Führung der Gäste, die sich in der Folge etwas zurückzogen und auf Konter lauerten. Osnabrück bemühte sich zwar, brachte die aufmerksamen Nürnberger aber nicht in Bedrängnis. Stattdessen erhöhten Felix Lohkemper (43.) und erneut Schäffler (71.). Sebastian Kerk (90.) betrieb per Foulelfmeter nur noch Ergebniskosmetik.

Nürnberg begann wild entschlossen und hätte gleich in der Anfangsphase durch Pascal Köpke (4.) in Führung gehen können. Schäffler, in der Vorsaison als Spieler des SV Wehen Wiesbaden viermal erfolgreich gegen Osnabrück, drückte den Ball in der fünften Minute über die Linie - stand aber knapp im Abseits. Kurz darauf machten es Schäffler und der für den verletzten Köpke eingewechselte Nürnberger besser. Anders als in den vergangenen Wochen, als Nürnberg mehrfach Führungen nicht in Siege ummünzen konnte, blieb das Team von Trainer Robert Klauß konzentriert und souverän. Der dritte Treffer kurz vor der Pause spielte den Gästen zusätzlich in die Karten - fortan hatten sie alles unter Kontrolle.

Kiel: Zwei Spiele Sperre für van den Bergh

Johannes van den Bergh wird Holstein Kiel in zwei Zweitligaspielen fehlen. Das DFB-Sportgericht belegte den Abwehrspieler nach dessen Roter Karte im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim (2:2) wegen rohen Spiels mit einer Zwei-Spiele-Sperre. Holstein Kiel hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Der 34 Jahre alte Linksverteidiger wird den Störchen somit im Auswärtsspiel bei Hannover 96 am kommenden Sonntag sowie im Heimspiel gegen den VfL Bochum am 4. Dezember nicht zur Verfügung stehen. Van den Bergh könnte dann erstmals im Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg am 12. Dezember wieder dem Kieler Aufgebot angehören.

Werder: Bode weist Lemke-Kritik zurück

Aufsichtsrats-Chef Marco Bode von Werder Bremen möchte den auslaufenden Vertrag mit Fußball-Geschäftsführer Frank Baumann verlängern und hat die teilweise prominente Kritik daran entschieden zurückgewiesen. „Ich führe hier keinen Machtkampf. Wir versuchen, das Richtige zu tun, um Werder in einer schwierigen Lage durch die Krise zu führen“, sagte der frühere Nationalspieler in einem Interview der Sendung „Sportblitz“ von Radio Bremen. Mit Baumann werde man „in Kürze Gespräche führen. Der Aufsichtsrat hat sich jetzt entschieden, das zu tun und mit dem Ziel, mit Frank zu verlängern. Ein explizites Timing gibt es nicht. Aber wir werden das auf jeden Fall in den nächsten Wochen angehen und sehen, wie schnell wir uns einigen.“

Baumanns Vertrag läuft im Sommer 2021 aus. Kritik an einer vorzeitigen Verlängerung hatte zuletzt vor allem der langjährige Werder-Manager Willi Lemke geäußert – auch weil die neuen Mitglieder des Aufsichtsrats wegen der Corona-Pandemie erst im Frühjahr 2021 gewählt werden können. „Es jetzt schon zu machen, wäre nicht nur ein Affront gegen den neuen Aufsichtsrat, sondern auch gegen die Mitgliederversammlung“, sagte Lemke dem Internetportal „Deichstube“.

Das wiederum gefiel Bode nicht. „Wir müssen damit leben, dass Willi und andere ihre Meinung haben. Ich hätte mir gewünscht, dass mich Willi anruft und sagt, was er davon hält, und das nicht öffentlich macht“, sagte der 51-Jährige.

PSG: Tuchel ohne Jobgarantie gegen Leipzig

Trainer Thomas Tuchel hat vor dem wichtigen Gruppenspiel in der Champions League am Dienstag (21 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig keine Jobgarantie von den Club-Verantwortlichen von Paris St. Germain bekommen. „Das ist nicht notwendig“, sagte Tuchel (47) bei der Pressekonferenz am Montag. Dann richtete er dem Übersetzer lächelnd aus: „Du kannst noch sagen: Wenn es so wäre, würde es mich mehr verunsichern als wenn es nicht so ist.“

Bei einer Niederlage wäre ein Vorrunden-Aus des Finalisten der Vorsaison sehr wahrscheinlich, Tuchel müsste dann um seinen Job bangen. „In der Kabine und auch im Training habe ich nicht den Eindruck, dass es einen negativen Einfluss gibt“, sagte der frühere Dortmunder und Mainzer Bundesliga-Trainer: „Im Gegenteil: Die Einstellung passt, alle sind gut drauf.“

Gegen Leipzig könnte Tuchel volle Offensivpower aufbringen, auch die beiden Ausnahmekönner Neymar und Kylian Mbappé sind wieder fit. „Wir müssen gewinnen, wir wollen gewinnen. Ich will, dass meine Spieler mutig nach vorne spielen“, forderte Tuchel.

"Urknall": Messi reist nicht mit zum Spiel in Kiew

Superstar Lionel Messi darf nicht mit zum Champions-League-Spiel des krisengebeutelten FC Barcelona bei Dynamo Kiew an diesem Dienstag reisen. Der niederländische Barça-Trainer Ronald Koeman versicherte am Montag, der argentinische Fußballprofi benötige wie Frenkie de Jong angesichts der vielen Spiele eine Ruhepause. Aber „As“ schrieb von einem „Urknall“. Die Sportzeitung spekulierte, es könne andere Gründe als nur die Schonung des wichtigsten Spielers geben.

Seit dem verhinderten Wechsel im Sommer gab es häufiger Zweifel an Messis Motivation. Zuletzt erinnerten die Leistungen des Weltstars kaum noch an frühere Glanzzeiten. So zeigte der 33-Jährige am Sonnabend beim enttäuschenden 0:1 gegen Atlético Madrid eine erschreckend schwache Leistung.

Es gab zuletzt häufiger Differenzen zwischen Messi und dem Club. Zu den Problemen des in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Clubs zählt die Forderung, dass die Spieler auf ein Teil der Millionengehälter verzichten sollen. Bei seiner Rückkehr am vergangenen Mittwoch von WM-Qualifikationsspielen mit der argentinischen Nationalelf in Südamerika brach der Zorn aus Messi heraus: „Ich habe es langsam satt, bei allem immer das Problem im Club zu sein“, sagte der Stürmerstar gegenüber Journalisten in Barcelona.

Neben Messi und de Jong werden in Kiew vier weitere Spieler fehlen. Gerard Piqué, Sergi Roberto, Ansu Fati und Sergio Busquets sind nach Barça-Angaben angeschlagen.

Tottenham macht 71,79 Millionen Euro Minus

Premier-League-Tabellenführer Tottenham Hotspur hat in der abgelaufenen Saison ein Minus von 63,9 Millionen Pfund (71,79 Millionen Euro) gemacht. Wesentliche Gründe für das Minus des Clubs von Ex-HSV-Stürmer Heung-min Son sind geringere Einnahmen aus den TV-Verträgen der Premier League und gesunkene Einnahmen aus der Champions League wegen des frühen Ausscheidens.

„Wir befinden uns derzeit in einer der schwierigsten Zeiten, die es je gab“, sagte Tottenham-Boss Daniel Levy am Montag bei der Vorstellung des Finanzreports und verwies auf die Corona-Krise. In der vorherigen Saison hatten die Spurs einen Gewinn von 68,6 Millionen Pfund gemacht.

1. FC Köln: Heldt hält an Gisdol fest

Kölns Trainer Markus Gisdol muss auch nach dem 18. Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz nicht um seinen Job fürchten. „Es bleibt dabei“, sagte Sportchef Horst Heldt am Morgen nach der 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Union Berlin auf die Frage, ob er dem Trainer weiter Rückendeckung zusichere: „Solange wir überzeugt sind, werden wir daran festhalten. Und wir sind überzeugt.“

Der Trainer stehe „genauso in der Verantwortung, die Probleme zu lösen, wie die Spieler“, sagte Heldt am Montag: „Es bringt nichts, es auf Einzelne runterzubrechen. Jetzt sind alle gefordert. Am Ende können es immer nur die Spieler richten. Das Trainer-Team gibt ihnen das Handwerkszeug mit, und das tut es nach wie vor. Die Spieler müssen es halt umsetzen.“

Die Situation des FC sei freilich „sehr, sehr schwierig, keine Frage“, gab Heldt zu: „Deshalb wäre es das Allerallerschlimmste, wenn wir uns irgendwas in die Tasche lügen und etwas gut reden würden, was nicht gut ist.“

Zoff bei Schalke: Training abgebrochen

Beim krisengebeutelten FC Schalke 04 (siehe auch früherer Eintrag) hat eine Auseinandersetzung auf dem Platz für ein vorzeitiges Trainingsende gesorgt. Stürmer Vedad Ibisevic und Co-Trainer Naldo sind am Sonntag während der Einheit aneinandergeraten. Dies berichtet der TV-Sender "Sky". Zu Handgreiflichkeiten kam es aber nicht, dennoch mussten sie von Schalker Profis getrennt werden. Auslöser sollen lautstarke Anweisungen des Ex-Profis Naldo gewesen sein. Das Training wurde daraufhin am Tag nach der 0:2-Pleite gegen den VfL Wolfsburg abgebrochen.

Zuvor soll es nach dem Bericht schon in der Kabine zum Disput zwischen Cheftrainer Manuel Baum und Spielern gekommen sein, die sich über ihre Auswechslung am Vortag geärgert hätten. Ein Clubsprecher wollte auf Anfrage „so etwas generell nicht kommentieren“.

Für die Schalker war die Niederlage am Sonnabend bereits die 24. Liga-Partie nacheinander ohne Sieg. Aber die Fans, die derzeit nicht zu den Spielen dürfen, wollen zumindest über den Nachrichtendienst Twitter ihre Solidarität zeigen. Anhänger sind aufgerufen, einen Video-Clip mit einer „positiven Botschaft im Schalke Trikot“ zu drehen und zu senden. Die Initiatoren wollen zeigen, „dass wir Fans weiterhin in dieser schwierigen Situation zur Mannschaft stehen.“

Favre lässt Einsatz von Moukoko offen

Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre hat einen Einsatz von Wunderkind Youssoufa Moukoko in der Champions League gegen den FC Brügge am Dienstag (21 Uhr/Dazn) offen gelassen. „Wir warten das Training ab. Wir haben vorne viele Möglichkeiten“, sagte Favre.

Der 16-jährige Moukoko hatte am Sonnabend beim Sieg bei Hertha BSC (5:2) als jüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte sein Debüt für den BVB gegeben. Bei einem Einsatz gegen Brügge wäre Moukoko auch der jüngste Spieler in der Geschichte der Königsklasse. Die Dortmunder hatten den Stürmer über die B-Liste für die Champions League gemeldet. Er wäre gegen den belgischen Meister damit spielberechtigt.

Höwedes sieht Kuntz als idealen Löw-Nachfolger

Rio-Weltmeister Benedikt Höwedes sieht U21-Nationalcoach Stefan Kuntz im Falle einer Trennung von Joachim Löw als idealen Nachfolger des Bundestrainers. „Ich würde mir wünschen und glaube, dass es Stefan Kuntz machen wird“, sagte der "Sky"-Experte. Höwedes hatte zuletzt als Trainer-Praktikant bei Kuntz hospitiert.

„Er kennt die ganzen jungen Spieler, die gerade hochrutschen, ist Teil des DFB, weiß um die Strukturen und hält super Ansprachen vor der Mannschaft“, sagte Höwedes. Außerdem habe Kuntz „ein gutes Team um sich herum, das auch taktische Inhalte sehr gut rüberbringt. Ich glaube, dass das unheimlich gut passen würde zur A-Nationalmannschaft“.

Dennoch betonte der 32-Jährige mit Blick auf den nach der 0:6-Schmach in Spanien angeschlagenen Löw: „Eine Trainerdiskussion würde ich prinzipiell nicht aufmachen, aber man muss klar Punkte ansprechen.“ Der 44-malige Nationalspieler (zwei Tore) sieht in der DFB-Elf „zu wenige Sprachrohre auf dem Feld, zu wenig Teamgeist“. Die Mannschaft habe „enorm viel Talent, aber wir ruhen uns darauf aus“.

Klopp holt Rekord mit Liverpool: "Unglaublich"

Liverpools Meistercoach Jürgen Klopp (siehe auch früherer Eintrag)war nach dem souveränen 3:0 (2:0) im Spitzenspiel der Premier League gegen Leicester City und einer weiteren Bestmarke „sehr zufrieden. Die Jungs haben gebrannt und ein unglaubliches Spiel gegen einen Top-Gegner gezeigt“, sagte Klopp. Angesichts der Verletztenmisere bei den Reds sei so eine Vorstellung „nicht selbstverständlich“ gewesen.

Für den englischen Meister war es das 64. (!) Heimspiel in Serie ohne Niederlage. „Es ist sehr schwierig, für diesen unglaublichen Club Rekorde aufzustellen, weil unsere Väter und Opas einen tollen Job gemacht haben“, sagte Klopp. Er freue sich für seine Spieler, aber für ihn fühle es sich „nicht wie ein großer Moment an, weil wir am Mittwoch schon wieder spielen. Und nur darauf liegt im Moment mein Fokus“.

Liverpool kann am Mittwoch in der Champions League mit einem Sieg gegen Atalanta Bergamo den Einzug ins Achtelfinale bereits perfekt machen. Die Reds führen die Gruppe D mit der Maximalausbeute von neun Punkten vor Ajax Amsterdam und Atalanta (jeweils vier Zähler) an.

Allerdings plagen Klopp erheblich Personalsorgen. Schon gegen Leicester hatte der 53-Jährige Virgil van Dijk, Joe Gomez, Trent Alexander-Arnold, Jordan Henderson, Thiago, Xherdan Shaqiri und Alex Oxlade-Chamberlain verletzt ersetzen müssen.

Torjäger Mohamed Salah fehlte wegen eines positiven Corona-Tests. Zudem musste der frühere Leipziger Naby Keita am Sonntag angeschlagen ausgewechselt werden. Der Mittelfeldspieler hielt sich den Oberschenkel.

TV-Geld: "Unsere Kurve" fordert Neuverteilung

Das Fan-Bündnis „Unsere Kurve“ fordert von der DFL eine Neuverteilung der Medienerlöse in den Bundesligen. „Wir haben deutlich gemacht: Weitermachen wie bisher darf keine Option sein“, sagte Helen Breit, die Vorsitzende des Bündnisses, am Montag. Es brauche eine „gerechte und zukunftsfähige Lösung. Diese Entscheidung ist ein Gradmesser für die Reformbereitschaft des Profifußballs.“

Grundsätzlich hatten die Vereine in der Anfangsphase der Corona-Pandemie einen Kurswechsel im Profifußball befürwortet. Bis zum Jahresende will das DFL-Präsidium mit Sprecher Christian Seifert an der Spitze über den Verteilerschlüssel entscheiden. Die Mediengelder sind die mit Abstand größte Einnahmequelle der Vereine, die sich am 7. Dezember zu ihrer Vollversammlung treffen wollen. Unterschiedliche Interessensgruppen streiten seit Wochen über Varianten zur Ausschüttung der Erlöse.

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„Mit großer Irritation verfolgen wir den Machtkampf um die Verteilung der TV-Gelder und fragen uns: Wo sind sie hin, die Worte der Demut, Selbstkritik und Veränderung?“, schrieb „Unsere Kurve“ in einem Statement. Das jüngst von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge organisierte „G15“-Treffen bezeichnete das Bündnis als „öffentliches Schaulaufen“ und kritisierte, dass die „Solidarität im Profifußball“ aufhöre, „sobald es ums Geld geht“.

Tasmania wegen Schalke in Identitäts-Ängsten

Tasmania Berlin zittert angesichts der Horrorserie von Schalke 04 (siehe auch dieser Eintrag) um seinen Bundesliga-Rekord. „Ich würde mir nicht wünschen, dass Schalke den knackt. Ich glaube auch nicht daran“, sagte der Vorstandsvorsitzende Almir Numic dem SID am Montag: „Das ist seit Jahrzehnten unser Rekord. Der gehört zur Tasmania-Identität.“

Die Berliner waren in ihrer einzigen Bundesliga-Saison (1965/66) 31 Spiele ohne Sieg geblieben, die in dieser Liste zweitplatzierten Schalker stehen seit dem vergangenen Wochenende (0:2 gegen den VfL Wolfsburg) bei 24 Spielen.

Tasmania, 1973 neu gegründet, ist souveräner Tabellenführer der fünftklassigen Oberliga Nord – und der Verein profitiert immer noch vom zweifelhaften Ruhm seiner Bundesliga-Tage. „Jeder kennt Tasmania. Zu Saisonbeginn wird in der Sportschau immer über uns gesprochen. Da stehen wir gratis in der Presse“, sagte der Unternehmer Numic: „Da brauchen wir keine Werbekampagne. Es wäre schön, wenn das weiterhin so wäre.“

Tasmania war 1965 nach dem Ausschluss von Hertha BSC per Verbandsbeschluss in die Liga gehoben worden, damit Berlin dort vertreten sein konnte.

Gazetten feiern "Highlander" Ibrahimovic

Zlatan Ibrahimovic verzaubert auch im Alter von 39 Jahren weiter die Serie A. „Ibrahimovic ist ein Highlander, der Neapel schwere Hiebe erteilt und dem Match ein unglaubliches Tempo aufzwingt“, fabulierte die römische Tageszeitung La Repubblica, nachdem der Stürmer des AC Mailand mit einem Doppelpack den 3:1 (1:0)-Erfolg von Milan bei der SSC Neapel unter Dach und Fach gebracht hatte.

Die Rossoneri sind mit dem schwedischen Ex-Nationalspieler Tabellenführer. Ibra führt mit 10 Treffern die Torschützenliste auf dem Apennin an, allerdings schied er in der 79. mit einer Oberschenkelverletzung aus.

„Der alte Zlatan lädt die ganze Mannschaft auf seine Schultern und zieht sie zum Sieg“, kommentierte die Gazzetta dello Sport, die dem Schweden die beste Note aller Spieler gab. „Superstar Ibra zwingt Neapel in die Knie. Der Schwede ist konzentriert, motiviert und mit seinen Teamkollegen unglaublich freigiebig. Er stellt sich stets in den Dienst der ganzen Mannschaft“, urteilte Tuttosport.

Den bislang letzten Auswärtssieg in Napoli hatten die Mailänder vor zehn Jahren gefeiert. Damals holten die Rossoneri am Ende der Saison die Meisterschaft. „Ibrahimovic hat ein beispielloses Charisma, er ist ein Alien, der Meisterwerke schafft und mit seinen Fähigkeiten Neapel versenkt“, so der Corriere dello Sport.

Milan siegte ohne den mit dem Coronavirus infizierten Trainer Stefano Pioli, der die Trainingseinheiten seiner Mannschaft mit Hilfe von Drohnenaufnahmen verfolgt und mit den Spieler per Videokonferenz spricht.

DFB: Löw-Beratungen am 4. Dezember

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes will am 4. Dezember über die Situation der Nationalmannschaft und die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw beraten. DFB-Direktor Oliver Bierhoff werde dann in einer Präsidiumssitzung eine Analyse des jüngsten 0:6 in Spanien und der „Gesamtentwicklung der Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren“ vorstellen, teilte der Verband am Montag mit. Auf diesen Fahrplan habe sich das DFB-Präsidium einstimmig verständigt.

Der umstrittene Löw solle Zeit für eine grundlegende Aufarbeitung der Lage bekommen. „Sportlich, um die Ursachen der deutlichen Niederlage von Sevilla zu analysieren. Und persönlich, um die eigene große Enttäuschung zu verarbeiten. Das gehört sich so“, hieß es in der Mitteilung. Nach der Sitzung werde der DFB „zum gegebenen Zeitpunkt über Ergebnisse der Beratungen und nächste Schritte informieren“.

Durch die Pleite in Spanien hatte das Nationalteam die Endrunde der Nations League verpasst. Erst Ende März steht der nächste Block von drei Länderspielen an. Es werden die letzten vor der Nominierung des Kaders für die EM im Sommer sein. Löw steht stark in der Kritik. Unmittelbar nach der Niederlage in Spanien hatten DFB-Präsident Fritz Keller und Bierhoff dem Bundestrainer aber ihre Unterstützung zugesichert.

Klopp beklagt Ansetzungen in England

Liverpool-Coach Jürgen Klopp hat die Ansetzungen und die TV-Verträge in der englischen Premier League kritisiert. „Wenn jemand am Mittwoch Champions League spielt, darf er nicht am Samstag um 12.30 Uhr wieder spielen“, sagte der deutsche Trainer in einem Interview des TV-Senders Sky und fügte an: „Passiert bei uns nächste Woche schon wieder.“ Nach der Königsklassen-Partie am Mittwochabend gegen Atalanta Bergamo spielt der englische Meister in der heimischen Liga bereits am Sonnabendmittag bei Brighton & Hove Albion.

Klopp riet dazu, die TV-Verträge „der Realität anzupassen“. Die Welt sei angesichts der Corona-Pandemie „ein anderer Ort, als sie war, als die Verträge unterschrieben wurden“. Er forderte: „Die Fernsehanstalten zusammen müssen reden.“

Der deutsche Coach sprach sich zudem erneut für fünf Auswechslungen in der Premier League aus. „Wir haben alle Argumente gebracht. Wenn Leute da am Ende draus machen, dass wir aus Eigennutzen handeln, kann ich das offensichtlich nicht ändern, weil es ist einfach komplett an der Wahrheit vorbei“, sagte Klopp.

Balotelli: Rassismus-Testimonial in Brasilien?

Der brasilianische Erstligist CR Vasco da Gama hat offenbar Interesse an einer Verpflichtung von Italiens einstigem EM-Held Mario Balotelli (30). „Ich würde ihn nicht nur gern als Fußballer, sondern auch als Testimonial im Kampf gegen Rassismus unter Vertrag nehmen. Ich denke, mit Balotelli könnten gute Synergien entstehen“, sagte Club-Präsident Leven Siano.

Balotelli, für den sich in der Vergangenheit auch der brasilianische Traditionsclub Flamengo aus Rio de Janeiro interessiert hatte, sei ein Traumspieler für viele Vereine. Allerdings habe Brasilien eine Regel erlassen, die Ausländern in den nächsten 30 Tagen die Einreise ins Land verbiete. Dies könnte die Verhandlungen erschweren, gab Siano zu.

Der vereinslose ehemalige italienische Nationalspieler Balotelli hält sich beim Viertligisten Franciacorta FC fit. Viermal pro Woche fährt „Super Mario“ zum Stadion des Serie-D-Clubs, das eine halbe Stunde von seiner Wohnung in Brescia entfernt liegt.

Balotelli war in der abgelaufenen Saison mit Brescia Calcio in die Serie B abgestiegen, seitdem ist er vertragslos. Zuvor hatte der Routinier unter anderem für Inter und AC Mailand, Manchester City sowie den FC Liverpool gespielt. In seiner Heimatstadt Brescia kam er in 19 Einsätzen auf fünf Tore.

( HA/sid/dpa )

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