Fußball-Ticker

Aufstieg in 3. Liga: Lok Leipzig scheitert am SC Verl

Verls Ayguen Yildirim (o.) tröstet den am Boden zerstörten Kevin Schulze vom 1. FC Lok Leipzig.

Verls Ayguen Yildirim (o.) tröstet den am Boden zerstörten Kevin Schulze vom 1. FC Lok Leipzig.

Foto: Thomas F. Starke / Getty Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 30. Juni 2020:

Corona: Afrika-Cup auf 2022 verlegt

Der Afrika-Cup ist wegen der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr verlegt worden und soll nun im Januar 2022 in Kamerun ausgetragen werden. Das gab die Afrikanische Fußball-Konföderation CAF bekannt. Ursprünglich war das Turnier für den Zeitraum vom 9. Januar bis zum 6. Februar 2021 vorgesehen. Die genauen Termine für die Endrunde und die Qualifikationsspiele sind noch nicht bekannt.

Der Afrika-Cup war erst Anfang des Jahres wegen der besseren Wetterverhältnisse wieder zurück in die Wintermonate verlegt worden. 2019 wurde noch im Sommer gespielt, um besser mit dem Spielplan der großen europäischen Ligen zu harmonieren. Das vergangene Turnier in Ägypten, an dem erstmals 24 Mannschaften teilnahmen, hatte Algerien gewonnen.

FCK verliert vor Saisonfinale drei Spieler

Der 1. FC Kaiserslautern muss in seinen letzten beiden Saisonspielen in der 3. Liga auf drei Spieler verzichten. Die auslaufenden Verträge von Gino Fechner und Christoph Hemlein sowie des aus Regensburg ausgeliehenen Alexander Nandzik werden nicht über den 30. Juni hinaus verlängert, das Trio steht den bereits geretteten Pfälzern beim Auswärtsspiel in Halle am Mittwoch nicht mehr zur Verfügung.

Wie der Club bekannt gab, sind hingegen mit Andre Hainault und Matheo Raab trotz endender Arbeitsverträge Lösungen gefunden worden, beide können damit weiter eingesetzt werden. Der an Zwickau ausgeliehene Elias Huth beendet die Saison bei den Sachsen und kehrt dann an den Betzenberg zurück.

Italienischer Zweitligist Livorno verliert 18 Profis

Der zweimalige italienische Vizemeister AS Livorno bricht noch während der laufenden Saison komplett auseinander. Beim abgeschlagenen Tabellenletzten der zweitklassigen Serie B verabschiedeten sich am Dienstag alle 18 Profis, deren Verträge zum 30. Juni auslaufen, aus dem Trainingszentrum.

„Sie erhalten die Freigabe. Wir sind inzwischen praktisch in der Serie C, eine Verlängerung wäre nur Geldverschwendung gewesen“, sagte Aldo Spinelli, Präsident des toskanischen Clubs, am Dienstag.

Livorno, das zwölf Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz hat, stehen für die letzten sieben Meisterschaftsspiele noch acht Profis mit laufenden Verträgen zur Verfügung. Das Team soll mit Jugendspielern aufgefüllt werden.

Hohe Strafe für deutschen FIFA-Funktionär Kattner

Der frühere deutsche Funktionär Markus Kattner ist vom Weltverband FIFA für zehn Jahre für jegliche Fußballtätigkeit gesperrt worden und soll eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Schweizer Franken (etwa 935.000 Euro) zahlen. Dieses Urteil gab die rechtsprechende Kammer der unabhängigen FIFA-Ethikkommission am Dienstag bekannt. Die Kammer habe ihn der Interessenkonflikte sowie des Missbrauchs seiner Stellung und damit des Verstoßes gegen das FIFA-Ethikreglement für schuldig befunden, hieß es.

Kattner war bei der FIFA während der Amtszeit des einstigen Präsidenten Joseph Blatter eigentlich für die Finanzen zuständig und im Mai 2016 als geschäftsführender Generalsekretär mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Er hatte nach der Suspendierung des Franzosen Jérôme Valcke als Interimslösung den Posten bekleidet und war zuvor stellvertretender Generalsekretär.

Laut aktuellem Urteil betraf die Untersuchung verschiedene Anklagepunkte zu Bonuszahlungen im Zusammenhang mit FIFA-Wettbewerben an hochrangige Offizielle der FIFA-Führung einschließlich Kattner selbst. Außerdem sei es um mehrere Änderungen und Verlängerungen von Arbeitsverträgen gegangen, der Erstattung privater Anwaltskosten und Kattners Pflichten in seiner Funktion als Offizieller.

Aufstieg in 3. Liga: Lok Leipzig scheitert an Verl

Der SC Verl hat den Aufstieg in die 3. Liga geschafft. Dem ostwestfälischen Regionalligisten reichte im Rückspiel gegen Nordost-Vertreter Lok Leipzig am Dienstag in der Bielefelder Schüco-Arena ein 1:1 (0:1) nach dem 2:2 im Hinspiel in Leipzig. Verl hat damit als viertes Team nach dem 1. FC Saarbrücken, Türkgücü München und dem VfB Lübeck den Sprung in die 3. Liga perfekt gemacht. Die Leipziger hingegen haben die Rückkehr in den Profifußball verpasst. Verl hatte die Relegationsspiele als Tabellenzweiter der Regionalliga West erreicht, weil der souveräne Tabellenführer SV Rödinghausen wegen zu hoher DFB-Auflagen keine Drittliga-Lizenz beantragt hat.

Die 1:0-Führung der Sachsen kurz vor der Pause fiel durch ein Eigentor des Verler Kapitäns Julian Stöckner, der kurz vor der Pause eine Flanke von Maik Salewski mit dem Hinterkopf ins eigene Tor lenkte. Der Ausgleich gelang Ron Schallenberg in der 73. Minute. Im zweiten Abschnitt musste die Partie wegen einer Verletzung von Schiedsrichter Arne Aarnink (Nordhorn) einige Minuten unterbrochen werden, Assistent Eric Müller (Bremen) übernahm danach die Spielleitung.

Die Partie konnte wegen der strengen Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh nicht in der Verler Sportclub-Arena ausgetragen werden und fand deshalb in der Bielefelder Schüco-Arena statt.

BVB kündigt Transferstopp und Gehaltsverzicht an

Transferstopp und fortlaufender Gehaltsverzicht bis Jahresende beim BVB: „Der Gehaltsverzicht von uns und der Mannschaft geht über das Saisonende hinaus. Wir verzichten bis zum 31. Dezember weiter“, sagte Clubboss Hans-Joachim Watzke in Bezug auf die Corona-Krise.

Das sei der anhaltenden Unsicherheit über den Verlauf der kommenden Saison geschuldet: „Die fehlenden Einnahmen sind dramatisch. Es geht ja nicht nur um die fehlenden Zuschauereinnahmen von rund vier Millionen Euro pro Spiel, sondern auch um weniger TV- und Vermarktungsgelder. Wir stehen vor einem gigantischen Berg von Risiken.“ Deshalb seien vorerst auch keine weiteren Transfers geplant.

Tönnies tritt beim FC Schalke zurück

Beben bei S04: Der mächtige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies legt beim FC Schalke 04 seine Ämter nieder. „Wir wissen, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen ist, daher gebührt ihr unser höchster Respekt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Vorstände Alexander Jobst und Jochen Schneider.

Die Schalker Ultra-Bewegung hatte zuletzt nochmals intensiv den Abschied des milliardenschweren Fleischfabrikanten gefordert, der sich im vergangenen August in einer Rede rassistisch geäußert hatte. In Tönnies' Zerlegebetrieb für Schweine in Rheda-Wiedenbrück hatte es zuletzt einen großen Corona-Ausbruch mit mehr als 1500 Fällen gegeben. Seitdem wird der 64-Jährige auch von Politikern öffentlich kritisiert.

Holstein Kiel holt neuen Torwart

HSV-Ligarivale Holstein Kiel hat für die kommende Saison einen neuen Torwart verpflichtet. Wie der Club mitteilte, kommt der 26-jährige Thomas Dähne vom polnischen Erstligisten Wisla Plock. Der frühere deutsche U20-Nationalspieler unterschrieb bei den Störchen einen Dreijahresvertrag bis 30. Juni 2023.

Der gebürtige Bayer Dähne durchlief von der U15 an die komplette Fußballschule von RB Salzburg. 2015 wechselte er zum finnischen Rekordmeister HJK Helsinki, bevor er sich 2018 Wisla Plock anschloss. In der Ekstraklasa bestritt er in der abgelaufenen Saison 25 Partien.

Dänemark: Mehr als 10.000 Fans erlaubt

Der dänische Fußball macht einen weiteren Schritt zurück zur Normalität. Ab Freitag dürfen in der ersten Liga wieder mehr Zuschauer die Spiele in den Stadien sehen. Zuvor hatte die Regierung grünes Licht dafür gegeben, den vorgeschriebenen Mindestabstand von zwei auf einen Meter zu verringern.

Die Vereine können auf den Tribünen Abschnitte für bis zu 500 Fans einteilen. Im EM-Stadion Telia Parken von Meister FC Kopenhagen hätten so zwischen 12.000 und 15.000 Fans Platz, Traditionsclub Bröndby könnte 8000 bis 10.000 Zuschauer empfangen.

Allerdings beklagte Bröndby am Dienstag zwei Corona-Fälle: Die Profis Samuel Mraz und Simon Hedlund wurden positiv getestet und vom Rest der Mannschaft isoliert. Diese Infektionen ändern allerdings nichts an den grundlegenden Entscheidung über Zuschauer in den Stadien.

Hakimi verabschiedet sich beim BVB

Inter Mailand hat das Rennen um Achraf Hakimi gewonnen. Der 21 Jahre alte Außenverteidiger, der zuletzt für zwei Jahre von Real Madrid an Dortmund verliehen war, landete am Dienstag in Mailand und unterzog sich einem Medizincheck. Laut der "Gazzetta dello Sport" wird der Marokkaner anschließend einen Vertrag über fünf Jahre unterschreiben.

Hakimi soll demnach fünf Millionen Euro bei den Lombarden verdienen, Inter überweist Real eine Ablöse in Höhe von 40 Millionen Euro. Dortmund hätte den Leihspieler gerne gehalten, hatte sich aus finanziellen Gründen aber gegen einen Kauf entschieden. „Ich werde die gelbe Wand niemals vergessen“, lautete Hakimis über die sozialen Medien verbreiteter Abschiedsgruß an die Fans.

FC Schalke soll staatliche Hilfe erhalten

Der FC Schalke 04 soll laut dem „Handelsblatts“ öffentliche Hilfe erhalten. Wie die Zeitung berichtet, plant das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft für den finanziell angeschlagenen Bundesligisten in Höhe von 40 Millionen Euro. Demnach soll die Millionen-Hilfe am Mittwoch offiziell bekannt gemacht werden. Das Landesfinanzministerium wollte mit Verweis auf das Bürgschaftsgeheimnis dazu nicht Stellung nehmen.

Der Bundesliga-Zwölfte hatte für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Die durch die Corona-Krise verursachten Einnahmenverluste bereiteten zusätzliche finanzielle Probleme. Zudem verpasste der Club nach zuletzt 16 Spielen ohne Sieg die Qualifikation für einen lukrativen europäischen Wettbewerb. Nicht zuletzt deshalb will der Club laut „Süddeutscher Zeitung“ eine Gehaltsobergrenze in Höhe von 2,5 Millionen Euro einführen.

Effenberg stützt Favre und zieht Klopp-Vergleich

Stefan Effenberg hat Borussia Dortmund im Meisterschaftskampf gegen Bayern München chancenlos gesehen. „Auch Jürgen Klopp wäre mit dem BVB diese Saison nicht Meister geworden. Der FC Bayern war mit Flick einfach für andere Bundesliga-Clubs nicht zu schlagen“, schrieb der „Tiger" in seiner Kolumne für „t-online.de".

Den zuletzt häufig kritisierten Trainer Lucien Favre nahm Effenberg in Schutz. Der BVB habe eine „sehr starke Saison gespielt und nahezu das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht“, so der 51-Jährige, der die Unterstützung der Dortmunder Verantwortlichen für Favre begrüßt: „Dortmund hat sich nun klar und auch zurecht zu Favre bekannt als Trainer für die kommende Saison.“

Paris bindet Thiago Silva für Champions League

Paris St. Germain kann beim Finalturnier der Champions League im August auf seinen Kapitän Thiago Silva zurückgreifen. Wie der Viertelfinalist mitteilte, wurde der ursprünglich am 30. Juni auslaufende Vertrag des 35-jährigen Brasilianers bis zum tatsächlichen Abschluss der Spielzeit Ende August verlängert.

Auch der ehemalige HSV-Profi Eric Maxim Choupo-Moting und Ersatzkeeper Sergio Rico unterzeichneten eine entsprechende Ausweitung ihres Arbeitspapiers. Dazu, ob der auslaufende Vertrag mit Stürmerstar Edinson Cavani ebenfalls bis zum eigentlichen Saisonende verlängert wird, machte der neunmalige Meister keine Angaben.

Valencia entlässt Trainer Celades

Der spanische Erstligist FC Valencia hat Trainer Albert Celades entlassen. Wie der Verein bekannt gab, übernimmt vorläufig Salvador Gonzales die Mannschaft bis zum Saisonende. Valencia hat unter der Führung des ehemaligen Barca-Profis Celades seit dem Restart in fünf Spielen lediglich einen Sieg verbuchen können und belegt den achten Tabellenplatz. Celades hatte Valencia ins Achtelfinale der Champions League geführt, scheiterte dort aber an Atalanta Bergamo.