Fußball-Ticker

Frankfurter schockieren Hertha: Sprung an die Tabellenspitze

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 25. September 2020:

Frankfurter schockieren Hertha: Sprung an die Tabellenspitze

Eintracht Frankfurt ist mit einem bärenstarken Auftritt und dem ersten Saisonsieg für eine Nacht an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestürmt. Die äußerst disziplinierte Elf von Trainer Adi Hütter gewann bei Hertha BSC völlig verdient mit 3:1 (2:0).

Andre Silva (30./Foulelfmeter), Bas Dost (36.) und Sebastian Rode (71.) trafen für die Gäste, Martin Hintereggers Eigentor (77.) ließ Hertha nochmals hoffen.

Die Berliner bleiben eine Wundertüte. Nach einer Niederlage im DFB-Pokal beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig (1:4) und dem starken Liga-Auftakt bei Werder Bremen (4:1) folgte wieder ein Rückschlag. Erstmals seit 202 Tagen bestritt Hertha wieder ein Heimspiel vor Zuschauern, 4000 Personen sorgten für viel Stimmung im Olympiastadion.

Ehemaliger Köln-Vize Steegmann gestorben

Der 1. FC Köln trauert um seinen früheren Vizepräsidenten Bernd Steegmann. Wie die Geißböcke mitteilten, verstarb der 70-Jährige am Donnerstag an den Folgen eines Herzinfarkts.

Steegmann war Spieler bei den FC-Amateuren, Nachwuchstrainer sowie zwischen 1993 und 2004 Vorstandsmitglied, Vizepräsident und Mitglied der Gesellschafterversammlung.

Das Kölner Nachwuchsleistungszentrum, aus dem unter anderem der 2014er-Weltmeister Lukas Podolski hervorgegangen ist, basiert auf Steegmanns „Ideen und Prinzipien“, wie FC-Präsident Werner Wolf würdigte.

Messi macht Barça-Führung bittere Vorwürfe

Die Abneigung von Weltfußballer Lionel Messi gegen die Führung des FC Barcelona ist spätestens seit seinem gescheiterten Wechselversuch im August kein Geheimnis mehr. Jetzt hat der Argentinier der Vereinsführung unter Präsident Josep Maria Bartomeu bittere Vorwürfe wegen des Wechsels seines Kollegen und Freundes Luis Suárez zu Atlético Madrid gemacht.

„Du hättest es verdient, als der verabschiedet zu werden, der Du bist: einer der wichtigsten Spieler in der Geschichte des Clubs, der sowohl im Team als auch solo Großes erreicht hat. Und nicht, dass sie Dich rauswerfen, wie sie es getan haben. Aber ehrlich gesagt überrascht mich jetzt wirklich nichts mehr“, schrieb Messi am Freitag auf Instagram.

Suárez hatte sich vor seinem Wechsel zu Atlético Madrid mit Tränen von seinem Club verabschiedet. „Ich werde immer ein Culé (ein Barcelona-Fan) bleiben, ganz egal, wo ich in Zukunft sein werde“, sagte der sichtlich bewegte 33 Jahre alte Uruguayer am Donnerstag auf der Abschieds-Pressekonferenz im Camp Nou Stadion.

Der Wechsel kommt nicht überraschend: In Barcelona hatte der neue Trainer Ronald Koeman nicht mehr mit Suárez geplant. Die Katalanen wollen wegen der Corona-Pandemie ihre Lohnkosten senken. Zudem soll die Mannschaft verjüngt werden.

Bartomeu droht unterdessen ein Misstrauensvotum der Mitglieder und ein erzwungener Abschied schon vor den für März geplanten Wahlen. Mehr als 20.000 Menschen hatten nach Angaben der Initiative „Mehr als eine Bewegung“ eine Petition unterschrieben mit dem Ziel, den unbeliebten Club-Präsidenten und seinen Vorstand durch ein Referendum aus dem Amt zu vertreiben. Notwendig waren mindestens 16.250 Stimmen.

Wenn die Unterschriften durch den spanischen Erstligisten anerkannt werden, muss der Club das Referendum ansetzen. Sollten 66,5 Prozent der 150.000 Vereinsmitglieder sich für einen Abschied aussprechen, muss der Vorstand um Bartomeu schon vor März gehen.

Hoffenheim kooperiert mit MLS-Club

Die TSG 1899 Hoffenheim hat eine Kooperation mit dem FC Cincinnati aus der nordamerikanischen Profiliga MLS abgeschlossen. Das Umfeld MLS sei hochinteressant, so Sportchef Alexander Rosen, „weil mehr und mehr talentierte US-amerikanische Fußballspieler in den europäischen Markt stoßen“. Mittelfristig sei es möglich, dass sich ein Spieleraustausch zwischen der TSG und dem FCC entwickle.

Der FC Cincinnati wurde 2016 gegründet und im Februar 2019 als 24. Mannschaft in die höchste Spielklasse aufgenommen. Im Januar wechselte TSG-Profi Jürgen Locadia von Hoffenheim zum FC Cincinnati.

Gladbachs Beyer positiv auf Corona getestet

Borussia Mönchengladbachs Abwehrspieler Jordan-Louis Beyer, in der vergangenen Rückrunde an den HSV verliehen, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 20-Jährige, der beim vorherigen Test wie alle anderen getesteten Personen noch negativ getestet worden war, zählte bislang nicht zum Kader in den bisherigen Pflichtspielen und befindet sich nun in häuslicher Quarantäne.

Die Austragung des Bundesligaspiels gegen Union Berlin am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) ist davon nicht betroffen. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt müsse kein weiterer Spieler und kein Mitglied des Trainer- und Betreuerstabs in Quarantäne.

Schalke-Profi mit positivem Coronatest

Ein namentlich nicht genannter Spieler von Schalke 04 ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Club mitteilte, sei der betroffene Profi seit Bekanntwerden des Ergebnisses in häuslicher Quarantäne, alle weiteren Tests der Mannschaft seien negativ ausgefallen. Die Austragung der Partie am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) gegen Werder Bremen ist nach Auskunft von Trainer David Wagner jedoch nicht gefährdet.

„Da sind einige Gedankengänge hinfällig“, sagte Wagner am Freitag: „Die Gesundheitsbehörden übernehmen jetzt.“ Der betroffene Profi sei bei dem vorangegangenen Test am Dienstag noch negativ getestet worden, das positive Ergebnis kam nun nach der erneuten Testreihe am Donnerstag zutage.

Ob weitere Spieler als Kontaktpersonen nicht eingesetzt werden dürfen, wusste Wagner am Freitag noch nicht. „Ich halte bei den Ergebnissen jedes Mal die Luft an“, berichtete der Coach, der nach der Horrorserie von 17 Bundesligaspielen ohne Sieg um seinen Job kämpft. Schon das Trainingslager in Österreich hatte ein Coronafall empfindlich gestört.

Klopp fordert Hilfe für unterklassige Vereine

Meistertrainer Jürgen Klopp vom FC Liverpool hat von den Clubs der englischen Premier League finanzielle Hilfe für unterklassige Vereine gefordert, die aufgrund der Coronakrise in eine Notlage geraten sind. „Generell bin ich der Meinung, dass Leute in einer besseren Position Menschen in einer weniger guten helfen sollten“, sagte der 53-Jährige am Freitag.

Aufgrund der zurzeit wieder stark steigenden Infektionszahlen in England hat die Regierung Pläne zur Zuschauerrückkehr vorerst gestoppt. Vereine unterhalb der Premier League sind ohne die finanzkräftigen TV-Verträge aber auf Einnahmen aus Ticketverkäufen angewiesen. Die englische Fußball-Liga (EFL) verhandelt bereits über ein Darlehen der Premier League, das einen Teil der Verluste decken würde.

Auch die Politik hat die Clubs des englischen Oberhauses bereits zur Mithilfe aufgefordert. „Ich weiß nicht, wie die Regierung Zeit dafür findet, darüber nachzudenken, ich dachte eigentlich, sie hätte schon genug zu tun. Aber ich stimme dem zu, dass der Fußball versuchen sollte, sich selbst zu helfen, uns zu helfen“, sagte Klopp.

Bierhoff über DFB-Kritik: Messlatte extrem hoch

Oliver Bierhoff hat Fehler in der Außendarstellung der Nationalmannschaft eingeräumt, die jungen Spieler aber gegen Kritik verteidigt. „Das kommt sicherlich noch hinzu und aus jedem Fehler lernen wir dazu. Wir wissen aber auch, dass gerade bei der Nationalmannschaft die Messlatte extrem hoch gelegt wird. Das ist gerade den jungen Spielern gegenüber aus meiner Sicht hier und da ein bisschen ungerecht“, sagte der DFB-Direktor in einem Interview von ran.de.

Zuletzt war der DFB für die Anreise zum Länderspiel in der Schweiz per kurzem Charterflug von Stuttgart nach Basel in die Kritik geraten. „Und wir müssen auch akzeptieren, dass die Maßstäbe bei uns nochmals andere sind als bei einer Vereinsmannschaft. Umso mehr heißt es für uns, aufzupassen und Entscheidungen genau abzuwägen“, mahnte der 52-Jährige.

Den Vorwurf, in der heutigen Generation fehle es an Charakterköpfen, wollte Bierhoff nicht stehen lassen. „Wir haben diese Diskussion zu den angeblich fehlenden Typen ja immer wieder – ich finde aber, dass wir bereits einige solcher jungen Typen bzw. Persönlichkeiten haben – wie einen Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Julian Brandt, Leroy Sané oder Serge Gnabry. Sie bringen das anders rüber, als das noch vor zehn, 20 Jahren der Fall war. Es herrscht eine andere Leadership- und Führungskultur“, sagte Bierhoff.

Sportrechtler: Mainz-Profis dürfen nicht streiken

Jura-Professor Philipp S. Fischinger von der Uni Mannheim hält den Spielerstreik bei Mainz 05 rechtlich für unzulässig. „Die Mannschaft hat kein Streikrecht, zu einem Streik darf nur eine Gewerkschaft aufrufen, und das auch nur, um einen neuen Tarifvertrag durchzusetzen“, erklärte der Professor im Interview mit dem „Kicker“. Die Mainzer Profis hatten am Mittwoch aus Solidarität mit dem vom Verein freigestellten Stürmer Adam Szalai dem Training ausverweigert.

„Es geht nach deutschem Arbeitsrecht nicht, aus Solidarität mit meinem Kollegen die Arbeitsleistung zu verweigern“, sagte Fischinger. „Da ist die Rechtslage eindeutig, auch wenn man es menschlich nachvollziehen kann und ich es grundsätzlich eine gute Sache finde, wenn sich Spieler für einen Mitspieler einsetzen.“

Dem ungarischen Nationalspieler Szalai war mitgeteilt worden, dass er sich einen neuen Verein suchen solle und er nur noch mit der 2. Mannschaft trainieren dürfe. „Im Musterarbeitsvertrag der DFL existiert eine Klausel, dass der Spieler verpflichtet ist, auch am Training und Spielbetrieb der 2. Mannschaft teilzunehmen, so lange diese mindestens in der 4. Liga spielt“, erklärte Fischinger. „Ich halte diese Klausel für unwirksam, damit wäre die Versetzung in die 2. Mannschaft rechtswidrig.“

Szalai bekräftigt Wunsch nach Mainz-Zukunft

Zugleich hält der Jurist es für rechtens, dass Szalai einen Vereinswechsel ablehnt. „Selbstverständlich sind Verträge einzuhalten und der Spieler hat grundsätzlich einen Anspruch darauf, vertragsgemäß beschäftigt und bezahlt zu werden“, sagte Fischinger.

Unterdessen hatte Szalai-Berater Oliver Fischer noch einmal bestätigt, dass der Angreifer bei Mainz 05 bleiben wolle. „Er fühlt sich weiter mit Mainz verbunden und als Teil der Mannschaft“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Daher bestehen wir darauf, dass er unverzüglich ins Training der Profis zurückkehren darf.“

Eintrachts da Costa: Fan-Pöbeleien nehmen zu

In der Bundesliga haben nach Einschätzung von Danny da Costa von Eintracht Frankfurt die Pöbeleien von Fans gegen Spieler zugenommen. Er kenne Profis, die verzichteten darauf, in der Stadt auszugehen, weil sie und ihre Begleiter beleidigt würden, sagte der Defensivspieler in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Daher verstehe er auch die Reaktion von Toni Leistner (HSV), der nach Beleidigungen einen Zuschauer attackiert hatte. „Natürlich kannst du den Fan nicht packen. Aber so eine Situation zeigt auch, wie viel schiefläuft“, sagte da Costa.

Nach seiner Ansicht wird das Fanverhalten außer bei rassistischen Beleidigungen zu oft ignoriert. „Wenn aber Leistner nicht hochgegangen wäre, dann hätte niemand mitbekommen, was der Fan gesagt hat“, sagte der 27-jährige Deutsch-Angolaner. „Dann wäre Toni Leistner nach Hause gekommen, hätte so einen Hals gehabt, alles in sich reingefressen, weil er Vorbild sein muss. Ich finde es nicht schlecht, dass man einmal mitbekommen hat, was so etwas bei einem Profi, der auch nur ein Mensch ist, auslöst“, sagte da Costa. Und weiter: „Ich finde es falsch zu sagen, der ist Profi, der steht in der Öffentlichkeit, der verdient ein bisschen was, das muss er wegstecken können.“

Leistner war im Anschluss an das DFB-Pokalspiel bei Dynamo Dresden am 14. September mehrmals von einem Zuschauer beleidigt worden und hatte den Provokateur daraufhin auf der Tribüne körperlich attackiert. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hatte den HSV-Spieler dafür am Donnerstag in zweiter Instanz zu je zwei Spielen Sperre in der Meisterschaft und im DFB-Pokal verurteilt.

Wolfsburg: Glasner fordert weitere Transfers

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner wünscht sich angesichts der vielen Spiele in der Bundesliga und der Europa-League-Qualifikation weitere Verstärkungen für den VfL. „Was den Kader angeht, sollten wir auf jeden Fall noch jemanden dazu holen“, sagte der Österreicher am Freitag bei der Pressekonferenz zum Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg (Sonntag, 18 Uhr/Sky). „Wir haben in der Quantität viele Spieler verloren und weniger dazubekommen. In der Qualität stehen uns mit Marin Pongracic und Kevin Mbabu zwei Stammspieler nicht zur Verfügung. Deshalb haben wir Handlungsbedarf und werden sicherlich noch etwas machen.“

Bislang hat der VfL in dieser Transferperiode fünf Spieler abgegeben und dafür nur den polnischen Stürmer Bartosz Bialek (Zaglebie Lubin) sowie den französischen Verteidiger Maxence Lacroix (FC Sochaux) neu verpflichtet. Für die Abwehr und den Angriff suchen die Wolfsburger noch je eine Verstärkung, der deutsche U21-Nationalspieler Ridle Baku vom FSV Mainz 05 ist einer der Kandidaten.

Positiv ist für Glasner, dass sich Josip Brekalo und Lacroix vor beziehungsweise während des Europa-League-Qualifikationsspiels gegen Desna Tschernihiw (2:0) am Donnerstag nicht ernsthaft verletzt haben. „Bei beiden ist noch ein Fragezeichen. Aber es ist durchaus möglich, dass sie in Freiburg mit von der Partie sind“, sagte der Trainer. „Maxence Lacroix haben wir heute gründlich untersucht und es gibt bei ihm zum Glück keine strukturelle Verletzung. Auch bei Josip Brekalo ist es mit den Schmerzen am Fuß deutlich besser geworden.“