Fußball-Ticker

Auch Mainz entlässt Trainer – Wagner entschuldigt sich

Achim Beierlorzer ist nicht mehr Trainer des 1. FSV Mainz 05.

Achim Beierlorzer ist nicht mehr Trainer des 1. FSV Mainz 05.

Foto: Imago/Martin Hoffmann

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 28. September 2020:

Wechsel fix: Union Berlin leiht Karius aus

Die nächste prominente Verstärkung für Union Berlin ist nun auch offiziell: Die Eisernen haben den früheren U21-Nationaltorwart Loris Karius (27) für ein Jahr vom FC Liverpool ausgeliehen. Anfang August hatten die Köpenicker bereits mit der Verpflichtung des schillernden Ex-Nationalspielers Max Kruse für Aufsehen gesorgt.

Karius war 2016 aus Mainz nach Liverpool gewechselt und hatte beim 1:3 der Reds im Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid spektakulär gepatzt. Zuletzt war der Keeper an Besiktas Istanbul verliehen. Union hatte als Ersatz für den nach Augsburg gewechselten Rafal Gikiewicz im Gegenzug vom FCA Andreas Luthe verpflichtet, der in den ersten beiden Ligaspielen im Tor stand.

Wagner äußert sich über sein Aus auf Schalke

David Wagner hat sich für die negative Entwicklung beim FC Schalke 04 entschuldigt. „Wir hatten überaus erfolgreiche erste sieben Monate. Leider ist es mir danach nicht gelungen, die Negativserie zu stoppen und die Trendwende einzuleiten. Dafür trage ich die volle Verantwortung“, teilte Wagner über die vereinseigenen Kanäle des FC Schalke mit.

Der 48-Jährige war am Sonntag nach saisonübergreifend 18 sieglosen Bundesligaspielen beurlaubt worden. Im Jahr 2020 ist Schalke der erfolgloseste Club der Bundesliga. „Ich wünsche dem Club, unseren Fans und den Verantwortlichen alles Gute für die Zukunft“, sagte Wagner, der sich ausdrücklich bei Mannschaft und Staff bedankte, „mit denen ich bis zum letzten Tag vertrauensvoll zusammengearbeitet habe“.

Supercup: Bayern vs. BVB ohne Zuschauer

Der deutsche Supercup zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/DAZN und ZDF) in München findet ohne Zuschauer statt. Dies hat die Stadt München beschlossen.

Hintergrund sind die nach wie vor verhältnismäßig hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in München. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank zwar wieder etwas, sie liegt aber immer noch über dem Grenzwert von 35 je 100.000 Einwohner – erst dann wären wieder bis zu 20 Prozent Zuschauer bei Sportveranstaltungen zugelassen.

Beierlorzer offenbar nicht mehr Mainzer Trainer

Der FSV Mainz 05 hat sich von Cheftrainer Achim Beierlorzer getrennt. Die Entscheidung sei „das Ergebnis einer Analyse der sportlichen Situation“ gewesen, teilte der Bundesligist am Montag mit. Zuvor hatte die „Bild“ darüber berichtet.

Bis zu einer Neubesetzung des Postens wird der bisherige Assistent Jan-Moritz Lichte als Interimscoach fungieren. Er werde bereits am Freitag beim Bundesligaspiel beim 1. FC Union Berlin auf der Bank sitzen. Mainz 05 zog mit der Trennung von Beierlorzer die Konsequenz aus einem Trainingsstreik der Spieler nach der Aussortierung von Stürmer Adam Szalai am vergangenen Mittwoch und dem 1:4 am Sonnabend gegen Aufsteiger VfB Stuttgart.

Beierlorzer hatte die 05er im vergangenen November nach der Entlassung von Sandro Schwarz übernommen. Noch nach der Heim-Niederlage am Sonnabend gegen Stuttgart hatte sich Beierlorzer kämpferisch gezeigt. „Zu 100 Prozent“ sehe er seine Zukunft bei den Rheinhessen, versicherte er.

Leeds United an Bayerns Cuisance dran?

Der französische Mittelfeldspieler Michael Cuisance vom FC Bayern München soll das Interesse von Leeds United geweckt haben. Wie die französische Sport-Tageszeitung „L'Équipe“ berichtet, hat der Aufsteiger in die englische Premier League ein Angebot für den 21-Jährigen abgegeben. Leeds-Coach Marcelo Bielsa soll mit Cuisance fest rechnen. Quellen nannte „L'Équipe“ nicht. Die Ablösesumme soll bei angeblich rund 20 Millionen Euro liegen, ein Vertrag bis Ende 2025 im Gespräch sein.

Die Münchner hatten Cuisance im Sommer 2019 von Borussia Mönchengladbach für eine Ablösesumme von angeblich rund zehn Millionen Euro verpflichtet. Der Franzose unterschrieb einen Vertrag bis zum Sommer 2024.

Cuisance hat es seitdem über den Status des Ergänzungsspielers nicht hinausgeschafft und wird auch immer wieder mit Vereinen aus seiner Heimat in Verbindung gebracht. Beim 1:4 gegen Hoffenheim am Sonntag fehlte Cuisance im Kader des deutschen Rekordmeisters.

Chinas Fußballer verlassen Corona-Blase

Die Profis der chinesischen Super League haben am Montag nach 70 Tagen ihre Corona-Blase verlassen. Trainer, Spieler und Betreuer hatten seit Mitte Juli in abgeschotteten Hotels gelebt und ihre Familien und Freunde nicht mehr gesehen. Nur für Spiele und Trainingseinheiten durften die Akteure vor die Tür gehen.

„Am Anfang habe ich gedacht: Zehn Wochen im Hotel, das wird hart. Aber rückblickend ging die Zeit doch ziemlich schnell vorbei“, sagte der einstige Barca-Star Giovanni van Bronckhorst, der seit Januar Guangzhou R&F trainiert.

Die 16 Mannschaften aus der Eliteliga waren während der Saison in zwei Achter-Gruppen aufgeteilt. Eine Basis befand sich in Dalian im Nordosten des Landes, die zweite in Suzhou nahe Shanghai. Insgesamt lebten 1870 Personen in der „Fußball-Blase“, zu einer Infektion kam es nicht.

Am 16. Oktober beginnt die zweite Saisonphase, erneut in Suzhou and Dalian. Dann müssen auch alle Spieler erneut ins Hotel. In Dalian führt der von Fabio Cannavaro trainierte Titelverteidiger Guangzhou Evergrande die Tabelle an, in Suzhou liegt Shanghai SIPG vorne. Zuletzt war auch wieder eine kleine Anzahl an Fans im Stadion erlaubt.

Die Liga war Ende Juli mit 154 Tagen Verspätung gestartet. Die Saison in der ersten Liga hätte eigentlich am 22. Februar beginnen sollen, nach dem Corona-Ausbruch in Wuhan wurde der Start kurzfristig verschoben.

Erster israelischer Profi in arabischer Liga

Stürmer Dia Saba ist als erster israelischer Fußballer in eine arabische Profiliga gewechselt. Der 27-Jährige unterschrieb für zwei Jahre beim Al-Nasr SC aus Dubai. „Willkommen in unserem blauen Schloss, Diaa Sabia“, schrieb der Club auf Twitter. Saba spielte zuletzt in China für Guangzhou R&F.

Der Transfer ist eine direkte Folge des Friedensvertrags zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Unter Vermittlung der USA hatten Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der Thronfolger der Emirate, Mohammed bin Zayid Al Nahyan, am 15. September eine Absichtserklärung unterzeichnet, diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

Dia Saba stammt aus einer muslimischen Familie aus der Stadt Majd al-Krum im Norden Israels. Für Israel absolvierte er bislang zehn Länderspiele.

Sandro Wagner neuer Dazn-Experte

Ex-Nationalspieler Sandro Wagner (32) wird neuer Experte beim Streamingdienst Dazn und damit Nachfolger von Rio-Weltmeister Per Mertesacker, der zum ZDF gewechselt ist. Die Expertenrunde bei Dazn umfasst nun Wagner, Jonas Hummels, Sebastian Kneißl und den ehemaligen St.-Pauli-Profi Ralph Gunesch.

Seinen ersten Einsatz absolviert der einstige Torjäger, der seine Karriere inzwischen beendet hat, am Mittwoch beim Supercup zwischen Bayern München und Borussia Dortmund in der Allianz Arena. „Ich möchte den Fußball-Fans bei Dazn in erster Linie inhaltsstarke Analysen bieten. Natürlich werde ich mir dabei treu bleiben und wie gewohnt kein Blatt vor den Mund nehmen“, sagte Wagner.

Fußball-Krise? Oliver Kahn gibt den Mahner

Bayern Münchens Vorstand Oliver Kahn warnt die Verantwortlichen der Branche vor einem „Weiter so“. Die Corona-Krise habe „schonungslos offengelegt, wie anfällig das Geschäftsmodell Fußball ist. Die Saturierung der klassischen Einnahmequellen der Clubs bei gleichzeitig weiter steigenden Gehältern führt auf Dauer in eine Sackgasse“, sagte Kahn in der neuen Business-Zeitung des FC Bayern Basketball.

„Pandemieklauseln und für alle Vereine geltende und vor allem durchsetzbare Financial- Fair-Play-Regelungen sind mögliche Optionen, einem aus den Fugen geratenen Wettbewerb im Fußball zu begegnen“, ergänzte der 51-Jährige.

Es gehe auch beim deutschen Rekordmeister „jetzt darum, den Blick in die Zukunft zu richten, und Antworten auf wegweisende strategische Fragestellungen zu geben. Uns muss klar sein, dass der sportliche Erfolg der vergangenen Dekade kein Selbstläufer ist und permanent neu erarbeitet werden muss“, sagte der frühere Weltklassetorhüter Kahn.

Dies bedeute, „dass der “strategische Radar' ständig eingeschaltet sein muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich der Fußball in den nächsten Jahren signifikant verändern wird."

Schalke-Trainer: Baum Favorit vor Rangnick?

Schalke 04 will bei der Suche nach einem Nachfolger für den freigestellten Trainer David Wagner nichts überstürzen. „Es geht nicht um den großen Namen. Es geht darum, welchen Trainer-Typen diese Mannschaft braucht. Darauf scannen wir die Kandidaten. Bei der Entscheidung steht Qualität vor Geschwindigkeit“, sagte Sportvorstand Jochen Schneider der „Bild“.

Als Favorit wird Manuel Baum gehandelt. Der 41-Jährige trainierte von 2016 bis 2019 den FC Augsburg. Seit Juli 2019 ist er U20-Nationaltrainer. Ebenfalls im Gespräch soll der frühere Schalke-Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick sein. Laut „Bild“ soll auch Valérien Ismaël ein Kandidat bei den Gelsenkirchenern sein. Der ehemalige Bundesliga-Spieler des SV Werder Bremen und des FC Bayern München hatte in der vergangenen Saison den österreichischen Bundesligisten Linzer ASK trainiert. In der Bundesliga hatte der 44-jährige Franzose von 2016 bis 2017 den VfL Wolfsburg betreut.

Özdemir: "Haben nationalen Reformbedarf"

Für eine Begrenzung von Spielergehältern im Profifußball hat sich der Grünen-Politiker Cem Özdemir ausgesprochen. „Da ist mittlerweile vieles außer Rand und Band, es stellt sich einfach die Gerechtigkeitsfrage“, sagte der 54-Jährige im Interview mit dem "Mannheimer Morgen".

Özdemir wurde kürzlich von der DFL in die „Taskforce Zukunft Profifußball“ berufen. In diesem Gremium will er sich auch für eine Demokratisierung des Profifußballs stark machen: „Das Spiel und die Vereine gehören den Fans. Wir haben da einen nationalen Reformbedarf, aber auch eine europäische Dimension.“

Guardiola bekommt einen 71-Millionen-Mann

Startrainer Pep Guardiola bekommt eine Verstärkung für seine anfällige Innenverteidigung. Für rund 71 Millionen Euro wechselt der Portugiese Ruben Dias von Benfica Lissabon zu Manchester City. Im Gegenzug spielt Manchesters Nicolas Otamendi künftig für den portugiesischen Rekordmeister, dafür erhält City 15 Millionen Euro. Benfica gab die grundsätzliche Einigung am Sonntag bekannt, beide Spieler müssen aber noch die Verträge unterschreiben.

Die Mängel in der Defensive von ManCity wurden am Sonntagabend mehr als deutlich. Im Heimspiel gegen Leicester City kassierte die Mannschaft eine herbe 2:5-Pleite. Guardiola musste im 686. Spiel seiner Trainerkarriere erstmals fünf Gegentore hinnehmen. Dias soll der Abwehr nach dem Abgang von Vincent Kompany im vergangenen Sommer wieder mehr Stabilität geben.

Loris Karius beim Union-Medizincheck

Der Wechsel von Torwart Loris Karius vom FC Liverpool zu Union Berlin nimmt konkrete Züge an. Der 27-Jährige erschien am Montagvormittag zusammen mit Marc Lettau, dem Assistenten von Unions Profifußball-Geschäftsführer Oliver Ruhnert, zum Medizincheck am Institut für Sportwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.

Eine offizielle Bestätigung des Wechsels steht noch aus. Dem Vernehmen nach ist von einer einjährigen Ausleihe auszugehen. In Liverpool, wo Karius noch bis 2022 unter Vertrag steht, besitzt der frühere Mainzer Bundesligatorwart aktuell praktisch keine Einsatzchance. Vom Verein von Trainer Jürgen Klopp hatte Union kürzlich Angreifer Taiwo Awoniyi für eine Spielzeit ausgeliehen.

Ruhnert hatte zuletzt Karius als einen möglichen Neuzugang bezeichnet. Die Gespräche seien fortgeschritten, aber fix sei der Wechsel noch nicht, hatte er gesagt. Karius spielte in der Bundesliga bereits 91 Mal für den FSV Mainz 05. Karius war bereits 2018 an Besiktas Istanbul ausgeliehen gewesen, im Mai dieses Jahres zu den Reds von Trainer Jürgen Klopp zurückgekommen.

Wolfsburg bangt um Casteels und Victor

Der VfL Wolfsburg muss in den Play-offs zur Europa League womöglich auf Stammkeeper Koen Casteels und Mittelfeldspieler Joao Victor verzichten. Casteels verletzte sich beim Aufwärmen vor dem Bundesliga-Duell beim SC Freiburg (1:1) am Knie und musste durch Pavao Pervan ersetzt werden. „Wir wissen noch nicht, was es ist“, sagte Trainer Oliver Glasner und ließ einen Einsatz am Donnerstag (20.45 Uhr/Sport1) bei AEK Athen offen.

Joao Victor zog sich in der zweiten Halbzeit eine muskuläre Verletzung an den Adduktoren zu. Der Brasilianer war einer von nur drei Akteuren, die drei Tage zuvor gegen FK Desna Tschernihiw in der Europa-League-Qualifikation ebenfalls gestartet waren. Ansonsten hatte Glasner wild durchrotiert. Nicht nur wegen der Blessur von Victor sieht er sich bei diesem Vorgehen zur Belastungssteuerung bestätigt.

„Es geht weiter in diesem Rhythmus. Die Jungs wollen immer auf den Platz, aber manchmal muss ich dem vorbeugen“, meinte der Österreicher: „Sollten wir uns für die Gruppenphase qualifizieren, was unser großes Ziel ist, wird es nicht anders gehen. Dann geht es bis Weihnachten im Drei-Tages-Rhythmus durch. Wir müssen das clever steuern.“

Für den VfL war die Partie im Breisgau nach nur zwei Wochen Vorbereitung das Ende der bereits zweiten englischen Woche.

Union-Boss: Fußball nicht nur goldenes Steak

Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat vor einer falschen Wahrnehmung des Fußballs gewarnt. Es sei immer noch „ein sensationeller Sport, der Menschen begeistert und der Gesellschaft in hohem Maße etwas gibt“, sagte der 56-Jährige in einem „Kicker“-Interview. Zingler ergänzte: „Wir dürfen nicht die negativen Auswüchse und das eine goldene Steak zum Sinnbild einer angeblich katastrophalen Fußball-Industrie machen. Dann erreichen wir nämlich gar nichts.“

Zingler fordert, das Positive des Fußballs herauszustellen und zu bewahren sowie die Fehlentwicklungen zu korrigieren. „Wenn wir da nicht das richtige Maß finden, schaden wir dem Fußball eher.“ Er hält die Bereitschaft und die Sensibilität dafür durch die Coronavirus-Pandemie für größer als vorher.

Im Zusammenhang mit einer ausgeglicheneren Liga hat Zingler auch seine Vorstellungen. „Der wichtigste Faktor für einen ausgeglichenen Wettbewerb ist gleich gute Arbeit - und nicht gleiches Geld. Wir haben ja in den vergangenen Jahren genug Beispiele gesehen, bei denen viel Geld und schlechte Arbeit nicht zu einem ausgeglichenen Wettbewerb geführt haben“, sagte er.

„Wenn wir versuchen, durch Geldverteilung schlechte und gute Arbeit auszugleichen, zerstören wir unseren Sport“, betonte Zingler. Viel Geld könne auch Nachlässigkeit bedeuten. „Wir können durch Geldverteilung allein keinen ausgeglichenen Wettbewerb erzeugen. Wir können aber versuchen, eine gerechtere Geldverteilung zu erreichen.“

RB Leipzig: Zugang und Abgang geplant

Die angedachte Leihe von Ademola Lookman von RB Leipzig zum FC Fulham ist offenbar perfekt. Nach übereinstimmenden Medienberichten wechselt der Stürmer für ein Jahr in die Premier League. Lookman war im Sommer 2019 für 18 Millionen Euro nach Leipzig gekommen und besitzt bei den Sachsen noch einen Vertrag bis 2024. In der vergangenen Saison spielte der 22-Jährige elf Mal in der Liga für RB, stand jedoch nur einmal in der Startelf.

Der ebenfalls auf den Weg gebrachte Kauf des Innenverteidigers Josko Gvardiol steht kurz vor dem Abschluss. Der 18-Jährige soll am Montag den Medizincheck absolvieren, aber noch mindestens bis zum Winter bei Dinamo Zagreb bleiben. Als Ablösesumme sind 18 Millionen Euro im Gespräch.

Flamengo holt Punkt bei Corona-Zwangsauftritt

Der vom Coronavirus extrem betroffene brasilianische Meister CR Flamengo hat bei seinem Zwangsauftritt in der Liga gepunktet. Der Club aus Rio de Janeiro holte bei SE Palmeiras ein 1:1, nachdem das Bundesarbeitsgericht erst zehn Minuten vor dem geplanten Anpfiff die Durchführung der Begegnung angeordnet hatte.

Flamengo war am vergangenen Mittwoch mit 19 infizierten Spielern sowie weiteren 22 ebenfalls positiv auf Covid-19 getesteten Personen aus der Delegation von der Libertadores-Cup-Reise aus Ecuador zurückgekehrt. Danach hatte der Club beim Verband und dem Obersten Sportgericht um eine Verschiebung des Spitzenspiels zwischen den Meistern der vergangenen beiden Jahre gebeten.

Zunächst hatte ein Arbeitsgericht in Rio das Spiel auch untersagt, doch das Bundesarbeitsgericht erklärte dieses Gericht nicht für zuständig und ordnete die Partie an. Flamengo lief daraufhin zu einem Großteil mit Spielern seiner U20-Mannschaft auf.

Lob für SCF-Rekordneuzugang Santamaria

Rekordtransfer Baptiste Santamaria hat bei seinem Bundesliga-Debüt die Verantwortlichen des SC Freiburg gleich begeistert. „Er hat vieles umgesetzt, ist im Laufe des Spiels immer besser in die Partie gekommen“, lobte Trainer Christian Streich: „Ich war sehr zufrieden mit diesem Debüt. Das ist nicht so einfach, wenn man in ein neues Land mit anderer Sprache kommt. Er ist ein Fighter und ein guter Typ.“

Auch Sportvorstand Jochen Saier hatte nach dem ansprechenden Auftritt des 25-Jährigen beim 1:1 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg nur lobende Worte für seinen Königstransfer übrig. „Er hat es gut gemacht. Er kennt noch nicht alle Abläufe bei uns, wir leben von den Abläufen, aber er hat es dafür schon richtig gut gemacht. Er hatte auch drei gute Möglichkeiten in der Offensive, aber wie er das Spiel verbunden hat im Zentrum, das war schon gut.“

Santamaria war erst in der vergangenen Woche für eine Vereinsrekordablöse im zweistelligen Millionenbereich vom französischen Club SCO Angers in den Breisgau gewechselt. Gegen Wolfsburg war er gleich Chef im Mittelfeld, räumte defensiv vieles ab. Offensiv hatte er Pech bei einem Pfostenschuss (64.), bei seinem Kopfball reagierte Pavao Pervan im Gäste-Tor glänzend (77.).

Doch Streich warnt vor verfrühter Euphorie. „Es ist sehr vieles neu für ihn. Das konnte er wegen seiner Erfahrung gut beiseite schieben. Ich finde, dass er schon gut angekommen ist. Aber wir müssen Schritt für Schritt weitergehen.“

Leipzigs Haidara hat Sehnsucht nach der Familie

RB Leipzigs Amadou Haidara vermisst seine Familie in Mali. Zuletzt war der 22 Jahre alte Fußball-Profi vor einem Jahr dort, „mit Corona wurde alles anders“, erzählte Haidara in einem "Kicker"-Interview. „Die Familie fehlt mir, aber wir sprechen häufig per Video-Telefonie“, sagte er. „Vielleicht kann ich meine Familie sehen, wenn ich zur Nationalmannschaft reise.“

Auch seinen Urlaub konnte Haidara, der Anfang 2019 von Red Bull Salzburg nach Sachsen gewechselt war, in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie nicht wie sonst in Mali verbringen. Es habe einfach keine Flüge dorthin gegeben. „Aber das ist der Sport, mein Beruf. Das muss man akzeptieren und Opfer bringen“, sagte Haidara, der zuletzt beim 3:1 gegen den FSV Mainz 05 ein Tor für die Leipziger erzielte.

Suárez feiert Atlético-Debüt mit Doppelpack

Der FC Barcelona hat mit Neu-Trainer Ronald Koeman und Superstar Lionel Messi gleich zum Saisonstart mächtig aufgetrumpft. Sechs Wochen nach dem 2:8-Debakel im Viertelfinale der Champions League gegen Bayern München kannten die Katalanen am Sonntagabend beim 4:0 (4:0) gegen den FC Villarreal keine Gnade mit den Gästen. Doppeltorschütze Ansu Fati (15./19. Minute), Messi (35.) und ein Eigentor von Pau Torres (Eigentor/45.) sorgten schon zur Halbzeit für klare Verhältnisse im Camp Nou.

Mit zwei späten Toren hatte Luis Suárez zuvor beim 6:1 (1:0) von Atlético Madrid gegen den FC Granada ein starkes Debüt in der spanischen Meisterschaft für seinen neuen Club gegeben. Erst in der 70. Minute eingewechselt, traf der 33 Jahre alte Uruguayer zum 5:0 (85. Minute) und zum 6:1-Endstand (90.+3).

Der Stürmer war erst vor wenigen Tagen vom FC Barcelona zum Hauptstadt-Club gekommen. Mit den Katalanen hatte Suarez unter anderem ein Mal die Champions League und vier Mal La Liga gewonnen und in Barcelona „sechs spektakuläre und wunderbare Jahre“ erlebt, betonte Suárez bei seinem Abschied vom Club und seinem Freund Messi. Die weiteren Treffer beim Saisonstart für die Mannschaft von Trainer Diego Simeone erzielten Diego Costa (9.), Angel Correa (47.), Joao Felix (65.) und Marcos Llorente (72.).