Fußball-Ticker

Bayern München angeblich an Bayern-Schreck interessiert

Lesedauer: 15 Minuten
Transfer? Bayern München soll an Hoffenheims Andrej Kramaric dransein.

Transfer? Bayern München soll an Hoffenheims Andrej Kramaric dransein.

Foto: Frederic Scheidemann / Getty Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 30. September 2020:

Bayern München besiegt Borussia Dortmund 3:2

Gähn! Es war wie (fast) immer: Der FC Bayern München spielt stark, dann unkonzentriert, Borussia Dortmund wittert die Chance – und scheitert am Ende an der Durchsetzungsstärke der Münchener. Stichwort: Mentalität: So gewannen die Bayern am Mittwoch den deutschen Supercup mit 3:2 gegen die Dortmunder und holten den fünften Titel nach Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League und europäischem Supercup. Und wie schon im mitentscheidenden Bundesliga-Duell der vergangenen Saison erzielte Joshua Kimmich als Mentalitäts-Spieler das Siegtor zum 3:2 (82.). Julian Brandt und Erling Haaland hatten die Bayern-Führung durch Corentin Tolisso und Thomas Müller ausgeglichen. Kimmich schoss das Tor im Fallen – ein Symbol für die beginnende Müdigkeit der Bayern aufgrund anhaltender englischer Wochen.

Bericht: Bayern will Hoffenheims Kramaric

Mario Götze sollte es erst werden, jetzt denkt Bayern-Trainer Hansi Flick offenbar an seine Hoffenheimer Vergangenheit: Nach Informationen der "Bild"-Zeitung wollen die Münchener Andrej Kramaric aus Hoffenheim loseisen. Der 29 Jahre alte Kroate erzielte gerade erst bei der 1:4-Niederlage der Bayern im Kraichgau zwei Tore und führt mit fünf Treffern nach den ersten zwei Spieltagen die Torjägerliste an. Bayerns Sportvorstand Hasan Salhamidzic (43) soll laut „Bild“ mit der Agentur Kontakt aufgenommen haben, die Kramaric vertritt. Berater Vincenzo Cavaliere sagte allerdings am Mittwochabend sport1.de: „Ich kann nicht bestätigen, dass mich Hasan Salihamidzic kontaktiert hat. Das wäre nicht professionell.“ Der Vertrag von Kramaric, der im Sommer 2016 von Leicester City nach Hoffenheim gewechselt war, ist gültig bis Ende Juni 2022. Er soll für unter 40 Millionen dem Blatt zufolge nicht zu haben sein.

Neymar schuldet spanischem Finanzamt 34,6 Millionen

Der Brasilianer Neymar schuldet dem spanischen Fiskus noch Steuern in Höhe von 34,6 Millionen Euro. Die Finanzbehörden in Madrid veröffentlichten nun eine schwarze Liste mit den Namen von Tausenden Schuldnern, die von dem 28-Jährigen angeführt wird. Neymar hatte zwischen 2013 und 2017 beim FC Barcelona unter Vertrag gestand, inzwischen spielt er für Paris St. Germain.

Auch in seinem Heimatland ist Neymar bereits mit dem nationalen Finanzministerium und der Steuerbehörde aneinandergeraten. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Steuerzahlung im Zusammenhang mit seinen Bildrechten zwischen 2011 und 2013 sollte Neymar eine Nachzahlung von rund 88 Millionen Reais (14,6 Millionen Euro) in Brasilien leisten. Diese Strafe wurde Ende Mai aber zunächst von einem Richter ausgesetzt.

Torwarttausch: Rönnow gegen Schubert

Der Torwarttausch in der Bundesliga zwischen Schalke 04 und Eintracht Frankfurt ist perfekt. Die Königsblauen leihen Frederik Rönnow von den Hessen für die laufende Saison aus, im Gegenzug wechselt Markus Schubert ebenfalls auf Leihbasis nach Frankfurt.

„Von diesem Tausch erhoffen wir uns einen positiven Effekt für alle Beteiligten: Der Luftwechsel wird Markus Schubert und Frederik Rönnow guttun. Beide freuen sich auf die neue Herausforderung“, sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

„Dass der Wechsel geklappt hat, freut mich wirklich sehr“, sagte der Däne Rönnow: „Ich möchte mich hier von meiner besten Seite zeigen.“ Der 28-Jährige bestritt seit 2018 21 Pflichtspiele für die Eintracht, verlor das Duell um die Nummer eins aber gegen Nationaltorwart Kevin Trapp.

Rönnow zu Schalke: Was wird aus Fährmann?

Schubert, der vor einem Jahr vom damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden nach Gelsenkirchen gekommen war, konnte in der vergangenen Spielzeit seine Chance auf den Stammplatz zwischen den Pfosten nicht nutzen. Vor dieser Saison musste der 22-Jährige dem Rückkehrer Ralf Fährmann den Vortritt lassen.

„Mit ihm konnten wir einen entwicklungsfähigen deutschen Junioren-Nationaltorhüter für uns gewinnen, der in der Vergangenheit bereits Bundesliganiveau nachgewiesen hat“, sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. Gleichzeitig könnte Rönnow nun Fährmann als Nummer eins bei Schalke ablösen.

Nach Spuckattacke: Kabak fünf Spiele gesperrt

Schalkes Abwehrspieler Ozan Kabak ist nach seiner Spuckattacke wochenlang zum Zuschauen verdammt worden. Das DFB-Sportgericht sperrte den Türken „wegen krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer versuchten Tätlichkeit gegen den Gegner“ für vier Pflichtspiele. Bevor die nachträgliche Sperre beginnt, muss Kabak erst noch seine Gelb-Rot-Sperre absitzen. Somit wird er insgesamt fünf Pflichtspiele verpassen.

Zusätzlich muss der 20-Jährige eine Geldstrafe von 15.000 Euro zahlen. Der Spieler und der Verein haben dem Urteil bereits zugestimmt, damit ist es rechtskräftig. Kabak hatte im Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstagabend (1:3) in Richtung seines Gegenspielers Ludwig Augustinsson gespuckt. Schiedsrichter Markus Schmidt hatte die Szene nicht gesehen, daher konnte der Kontrollausschuss nachträglich ermitteln. Kurz vor Abpfiff flog Kabak wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz.

Kabak hatte sich bereits am Samstag bei Augustinsson entschuldigt. „Es war keine Absicht, die Sicht von außen täuscht“, schrieb er bei Twitter: „Ich habe so etwas noch nie gemacht und werde es auch niemals tun, da es einfach unsportlich ist. In jedem Fall, Entschuldigung an Ludwig.“

Schiedsrichterin Steinhaus beendet Karriere

Pionierin Bibiana Steinhaus beendet ihre nationale und internationale Schiedsrichter-Karriere. Das Duell um den Supercup zwischen dem FC Bayern und dem BVB am Mittwochabend ist für die 41-Jährige der letzte Einsatz. Das bestätigte der DFB wenige Stunden vor dem Anstoß in München. „Wie viele Menschen in der Zeit der Corona-Situation habe ich manches reflektiert und neu bewertet“, sagte Steinhaus. Nach einem Gespräch mit Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich habe sie „nach sorgfältiger Abwägung vieler Faktoren“ entschieden, ihre Laufbahn zu beenden.

Die Polizistin aus Hannover ist seit 2017 als bislang einzige Frau in der Bundesliga aktiv. Zehn Jahre zuvor hatte sie in der 2. Bundesliga debütiert. Sechsmal wurde Steinhaus "Schiedsrichterin des Jahres", jeweils dreimal vertrat sie Deutschland bei der WM und EM der Frauen. Seit vier Jahren ist sie mit dem ehemaligen englischen Fifa-Referee Howard Webb liiert, der in New York lebt.

Baum neuer Schalke-Coach – Naldo Co-Trainer

Manuel Baum übernimmt bei Schalke 04 die Nachfolge des freigestellten Trainers David Wagner. Als Assistent steht dem 41-Jährigen der Ex-Profi Naldo zur Seite. Der bisherige U18-Coach beim DFB, der beim FC Augsburg von 2016 bis 2019 Erfahrung als Bundesliga-Trainer sammelte, unterschrieb einen Zweijahresvertrag.

„Wir haben mit Manuel Baum einen absoluten Fachmann für Schalke 04 gewinnen können. Wer sich seine Stationen anschaut, der wird feststellen, dass seine Mannschaften immer klare Strukturen und Abläufe auf dem Platz hatten. Das ist in unserer aktuellen Situation ein ganz wichtiger Faktor“, sagte Sportvorstand Jochen Schneider: „Wir sind davon überzeugt, dass Manuel Baum als Mensch und Trainer sehr gut zu Schalke 04 passt.“

Pokal-Streit um Türkgücü geht weiter

Der juristische Streit um den bayerischen Gegner des FC Schalke 04 im DFB-Pokal geht weiter. Das Landgericht München I hat nun die einstweilige Verfügung von Türkgücü München „teilweise aufgehoben und abgeändert“, wie die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz mitteilte. Die Kartellkammer hat dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) aufgegeben, „die Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 zu widerrufen und über die Meldung“ zur 1. Pokalrunde erneut zu entscheiden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, beide Streitparteien können Berufung vor dem Oberlandesgericht München einlegen. Drittligist Türkgücü München hatte den BFV wegen der Nicht-Nominierung für die erste Cup-Runde verklagt. Nach einer einstweiligen Verfügung war die Auftaktpartie des für den Wettbewerb vom BFV gemeldeten 1. FC Schweinfurt 05 bei Schalke 04 verschoben worden.

Nouri kurz vor Deal mit Esteghlal Teheran

Der Deutsch-Iraner und Ex-Bremer Alexander Nouri soll kurz vor einem Vertragsabschluss mit dem iranischen Club Esteghlal Teheran stehen. Diskussionsbedarf gebe es nur bezüglich der Zahlungsform, berichtet unter anderem das Sportportal "Varzesh 3". Esteghlal möchte den Vertrag auf der Basis der nationalen Währung Rial unterzeichnen. Nouri jedoch will sein Gehalt jedoch in Euro oder Dollar erhalten.

Nouri war in der Bundesliga Trainer des SV Werder Bremen sowie zuletzt Interimstrainer bei Hertha BSC. Der 41-Jährige wäre nach Roland Koch (2002-2003) und Winfried Schäfer (2017-2019) der dritte deutsche Trainer bei Esteghlal. Das Team ist neben Persepolis Teheran die beliebteste und auch finanziell stärkste Vereinsmannschaft des Landes mit Millionen von Fans auch außerhalb der Hauptstadt.

Werder-Profi Klaassen will zu Ajax zurück

Mittelfeldspieler Davy Klaassen möchte Werder Bremen verlassen und zu seinem Ex-Club Ajax Amsterdam zurückkehren. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler habe diesen „Wechselwunsch bei den Bremer Verantwortlichen eindeutig platziert“, schreibt der „Kicker“. Dem Bericht zufolge befinden sich beide Vereine bereits in „konkreten Gesprächen“.

Alle drei Parteien haben ein starkes Interesse daran, dass dieser Wechsel auch zustande kommt. Werder ist in der Corona-Krise dringend auf Transfererlöse angewiesen und hat den geplanten Verkauf von Milot Rashica kurz vor dem Ende der Wechselfrist am kommenden Montag immer noch nicht umsetzen können. Ajax wiederum hat nach dem Weggang von gleich drei Spielern einen großen Bedarf im zentralen Mittelfeld. Klaassen spielte bereits in der Jugend und bis 2017 auch fünf Jahre bei den Profis für den niederländischen Rekordmeister.

Bayern riskiert ablösefreien Wechsel von Alaba

Im Vertragspoker mit David Alaba (28) will der FC Bayern seinen Abwehrchef offenbar auch ohne eine Verlängerung nicht vorzeitig ziehen lassen. Der Österreicher soll mindestens noch diese Saison und damit bis zu seinem Vertragsende in München bleiben, berichtet die „Bild“. Dies habe der Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge beschlossen. Damit riskieren die Bayern, Alaba in einem Jahr ablösefrei zu verlieren. Denn ein Ende im Gehaltsstreit mit Berater Pinhas Zahavi ist weiterhin nicht in Sicht.

Für die am Montag endende Transferperiode hatte sich Trainer Hansi Flick zuletzt optimistisch geäußert, dass die Münchner ihren Kader noch verstärken. „Ich bin guter Dinge, weil jedem bewusst ist, dass die Saison keine normale ist, wenn wir alle drei, vier Tage ein Spiel haben“, sagte der Coach. Ein Name, der dabei diskutiert werde, sei der französische Mittelfeldspieler Thomas Lemar von Atlético Madrid, berichtet die „Sport Bild“.

Mehr zum Thema:

Werner trifft – Chelsea scheidet trotzdem aus

Trotz des ersten Tores von Nationalspieler Timo Werner ist der FC Chelsea im Achtelfinale des Ligapokals ausgeschieden. Die Mannschaft von Trainer Frank Lampard verlor im London-Derby gegen Tottenham Hotspur mit 4:5 (1:1, 1:0) im Elfmeterschießen. Den entscheidenden fünften Elfmeter für Chelsea vergab Mason Mount.

Werner (19.) hatte die Blues in Führung gebracht, Erik Lamela (83.) kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich erzielt. Eine Verlängerung gab es nicht. Werners Nationalmannschaftskollege Kai Havertz, der in der Runde zuvor drei Tore erzielt hatte, saß über die gesamte Spieldauer auf der Bank.

Nach Theater: Messi äußert sich versöhnlich

Lionel Messi ist beim FC Barcelona nach dem lautstarken Streit um seinen Verbleib offenbar um eine Entspannung der Lage bemüht. Er wolle „nach all den Unstimmigkeiten gerne einen Punkt hinter die Sache machen“, sagte der 33-Jährige der katalanischen Tageszeitung „Sport". „Wenn ich Fehler gemacht habe, dann nur, um Barca stärker und besser zu machen.“

Dies sei seine Botschaft an die Fans des spanischen Großclubs: „Es soll kein Zweifel daran bestehen, dass ich alles nur im Sinne des Vereins tun wollte.“ Alle, die hinter dem FC Barcelona stünden, „müssen zusammenhalten. Das Beste wird noch kommen.“

Der Argentinier hatte den Club, bei dem er seit seiner Jugend zum Superstar aufgestiegen war, im Sommer unbedingt verlassen wollen. Dies zerschlug sich nach einem öffentlichen Schlagabtausch. Messi verkündete, seinen bis 2021 laufenden Vertrag zu erfüllen, legte anschließend allerdings nach und übte heftige Kritik vor allem an Club-Präsident Josep Maria Bartomeu.

Lesen Sie auch:

Schalke mit Minus von zehn Millionen

Man musste mit dem Schlimmsten rechnen: Doch dank des Gehaltsverzichts der Spieler und der Kurzarbeit auf der Geschäftsstelle hat der finanziell schwer angeschlagene Bundesliga-Tabellenletzte Schalke 04 das Minus durch die Corona-Krise nach eigenen Angaben in Grenzen gehalten. Im ersten Halbjahr 2020 ging der Umsatz wegen der Pandemie und den Geisterspielen wie erwartet von 151,3 auf 102,1 Millionen Euro zurück, der Fehlbetrag beträgt 9,7 Millionen. Vor einem Jahr hatte es ein Minus von 18,3 Millionen Euro gegeben.

Die Verbindlichkeiten stiegen von 197,9 auf 205,3 Millionen Euro. Im gesamten Jahr 2020 rechnen die Königsblauen mit einem Umsatz zwischen 160 und 200 Millionen und einem Jahresfehlbetrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. In dieser Größenordnung sollen auch die Schulden steigen.

Mehr zum Thema:

ManCity holt Benfica-Star: Vertrag bis 2026

Manchester City hat den portugiesischen Nationalspieler Rúben Dias von Benfica Lissabon verpflichtet. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger unterschrieb beim Club von Trainer Pep Guardiola einen Sechsjahresvertrag (!) bis 2026. Laut Benfica wechselt Dias für eine Ablöse von 68 Millionen Euro auf die Insel – dank erfolgsabhängiger Prämien kann die Transfersumme noch auf bis zu 71,6 Millionen steigen.