Nach mehr als 40 Jahren

FC Bayern verliert Medizin-Guru Müller-Wohlfahrt

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bei der Fußball-WM 2018: Zum Saisonende hört der langjährige Mannschaftsarzt des FC Bayern auf.

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bei der Fußball-WM 2018: Zum Saisonende hört der langjährige Mannschaftsarzt des FC Bayern auf.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

Er behandelte Generationen von Stars in München und im Nationalteam. Jetzt ist für den langjährigen Mannschaftsarzt Schluss.

München. Er behandelte schon Franz Beckenbauer und Gerd Müller, seit mehr als 40 Jahren ist Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt für die Gesundheit der Stars von Bayern München verantwortlich. Zum 30. Juni beendet der langjährige Mannschaftsarzt des deutschen Fußball-Rekordmeisters und der Nationalmannschaft nun seine Tätigkeit beim FC Bayern.

„Die Erlebnisse, die wir hier gemeinsam hatten, die Erfolge, die wir zusammen gefeiert haben, und vor allem die Menschen, die ich in diesem Verein kennengelernt habe, haben mein Leben nachhaltig geprägt“, sagte der 77-Jährige, der von vielen Spielern Guru-gleich verehrt wird.

„Mull hat über Jahrzehnte beim FC Bayern hervorragende Arbeit geleistet und damit weltweit einen Standard in der Sportmedizin gesetzt. Alle unsere Erfolge in den vergangenen vierzig Jahren tragen selbstverständlich auch den Namen Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der ganze Verein und Generationen von Spielern schulden Mull ihren größten Dank“, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Müller-Wohlfahrt überwarf sich mit Klinsmann und Guardiola

Der Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin begann in der Bundesliga bei Hertha BSC und wechselte 1977 zum FC Bayern. 2008 hatte sich Müller-Wohlfahrt nach Differenzen mit dem damaligen Coach Jürgen Klinsmann freistellen lassen, auch mit Pep Guardiola war es 2015 zu einem Zerwürfnis gekommen.

Die Betreuung der Mannschaft ab der kommenden Saison werden „zwei Ärzte aus dem bisherigen Team von Dr. Müller-Wohlfahrt fortsetzen“, teilte der Club mit. Müller-Wohlfahrt will sich künftig auf die Betreuung der Patienten seiner Praxis in München konzentrieren.

Er wird außerdem mit dem Universitätsklinikum Rechts der Isar in einem wissenschaftlichen Projekt arbeiten. Dessen Ziel ist die Entwicklung eines Computerprogramms, das mittels künstlicher Intelligenz Muskelverletzungen anhand von MRT-Bildern diagnostiziert.