Fußball-Ticker

"Geile Aktion": Ex-HSVer Harnik zaubert in der Oberliga

| Lesedauer: 13 Minuten
Angekommen in der Oberliga Hamburg: Martin Harnik hat mit Dassendorf die Tabellenführung erobert.

Angekommen in der Oberliga Hamburg: Martin Harnik hat mit Dassendorf die Tabellenführung erobert.

Foto: Imago/Hanno Bode

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 24. Oktober 2020:

Harnik zaubert in der Oberliga Hamburg

Erstes Heimspiel, erstes Tor: Auch dank eines Treffers von Martin Harnik ist die TuS Dassendorf an die Tabellenspitze der Oberliga Hamburg gestürmt. Dassendorf fertigte den bisherigen Spitzenreiter Concordia mit 4:0 (0:0) ab, Harnik gelang dabei der erlösende Führungstreffer. In der 53. Minute beförderte der 33 Jahre alte ehemalige Profi des HSV und von Werder Bremen den Ball per Hacke über die Linie.

Und auch Harniks Schwager Mattia Maggio – ebenfalls ein ehemaliger HSV-Spieler – trug sich in die Torschützenliste ein (3:0/85.). Zuvor gelang Harnik sogar noch die Vorarbeit zum 2:0 durch Maximilian Dittrich. Den Schlusspunkt für den amtierenden Hamburger Amateurmeister setzte schließlich Sven Möller in der letzten Minute.

"Es war eine geile Aktion heute, den Tabellenführer so herzuspielen", sagte Harnik nach Schlusspfiff im Spielerkreis. Dabei bedankte er sich auch noch einmal für die schnelle Integration ins Team von Trainer Jonny Richter, mit dem er in der Jugend des SC Vier- und Marschlande gespielt hatte. "Vielen Dank, Männer! Ich fühle mich einfach gut aufgenommen bei euch", sagte Harnik.

Martin Harniks Ansprache im Mannschaftskreis:

St. Pauli verliert erneut Finale im Blindenfußball

Die Blindenfußballer des MTV Stuttgart haben das Bundesliga-Finale gegen den FC St. Pauli mit 3:0 gewonnen und sind damit deutscher Meister. Nationalspieler Alexander Fangmann traf beim Endspiel in Magdeburg für die Stuttgarter gleich drei Mal – alle Tore fielen in der zweiten Halbzeit.

Bei den Hamburger Kiezkickern fehlte Nationalspieler Jonathan Tönsing, der trotzdem zum „besten Spieler der Liga“ ernannt wurde. Zum dritten Mal in Folge verlor der FC St. Pauli das Finalspiel. In der Liga kicken sechs Mannschaften. Wegen der Corona-Pandemie waren einige Spiele ausgefallen.

13:0! Ajax Amsterdam feiert Rekordsieg

Ajax Amsterdam hat Geschichte geschrieben und einen Rekordsieg in der niederländischen Ehrendivision gefeiert. Der Rekordmeister schoss VVV Venlo 13:0 (4:0) ab und verbesserte damit die eigene Bestmarke aus der Saison 1971/72. Damals siegte Ajax mit Johan Cruyff und Johan Neeskens gegen Vitesse Arnheim 12:1.

Der ehemalige Schalker Klaas-Jan Huntelaar hatte nach seiner Einwechslung mit zwei Treffern Anteil am Rekordsieg. Gastgeber Venlo spielte nach einer Roten Karte gegen Christiaan Kum (52.) in Unterzahl. Danach fielen noch neun Treffer.

Auf den Tag genau vor zehn Jahren gab es ein weiteres Torfestival in der Ehrendivision. Am 24. Oktober 2010 gewann die PSV Eindhoven mit 10:0 gegen Feyenoord Rotterdam.

Real Madrid siegt im "Krisen-Clásico" beim FC Barcelona

Real Madrid hat den „Krisen-Clasico“ beim FC Barcelona gewonnen und damit die Misere des ewigen Rivalen weiter verschärft. Der Meister um Nationalspieler Toni Kroos gewann im leeren Camp Nou verdient 3:1 (1:1) und rehabilitierte sich für die desaströse Leistung bei der Königsklassen-Pleite gegen Donezk am Mittwoch. Barca um Superstar Lionel Messi drohen nach der zweiten Ligapleite ungemütliche Wochen.

In einem lange spannenden und intensiven, aber nur phasenweise hochklassigen Spiel schoss Fede Valverde (5.) die Königlichen früh in Führung, Barcas Toptalent Ansu Fati (9.) glich schnell aus. Per Foulelfmeter nach Videobeweis brachte Kapitän Sergio Ramos (63.) die Gäste in Führung. Nach einem Fehler von Barca-Torwart Neto, der den nach seiner Knieooperation noch nicht wieder voll genesenen Marc-Andre ter Stegen vertrat, machte Luka Modric (90.+2) Reals zweiten Clasico-Sieg in Folge perfekt.

Real Madrid siegt im Clásico beim FC Barcelona

Bei 245 Pflichtspiel-Duellen liegen die Madrilenen, die am Dienstag in der Königsklasse bei Borussia Mönchengladbach gastieren, nun mit 97:96 Siegen vorn.

Reals Trainer Zinedine Zidane, der nach dem 2:3 gegen Donezk öffentlich stark in der Kritik stand, darf zunächst durchatmen, zumal die Königlich mit 13 Punkten aus sechs Spielen zumindest bis Sonntag die Tabellenführung übernahmen. Barcelona (sieben Punkte aus fünf Partien) verharrt im Mittelfeld.

3. Liga: Lübeck wartet weiter auf ersten Sieg

Auch nach dem siebten Spieltag wartet Aufsteiger VfB Lübeck auf seinen ersten Sieg in der 3. Liga. Gegen den Halleschen FC gab es am Sonnabend nach einem dramatischen Spielverlauf eine unglückliche 2:3 (1:0)-Niederlage. Martin Röser (11.) hatte den Tabellenletzten aus der Hansestadt in Führung gebracht. Terrance Boyd (62.) und Laurenz Dehl (66.) drehten die Partie. Den Ausgleich durch Soufian Benyamina (82.) beantworteten die Gäste aus Sachsen-Anhalt in der 90. Minute mit dem Siegtreffer von Julian Guttau.

Hansa Rostock stürmte unterdessen an die Tabellenspitze. Der ehemalige Bundesligist fertigte im Topspiel Viktoria Köln mit 5:1 (2:0) ab und führt die Liga zumindest für einen Tag mit 14 Punkten an. Am Sonntag kann der 1. FC Saarbrücken (13) schon mit einem Punkt im Aufsteigerduell gegen den SC Verl aber wieder vorbeiziehen. In der Spitzengruppe setzte sich auch der FC Ingolstadt (13) durch ein 1:0 (1:0) gegen Dynamo Dresden fest. Stefan Kutschke (5., Foulelfmeter) traf früh gegen seinen Ex-Klub. Der Dresdner Max Kulke hatte für das Foul zuvor zudem die Rote Karte gesehen.

Werders Bargfrede setzt Karriere in U23 fort

Philipp Bargfrede setzt seine Karriere in der U23 von Werder Bremen in der Regionalliga fort. Nach der vergangenen Saison hatten die Norddeutschen den Profi-Vertrag mit dem 31-Jährigen nicht verlängert. Bargfrede soll nun den Werder-Talenten mit seiner langjährigen Bundesliga-Erfahrung helfen. „Durch meinen eigenen Werdegang weiß ich, welche Gedanken unsere jungen Talente in dieser Phase ihrer Karriere beschäftigen“, wird Bargrede in einer Vereinsmitteilung am Sonnabend zitiert.

Der defensive Mittelfeldspieler hatte selbst die Jugendteams des SVW durchlaufen und für die zweite Mannschaft gespielt, ehe er bei den Profis zum Zuge kam. Der Routinier soll parallel zu seiner Zeit als Spieler bei der U23 ein Trainee-Programm im Bereich Trainer beginnen.

Blindenfußball: St. Pauli verpasst Titel

Der MTV Stuttgart hat sich zum siebten Mal den Meistertitel in der Blindenfußball-Bundesliga gesichert. Im Finale auf dem Domplatz in Magdeburg setzte sich der Rekordmeister mit 3:0 gegen den FC St. Pauli durch. Die beiden Teams hatten bereits 2018 das Endspiel bestritten – auch damals triumphierte der MTV. St. Pauli muss somit weiter auf den zweiten Titelgewinn nach 2017 warten.

Am Sonnabend überragte Alexander Fangmann, der alle drei Stuttgarter Tore erzielte. St. Pauli wehrte sich nach Kräften, kam aber nur zu zwei Pfostentreffern.

Die Blindenfußball-Bundesliga hatte ihre erste Saison 2008 absolviert. Sie wurde von der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ins Leben gerufen.

Corona-Quarantäne: Ronaldo bangt um Einsatz gegen Barca

Superstar Cristiano Ronaldo muss nach seinem positiven Corona-Test weiter in Quarantäne bleiben und verpasst damit auch die kommende Serie-A-Partie seines Clubs Juventus Turin. „Bis Freitag gab es keine Neuigkeiten zu Cristiano. Wir warten auf das Ergebnis des Tests“, sagte Juve-Trainer Andrea Pirlo am Sonnabend vor der Partie gegen Hellas Verona am Sonntag (20.45 Uhr). Ronaldos Einsatz in der Königsklasse im Spitzenspiel gegen den FC Barcelona mit Lionel Messi am kommenden Mittwoch gilt daher als fraglich.

Für einen Einsatz in der Serie A müsste der Portugiese 48 Stunden vor der Partie einen negativen Corona-Test vorlegen. Der 35 Jahre alte Offensivspieler war Mitte Oktober bei der Nationalmannschaft in Portugal positiv auf das Virus getestet worden. Anschließend war er trotz seiner Quarantäne nach Turin zurückgekehrt. Seitdem hatte er je eine Partie in der Serie A und in der Champions League verpasst.

Unterdessen wurde bei Juve der frühere Schalker Weston McKennie nach seiner Corona-Infektion negativ getestet, er gilt als genesen. Die Quarantäne für den 22 Jahre alten Mittelfeldspieler wurde aufgehoben, Pirlo hofft, ihn bereits am Sonntag wieder einsetzen zu können.

Alle Tests negativ: Heidenheim kann spielen

Das Heimspiel des Zweitligisten 1. FC Heidenheim gegen den VfL Osnabrück kann am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) stattfinden. Nach der Verwirrung um mehrere Corona-Tests brachte auch eine weitere Testreihe an diesem Samstag ausschließlich negative Ergebnisse hervor, wie der FCH mitteilte. Bei Testungen durch ein anderes Labor waren noch am Donnerstag sechs Personen des Zweitligisten positiv getestet worden, anschließend ließ der Club neue Tests durch das Klinikum Heidenheim durchführen - die nun wie schon am Freitag alle negativ waren. Der FCH prüft nun sogar, ob er gegen das ursprüngliche Labor rechtliche Schritte einleitet.

Am Sonnabendnachmittag nahm die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt das Mannschaftstraining wieder auf. Auch für das Heimspiel gegen Osnabrück gab das lokale Gesundheitsamt sein Einverständnis. Allerdings muss die Partie ohne Zuschauer stattfinden.

Ex-Bayern-Star Toni in seiner Villa überfallen

Der einstige Bayern-Star Luca Toni ist von drei bewaffneten Männern in seiner Villa unweit der norditalienischen Stadt Modena überfallen und ausgeraubt worden. Dies berichtete die Tageszeitung „Gazzetta di Modena“. Demnach seien die Räuber am Donnerstagabend in den Wohnsitz des 43 Jahre alten Weltmeisters von 2006 eingedrungen, während dieser mit seinen Kindern anwesend war.

Die vermummten Männer bedrohten Toni mit einer Waffe und zwangen ihn, Schmuck und andere Gegenstände auszuhändigen. Die Polizei fahndet nach der Bande mithilfe der Videoaufzeichnungen der Überwachungskamera.

„Das Wichtigste ist, dass es meiner Familie gut geht. Wir haben einen Schock erlitten, doch wir sind alle wohlauf, niemandem ist etwas getan worden“, schrieb Toni auf Instagram. Bedauerlich sei, dass ihm Gegenstände mit hohem Erinnerungswert entwendet worden seien. Toni hatte von 2007 bis 2009 für den FC Bayern gespielt, seine Karriere beendete er 2016 bei Hellas Verona.

Quarantäne aufgehoben: Chong darf für Werder spielen

Werder Bremens Offensivspieler Tahith Chong darf die Quarantäne vorzeitig verlassen und steht Trainer Florian Kohfeldt nun doch im Heimspiel am Sonntag gegen die TSG 1899 Hoffenheim zur Verfügung. Für den 20-Jährigen hatte das Bremer Gesundheitsamt nach dem positiven Test von Teamkollege Felix Agu am Mittwoch zunächst eine 14-tätige häusliche Quarantäne angeordnet. Chong und Agu hatten sich beim vergangenen Auswärtsspiel der Bremer beim SC Freiburg am Samstag, dem 17. Oktober, ein Zimmer geteilt.

Dass Chong das Haus nun doch wieder verlassen darf, hängt mit dem Gesundheitszustand von Agu zusammen. Agu war zunächst symptomfrei gewesen, zeigte zuletzt aber Covid-19-typische Symptome. Dadurch verringert sich der Zeitraum, in dem seine Kontakte betrachtet werden, auf 48 Stunden vor dem positiven Test, wodurch Chong nicht mehr als sogenannte Kontaktperson 1 eingestuft wird. Liegen keine Symptome vor, werden die Kontakte des Infizierten der vergangenen sieben Tage zurückverfolgt.

Bremer Stadion-GmbH droht Insolvenz

Wegen der fehlenden Zuschauereinnahmen während der Corona-Pandemie droht der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) die Zahlungsunfähigkeit. Ein Senatssprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag einen entsprechenden Bericht des „Weser-Kurier“. Die Zeitung zitiert aus einer Entscheidungsvorlage für die Sitzung des Bremer Senats am kommenden Dienstag, in der es heißt, dass die BWS ohne finanzielle Unterstützung „zum Jahresende zahlungsunfähig und zum Ende des Geschäftsjahres bilanziell überschuldet“ wäre.

Die Stadion-GmbH gehört je zur Hälfte dem Bundesligisten Werder Bremen und der städtischen Wirtschaftsförderung Bremen. Beide Gesellschafter sollen nun jeweils 3,5 Millionen Euro bereitstellen, „um die Weserstadion GmbH liquide zu halten“.

( HA/SID/dpa )

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