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Triathlon: Hamburg wird zum Schauplatz einer Doppel-WM

Fällt nicht ins Wasser, sondern wird zur doppelten Weltmeisterschaft: der Hamburg Triathlon (Archivbild).

Fällt nicht ins Wasser, sondern wird zur doppelten Weltmeisterschaft: der Hamburg Triathlon (Archivbild).

Foto: Frank Peters / WITTERS

Nach der Absage von zwei anderen Rennen kommt die Sportstadt Hamburg unverhofft zu einer weiteren Weltmeisterschaft.

Hamburg. So anstrengend das Coronavirus und all seine Folgen auch sein mögen: ein wenig darf sich die Sportstadt Hamburg als Krisengewinnerin fühlen. Am Dienstagabend gab der Triathlon-Weltverband ITU die Absage der Weltserienrennen in Montreal (Kanada) und auf der zum Vereinigten Königreich zählenden Atlantikinsel Bermuda bekannt. Die Folge daraus: Weil die für den 5. September (16 Uhr Männer, 18 Uhr Frauen) im Hamburger Stadtpark geplanten Eliterennen über die Sprintdistanz die einzigen verbliebenen Weltserienrennen sind, werden dort auch die WM-Titel des Jahres 2020 vergeben.

Damit ist Hamburg Gastgeber einer Doppel-WM, da am 6. September (Start 13.35 Uhr) 22 Teams, bestehend aus je zwei Frauen und Männern, um WM-Medaillen in der Mixed-Staffel kämpfen. „Das ist eine großartige Nachricht! Hamburg setzt als Hauptstadt des Triathlons weltweit ein dickes Ausrufezeichen“, sagte Hamburgs Sportsenator Andy Grote, der nach der coronabedingten Absage der Jedermannrennen dafür gekämpft hatte, wenigstens die Profis des olympischen Dreikampfs in die Stadt zu holen.

Triathlon-Doppel-WM – unverhoffter Segen für Hamburg

„Dass neben der Mixed-Team-WM auch die Weltmeister der Weltserie in Hamburg gekürt werden, ist für uns als Veranstalter und die Stadt eine grandiose Geschichte“, sagte Oliver Schiek, Managing Director der veranstaltenden Agentur Ironman Germany, „wir fühlen aber auch mit den Organisatoren der beiden abgesagten Rennen.“

Für die Stadt, die in Vor-Corona-Zeiten viel Geld für eine WM-Bewerbung hätte ausgeben müssen, ist die nun erfolgte Vergabe der Titelkämpfe ein unerhoffter Segen. Zwar sind zu den Rennen keine Zuschauer zugelassen, die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF übertragen jedoch mehrere Stunden live. Die weltweite Aufmerksamkeit dürfte angesichts der sportlichen Aufwertung der Einzelrennen zudem deutlich steigen. Das Interesse der Athleten ist jedenfalls riesig. Die ITU stockte die Teilnehmerfelder um je zehn auf 65 auf, um dem Ansturm Rechnung zu tragen.

Strecke des Hamburger Triathlons steht fest

Angeführt werden die Elitefelder von den amtierenden Weltmeistern Katie Zaferes (31/USA) und Vincent Luis (31/Frankreich). Auch Ex-Champions wie Jonathan Brownlee (30/England), Mario Mola (30/Spanien), Flora Duffy (32/Bermuda) und Vicky Holland (34/England) sind am Start. Das je fünf Frauen und Männer zählende deutsche Aufgebot führen Laura Lindemann (26/Potsdam) und Jonas Schomburg (26/Hannover) an. Lindemann gehörte im vergangenen Jahr zum deutschen Quartett, das bei der Mixed-Staffel-WM Silber holte.

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Mittlerweile steht auch die Führung für die Lauf- und Radfahrstrecken fest. Nach dem Schwimmen im Stadtparksee (750 Meter Sprint/300 Meter Staffel) mit Start auf der Liebesinsel sowie Ausstieg und Wechselzone an der Großen Wiese gehen die Aktiven auf dem Südring in Richtung Saarlandstraße auf die Radstrecke (20 km/7 km). An der Saarlandstraße erfolgt eine 180-Grad-Wende, um den Südring bis zur Otto-Wels-Straße zu befahren. Diese wird dann bis zum zweiten Wendepunkt in Höhe des Planetariums genutzt, ehe es schließlich zur Wechselzone auf der Großen Wiese zurückgeht. Eine Radrunde ist 3,1 km lang.

Corona-Regeln: Hamburger sollen Triathlon im Fernsehen verfolgen

Die Laufstrecke (5 km/1,7 km) führt um den Stadtparksee und das Naturbad herum auf den Südring und dann auf der Radstrecke bis zum Wendepunkt am Borgweg. Das Ziel ist am Modellboot-Teich im Stadtpark vorgesehen. Südring und Otto-Wels-Straße werden von Sonnabend, 6 Uhr, bis Sonntag, 24 Uhr, für den Durchgangsverkehr gesperrt. Alle Anlieger am Stadtpark sind aber davon nicht betroffen. Die Strecke kann ständig an dafür eingerichteten Übergängen gequert werden, die jeweils zwei Stunden vor Rennstart bis Rennende (Sa. 14 bis 20 Uhr, So. 11.30 bis 16 Uhr) vom Ordnungsdienst überwacht werden.

Da Zuschauer aus bekannten Gründen nicht zugelassen sind, werden die Strecken von einem vom Veranstalter organisierten Sicherheitsdienst mit zwei Reihen Gitterzaun abgesperrt. Zusätzlich werden die Sperrzäune mit Sichtschutz verhängt. „Wir bitten alle, sich an das Verbot zu halten und die Rennen im Fernsehen zu verfolgen, da das Gelingen dieser und die Genehmigung weiterer Veranstaltungen davon abhängen“, sagte ein Ironman-Sprecher.