Fußball-Ticker

Tschentscher macht Fans Hoffnung auf Rückkehr

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher kann sich vorstellen, dass im Volksparkstadion und Millerntor-Stadion bald wieder Fans anwesend sein dürfen

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher kann sich vorstellen, dass im Volksparkstadion und Millerntor-Stadion bald wieder Fans anwesend sein dürfen

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 10. August 2020:

Inter lässt Bayers Europa-Traum platzen

Defensiv vogelwild, nach vorne zu harmlos: Bayer Leverkusens Europa-Traum ist jäh geplatzt. Die Rheinländer verloren im Viertelfinale der Europa League gegen den Mitfavoriten Inter Mailand verdient mit 1:2 (1:2) und müssen auch 27 Jahre nach dem letzten Titelgewinn weiter auf eine Trophäe warten. Damit wird es auch im zwölften Jahr der Europa League keinen deutschen Sieger geben.

Nicolo Barella (15.) und Romelu Lukaku (21.) rissen die Werkself aus allen Titelträumen, da nutzte auch der Anschlusstreffer von Topstar Kai Havertz (24.) nichts. Die Niederlage dürfte für Leverkusen umso bitterer sein, da auf Inter beim Finalturnier in Nordrhein-Westfalen mit Schachtjor Donezk oder dem FC Basel am Montag ein vermeintlich dankbarer Gegner auf dem Weg ins Finale wartet.

Während die wiedererstarkten Nerazzurri nun gute Karten auf ihren ersten Titel seit neun Jahren haben, lösten sich auch die letzten Champions-League-Hoffnungen der Rheinländer in Luft auf. Nach Platz fünf in der Bundesliga hätte nur der Gewinn der Europa League zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt - in Kombination mit dem verlorenen Pokalfinale eine unvollendete Saison.

Spieler des VfB Lübeck an Corona erkrankt

Fußball-Drittligist VfB Lübeck beklagt einen positiven Corona-Test. Bei einer Testung außerhalb der üblichen Testreihen von Mannschaft und Funktionsteam sei „am Wochenende eine Person aus dem Drittliga-Team positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden“, teilten die Schleswig-Holsteiner am Montag mit. Die Person befinde sich in Quarantäne und werde vom Verein versorgt. Zu weiteren Details bezüglich der Identität und des Gesundheitszustands nehme der Club aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Stellung, hieß es.

Alle Spieler und Trainer, die am Montag das Training wieder aufnahmen, hätten keinen Kontakt zur positiv getesteten Person gehabt, teilten die Lübecker weiter mit. Der Verein habe „alle notwendigen Maßnahmen im Einklang mit den Vorschriften getroffen“ und stimme das weitere Vorgehen mit den zuständigen Gesundheitsämtern ab.

Söder kritisiert Ex-Nationalspieler Berthold für Demo-Auftritt

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach dem umstrittenen Auftritt von Ex-Weltmeister Thomas Berthold vor den Folgen solcher Aktionen in der Coronavirus-Pandemie gewarnt. „Wenn sogar ehemalige Nationalspieler sich irgendwelchen absurden Diskussionen anschließen, hat das übrigens auch eine ganz verheerende Wirkung. Was hat das für eine Wirkung auf Fußballfans, wenn ehemalige Fußball-Nationalspieler plötzlich dazu aufrufen, weder Masken zu tragen, noch Abstand zu halten?“, sagte der CSU-Poliitker am Montag in Nürnberg.

Namentlich nannte Söder den ehemaligen Fußballprofi Berthold nicht. Der 55-jährige Söder hatte am Sonnabend bei der Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in Stuttgart eine Rede gehalten. Berthold möchte, dass dieser Auftritt nicht sein letzter in diesem Kontext war.

FC Bayern kann wieder auf Coman und Boateng setzen

Der FC Bayern München hat die Trainingsarbeit an der Algarve vor dem Champions-League-Turnier in Lissabon mit den zuletzt angeschlagenen Jérôme Boateng und Kingsley Coman aufgenommen. Die beiden Fußball-Profis waren am späten Montagvormittag bei der Übungseinheit auf dem Rasenplatz im Hotelkomplex „Cascade“ in Lagos dabei. Trainer Hansi Flick kann sie damit wohl für das Viertelfinale an diesem Freitag gegen den FC Barcelona einplanen.

Vor den Augen der Vorstandsmitglieder Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic absolvierte Abwehrchef David Alaba zwei Tage nach dem 4:1-Heimsieg im Achtelfinalrückspiel gegen den FC Chelsea nur eine Laufeinheit. Der Einsatz des Österreichers gegen Barça ist aber nicht gefährdet. Im Teamtraining fehlte auch der noch angeschlagene Nachwuchstorjäger Joshua Zirkzee. Boateng hatte sich gegen Chelsea leicht verletzt, Coman war gegen die Londoner geschont worden.

Die gegen Chelsea hauptsächlich eingesetzten Akteure wurden beim ersten Training, bei dem ein frischer Wind für etwas Kühlung sorgte, etwas geringer belastet. „Wir müssen die Akkus aufladen“, berichtete Flick im heißen Portugal. Er wollte seinen Spielern am Montag dann einen freien Nachmittag gönnen, um mal vom Fußball abzuschalten. Das Teamhotel der Bayern liegt traumhaft auf den Klippen oberhalb des Atlantiks. Am Donnerstag reist der Bayern-Tross dann nach Lissabon.

Nach Aus in der Königsklasse: Juve-Aktie im freien Fall

Nach dem unerwarteten Aus in der Champions League befand sich die Aktie des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus Turin am Montag an der Mailänder Börse zwischenzeitlich im freien Fall. Das Papier des Klubs von Cristiano Ronaldo und Sami Khedira büßte im frühen Handel über zehn Prozent ein und wurde nur noch mit 0,81 Euro notiert.

Anschließend zog der Anteilsschein wieder etwas an, lag mit 0,85 Euro aber immer noch rund acht Prozent unter dem Freitag-Schlusskurs von 0,92 Euro.

Juve war am vergangenen Freitag im Achtelfinale der Königsklasse überraschend an Olympique Lyon gescheitert, nach der 0:1-Niederlage in Frankreich reichte der 2:1-Heimsieg nicht. Spekuliert wird in Turin außerdem über den Verbleib von Superstar Ronaldo. Als der Portugiese 2018 von Juventus verpflichtet worden war, hatte sich der Wert der Juve-Aktie auf über 1,65 Euro mehr als verdoppelt. Derzeit ist sie noch gut die Hälfte davon wert.

VfL Wolfsburg plant mit 7500 Fans zum Ligastart

Der VfL Wolfsburg hofft darauf, seine Heimspiele zu Beginn der nächsten Bundesliga-Saison wieder vor 7500 Zuschauern austragen zu dürfen. „Wir gehen von 7500 Zuschauern aus, die wir unter Wahrung der Hygieneregeln ins Stadion lassen können“, sagte Geschäftsführer Michael Meeske dem „Sportbuzzer“. Damit wäre die 30.000 Besucher fassende Volkswagen Arena zu einem Viertel ausgelastet. Der VfL stehe in dieser Frage „in gutem Austausch mit der Stadt und den Behörden“, sagte Meeske.

Die Wolfsburger starten am 19. oder 20. September mit einem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Ob dann in den Stadien trotz der Corona-Pandemie wieder vor Zuschauern gespielt werden darf, entscheiden in letzter Konsequenz die Gesundheits- und Ordnungsämter am jeweiligen Standort. Die Deutsche Fußball Liga hatte in der vergangenen Woche ein Konzept zur teilweisen Rückkehr der Zuschauer vorgestellt, über das die Gesundheitsminister der Bundesländer an diesem Montag beraten.„Die Politik hat den entscheidenden Hebel in der Hand“, sagte der Wolfsburger Sportchef Jörg Schmadtke. „Die Entscheidung ist nicht einfach zu treffen, wenn man sich die Faktenlage anschaut. Die Zahlen gehen ja hoch.“

Marozsan erlebt kurioses Pokafinale mit Lyon

Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan hat mit Olympique Lyon erneut den französischen Pokal gewonnen. Im Finale gegen Paris St. Germain in Auxerre setzte sich der Titelverteidiger aus Lyon 4:3 nach Elfmeterschießen durch. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Marozsan stand bei Lyon in der Startelf, bei PSG saß Nationalspielerin Sara Däbritz zunächst auf der Bank. Sie wurde in der 57. Minute eingewechselt.

Den entscheidenden Elfmeter parierte die französische Nationaltorhüterin Sarah Bouhaddi gegen Lea Khelifi. Für Marozsan war es der insgesamt dritte Triumph im französischen Pokal nach 2017 und 2019. In der ersten Halbzeit musste das Spiel wegen eines Stromausfalls im Stade de l'Abbe-Deschamps von Auxerre für gut zehn Minuten unterbrochen werden.

Ist der Sancho-Deal mit Manchester United geplatzt?

Jungstar Jadon Sancho bleibt Vizemeister Borussia Dortmund offenbar erhalten. Der englische Fußball-Nationalspieler reiste am Montag mit dem BVB ins Trainingslager nach Bad Ragaz/Schweiz (bis 17. August), ein Wechsel für 120 Millionen Euro zu Manchester United ist damit wohl vom Tisch.

Die BVB-Verantwortlichen hatten United und dem 20-Jährigen zuletzt eine Deadline gesetzt. Nach dem Aufbruch ins Trainingslager werde es „keinen Sancho-Wechsel mehr in dieser Saison geben“, hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärt. Sancho besitzt in Dortmund noch einen Vertrag bis 2022. Die "Bild"-Zeitung hatte zuletzt vermeldet, dass sich Sancho mit den Red Devils über einen Fünfjahresvertrag einig sei.

Zehn Coronafälle: Ligaspiel in Brasilien abgesagt

Brasiliens erste Fußballliga startete am Wochenende belastet von zahlreichen positiven Coronatests in die neue Saison. Nur wenige Stunden vor der Partie gegen den FC Sao Paulo zeigte der Test bei zehn der 23 Spieler von Goias EC positive Ergebnisse. Die Partie wurde abgesagt, als die Gäste sich schon zu Aufwärmübungen auf den Platz befanden.Aus Clubkreisen heißt es, dass die Proben schon am Freitag entnommen worden waren, das vom nationalen Verband CBF auserwählte Labor aber lediglich am Sonntagmorgen die Ergebnisse bekannt gegeben hatte. Zudem gibt es an der Zuverlässigkeit der Labor-Daten Zweifel, weil das für die Analyse zuständige Krankenhaus selber neue Proben angefordert hat.

Auch das Drittliga-Gastspiel von Sociedade Imperatriz/Maranhao bei Treze FC in Campo Grande/Paraiba musste nach zwölf positiv auf COVID-19 getesteten Spielern der Gäste kurzfristig abgesagt werden. Am Wochenende waren alle vier nationalen Ligen nach der Pandemie-Zwangspause in die neue Saison gestartet.

Fanrückkehr: Hamburgs Bürgermeister Tschentscher macht Hoffnung

Vor den Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern über eine mögliche Rückkehr von Fans in die Fußballstadien hat sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) für eine solche Regelung ausgesprochen. „Warum soll es nicht möglich sein, ein Fußballstadion mit einigen Tausend Zuschauern aufzumachen?“, fragte er am Montag in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. Es gehe um Verhältnismäßigkeit. „Das, was angesichts von Risiko-Schutz möglich ist, sollte man machen.“

Das genaue Vorgehen in der Fußball-Bundesliga hänge von den Konzepten ab, führte der SPD-Politiker aus. „Volle Ränge wird es nicht geben“, betonte er. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Montagnachmittag über Regeln für die mögliche Rückkehr von Fans in die Fußballstadien beraten. Ein Konzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sieht vor, weder Stehplätze noch Alkohol zuzulassen. Auch sollen bis zum Jahresende keine Gästefans eingelassen werden. Zudem sollen die Kontaktdaten sämtlicher Stadionbesucher gesammelt werden.

Ex-Präsident Roth zweifelt an Hecking-Erfolg in Nürnberg

Für den langjährigen Präsidenten des 1. FC Nürnberg, Michael A. Roth, steht der neue Sportvorstand Dieter Hecking vor einer schwierigen Aufgabe beim fränkischen Traditionsverein. „Dieter Hecking ist kein schlechter Mann. Aber kann er sich durchsetzen? In ihm steckt ja selber noch ein Trainer. Ich stelle deshalb infrage, ob er mit dem neuen Trainer auskommt“, sagte Roth der Deutschen Presse-Agentur im Interview anlässlich seines 85. Geburtstags am Donnerstag.

Hecking (55) ist seit dieser Saison neuer Sportvorstand beim Fußball-Zweitligisten, Robert Klauß (35) neuer Trainer. Über Hecking sagte Roth weiter: „Wenn er die Verantwortung ganz alleine übernimmt, ist das auch problematisch, weil man eines Tages sowieso der Buhmann ist, wenn es nicht funktioniert. Dann stehst du zum Abschuss frei. Ich sage nicht, dass es nicht geht, aber es wird sehr schwierig.“

Roth war früher Teppich- und Textilunternehmer sowie zweimal Präsident des 1. FC Nürnberg. Sein Ende als Vereinschef 2009 nach einem Zerwürfnis mit der damaligen Führungsetage beschäftigt ihn noch immer. „Ich habe den Club immer schuldenfrei und in der ersten Liga hinterlassen, das ist ja eine Basis. Mir ist am Ende aber vieles zu dumm geworden. Wo wird es einem schon gedankt, wenn man sich so einsetzt wie ich? Ich habe meine Zeit und mein Können geopfert“, sagte Roth, der Ehrenpräsident des Vereins ist. „Der 1. FC Nürnberg könnte ganz andere Ziele anstreben. Ich leide aber schon noch mit.“

Uefa will Leipzig-Spiel trotz Corona-Erkrankungen bei Atlético durchführen

Die Uefa sieht trotz der zwei Corona-Fälle in der Delegation von RB Leipzigs Gegner Atlético Madrid keinen Anlass für eine Verschiebung oder Absage des Champions-League-Viertelfinals. „Das Spiel soll wie geplant gespielt werden“, teilte die Europäische Fußball-Union am Montag auf Anfrage mit. Weitere Kommentare werde es vom Kontinentalverband nicht geben, hieß es mit Verweis auf das Medizinische Protokoll der Uefa.

Am Sonntagabend hatte Atlético zwei positive Corona-Fälle bei den obligatorischen Tests vermeldet. Laut spanischen Medien soll es sich um Profis des Spitzenclubs handeln. Die Madrider Delegation mit insgesamt 93 Mitgliedern hatte daraufhin die für Montagabend geplante Anreise zu der Partie gegen RB Leipig am Donnerstag (21 Uhr/Sky) nach Lissabon verschieben müssen. Die positiv getesteten Personen begaben sich in Quarantäne. Alle anderen Mitglieder müssen sich einem erneuten Corona-Test unterziehen.