Fußball-Ticker

Finanziert vom Staat? Schalke holt Torwart für 8 Millionen

Alexander Schwolow wechselt für acht Millionen Euro zu Schalke. Der Torhüter ist damit der fünftteuerste Abgang in der Geschichte des SC Freiburg.

Alexander Schwolow wechselt für acht Millionen Euro zu Schalke. Der Torhüter ist damit der fünftteuerste Abgang in der Geschichte des SC Freiburg.

Foto: imago / Poolfoto

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 16. Juli 2020:

Hertha will Hauptsponsor vorzeitig wechseln

Beim selbsternannten "Big City Club" aus Berlin bringt die Sommerpause reichlich Bewegung: Nach den Transfergerüchten um Luka Jovic und Ricardo Rodríguez will Hertha BSC offenbar seinen Hauptsponsor vorzeitig wechseln. Der Discounter Tedi soll einverstanden sein, die Zusammenarbeit mit dem Verein trotz Vertrages bis 2021 zu lösen. Ein neuer Interessent stehe schon bereit, berichtet der "Kicker".

Tedi zahlte 7,5 Millionen Euro pro Jahr. Mit einem neuen Hauptsponsor will Hertha mehr Geld erlösen und den Glamour-Faktor erhöhen. Der Klub strebt dank der Unterstützung von Investor Lars Windhorst in den Bereichen Sponsoring, Marketing und Merchandising höhere Einnahmen an.

Schalke holt Torwart für acht Millionen

Dieser Transfer hat Geschmäckle: Schalke 04 holt offenbar Alexander Schwolow (28) vom SC Freiburg als neue Nummer eins. Nach Sky-Informationen soll der Transfer des Torhüters „kurz bevorstehen“, beide Clubs befänden sich demnach „in den finalen Gesprächen“. Schalke soll die Ausstiegsklausel in Höhe von acht Millionen Euro ziehen. Eine stolze Summe für einen Club, der soeben noch staatliche Hilfe wegen der Corona-Krise beantragt hat.

Schwolow soll bei den eigentlich klammen Schalkern den zum FC Bayern gewechselten Alexander Nübel ersetzen. Was nun aus den königsblauen Torhütern Markus Schubert und Ralf Fährmann wird, ist noch unklar.

Bellingham unterschreibt heute beim BVB

Der 17 Jahre alte Engländer Jude Bellingham ist für den Medizincheck und die Vertragsunterschrift bei Borussia Dortmund eingetroffen. Das Top-Talent sei am Morgen aus Birmingham eingeflogen, berichteten „Bild“, Sky und „Ruhr Nachrichten“. Über den bevorstehenden Deal mit dem Mittelfeldspieler von Birmingham City (2. Liga) wird bereits seit Anfang Juli berichtet.

Der auch von anderen europäischen Top-Clubs umworbene talentierte Teenager soll einen Fünfjahresvertrag bis 2025 erhalten. Die Ablösesumme für den Briten soll bei 23 Millionen Euro liegen. Bellingham absolvierte sein Profi-Debüt für Birmingham mit 16 Jahren und 38 Tagen im August 2019.

Havertz hat sich für Wechsel entschieden

Der umworbene Kai Havertz (21) soll sich laut dem „Kicker“ definitiv für einen Wechsel in diesem Sommer entschieden haben. Der Offensivspieler wolle Bayer Leverkusen vor Start der neuen Saison verlassen. Favorit für eine Verpflichtung des Jungstars soll der FC Chelsea sein, der bereits Timo Werner von Leipzig geholt hat. Aus verschiedenen Quellen hieße es dem Bericht zufolge, Havertz habe sich für die Londoner entschieden.

Chelsea soll bereit sein, die geforderten rund 100 Millionen Euro als Ablösesumme für den deutschen Nationalspieler zu bezahlen. Durch Bayers Verpassen der Champions-League-Qualifikation war zuletzt wieder vermehrt über einen Wechsel des Top-Talents in diesem Sommer spekuliert worden.

Max Kruse und Union Berlin: Es wird konkret

Ein Wechsel von Max Kruse zu Union Berlin soll wahrscheinlicher werden. Wie die „Bild“ berichtet, gibt es neue Gerüchte um einen Vertrag für den 32-Jährigen bei den Eisernen. Angeblich soll Kruse auch schon beim individuellen Training in der Hauptstadt gesehen worden sein. Auf seinem privaten Instagram-Kanal postete der Angreifer am Mittwoch aber zuletzt nur einen kurzen Clip aus dem Urlaub.

Kruse spielte zuletzt bei Fenerbahçe Istanbul in der Türkei und kündigte dort Mitte Juni vorzeitig seinen Vertrag, weil er monatelang kein Gehalt mehr kassiert hatte. Der Stürmer hatte zuletzt öffentlich mit einem Comeback in Deutschland geliebäugelt. „Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich meine Zukunft in der Bundesliga sehen“, sagte Kruse Ende Juni im TV-Talk „Sky 90“.

Hertha will Luka Jovic und Ricardo Rodríguez

Der neureiche Hauptstadtclub Hertha BSC soll sich mit den Transfers von Real Madrids Luka Jovic und Ricardo Rodríguez vom AC Mailand beschäftigen. Wie die „Marca“ in Spanien berichtet, könnte der Serbe Jovic (22) ein Kandidat für den Sturm von Trainer Bruno Labbadia sein. Die „Bild“ spekuliert derweil über die Bundesliga-Rückkehr des Schweizer Nationalspielers Rodríguez (27), der lange für Wolfsburg spielte. Auch Frankfurt und Hoffenheim sollen Interesse an dem Linksverteidiger haben.

Jovic kam seit seinem Wechsel für 60 Millionen Euro aus Frankfurt im Sommer 2019 bei Trainer Zinedine Zidane nicht zum Zug und sorgte zuletzt mit Eskapaden während der Corona-Krise für negative Schlagzeilen. Mailand will derweil Rodríguez, der vertraglich nur noch ein Jahr an die Italiener gebunden ist, angeblich loswerden und soll eine Ablöse von drei Millionen Euro aufrufen.

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BVB-Zugang Meunier attackiert PSG

Dortmunds Neuzugang Thomas Meunier (28) hat deutliche Kritik an seinem ehemaligen Club Paris Saint-Germain geäußert. Das fehlende Interesse der Franzosen, mit ihm für das Champions-League-Turnier in Lissabon zu planen, verleidete ihm den Abschied. Trotz der Bereitschaft der BVB-Vereinsspitze, den in diesem Sommer ablösefrei verpflichteten Spieler unter Auflagen bis August abzutreten, sei es zu keiner Einigung gekommen.

Dafür macht der Außenverteidiger PSG-Sportdirektor Leonardo verantwortlich. „Leonardo hat sich zu keinem Zeitpunkt um ein Agreement mit dem BVB, geschweige denn mit mir bemüht! Er wollte, dass ich praktisch gratis für PSG auflaufe“, sagte Meunier. Stattdessen sei ihm in einem anwaltlichen Schreiben mitgeteilt worden, dem Clubgelände fernzubleiben.

„Mir wurde telefonisch mitgeteilt, ich solle bloß nicht den Weg von wem auch immer kreuzen, weil ich verstörende Geschichten erzählen könnte. Typischer Fall von Realitätsverlust“, klagte Meunier. „Leonardo hat der Presse in Frankreich erzählt, dass ich eine Vertragsverlängerung abgelehnt hätte. Das stimmt so aber nicht, das will ich ganz deutlich sagen.“

VfB Stuttgart beantragt Corona-Hilfe

Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart hat während der Corona-Pause einen Hilfskredit bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt. „Wir haben in der Phase des Lockdowns alle Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Stabilisierung geprüft und unter anderem über unsere Hausbank einen Antrag auf KfW-Förderung gestellt, um unsere Liquidität zu sichern“, bestätigte VfB-Finanzvorstand Stefan Heim den „Stuttgarter Nachrichten“.

Dies „war eine unserer getroffenen Maßnahmen zur Wahrung des wirtschaftlichen Fortbestands des VfB in einer Zeit, in der niemand vorhersagen konnte, wann und wie es im Fußball weitergehen würde“. Laut dem Bericht soll es sich um eine Summe von zehn bis 15 Millionen Euro handeln. Bislang ist der Kredit nicht ausgezahlt worden. Die KfW-Corona-Hilfe sieht relativ geringe Zinsen sowie eine Teilübernahme des Risikos der Bank vor.

Juventus Turin patzt erneut

Auf dem Weg zum 36. Titel in Italien hat Juventus Turin erneut gepatzt. Trotz einer 2:0-Führung kam das Team um Superstar Cristiano Ronaldo nicht über ein 3:3 (2:1) bei Sassuolo Calcio hinaus. Fünf Spieltage vor Abschluss der Serie A hat der Titelverteidiger damit 77 Punkte auf dem Konto. Auf Rang zwei liegt die Mannschaft der Stunde, Atalanta Bergamo (70), das Lazio Rom (69) am 33. Spieltag überholte. Das Hauptstadt-Team ließ beim 0:0 bei Udinese Calcio ebenfalls Punkte liegen.

Danilo (5. Minute) und Gonzalo Higuain (12.) hatten den Serienmeister aus Turin in Führung gebracht. Filip Duricic (29.) verkürzte noch vor der Pause, Domenico Berardi (51.) und Franceso Caputo (54.) drehten die Partie zugunsten der Gastgeber. Alex Sandro (64.) rettete dem Tabellenführer mit seinem Ausgleich dann zumindest noch einen Punkt.