Fußball-Ticker

Streich attackiert Corona-Verschwörungstheoretiker

Freiburgs Trainer Christian Streich ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Auch beim Thema Corona vertritt er eine starke Meinung.

Freiburgs Trainer Christian Streich ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Auch beim Thema Corona vertritt er eine starke Meinung.

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 20. November 2020:

Streich greift Corona-Verschwörungstheoretiker scharf an

Christian Streich hat Verschwörungstheorien von manchen Politikern und Prominenten im Rahmen der Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Es ist fast schon Blasphemie, wenn du diesen Schwachsinn hörst, der verbreitet wird“, sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg. „Wir wissen doch alle, welche Verläufe Covid-19 nehmen kann.“ Das Schlimme sei, „dass ein Teil der Menschen offenbar so verunsichert ist, dass sie zu noch mehr Verunsicherung beitragen.“ Dies trage bewusst oder unbewusst zur Destabilisierung der parlamentarischen Demokratie bei.

Auch was insgesamt politisch passiere, sei „extrem gefährlich“. Der 55-Jährige nannte weder Namen noch Länder, sagte aber: „Wenn du dann über den großen Atlantik schaust, das ist ja dermaßen beängstigend, was da passiert.“ Dort seien „ja so viele Menschen unterwegs, die du als nicht mehr zurechnungsfähig bezeichnen kannst“.

Ex-Nationalspieler Weigl mit Corona infiziert

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Julian Weigl hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab sein Club Benfica Lissabon auf seiner Homepage bekannt. Auch bei dem uruguayischen Nationalspieler Darwin Nunez (21) wurde Corona festgestellt. Über die genauen Hintergründe wurde nichts bekannt gegeben. Weigl und Darwin dürften sich aber in häuslicher Quarantäne befinden.

Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler Weigl, Teamkollege von Nationalspieler Luca Waldschmidt, war mit Jahresbeginn für 20 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum portugiesischen Rekordmeister gewechselt. Dort hat er es im Gegensatz zu Waldschmidt bislang noch nicht zum Stammspieler geschafft. Erst einmal stand er in sieben Saisonspielen des Tabellenzweiten Benfica 90 Minuten auf dem Platz.

Borussia Dortmund bindet Toptalent langfristig

Borussia Dortmund hat den Vertrag mit seinem amerikanischen Top-Talent Giovanni Reyna bis 2025 verlängert. Der 18-Jährige hatte am 13. November in der US-Nationalmannschaft debütiert und vier Tage später gegen Panama sein erstes Länderspieltor erzielt.

„Gio hat in den vergangenen Monaten eine fast unglaubliche Entwicklung genommen. Er wird definitiv ein wichtiger Bestandteil der sportlichen Zukunft von Borussia Dortmund sein“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. „Ich freue mich persönlich sehr, dass er sich aus voller Überzeugung dazu entschieden hat, so langfristig beim BVB zu verlängern.“

Reyna war gegen den SC Freiburg Anfang Oktober beim 4:0 zum ersten 17-Jährigen seit Datenerfassung aufgestiegen, der in einem Bundesliga-Spiel drei Torvorlagen gegeben hat. „Der BVB ist ein großer Klub, der um Titel mitspielen kann und in allen wichtigen Wettbewerben vertreten ist“, sagte Reyna. „Vor allem junge Spieler haben die Chance, sich hier weiterzuentwickeln. Ich habe in Dortmund schon viel gelernt und will auch in der Zukunft noch viel lernen. Ich freue mich darauf, langfristig beim BVB zu sein.“

Der offensive Mittelfeldspieler war im Sommer 2019 aus der Akademie des New York City FC nach Dortmund gekommen. Sein ursprünglicher Vertrag beim BVB besaß eine Laufzeit bis 2021.

Eintracht Frankfurt wollte Max Kruse verpflichten

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter hätte Offensivspieler Max Kruse gerne an den Main geholt. Dies sagte der Österreicher der „Bild“-Zeitung. „Es hat vor einem Jahr Gespräche gegeben zwischen Fredi Bobic, Bruno Hübner und seinem Management“, schilderte Hütter. „Er wäre ein Spieler, der uns sicherlich gut tun würde mit seiner Kreativität. Ich hätte ihn gerne bei uns gesehen.“ Der heute 32 Jahre alte Kruse wechselte im Sommer 2019 stattdessen von Werder Bremen zu Fenerbahce - und dieses Jahr zurück in die Fußball-Bundesliga zum 1. FC Union Berlin.

Die angedachte Kruse-Rolle habe man aber ohnehin anders besetzt, berichtete Hütter. „Auf der anderen Seite haben wir mit Daichi Kamada einen Spieler gefunden, der ein anderer Typ ist, aber einer, den wir vielleicht eines Tages teuer verkaufen werden.“ Ob dies bei Routinier Kruse noch mal der Fall wäre, „weiß ich nicht“, betonte Hütter. Bei den Hauptstädtern hat Kruse in dieser Saison schon für drei Tore und fünf Vorlagen gesorgt.

Uefa zeichnet Werder Bremen aus

Besondere Ehrung für Werder Bremen: Der Bundesligist ist von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) mit der Uefa-Breitensport-Auszeichnung 2020 bedacht worden. Damit wurde der Klub „für seine hervorragende soziale Arbeit, insbesondere im Rahmen eines innovativen Programms mit Schulen und Kindertagesstätten“ geehrt, hieß es in der Begründung.

„Wir sind bei Werder Bremen davon überzeugt, dass der Sport neue Türen öffnet, neue Möglichkeiten schafft, auch gesellschaftlichen Aufstieg bewirken kann, der normalerweise nicht möglich ist“, sagte Henrik Oesau, Projektmanager für soziale Verantwortung bei den Bremern.

Die Norddeutschen engagieren sich auf mehreren Ebenen. Projekte für Menschen mit Behinderung und Flüchtlinge sowie eine Gehfußball-Initiative für Menschen über 60 Jahre gehören aktuell zum sozialen Engagement des Vereins. Vor allem aber die Ballschule, in deren Rahmen 14 Kindertagesstätten und 16 Grundschulen in Bremen zusätzliche Sportangebote erhalten, wurde mit der Ehrung gewürdigt

Rangnick schweigt über Bundestrainer-Ambitionen

Nach der 0:6-Niederlage der deutschen Fußball-
Nationalmannschaft in Spanien hat es Ralf Rangnick erneut abgelehnt, sich über mögliche eigene Ambitionen auf den Posten des Bundestrainers zu äußern. In der Sendung „RTL-Spendenmarathon“ sagte Rangnick am Donnerstagabend auf die Frage, ob er bereit wäre: „Es gehört sich nicht. Wir haben einen Bundestrainer, der bisher einen guten Job gemacht hat. Da gehört es sich nicht, darüber zu sprechen.“

Nach der höchsten Niederlage einer DFB-Auswahl seit 89 Jahren gibt es wieder verstärkt Diskussionen um Bundestrainer Joachim Löw. Nach der Rückkehr vom Nations-League-Spiel in Sevilla hatten DFB-Präsident Fritz Keller und DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Mittwoch in München mit Löw über die Situation gesprochen. Eine Trennung vom 60-Jährigen oder dessen Rücktritt sollen aber kein Thema sein.

Zu einem möglichen Angebot des Deutschen Fußball-Bundes sagte Rangnick: „Das kann keiner wissen. Ich lasse es auf mich zukommen und bin selber sehr gespannt.“ Der 62-Jährige war zuletzt lange als Trainer und auch als Sportdirektor für RB Leipzig aktiv und ist derzeit ohne Job. Löws Vertrag läuft noch bis zum Ende der WM in Katar in zwei Jahren. Möglich erscheint derzeit aber auch ein Abschied schon nach der Europameisterschaft im kommenden Jahr.

Beckenbauer: "Die Welt lacht jetzt über uns"

Nach dem 0:6 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Spanien hat sich Franz Beckenbauer für einen Verbleib von Bundestrainer Joachim Löw ausgesprochen. Der Weltmeister-Trainer von 1990 machte sich zugleich aber auch für ein Comeback von Thomas Müller stark. „Thomas Müller würde die Mannschaft auf Vordermann bringen. Wie beim FC Bayern in schwierigen Spielphasen“, sagte der 75-Jährige der „Bild“. Der schwer angezählte Löw solle aber Trainer bleiben: „Natürlich soll er weitermachen und die EM angehen. Das Spiel hilft ihm am Ende, neue Erkenntnisse zu sammeln.“

Auf die Frage, ob der von Löw forcierte Umbruch nun abgebrochen werden müsse und es nicht nur ein Comeback von Müller, sondern auch von dessen Teamkollegen beim FC Bayern München, Jérôme Boateng, sowie Verteidiger Mats Hummels von Borussia Dortmund geben müsse, sagte Beckenbauer: „Wenn es im März bei den letzten drei Länderspielen vor der EM nicht funktioniert, muss Jogi umsteuern.“ Löw hatte die drei Weltmeister von 2014 im Frühjahr 2019 assortiert, um jüngeren Spielern mehr Chancen geben zu können.

Das Spanien-Spiel hakte Beckenbauer ab: „Das war nix von der deutschen Mannschaft. Ein totaler Blackout.“ So etwas passiere halt. „Jetzt lacht die Welt über uns. Solche Ausfälle gibt es doch bei der Nationalmannschaft zum Glück nur ganz selten. Deshalb: Die Kirche im Dorf lassen.“ Es gebe in Löws Team aber ein „Führungsproblem auf dem Platz. Ich habe kein Aufbäumen erlebt, nichts. Du brauchst Leader gerade dann, wenn es nicht läuft.“ Das 0:6 in der Nations League war die höchste Pflichtspielniederlage einer A-Nationalmannschaft in der Geschichte des DFB.