Fußball-Ticker

Kroos und Real Madrid blamieren sich bis auf die Knochen

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 21. Oktober 2020:

Real Madrid blamiert sich gegen Donezk

Eine sensationelle Blamage von Rekordsieger Real Madrid war der Paukenschlag zum Auftakt der Champions-League. Die Königlichen kassierten in der Gruppe von Borussia Mönchengladbach gegen ein B-Team des ukrainischen Vertreters Schachtjor Donezk eine krachende 2:3 (0:3)-Heimpleite. In der Gruppe A von Bayern München teilten sich RB Salzburg und Lokomotive Moskau im Duell der kommenden Gegner des deutschen Meisters mit 2:2 (1:1) die Punkte.

Madrid war vier Tage nach seiner ersten Saisonniederlage in der Meisterschaft gegen Aufsteiger FC Cadiz (0:1) erneut von der Rolle. Die 3:0-Pausenführung der Gäste, die den Ausfall von zehn mit dem Coronavirus infizierten Spielern mit acht U23-Akteuren auffingen, ließ die Spanier ein historisches Debakel befürchten. Tete (29.) und Manor Solomon (42.) trafen, Raphael Varane unterlief ein Eigentor (33.).

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Reals Aufholjagd wäre nach Toren von Luka Modric (54.) und „Joker“ Junior Vinicius (59.) in der Nachspielzeit fast noch mit einem Punkt belohnt worden, doch nach Videobeweis wurde der vermeintliche Ausgleich von Federico Valverde nicht anerkannt.

„Es war ein schlimmer Abend“, bilanzierte Madrids Trainer Zinedine Zidane geschockt: „Uns hat von allem etwas gefehlt, aber das Wichtigste ist, dass wir ruhig bleiben.“ Allerdings steht sein Starensemble durch den Fehlstart, den auch Rio-Weltmeister Toni Kroos nach seiner Einwechslung in den letzten 20 Minuten nicht abwenden konnte, am Dienstag beim Gastspiel in Mönchengladbach schon unter Zugzwang.

Klopp, Gündogan und Gosens triumphieren

Außer Real leistete sich im zweiten Abschnitt des ersten Spieltages keiner der Titelanwärter einen Punkteverlust. Münchens Vorgänger FC Liverpool mit Teammanager Jürgen Klopp startete mit einem 1:0 (1:0) bei Ajax Amsterdam in die Gruppe D, während Pep Guardiolas den nächsten Griff mit Manchester City nach Europas Krone in der Gruppe C auch dank Nationalspieler Ilkay Gündogan durch ein 3:1 (1:1) gegen den FC Porto einleitete. Atalanta Bergamo setzte sich unterdessen mit Gündogans Nationalmannschaftskollegen Robin Gosens in Liverpools Gruppe durch ein 4:0 (3:0) gegen den FC Midtjylland an die Spitze.

Gündogan drehte gegen Porto das Match mit einem Freistoßtreffer (65.), nachdem Sergio Agüero (21., Strafstoß) die frühe Führung der Portugiesen durch Luis Diaz (14.) ausgeglichen hatte. Neuzugang Ferran Torres (73.) machte zu Beginn der Schlussphase alles klar. Liverpool benötigte unterdessen in Amsterdam ein Eigentor der Gastgeber durch Nicolas Tagliafico (35.).

In Salzburg schienen die Gastgeber trotz Moskaus Führung durch Eder (19.) nach Toren von Dominik Szoboszlai (45.) und des Ex-Bremers Zlatko Junuzovic (50.) schon auf der Siegerstraße. Doch die Russen, die am Dienstag München empfangen, entführten durch den Ausgleichstreffer von Witali Lisakowitsch (75.) einen Zähler.

In der Cizizens-Gruppe musste Olympique Marseille einen Dämpfer hinnehmen. Der frühere Titelgewinner unterlag bei Olympiakos Piräus durch ein Tor in der Nachspielzeit 0:1 (0:0).

Gnabry Corona-infiziert – UEFA wartet auf weitere Ergebnisse

Dem Champions-League-Spiel zwischen Bayern München und Atlético Madrid am Mittwochabend steht nach dem positiven Coronatest bei Nationalspieler Serge Gnabry vorerst nichts im Wege. Am Morgen prüfte das Gesundheitsamt der Stadt München in Zusammenarbeit mit dem deutschen Rekordmeister zunächst, ob weitere Personen mit dem Infizierten relevanten Kontakt hatten. Sobald diese Überprüfung beendet sei, „werden wir die Öffentlichkeit sofort informieren“, sagte eine Sprecherin des Referats.

Gnabry war einer von 25 Spielern, die am Dienstag beim Abschlusstraining der Münchner an der Säbener Straße teilgenommen hatten. Der positive Test war erst anschließend bekannt geworden. Der Nationalspieler wurde sofort in Quarantäne geschickt, er darf mindestens acht Tage lang keinen Kontakt zu anderen Personen haben. Sollte eine weitere Person relevanten Kontakt zu ihm gehabt haben, müsste diese sofort für 14 Tage in Quarantäne. Die Bayern achten jedoch nach eigenen Angaben streng darauf, dass sich die Spieler nur auf dem Platz nahekommen. Umziehen und Duschen finde strikt getrennt statt.

Nach den Vorgaben der UEFA müssen einen Tag oder zwei Tage vor dem Spiel vorgenommene Coronatests oder weitere notwendige der Heimmannschaft bis sechs Stunden vor Spielbeginn mit negativem Ergebnis vorliegen, im Falle des FC Bayern also bis 15.00 Uhr. Stehen mindestens 13 Spieler inklusive eines Torhüters zur Verfügung, muss das Spiel wie geplant ausgetragen werden. Eine Absage könnte aber durch die Anordnung von Quarantänemaßnahmen für die gesamte Mannschaft durch in diesem Fall die Gesundheitsbehörden der Stadt München erfolgen.

Akanji nach Quarantäne zurück im Training

Borussia Dortmunds Innenverteidiger Manuel Akanji (25) hat seine Corona-Infektion überstanden und wird für das Bundesliga-Derby gegen Schalke 04 am Samstag (18.30 Uhr/Sky) wieder zur Verfügung stehen. Der Schweizer nahm am Mittwochvormittag das Training auf.

„Ich bin nach dem Ende meiner Quarantäne mit viel Kampfgeist zurück auf dem Platz“, schrieb Akanji bei Instagram: „Ich kann es kaum erwarten, im Derby zu spielen.“ Dadurch entspannt sich die Lage in der Dortmunder Abwehr, da auch der in der Champions League rotgesperrte Emre Can spielen kann.

Geld und Punkte weg: Corona-Posse in Bremerhaven

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben den früheren Zweitligisten OSC Bremerhaven auf besonders bizarre Weise getroffen. Eigentlich wollte der Club am vergangenen Wochenende nicht zu seinem Spiel in der fünftklassigen Bremen-Liga antreten, weil der Gegner Blumenthaler SV aus dem Risikogebiet Bremen kommt. Doch der Antrag auf eine Verlegung der Partie wurde abgelehnt, stattdessen einigten sich der Bremer Fußball-Verband und die Vereine auf einen Kompromiss: Das Spiel findet statt, und beide Teams sowie ihre Betreuer werden auf Kosten des OSC auf das Coronavirus getestet.

Die Folgen aus Bremerhavener Sicht: Das Spiel ging mit 1:2 verloren, zwei Blumenthaler wurden positiv getestet – und alle eingesetzten Spieler dieser Partie wurden vom zuständigen Gesundheitsamt in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt.

„Wir erwarten ein entsprechendes Entgegenkommen des Bremer Verbands, eine Übernahme der entstandenen Testkosten und Rücknahme von bereits erteilten Strafbescheiden“, schrieb der OSC-Trainer Björn Böning auf der Facebook-Seite des Vereins.

Bereits am vorangegangenen Wochenende waren die Bremerhavener aus Gründen der Infektionsgefahr nicht zu ihrem Auswärtsspiel bei Vatan Sport Bremen angetreten. Nun sei „endgültig bestätigt, dass unsere Sorgen bezüglich der Austragung von Punktspielen zwischen Mannschaften aus Bremerhaven und Bremen (Risikogebiet) begründet sind“, schrieb Böning.

Costa nimmt Hoeneß "Söldner"-Aussage nicht übel

Bayern Münchens Rückkehrer Douglas Costa hat sich nach der harten Kritik des damaligen Präsidenten Uli Hoeneß bei seinem Abgang versöhnlich gezeigt. „In Hoeneß’ Augen ging es mir beim Wechsel damals nur um Geld. Ich hätte an Hoeneß’ Stelle dasselbe über mich gesagt“, sagte der 30-Jährige der Sport Bild. Der Flügelspieler halte die Reaktion „für nachvollziehbar“.

Ehrenpräsident Hoeneß hatte für Costa bei dessen Abschied vor drei Jahren zu Juventus Turin kein gutes Wort über. „Costa hat nicht funktioniert, weil er ein ziemlicher Söldner war, der uns charakterlich nicht gefallen hat“, hatte Hoeneß damals gesagt. Nun kehrte Costa aus Italien an die Isar zurück und zeigte Verständnis. „Es ist logisch, dass er damals als Präsident die Interessen des Vereins vertreten hat. Ich habe damit kein Problem“, sagte er. Costa wisse, dass Hoeneß „wie ein Löwe für seinen FC Bayern“ kämpft.

Auf persönlicher Ebene bedankte sich Costa gar bei Hoeneß. „Ich habe vor Uli Hoeneß tiefsten Respekt. Er hatte einen großen Anteil an meinem ersten Wechsel nach München“, sagte Costa. Er habe dafür gesorgt, dass der Brasilianer „auf diese Bühne“ kam, das werde er ihm „nie vergessen“.

Neue Gerüchte um europäische Superliga

Britischen Medienberichten zufolge soll es einen neuen Anlauf zu einer europäischen Superliga geben. Demnach gebe es erste Gespräche, um insgesamt bis zu 18 Topclubs des Kontinents in der Spielklasse gegeneinander antreten zu lassen. Unterstützt werden soll das Vorhaben vom Fußball-Weltverband FIFA und stünde damit in Konkurrenz zur derzeit ausgetragenen Champions League der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

Die UEFA stellte sich mit Nachdruck gegen etwaige Pläne. „Der UEFA-Präsident hat bei vielen Gelegenheiten deutlich gemacht, dass die UEFA entschieden gegen eine Super League ist. Die Prinzipien der Solidarität, des Aufstiegs, des Abstiegs und der offenen Ligen sind nicht verhandelbar“, hieß es in einer Verbandsmitteilung. Die UEFA warnte zudem davor, dass eine Superliga „unweigerlich langweilig werden würde“. Die FIFA wollte die Angelegenheit auf Anfrage von Sky Sports nicht kommentieren.

Finanziert werden soll der Plan angeblich durch eine Bank mit einer Summe in Höhe von umgerechnet mehr als fünf Milliarden Euro. Als möglicher Startpunkt wurde das Jahr 2022 genannt. Bereits in den vergangenen Jahren waren immer wieder verschiedene Überlegungen zu einer möglichen Superliga an die Öffentlichkeit gekommen, hatten sich jedoch nicht durchgesetzt.

Sportchef Hübner angeblich vor Abschied aus Frankfurt

Sportdirektor Bruno Hübner hat sich zurückhaltend über einen möglichen Abschied von Bundesligist Eintracht Frankfurt im kommenden Sommer geäußert. „Es hat noch kein Gespräch mit der Eintracht gegeben“, sagte der 59-Jährige am Mittwoch der „Bild“. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor berichtet, Hübners bis 2021 gültiger Vertrag bei den Hessen werde nicht verlängert.

Der frühere Profi des 1. FC Kaiserslautern arbeitet seit 2011 bei der Eintracht. Der Vertrag mit Cheftrainer Adi Hütter war Anfang September bis zum Sommer 2023 verlängert worden.

500 Millionen Euro Ablöse: Ter Stegen verlängert bei Barcelona

Der FC Barcelona hat auf einen Schlag die Verträge von Nationaltorwart Marc-André ter Stegen und drei weiteren wichtigen Profis verlängert. Der 28 Jahre alte Schlussmann einigte sich mit den Katalanen laut Mitteilung vom Dienstagabend auf eine Zusammenarbeit bis Mitte 2025. Der Kontrakt enthält demnach eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 500 Millionen Euro. Auch Abwehrchef Gerard Piqué, der beim 5:1 gegen Ferencvaros Budapest zum Start in die Champions-League-Saison am Abend mit Rot vom Platz geflogen war, kann Barça nur für eine halbe Milliarde Euro Ablöse verlassen. Allerdings ist die Summe bei ihm abhängig von einer gewissen Zahl an Einsätzen. Er verlängerte bis 2024.

Frenkie de Jong, der erst vor einem Jahr zu Barcelona gewechselt war, verlängerte seinen ursprünglich noch bis 2024 laufenden Vertrag bis 2026 und hat nun eine festgeschriebene Ablösesumme von 400 Millionen Euro. Auch Clément Lenglet einigte sich auf einen Kontrakt bis 2026. Der Franzose hat eine Ausstiegsklausel über 300 Millionen Euro in seinem Vertrag stehen.

Ter Stegen ist seit 2014 bei dem spanischen Spitzenclub. Er holte seither unter anderem die Champions League, die spanische Meisterschaft und den spanischen Pokal. Derzeit fehlt er wegen einer Knieverletzung.

Ein Jahr nach Rücktritt: Chelsea nominiert Cech

Eigentlich hat der FC Chelsea seinen technischen Direktor und ehemaligen Torhüter Petr Cech vor mehr als einem Jahr in den sportlichen Ruhestand entlassen. Doch angesichts der gegenwärtigen Corona-Lage hat sich der Londoner Club zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden und nahm den 38-jährigen Tschechen wieder in seinen Premier-League-Kader auf.

Cech soll demnach Teil einer „Notfall-Torhüter-Besetzung“ sein, die der Club als vorsorgliche Maßnahme „aufgrund der beispiellosen Bedingungen, die derzeit durch die Corona-Krise gegeben sind“, aufgestellt hat. Die kürzlich unter Vertrag genommenen Torhüter Edouard Mendy, Kepa Arrizabalaga, Willy Caballero und Jamie Cumming stehen nach Club-Angaben aber vor Cech auf der Liste der Torhüter. Cech stehe weiterhin nicht als Spieler unter Vertrag.

Cech kam von 2004 bis 2015 mehr als 300 für den FC Chelsea zum Einsatz, bevor er weitere vier Jahre beim FC Arsenal verbrachte. Nach seiner sportlichen Karriere übernahm er im Sommer 2019 unter Chelsea-Trainer Frank Lampard einen Vorstandsposten als technischer Direktor.