Champions League

Lyon verhindert Wiedersehen des FC Bayern mit Pep Guardiola

Manchester Citys Gabriel Jesus (M.) wird von mehreren Spielern von Olympique Lyon aufgehalten.

Manchester Citys Gabriel Jesus (M.) wird von mehreren Spielern von Olympique Lyon aufgehalten.

Foto: dpa

Der Außenseiter setzt sich gegen Manchester City durch. Damit heißt es im Halbfinale zweimal Deutschland gegen Frankreich.

Lissabon. Kein Wiedersehen mit Pep: Der FC Bayern trifft im Halbfinale der Champions League nicht auf den englischen Spitzenclub Manchester City und Ex-Trainer Guardiola – sondern auf den mutigen Außenseiter Olympique Lyon. Man City verlor das letzte Viertelfinale des Finalturniers in Lissabon am Sonnabendabend überraschend mit 1:3 (0:1) gegen den französischen Verein, vor dem die Bayern gewarnt sein sollten: Im Achtelfinale hatte OL schon Juventus Turin und Superstar Cristiano Ronaldo aus dem Wettbewerb geworfen.

Guardiola schaffte es damit auch im vierten Anlauf nicht, mit den Citizens ins Halbfinale einzuziehen. In den vergangenen beiden Jahren war Guardiola mit City jeweils im Viertelfinale ausgeschieden, in der Saison 2016/2017 war bereits das Achtelfinale Endstation gewesen. Mit einem Erfolg hätte der Katalane die Bestmarke von acht Halbfinalteilnahmen seines Erzrivalen Jose Mourinho eingestellt.

Maxwel Cornet (24.) und der eingewechselte Moussa Dembélé mit einem Doppelpack (79. und 87.) brachten die Franzosen auf Kurs Richtung Halbfinale am kommenden Mittwoch gegen die Bayern, die am Freitag den FC Barcelona mit 8:2 gedemütigt hatten. Man City um Nationalspieler Ilkay Gündogan erhöhte in der zweiten Halbzeit massiv den Druck, der zwischenzeitliche Ausgleich des früheren Bundesligaprofis Kevin De Bruyne (69.) war aber zu wenig.

Lyon macht Man City Probleme

Guardiolas Mannschaft begann in veränderter Grundordnung wie gewohnt mit viel Ballbesitz, gefährlicher in der Anfangsphase war dennoch Lyon. Der Außenseiter spielte mutiger, direkter, schneller. Der bei einer Ecke aufgerückte Abwehrspieler Marçal prüfte City-Torwart Ederson mit einem Distanzschuss (9.). Dem Führungstor ging ein langer, hoher Pass aus der eigenen Hälfte voraus. Karl Toko Ekambi behauptete den Ball gegen City-Verteidiger Eric García, Cornet kam zum Schuss und schloss überlegt mit links ab.

Der Sieg im Achtelfinale gegen Turin habe seinem Team enorm viel Selbstvertrauen gegeben, hatte Lyon-Trainer Rudi Garcia im Vorfeld gesagt: „Natürlich weckt das auch bei uns den Hunger, mehr zu erreichen.“ Und City bekam das zu spüren.

Die hochkarätige Manchester-Offensive um De Bruyne und Englands Nationalspieler Raheem Sterling kam in der ersten halben Stunde zu wenig nennenswerten Aktionen. Die Bayern hatten zu diesem Zeitpunkt am Freitag schon mit 4:1 geführt. Guardiola rief angestrengt immer wieder Anweisungen ins fast menschenleere Estádio José Alvalade. Kurz vor der Pause prüfte Rodri Lyon-Torwart Anthony Lopes (43.).

Guardiola scheitert erneut frühzeitig

„Hier gibt es immer Druck“, hatte Guardiola vor der Partie gesagt – der Titel in der Champions League hat für die Clubeigentümer aus Abu Dhabi schließlich höchste Priorität. „Das ist jedes Jahr dieselbe Frage.“ Das Achtelfinale gegen das große Real Madrid hatten die Citizens mit zwei Siegen souverän gemeistert.

Gegen Lyon variierte Guardiola gut zehn Minuten nach der Pause die Formation. Riyad Mahrez kam für Fernandinho (56.), De Bruyne, der Lopes zunächst mit einem Freistoß prüfte (60.), rückte zunehmend auf die Position des Spielmachers. Lyon kämpfte weiter aufopferungsvoll, kam aber zunächst kaum noch zu Entlastungsangriffen.

Die Citizens kreierten weiterhin nur wenige Gelegenheiten, die eine für De Bruyne reichte zum Ausgleich. Dembélé traf dann für Lyon überraschend und aus abseitsverdächtiger Position, das Tor hielt aber der Überprüfung durch den Videoassistenten stand. Sterling vergab wenige Minuten vor dem Ende eine 100-prozentige Chance auf das 2:2 (86.), ehe erneut Dembélé mit seinem zweiten Treffer alles klar machte.

Drei deutsche Trainer im Halbfinale

Im Halbfinale kommt es nun zweimal zum Duell Deutschland gegen Frankreich: Am Dienstag trifft zunächst RB Leipzig auf PAris Saint-Germain. Mit Hansi Flick, Julian Nagelsmann, Thomas Tuchel stehen zudem erstmals stehen drei deutsche Trainer mit ihren Vereinen unter den letzten vier der Champions League – das hat es seit Einführung der Königsklasse 1992/93 noch nie gegeben.

„Ich freue mich natürlich für Thomas und auch für Julian. Ich weiß selbst, wie man sich fühlt, wenn man ins Halbfinale kommt. Das sind die besten Vereinsmannschaften, die besten Clubs in Europa. Da ist man sehr happy“, sagte Bayern-Coach Flick, nachdem er durch das historische 8:2 mit dem FC Bayern München gegen den FC Barcelona das Trio am Freitagabend komplettiert hatte.

Damit wird nach Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool 2018 und 2019 mindestens wieder ein deutscher Coach auch im Finale vertreten sein. In diesem Jahr war Klopp mit den Reds als Titelverteidiger im Achtelfinale gegen Atlético Madrid ausgeschieden.