Fußball-Ticker

FC Liverpool „enttäuscht“: neun Festnahmen nach Meisterfeier

Fans des FC Liverpool feierten nach dem Heimsieg gegen Chelsea trotz Verbots am Anfield Stadium.

Fans des FC Liverpool feierten nach dem Heimsieg gegen Chelsea trotz Verbots am Anfield Stadium.

Foto: OLI SCARFF / AFP

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 23. Juli 2020:

Juventus verpasst vorzeitigen Titelgewinn

Juventus Turin hat den vorzeitigen Titelgewinn in der Serie A verpasst. Das Team von Trainer Maurizio Sarri verlor am 35. Spieltag bei Udinese Calcio 1:2 (1:0) und muss damit noch mindestens bis Samstag auf den neunten Titelgewinn in Serie warten. Der Vorsprung auf Verfolger Atalanta Bergamo beträgt sechs Punkte, Inter Mailand folgt einen weiteren Zähler dahinter.

Innenverteidiger Matthijs de Ligt (42.) brachte die Gäste aus dem Piemont zunächst nach vorn, Ilija Nestorovski (52.) und Seko Fofana (90.+2) verhinderten aber die vorzeitige Meisterfeier. Sollte Bergamo am Freitag beim AC Mailand verlieren und Inter am Sonnabend beim CFC Genua nicht gewinnen, würde Juve auf der Couch seinen 36. Scudetto feiern. Die Turiner selbst treffen am Sonntag (21.45 Uhr/DAZN) auf Sampdoria Genua.

Festnahmen nach Meisterfeier in Liverpool

Titelparty mit Folgen: In Liverpool ist es rund um die Übergabe der Meistertrophäe an den FC Liverpool um Teammanager Jürgen Klopp am Mittwochabend zu neun Festnahmen gekommen. Tausende Fans hatten sich beim letzten Heimspiel an der Anfield Road versammelt und die erste Meisterschaft seit 30 Jahren gefeiert.

Für das Premier-League-Match gegen den FC Chelsea (5:3) hatte die Polizei als Corona-Schutzmaßnahme eigentlich eine 48-Stunden-Sperrzone rund um das Stadion festgelegt. Zudem hatten der Club und die Stadt die Fans dazu aufgefordert, den Titel zu Hause zu feiern. Das wurde jedoch von vielen ignoriert. Anhänger versammelten sich, kletterten auf Zäune und zündeten Pyrotechnik.

Am Donnerstag äußerte sich der Verein zu den Vorfällen. Der Club sei „enttäuscht von den Szenen, die sich außerhalb des Stadions abgespielt haben, und dass nicht mehr Fans unserer Bitte, zu Hause zu feiern, gefolgt sind.“ Liverpool wolle sich aber auch „bei denen bedanken, die zu Hause gefeiert, und damit die Menschen in unserer Stadt vor einer weiteren Ausbreitung der Pandemie beschützt haben“, hieß es in einem Statement.

In Leeds kam es nach dem 4:0-Heimsieg von Leeds United gegen Charlton Athletic zu ähnlichen Bildern. Hunderte Fans feierten vor dem Stadion des Vereins die Meisterschaft der zweiten Liga und den damit verbundenen Aufstieg in die Premier League. Dort kam es zu vier Festnahmen.

Keller und Ullrich ziehen Pokallose

DFB-Präsident Fritz Keller und die stellvertretende Generalsekretärin Heike Ullrich nehmen die Auslosung zur ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am Sonntag (18.30 Uhr/ARD) vor. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag mit. Die Spiele werden zwischen dem 11. und 14. September und damit eine Woche vor dem Bundesliga-Start ausgetragen.

Wegen der zwischenzeitlichen Aussetzung des Spielbetriebs im Zuge der Corona-Pandemie ist das Teilnehmerfeld noch nicht komplett. Für die Mannschaften, die sich noch über die Pokalwettbewerbe der Landesverbände qualifizieren müssen, kommen daher am Sonntag Platzhalter zum Einsatz. Der Großteil der Endspiele der Landespokale finden am 22. August im Rahmen des Finaltags der Amateure statt.

Berater Lerby: Klaassen bleibt Bremer

Mittelfeldspieler Davy Klaassen wird auch in der kommenden Saison für den Bundesligisten Werder Bremen auflaufen. Dies bestätigte am Donnerstag sein Berater Sören Lerby.

„Die Spekulationen um Davys Zukunft können aufhören, er bleibt definitiv in Bremen“, sagte der Däne dem Onlineportal Deichstube. Der 27 Jahre alte Niederländer hatte 2018 einen Vierjahresvertrag bei den Hanseaten unterzeichnet.

Klaassen war in der abgelaufenen Spielzeit gemeinsam mit Milot Rashica mit sieben Toren und sechs Assists Topscorer bei den Norddeutschen. Die Bremer hatten sich erst in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim (0:0, 2:2) vor dem ersten Abstieg seit 40 Jahren gerettet.

Emery übernimmt Villarreal

Der spanische Erstligist FC Villarreal hat Unai Emery als neuen Trainer verpflichtet. Der 48-Jährige aus dem Baskenland werde einen Dreijahresvertrag unterschreiben, teilte der Verein aus dem Osten Spaniens am Donnerstag mit. Mit dem Tabellenfünften der abgelaufenen Primera División wird Emery nächste Saison auch an der Europa League teilnehmen, die er mit dem FC Sevilla zwischen 2014 und 2016 gleich dreimal in Serie gewann.

Nach seiner erfolgreichen Zeit in Sevilla war Emery im Sommer 2016 mit vielen Vorschusslorbeeren zu Paris Saint-Germain gewechselt. An der Seine konnte er die Erwartungen allerdings trotz des Gewinns von sieben nationalen Titeln in zwei Jahren nicht erfüllen – vor allem weil er mit seinem Starensemble in der Champions League zwei Mal im Achtelfinale scheiterte.

In Paris trat 2018 Thomas Tuchel die Nachfolge an, und Emery wechselte zum FC Arsenal in die Premier League. Mit den Londonern zog er ins Europa-League-Finale ein, aber im November 2019 trennte sich Arsenal wegen Erfolglosigkeit von ihm.

Neuzugang Henrichs schwärmt von RB Leipzig

Der dreimalige Nationalspieler Benjamin Henrichs hat das Umfeld bei seinem neuen Club RB Leipzig in den höchsten Tönen gelobt. „Leipzig ist das Professionellste, was ich bisher im Fußball erlebt habe“, sagte der 23-Jährige am Donnerstag: „Es sind super Voraussetzungen für einen guten Start.“

Defensivallrounder Henrichs ist zunächst für ein Jahr vom französischen Erstligisten AS Monaco ausgeliehen. RB sicherte sich eine Kaufoption für den Ex-Leverkusener. „Ich versuche schon seit einiger Zeit hierhin zu kommen“, sagte Henrichs: „Ich bin froh, dass es endlich geklappt hat.“

Die Mannschaft habe Potenzial, auch der RB-Fußball passe gut zu seinem Stil. „Hier wird extrem viel Wert auf Pressing gelegt. Dazu wird nach spielerischen Lösungen gesucht. Das ist genau das, was ich mag“, sagte Henrichs.

Werder verleiht Beste weiter an Regensburg

Der SSV Jahn Regensburg leiht Jan-Niklas Beste vom SV Werder Bremen aus. Wie der Fußball-Zweitligist aus der Oberpfalz am Donnerstag mitteilte, wurde die Ausleihe des 21-Jährigen für zwei Jahre vereinbart. Der in der Jugend bei Borussia Dortmund ausgebildete Linksverteidiger spielte zuletzt für den FC Emmen in den Niederlanden.

Beste war im Sommer 2018 von Borussia Dortmund an die Weser gewechselt. Bei Werder kam er 28-mal in der Regionalliga zum Einsatz.

Mainz verlängert mit Routinier Bell

Der FSV Mainz 05 hat den auslaufenden Vertrag mit Routinier Stefan Bell verlängert. Der Bundesligist stattete den 28-Jährigen mit einem Einjahreskontrakt aus.

Bell kam 2007 zum FSV-Nachwuchs und spielte bis auf eine eineinhalbjährige Leihe zum TSV 1860 München und Eintracht Frankfurt seitdem für die Mainzer. In der abgelaufenen Saison absolvierte er wegen einer Sprunggelenkverletzung aber nur ein Pflichtspiel. Zuvor hatte mit Daniel Brosinski (Vertrag bis 2022) ein weiterer erfahrener Profi sein Bleiben festgelegt.

Oberligist spielt vor 200 Fans

Die Sportfreunde Siegen haben als einer der ersten Clubs wieder ein Fußballspiel vor zahlenden Zuschauern ausgetragen. Der Verein aus der Oberliga Westfalen absolvierte am Mittwochabend sein erstes Testspiel für die neue Saison im 18.500 Besucher fassenden Laimbachstadion vor 200 Fans. „Das war sehr aufregend und spannend, aber es hat alles super geklappt. Die Leute waren sehr zufrieden und haben sich gefreut, mal wieder ein Fußballspiel im Stadion zu sehen“, sagte der SF-Vorstandsvorsitzende Roland Schöler der Deutschen Presse-Agentur, nachdem der WDR zuvor berichtet hatte.

Laut Corona-Schutzverordnung sind Veranstaltungen bis zu 300 Besuchern möglich. Es kamen aber nur 200 Tickets in den Verkauf. „Nachdem wir während der Corona-Pause viel Unterstützung bekommen haben, wollten wir zeigen, dass man so etwas machen kann. Und wir wollten allen die Möglichkeit geben, dass die Familie wieder zusammenkommt“, sagte Schöler.

Das Testspiel gegen TuS Dietkirchen wurde mit 0:2 verloren. Am nächsten Sonnabend steht das zweite Testspiel gegen den FC Dorndorf an.

Angriff auf Mainzer Leihspieler Pierre-Gabriel

Der Mainzer Profi Ronaël Pierre-Gabriel ist in Brest Opfer eines Angriffs von bisher unbekannten Tätern geworden. Der französische Erstligist Stade Brest bestätigte die Attacke gegen den vom Bundesligisten ausgeliehenen 22-jährigen Verteidiger.

„Bei dem Vorfall erlitt Gabriel Körperverletzungen, bevor sein Auto in Brand gesteckt und vollständig zerstört wurde“, twitterte der Club, der den Übergriff „auf das Schärfste“ verurteilte. „Es ist bedauerlich, dass dies einem Jungen geschehen ist, der erst seit zwei Wochen im Finistère ist und mit niemanden Probleme hatte“, hieß es weiter.

„Wir sind in Gedanken bei Ronaël, der Gott sei dank keine schweren Verletzungen davongetragen hat“, twitterte der Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder am Donnerstag. Er hoffe, dass man „die Übeltäter finden und für ihre perfide Tat zur Rechenschaft ziehen“ werde. Aktuell würden die Ermittlungen in Frankreich laufen.

Chemnitz-Trainer Berlinski ließ sich von Watzke freistellen

Für seinen neuen Job beim Regionalligisten Chemnitzer FC hat sich Cheftrainer Daniel Berlinski im Unternehmen von Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke freistellen lassen. Der 34-Jährige war in Watzkes Schutzbekleidungsfirma („Watex“) zuletzt im Vertrieb tätig. „Wir hatten immer darüber gesprochen, was an diesem Tag X passiert, wenn ich hauptberuflich im Fußball arbeiten kann. Jetzt war es so weit. Ich habe Hochachtung, dass sie mir das so ermöglichen“, sagte Berlinski der „Bild“-Zeitung.

Der neue CFC-Coach und BVB-Boss Watzke kennen sich schon länger. Beide haben in der Vergangenheit beim SV Rot-Weiß Erlinghausen zusammengearbeitet. Bei seinem Heimatverein fungiert Watzke als erster Vorsitzender. „Ich habe Daniel damals als Spieler nach Erlinghausen geholt – er war der beste im ganzen Sauerland. Später ist er bei uns Trainer geworden und dann nach Lippstadt gewechselt, wo er auch sehr erfolgreich war“, erklärte Watzke.

Nach zwölf Jahren: Kapitän Baier verlässt Augsburg

Nach mehr als einem Jahrzehnt macht Kapitän Daniel Baier bei Fußball-Bundesligist FC Augsburg Schluss. Wie die Schwaben am Donnerstag mitteilten, wurde der Vertrag des defensiven Mittelfeldspielers „im gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst“. Baier trug das FCA-Trikot seit der Saison 2008/09 mit einer kleinen Unterbrechung, in der er als Leihspieler vom VfL Wolfsburg für ein halbes Jahr zu den Wölfen zurückgekehrt war. Insgesamt war er in 355 Pflichtspielen für den FCA am Ball.

„Die Saison war Corona-bedingt mehr als außergewöhnlich – für uns alle. Der Verein hat sich in dieser Zeit Gedanken gemacht, genauso wie ich auch“, sagte Baier. „Für mich ist es die Chance, zum Ende meiner Karriere noch einmal ein Abenteuer zu wagen, denn körperlich fühle ich mich topfit. Oder aber ich beende meine Karriere mit dem Klassenerhalt nach dieser außergewöhnlichen Saison. Dies werde ich in den kommenden Wochen mit meiner Familie besprechen.“

Geplant ist für Baier ein Abschiedsspiel, das noch nicht terminiert ist. „Daniel Baier ist zu Zweitligazeiten zum FCA gekommen, 2011 mit dem Team aufgestiegen und hat die meisten Bundesliga-Spiele für unseren FCA absolviert. Aber ihm und uns war klar, dass er mit seinen mittlerweile 36 Jahren nicht ewig die Fußballschuhe schnüren wird“, sagte Geschäftsführer Stefan Reuter.

Bellingham wird bei Abschied emotional

Das neue Dortmunder Fußballjuwel Jude Bellingham hat sich emotional von seinem Heimatclub Birmingham City verabschiedet. Bei seinem letzten Spiel für den englischen Zweitligisten gegen Derby County wurde er in der 75. Minute unter dem Applaus seiner Mitspieler ausgewechselt und hielt dabei seine Tränen nicht zurück.

„Ich habe mich erst in Birmingham City verliebt und dann in den Fußball“, sagte Bellingham: „Was auch immer passieren wird, ich werde immer ein Blue bleiben. Das ist mein Verein.“ Am letzten Spieltag in der Championship verlor Birmingham zwar mit 1:3 (0:1), dennoch konnte der 17-Jährige mit seinem Herzensclub den Klassenerhalt feiern.

Bellingham durchlief die gesamte Nachwuchsakademie von Birmingham City und ging als jüngster Debütant und Torschütze bei den Profis in die Vereinsgeschichte ein. Zum Abschied habe er mit seinem Team „Tränen vergossen, gleichzeitig bin ich für die Zukunft sehr zuversichtlich und freue mich darauf“, sagte Bellingham.

Am Montag wurde der Wechsel des U-17-Nationalspielers zu Borussia Dortmund offiziell bestätigt, die Ablösesumme soll bei rund 25 Millionen Euro liegen. In 44 Pflichtspielen für Birmingham erzielte der Mittelfeldspieler vier Tore und bereitete drei weitere Treffer vor.

Sexuelle Belästigung – schwere Vorwürfe gegen David Villa

Der ehemalige spanische Angriffsstar David Villa muss sich wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung verantworten. Der heute 38-Jährige soll in seiner Zeit bei New York City FC (2015 bis 2018) eine Mitarbeiterin des US-Klubs belästigt haben. Dies schrieb die Frau bei Twitter.

Die Mitarbeiterin gab an, dass kaum ein Tag vergangenen sei, an dem Villa sie „nicht angefasst oder verbal belästigt“ hätte. Der Club hätte sie nicht geschützt, vielmehr habe man das Verhalten des Spaniers dort als lustig empfunden.

Villa, Rekordtorschütze der spanischen Nationalmannschaft, Welt- und Europameister, wies die Vorwürfe vehement zurück und kündigte an, rechtlich gegen die Vorwürfe vorzugehen. „Die Anschuldigungen sind komplett falsch. Belästigung ist ein ernstes Problem für viele Menschen“, teilte der ehemalige Angreifer in einem Statement mit. Er rief dazu auf, ihn nicht vorschnell zu verurteilen. Der Verein will interne Ermittlungen aufnehmen.

Meisterfeier in Liverpool – Polizei riegelt Stadion ab

Die Polizei in Liverpool hat eine Bannmeile um das Anfield-Stadion eingerichtet. Grund sei eine erhöhte Zahl an Menschen, die sich vor der Spielstätte des Liverpool FC versammelt hatte, teilte die Polizei am Mittwochabend per Twitter mit. „Bitte bringen Sie sich und andere nicht in Gefahr“, so die Mitteilung. Die Bannmeile gelte für 48 Stunden.

Das Team um Trainer Jürgen Klopp feierte nach seinem letzte Heimspiel am Mittwoch den ersten Gewinn der englischen Meisterschaft seit 30 Jahren. Die Zuschauertribünen blieben bei dem Spektakel mit Feuerwerk und Konfetti leer. Viele Fans wollte es sich aber nicht nehmen lassen, vor dem Stadion zu feiern.

West Brom zurück in der Premier League

West Bromwich Albion kehrt nach zwei Jahren wieder in die englische Premier League zurück. Der Mannschaft des früheren kroatischen Nationaltrainers Slaven Bilic reichte am Mittwoch ein 2:2 (1:1) zum Saisonabschluss der Championship gegen die Queens Park Rangers, weil Konkurrent FC Brentford gegen den FC Barnsley 1:2 verlor. Bereits am vergangenen Freitag feierte Zweitligameister Leeds United nach 16-jähriger Abstinenz die Rückkehr in die Millionen-Liga.

Um den dritten und letzten Aufstiegsplatz in die höchste englische Spielklasse kämpfen ab Sonntag in den Play-offs der FC Brentford, der FC Fulham, Cardiff City und Swansea City. Das Finale findet am 4. August im Londoner Wembley Stadion statt.