Fußball-Ticker

Zwei Corona-Fälle beim 1. FC Köln – Pirlo neuer Juve-Trainer

Lesedauer: 10 Minuten
Ex-HSV-Coach Markus Gisdol, aktueller Trainer des 1. FC Köln.

Ex-HSV-Coach Markus Gisdol, aktueller Trainer des 1. FC Köln.

Foto: Witters

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 8. August 2020:

Juventus trennt sich von Trainer Sarri

Juventus Turin hat sich einen Tag nach dem Ausscheiden aus der Champions League von Trainer Maurizio Sarri getrennt. Dies gab der Verein von Superstar Cristiano Ronaldo und Rio-Weltmeister Sami Khedira am Sonnabendnachmittag in einem knappen Statement bekannt. Juventus hatte den Gewinn der Königsklasse als Ziel ausgegeben. Sarris Nachfolger wird Ex-Profi Andrea Pirlo.

Die Turiner waren am Freitagabend trotz eines 2:1 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Olympique Lyon ausgeschieden. Das Hinspiel in Lyon hatte Juve 0:1 verloren. Als mögliche Nachfolger nennt die Gazzetta dello Sport Zinedine Zidane, Mauricio Pochettino und Simone Inzaghi. Auch eine Rückkehr von Massimiliano Allegri soll im Gespräch sein. Zidane war am Freitag mit Real Madrid ebenfalls aus der Königsklasse ausgeschieden.

Sarri hatte den Job bei der Alten Dame erst im vergangenen Sommer von Allegri übernommen. In der italienischen Serie A hatte der 61-Jährige den Klub zur neunten Meisterschaft in Folge geführt. Zuvor war der Italiener mit dem FC Chelsea Europa-League-Sieger geworden.

Ronaldo schließt zu Ex-HSV-Torhüter Butt auf

Mit seinen beiden Toren gegen Olympique Lyon hat Cristiano Ronaldo zwar nicht für ein Weiterkommen von Juventus Turin gesorgt, aber immerhin konnte er zum ehemaligen HSV-Torhüter Hans Jörg Butt aufschließen. Der portugiesische Superstar hat seit Freitag für drei Clubs in der Champions League gegen den gleichen Gegner getroffen. Im Trikot von Manchester United und Real Madrid war Ronaldo ebenfalls gegen Lyon erfolgreich.

Zuvor schafften dieses Kunststück lediglich Ruud van Nistelrooy mit dem PSV Eindhoven, Manchester United und Real Madrid gegen Bayern München und überraschend Keeper Butt. Der Schlussmann verwandelte für den HSV (1997 bis 2001), Bayer Leverkusen (2001 bis 2007) und Bayern München (2008 bis 2012) jeweils einen Elfmeter gegen Juventus Turin.

Zwei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln

Beim 1. FC Köln sind zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte der Verein am Sonnabend und teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter weiter mit: „Beide begaben sich in Absprache mit dem Gesundheitsamt direkt in häusliche Quarantäne. In den beiden Testrunden fielen alle anderen Tests negativ aus.“ Am Sonnabend trainierte die Mannschaft von Coach Markus Gisdol drei Tage nach dem offiziellen Trainingsstart erstmals gemeinsam auf dem Platz. Das Training des Fußball-Bundesligisten wird trotz der beiden positiven Tests fortgesetzt.

Im Nachwuchsbereich des Bundesligisten dagegen wurden der Trainings- und Spielbetrieb von der U16 bis zur U19 „als Vorsichtsmaßnahme unterbrochen, da Nachwuchsspieler in ihrem Umfeld Kontakt zu infizierten Personen hatten“, teilten die Kölner mit.

Test Osnabrück – Schalke wegen Hitze verlegt

Das Testspiel zwischen dem Zweitligisten VfL Osnabrück und dem Bundesliga-Club FC Schalke 04 ist am Sonntag aufgrund der warmen Temperaturen auf 19.00 Uhr verlegt worden. Ursprünglich sollte die Begegnungen um 18.00 Uhr stattfinden. Dies teilten die Niedersachsen am Sonnabend mit. Die Partie findet aufgrund der Coronavirus-Pandemie unter Ausschluss der Öffentlichkeit an einem unbekannten Ort statt.

Reuter: Gehaltsobergrenze unrealistisch

FC Augsburgs Manager Stefan Reuter hält eine Gehaltsobergrenze nicht für durchsetzbar. „Das kann nur funktionieren, wenn es international einheitlich ist. Sonst setzt es sich nicht durch. Für mich ist das unrealistisch“, sagte Reuter (53) der „Augsburger Allgemeinen“. „Wenn es einheitlich ist, würde das nicht schaden. Aber das wird nicht kommen.“

Zuletzt waren zwei Rechtsgutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages zu dem Schluss gekommen, dass eine Gehaltsobergrenze („Salary Cap“) durchaus möglich sei. Voraussetzung für eine Deckelung der Millionengehälter sei aber die Einführung durch die Europäische Fußball-Union. Wegen der Corona-Pandemie sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Diskussion fortzuführen, befand jüngst DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Reuter erwartet nach dem Double des FC Bayern München in der kommenden Bundesligasaison an der Tabellenspitze keine großen Überraschungen. „Die Schere geht immer weiter auseinander. Die Vereine mit Champions-League-Einnahmen setzen sich immer weiter ab. Daher gibt es auch immer weniger Überraschungen“, sagte er.

1. FC Köln stellt Risse frei

Der 1. FC Köln und Marcel Risse gehen in Zukunft wohl getrennte Wege. Der Verein hat den Mittelfeldspieler, der seit 2003 im Verein ist und jahrelang Stammspieler war, freigestellt. Am Samstag beim ersten Mannschaftstraining der Kölner war der 30 Jahre alte Risse schon nicht mehr dabei. Er sei freigestellt worden, um mit anderen Vereinen Gesprächen über seine Zukunft führen zu können, bestätigte eine Club-Sprecherin. Risses Vertrag in Köln läuft noch bis 2022.

Auch Lasse Sobiech, der 2018 von St. Pauli nach Köln gewechselt und zuletzt an Mouscron in Belgien verliehen worden war, wurde am Sonnabend freigestellt und kann sich ebenfalls einen neuen Verein suchen. Zuvor hatten die Kölner zum Trainingsauftakt am vergangenen Mittwoch bereits Vincent Koziello, Louis Schaub und Tomas Ostrak freigestellt. Auch dieses Trio, das zuletzt verliehen worden war, kann Verhandlungen mit anderen Clubs führen.

Kiel-Rückkehrer Bartels will vorangehen

Rückkehrer Fin Bartels von Holstein Kiel haben die lange Zwangspausen nach Verletzungen nachdenklich gemacht. „Du siehst viele Dinge von außen, siehst sie auf andere Weise. Man lernt, wie intensiv man arbeiten muss, um wieder zurückzukommen. Ich glaube, dass ich es umso mehr zu schätzen weiß, Fußball spielen zu können“, sagte der 33 Jahre alte Stürmer den „Kieler Nachrichten“ (Sonnabend).

Bartels war nach Achillessehnenriss, muskulären Problemen und Knie-OP von Dezember 2017 bis zum Ende der Corona-Pause im Mai 2020 bis auf wenige Ausnahmen ausgefallen. Es seien lehrreiche Jahre gewesen, aber auch sportlich verlorene. „Aber die will ich hinten ranhängen“, meinte der Ex-Profi von Werder Bremen, dem FC St. Pauli und Hansa Rostock. Bei der KSV Holstein hat er einen Vertrag bis Sommer 2022 unterschrieben.

„Ich habe eine lange Leidenszeit hinter mir, aber ich habe angedeutet, dass ich noch nicht am Ende bin. Ich fühle mich fit. Wenn das so bleibt, kann ich sagen: Ich kann der Mannschaft helfen“, sagte der gebürtige Kieler. Im Team von Holstein Kiel, wo er von 2004 bis 2007 in Regionalliga, Oberliga und U19-Bundesliga spielte, sieht er sich als Anführer: „Ich bin kein klassischer Lautsprecher, aber ich bin einer, der immer vorangehen will.“

Kroos verteidigt Varane nach Patzern

Nationalspieler Toni Kroos hat seinen Teamkollegen Raphaël Varane nach dessen Patzern beim frühen Champions-League-Aus von Real Madrid in Schutz genommen. „Rapha hat eine überragende Saison gespielt. Da gibt es keine Vorwürfe. Danach wird es aber natürlich schwer das Spiel zu drehen“, sagte Kroos nach dem 1:2 (1:1) bei Manchester City im TV-Sender Sky. Nach dem 1:2 im Hinspiel schied der spanische Meister am Freitag im Königsklassen-Achtelfinale aus, dem Franzosen Varane waren vor beiden Gegentoren Fehler unterlaufen.

„Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt und haben bei den Toren mitgeholfen“, sagte Kroos. „Man muss ehrlich sein, über 180 Minuten ist City verdient weitergekommen. Aber ich hatte das Gefühl, dass ein bisschen mehr drin war“, ergänzte der Fußball-Weltmeister von 2014.

Beim Finalturnier der Champions League in Lissabon sind Real und Kroos damit nicht mehr dabei. Der 30-Jährige kündigte an, die freie Zeit zur Erholung zu nutzen: „Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich mir den Rest anschauen werde“, verriet er. „Wenn ich Urlaub mache, dann mache ich Urlaub, und dann auch ohne Fußball.“ Er sei sehr enttäuscht über das Aus, freue sich nun aber auf die freie Zeit.

Nach Corona-Ausbruch: Fuenlabrada verpasst Aufstiegs-Playoffs

Der wegen zahlreicher Corona-Infektionen in die Schlagzeilen geratene spanische Zweitligist CF Fuenlabrada hat die Aufstiegs-Playoffs auf dramatische Art und Weise verpasst. Der Fußball-Club aus der Nähe von Madrid unterlag am Freitagabend durch einen Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit mit 1:2 (1:0) bei RC Deportivo La Coruña. Ein Remis gegen das bereits abgestiegene Team hätte Fuenlabrada genügt, um Elche zu überholen und den letzten Platz in den Playoffs zur Primera División zu erreichen.

Der spanische Verband hatte erst Anfang der vergangenen Woche entschieden, dass die Partie gegen La Coruña überhaupt stattfinden kann. Zuvor hatte die Liga festgelegt, dass das am 20. Juli wegen der Corona-Infektionen im Team abgesagte Spiel nicht nachgeholt wird.

Insgesamt hatten sich 28 Spieler und Teammitglieder mit dem Virus infiziert. Daraufhin ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen einer möglichen Straftat gegen die öffentliche Gesundheit, die oberste Sportbehörde CSD wollte sogar einen erzwungenen Abstieg des Clubs nicht völlig ausschließen. Den Vorwurf, die öffentliche Gesundheit vorsätzlich gefährdet zu haben, wies der Club zurück.

Lesen Sie hier den Fußballticker von Freitag, 7. August