Fußball-Ticker

Leverkusen erstmals seit 2009 wieder im DFB-Pokalfinale

Lesedauer: 26 Minuten

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 9. Juni 2020:

Leverkusen im Finale des DFB-Pokals

Bayer Leverkusen hat zum vierten Mal das Finale des DFB-Pokals erreicht. Der Termin: 4. Juli in Berlin. Die Werkself besiegte in Völklingen Drittliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken souverän mit 3:0 (2:0). Das zweite Halbfinale bestreiten am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) Titelverteidiger Bayern München und Eintracht Frankfurt.

Moussa Diaby (11.) und Lucas Alario (17.) hatten für die frühen Tore gesorgt, die Bayer ersehnt und die Saarbrücker befürchtet hatten. Danach ging es bloß noch um die Höhe des Ergebnisses. Mit nur einem weiteren Treffer von Karim Bellarabi (58.) gestaltete der Champions-League-Aspirant das Ergebnis letztlich gnädig. Weil das erste Halbfinale seit 35 Jahren vor leeren Rängen stattfand, versuchten die Saarbrücker bestmögliche Atmosphäre zu simulieren. Aus den Stadion-Boxen liefen in der Stunde vor dem Anpfiff abwechselnd Vereinshymnen, Ballermann-Musik und Sprachnachrichten der Fans in extremer Lautstärke. Die Kneipen in Saarbrücken durften derweil mit einer Sondergenehmigung bis 0 Uhr statt bis 23 Uhr öffnen - für den Fall von Verlängerung und Elfmeterschießen. Doch das hatte sich schnell erledigt.

Flicks Flügelwunsch: Profil passt zu Sané

Bayern-Trainer Hansi Flick wünscht sich für eine weitere Qualitätssteigerung des Münchner Luxuskaders Zuwachs auf den Außenpositionen. Der 55-Jährige denkt dabei speziell an einen Flügelstürmer. Das genannte Profil passt exakt zu Leroy Sané. Der 24 Jahre alte Nationalspieler, der vertraglich nur noch bis 2021 an den englischen Meister Manchester City gebunden ist, wird als Wunschkandidat der Bayern für diesen Transfersommer gehandelt.

„Wenn ich jetzt eine Position nennen müsste, dann würde ich die Außenbahnen - ob als Außenverteidiger oder als Außenstürmer - nennen“, antwortete Flick am Dienstag auf die Frage, wo er sich am ehesten noch eine Verbesserung des Kaders vorstellen könne. Es wäre „schon gut, ein bisschen mehr Breite in der Qualität“ zu haben. „Ich glaube, da würde uns Tempo auch noch gut tun, dass wir nachlegen könnten“, sagte Flick. Sané ist ein pfeilschneller Angreifer.

Auf den offensiven Außenpositionen habe man aktuell Serge Gnabry, Kingsley Coman und den von Inter Mailand ausgeliehenen Ivan Perisic. „Das ist dann, wenn man ganz große Ziele hat - und über eine ganze Saison gesehen - vielleicht doch ein bisschen zu wenig“, sagte Flick.

Vereinsintern habe man das „schon besprochen“, ergänzte der Chefcoach. Sportdirektor Hasan Salihamidzic schaue, „dass wir diese Dinge umsetzen können“. Mit dem Ex-Schalker Sané sollen sich die Bayern bereits grundsätzlich einig sein über eine Zukunft in München. Im Gespräch ist ein Fünfjahresvertrag. Auch der Kroate Perisic (31) soll möglichst über den Sommer hinaus in München bleiben.

Werder-Profi: Niemand will Bremen enttäuschen

Werder Bremens Angreifer Josh Sargent ist sich vor dem Duell mit dem SC Paderborn der Bedeutung der Partie für die stark abstiegsbedrohten Norddeutschen bewusst. „Wir müssen gewinnen“, wird der 20 Jahre alte US-Amerikaner auf der Website des Tabellenvorletzten zitiert. „Niemand will dafür stehen, mit Werder in die zweite Liga abgestiegen zu sein“, sagte er und ergänzte: „Dieser Club hat eine großartige Historie. Niemand von uns will diesen Club, diese Stadt enttäuschen. Wir werden bis zum Ende kämpfen, damit das nicht passiert.“

Vor dem 31. Spieltag liegt Werder fünf Punkte vor dem Tabellenletzten Paderborn. Der Rückstand auf Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz beträgt drei Zähler.

Lockt Chelsea nach Werner auch Havertz?

Der FC Chelsea ist offenbar an der Verpflichtung von Bayer Leverkusens Jungstar Kai Havertz interessiert. Nach Informationen des Guardian sollen die Blues bereits Kontakt zum Bundesligisten aufgenommen haben. Die West-Londoner hoffen demnach, den deutschen Nationalspieler für eine Ablösesumme von 70 Millionen Pfund (rund 78 Millionen Euro) zu bekommen.

Chelsea hatte bereits zuvor laut übereinstimmenden Medienberichten den Zuschlag bei Timo Werner erhalten. In dieser Woche soll der bereits ausverhandelte Rekorddeal über die Bühne gehen. Die Blues überweisen jene 60 Millionen Euro, die in der Ausstiegsklausel in Werners Vertrag (bis 2023) festgeschrieben sind.

Für Chelsea spricht, dass in Hakim Ziyech für 40 Millionen Euro von Ajax Amsterdam ein exzellenter Vorbereiter verpflichtet wurde, der den pfeilschnellen Werner mit Pässen „füttern“ dürfte. Außerdem steht dort Werners Kumpel Antonio Rüdiger unter Vertrag, beide schafften einst beim VfB Stuttgart den Sprung in den Profifußball.

BVB: Reus zurück im Teamtraining

Marco Reus ist nach monatelanger Zwangspause in das Mannschaftstraining von Borussia Dortmund zurückgekehrt. Am Dienstag absolvierte der Kapitän alle Inhalte einer von Trainer Lucien Favre geleiteten lockeren Einheit im Kreise seiner Teamkollegen. „In den kommenden Tagen wird Reus große Teile des Mannschaftstrainings absolvieren und sukzessive an seinem Comeback arbeiten“, hieß es.

Der 31 Jahre alte Reus war am 4. Februar bei der 2:3-Niederlage des BVB gegen Werder Bremen im DFB-Pokal mit Adduktorenproblemen ausgewechselt worden. Eine genaue Diagnose wurde vom Verein nie öffentlich gemacht.

Hütter stimmt sich mit Pokalsieg 2018 ein

Trainer Adi Hütter hat sich unter anderem mit dem Pokalsieg von Eintracht Frankfurt vor zwei Jahren auf das Halbfinale am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) beim damals unterlegen Gegner Bayern München eingestimmt. Das 3:1 der Eintracht unter Trainer Niko Kovac sei „emotional sehr ergreifend“ gewesen, sagte er am Dienstag. Zugleich hoffe er, dass man „diese positiven Emotionen auch mitnehmen“ könne in das Spiel am Mittwoch.

Hütter hatte nach eigenen Angaben allerdings auch keine sportlich-taktischen Beweggründe, das Pokalfinale 2018 zu verfolgen, es habe es auch nicht in voller Länge mitbekommen. Er habe, berichtete der Österreicher, nach dem Zweitliga-Spiel zwischen dem HSV und Holstein Kiel am Montagabend „zum Genießen“ umgeschaltet.

Flick Dauerkartenbesitzer bei Eintracht Frankfurt

Bayern Münchens Trainer Hansi Flick hat indes angeblich „keine“ bleibenden Erinnerungen an das Finale von 2018. Er wisse nicht mal mehr, behauptete er am Dienstag, ob er beim letzten Spiel von Jupp Heynckes als Trainer der Münchner im Stadion gewesen sei. „Das ist Vergangenheit, das ist nicht so mein Ding.“

Allerdings verriet Flick, dass es in seiner Familie einen „Eintracht-Frankfurt-Fan“ gebe. Er sei deshalb auch noch Mitbesitzer von drei Jahreskarten von Eintracht Frankfurt.

Heidenheim verlängert mit Stammkeeper Müller

Aufstiegsanwärter Heidenheim hat den auslaufenden Vertrag mit Stammtorwart Kevin Müller um fünf Jahre bis 2025 verlängert. Der 29-Jährige kam 2015 von der Reserve des VfB Stuttgart zum Zweitligisten und absolvierte bislang 145 Pflichtspiele im Trikot der Heidenheimer.

„Ich habe beim FCH, im gesamten Vereinsumfeld und in Heidenheim meine fußballerische und private Heimat gefunden. Mit dem FCH kann ich bereits auf viele Highlights zurückblicken. Ich bin sehr froh, dass dieser Weg für mich im Sommer noch lange nicht zu Ende ist und hoffe, dass wir in Zukunft noch viele gemeinsame tolle und erfolgreiche Geschichten schreiben können“, sagte der Keeper über die Verlängerung.

Europa-League-Endrunde in Deutschland?

Deutschland geht als Mitfavorit in das Rennen um die Austragung der Europa-League-Finalrunde. Nach Medieninformationen dürfen Frankfurt mit dem Rhein-Main-Gebiet oder die NRW-Städte Gelsenkirchen, Düsseldorf und Köln auf einen Zuschlag der Uefa hoffen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, liegt eine Bewerbung aus Frankfurt und Umgebung vor. Laut Sportbuzzer haben auch die drei NRW-Städte Interesse bekundet. Der DFB wollte sich auf dpa-Anfrage am Dienstag nicht zum Kreis der möglichen Bewerber äußern.

Der Wettbewerb war wie die Champions League wegen der Corona-Pandemie im März mitten im Achtelfinale unterbrochen worden. Jetzt sollen alle noch ausstehenden Partien Mitte und Ende August in einer Region ausgetragen werden. Die Entscheidung über die Ausrichter der beiden Turniere trifft das Uefa-Exekutivkomitee bei seiner Sitzung am 17. und 18. Juni. Frankfurt hatte auch Interesse an der Ausrichtung der ähnlich konzipierten Champions-League-Finalrunde. Da gilt inzwischen aber Portugals Hauptstadt Lissabon als Favorit.

Ein mögliches Szenario für die Europa-League-Endrunde sieht vor, dass die teilnehmenden Mannschaften an einem Ort wohnen und die Begegnungen in verschiedenen Stadien der Umgebung ausgetragen werden. In diesem Fall hätte die Bewerbung aus NRW den Vorteil, dass alle Austragungsorte in einem Bundesland mit einheitlichen und derzeit weniger strengen Hygieneregeln liegen. Das wäre bei der Bewerbung des Rhein-Main-Gebiets mit Stadien in Frankfurt (Hessen), Sinsheim (Baden-Württemberg) und Mainz (Rheinland-Pfalz) anders.

In der Champions League sind aus der Bundesliga noch der FC Bayern München und RB Leipzig dabei, in der Europa League Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg.

Höwedes löst Vertrag in Moskau auf

Ex-Nationalspieler Benedikt Höwedes hat seinen Vertrag bei Lokomotive Moskau „in gegenseitigem Einvernehmen“ gelöst. Der Weltmeister von 2014 habe sich nach Club-Angaben „aus familiären Gründen“ entschieden, in Deutschland zu bleiben. Der Vertrag des 32 Jahre alte Abwehrspielers lief noch bis 2021.

Höwedes bedankte sich am Dienstag per Twitter auf Englisch und Russisch bei seinem Club, der ihn aus dem Vertrag ließ: „Thank you, @fclokomotiv_eng! It has been a pleasure! большое спасибо!“, lautete der Tweet, der übersetzt heißt: „Danke Lokomotive! Es war mir ein Vergnügen!“

Wie es für den früheren Schalker Abwehrspieler weitergeht, ist offen. Im Internet gab es bereits zahlreiche Stimmen, die Höwedes gern wieder auf Schalke sähen. Doch Stand jetzt ist dies ausgeschlossen, zumal sich der klamme Revierclub seinen ehemaligen Kapitän gar nicht mehr leisten könnte und einen Verjüngungsprozess anstrebt.

Wahrscheinlicher ist, dass Höwedes sein Engagement bei seinem Stammverein TuS Haltern verstärkt, der mit dem neuen Trainer Timo Ostdorf zur kommenden Saison in der Regionalliga West einen Strategiewechsel verfolgt und nach dem Bilbao-Modell voll auf heimische Spieler setzen will. Höwedes gehört seit neustem zum Strategie-Stab des aufstrebenden Clubs aus dem nördlichen Ruhrgebiet.

Preetz über Kalou: "Tut uns bis heute weh"

Hertha-Manager Michael Preetz bedauert weiterhin die Umstände der Suspendierung von Salomon Kalou. „Es tut uns bis heute weh, weil Salomon ein großartiger Mensch ist und ein großartiger Fußballer ist und eine großartige Zeit bei Hertha hatte“, sagte Preetz bei „kicker meets DAZN - der Fußball Podcast“.

Die Beurlaubung des 34 Jahre alten Offensivspielers sei nach dessen umstrittenen Corona-Video Anfang Mai allerdings unumgänglich gewesen. „Ich glaube, dass es für uns zu dem Zeitpunkt keine andere Wahl gab, als so zu entscheiden, wie wir es letztlich gemacht haben. Es tut uns weh bis heute“, sagte Preetz.

Kalou hatte mit einem Facebook-Video aus der Hertha-Umkleidkabine kurz vor dem Wiederbeginn der Bundesliga für Aufregung gesorgt, da er durch die Aktion Verstöße gegen die Corona-Regeln selbst begangen und dokumentiert hatte. „Dass es Kollateralschäden gab, das ist keine Frage“, sagte Preetz.

Kalou war von der Hertha noch am gleichen Tag suspendiert worden. Sein Vertrag bei den Berlinern läuft ohnehin Ende des Monats aus. „Ich bin sicher, ganz sicher, dass er unter Bruno (Labbadia) noch Einsatzzeiten bekommen hätte auf der grünen Wiese“, sagte Preetz.

Hertha BSC habe damals „nachvollziehbarerweise die ganze Welle der Entrüstung abbekommen“, meinte der Manager. Mittlerweile habe es aber auch Vorfälle bei anderen Clubs gegeben. „Es war ein sehr sensibler Zeitpunkt, wo die Liga auch in der Kritik stand. Wieso dürfen die denn wieder Fußball spielen und die Kinder dürfen nicht in die Schule oder in die Kitas und wir waren kurz vor dem Re-Start sozusagen.“

Depressionen: Ex-Lübecker will anderen helfen

Der an einer Depression erkrankte Dennis Hoins sieht in seinem Bekenntnis zum vorzeitigen Ende seiner Fußball-Karriere eine Ermunterung für andere Betroffene zu mehr Offenheit. Der 27-Jährige hatte am vergangenen Wochenende verkündet, wegen seiner Erkrankung seinen Vertrag beim Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck nicht zu verlängern und seine Laufbahn zu beenden. „Ich denke, damit kann ich anderen helfen, denen es ähnlich geht wie mir, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben“, sagte Hoins den Lübecker Nachrichten. Er sei mit seiner Erkrankung sehr offen umgegangen. „Mein Umfeld, meine Freunde – alle wussten Bescheid.“

Hoins hatte sein letztes Spiel für Lübeck in der Regionalliga Nord am 9. November 2019 bestritten. Die Erkrankung habe ihn „wie aus dem Nichts“ getroffen, sagte er. „Ich habe zwei-, dreimal pro Woche Therapiegespräche, das hilft mir, mir geht es schon wieder ganz gut“, versicherte der einstige Mittelfeldspieler. „Und ich habe meine Eltern, die mich sehr unterstützen – selbst die sind damals im November aus allen Wolken gefallen, als ich sie angerufen habe, um mich abzuholen in Lübeck, weil es mir so schlecht ging.“

Er werde weiterhin offensiv mit dem Thema umgehen. „Wie gesagt: Ich möchte durch den Weg über die Öffentlichkeit anderen helfen.“ Fußball will er künftig mit Freunden in seiner Umgebung spielen, wenn es die Lockerungen in der Corona-Zeit zulassen. „Und natürlich komme ich nach Lübeck, werde mit ein paar Kumpels vom VfB ’ne Kleinigkeit essen“, sagte Hoins.

Serie A passt Transferfenster an

Das Transferfenster im italienischen Spitzenfußball wird in diesem Jahr am 1. September geöffnet und läuft bis zum 5. Oktober. Die Verantwortlichen beschlossen eine Reihe von Veränderungen für die Saison der Serie A als Folge der Corona-Pause. Das Fenster für Wechsel starte damit zwei Monate später als geplant, hieß es. Als Daten für das Winterfenster nannte der Verband den 4. Januar bis zum 31. Januar 2021.

Der Fußballverband entschied außerdem, dass die Serie A bei einem erneuten Saisonabbruch wegen der Pandemie mit Playoffs entschieden werden soll. Sollte auch dies nicht möglich sein, soll ein auf dem Punkte-Durchschnitt basierender Algorithmus über die Abschlusstabelle und damit zum Beispiel über die Teilnehmer am Europapokal entscheiden, aber ohne einen Meister zu küren.

Profi hustet Polizisten an: "Ich habe Covid!"

Ein ehemaliger englischer Profi sitzt in Schottland in Haft, nachdem er Polizisten angehustet und beleidigt haben soll. Das berichtete der britische Sender BBC. Der frühere U20-Nationalspieler James Hurst, der früher unter anderem bei West Bromwich Albion unter Vertrag stand, hatte die Polizei demnach im April selbst wegen eines angeblichen Falls häuslicher Gewalt gerufen. Als die Beamten feststellten, dass es bereits einen Haftbefehl gegen Hurst gab, wurde der 28-Jährige laut dem Bericht aggressiv.

Der vereinslose Verteidiger, der bis Januar in der siebten Liga bei Hednesford Town gespielt hatte, beschimpfte die Beamten daraufhin als „schottische Sklaven“. Außerdem behauptete er, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, und drohte, sie anzuhusten und anzuspucken, was er schließlich auch tat. Vor Gericht räumte Hurst, der zuvor schon wegen Autofahrens unter Alkoholeinfluss aufgefallen war, seinen Ausraster ein. Mit einem Urteil wird am Monatsende gerechnet.

Spanien: Virtuelle Fans beim Restart

Wenn die spanische Liga am Donnerstag nach der Corona-Zwangspause ihren Betrieb aufnimmt, wird die Stadion-Atmosphäre zumindest für den Fernsehzuschauer fast wie immer sein. Wie die Liga vor dem Neustart bekannt gab, werden bei den Partien der beiden Topligen auf Wunsch maßstabsgetreue Bilder von Fans eingefügt und Zuschauer-Geräusche eingespielt.

Die virtuellen Fans sollen in der Option die Trikots der Heimmannschaft tragen und werden von einer norwegischen Firma (Vizrt) eingefügt. Wenn der Ball ruht, können beispielsweise Botschaften eingeblendet werden. Die Zuschauer-Geräusche werden vom amerikanischen Videospielentwickler EA Sports bereitgestellt.

"Wir haben diese Änderungen in der Übertragung vorgenommen, damit die Fans La Liga genießen können“, wird Liga-Präsident Javier Tebas auf der Homepage zitiert. „Wir sind in einer außergewöhnlichen Situation, aber für uns war es wichtig, dass wir uns anpassen und unseren Fans eine lockere und innovative Übertragung bieten.“

Hoffenheim trennt sich von Trainer Schreuder

Die TSG Hoffenheim hat überraschend die Zusammenarbeit mit Trainer Alfred Schreuder mit sofortiger Wirkung beendet. Wie die Kraichgauer am Dienstagmorgen mitteilten, einigten sie sich mit dem 47 Jahre alten Niederländer auf die sofortige Auflösung seines noch bis zum 30. Juni 2022 laufenden Vertrages. Als Grund für die Trennung gaben die Hoffenheimer „Differenzen über die Ausrichtung des Clubs sowie den weiteren gemeinsamen Weg“ an.

Schreuder war erst im vergangenen Sommer von Ajax Amsterdam zur TSG gestoßen und hatte die Nachfolge von Julian Nagelsmann angetreten. Von Oktober 2015 bis Januar 2018 hatte er jedoch bereits als Co-Trainer in Hoffenheim gearbeitet. Vier Spieltage vor Saisonende hat der Club auf Rang sieben noch gute Chancen auf das Erreichen des Europapokals.

"In wichtigen Detailfragen waren wir unterschiedlicher Auffassung, so dass eine Zusammenarbeit über das Saisonende hinaus keinen Sinn mehr macht“, erklärte Sportchef Alexander Rosen. Schreuder sagte: „Ich bedauere diese Entwicklung. Dass man unterschiedliche Meinungen hat, ist im Berufsleben aber nun einmal nicht ungewöhnlich. Man muss dann ehrlich miteinander sein und die entsprechenden Konsequenzen ziehen.“ Auch dessen Bruder und Co-Trainer Dick Schreuder (48) verlässt den Club.

Für den Rest der laufenden Saison verteilt Hoffenheim die sportliche Verantwortung auf mehrere Schultern. Das aktuelle Trainerteam um Matthias Kaltenbach, Michael Rechner und Timo Gross wird um den Fußballlehrer Marcel Rapp sowie den ehemaligen TSG-Profi Kai Herdling aus der clubeigenen Akademie erweitert.

Die Bundesliga-Trainerwechsel in der Saison 2019/20:

  1. Niko Kovac (Bayern München): 3. November 2019. Nachfolger: Hansi Flick
  2. Achim Beierlorzer (1. FC Köln): 9. November 2019. Nachfolger: Markus Gisdol
  3. Sandro Schwarz (FSV Mainz 05): 10. November 2019. Nachfolger: Achim Beierlorzer
  4. Ante Covic (Hertha BSC): 27. November 2019. Nachfolger: Jürgen Klinsmann
  5. Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf): 29. Januar 2020. Nachfolger: Uwe Rösler
  6. Jürgen Klinsmann (Hertha BSC): 11. Februar 2020. Nachfolger: Bruno Labbadia
  7. Martin Schmidt (FC Augsburg): 9. März 2020. Nachfolger: Heiko Herrlich
  8. Alfred Schreuder (TSG Hoffenheim): 9. Juni 2020. Nachfolger: Matthias Kaltenbach, Michael Rechner, Timo Gross, Marcel Rapp, Kai Herdling

Italien: Liga-Ausschluss bei Corona-Verstößen

Der italienische Fußballverband FIGC hat strenge Strafen für Clubs beschlossen, die gegen die Anti-Corona-Regeln verstoßen. Sollten Vereine keine Tests bei ihren Spielern durchführen, die Resultate verheimlichen oder sogar manipulieren, drohen hohe Geldstrafen bis hin zum Ausschluss aus der Meisterschaft.

Die FIGC benannte 31 Ärzte, die die Einhaltung der Sicherheitsprotokolle kontrollieren sollen. Der Verband hatte die Richtlinien gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Komitee CTS entworfen, das die Regierung in Rom im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie berät.

Die restlichen zwölf Spieltage der Serie A sollen ab dem 20. Juni nachgeholt werden. Zuvor soll der Pokal-Wettbewerb beendet werden.

Flamengo-Talent: BVB-Tauziehen mit Chelsea

Borussia Dortmund streitet mit dem FC Chelsea um das brasilianische Talent Gerson. Dies berichtet der Pay-TV-Sender SporTV unter Berufung auf den Vater des 23-Jährigen. Der vielseitig einsetzbare Mittelfeldspieler war im vergangenen Jahr eine der Stützen von CR Flamengo beim Gewinn des Meistertitels und der Copa Libertadores.

Beide Clubs würden bereits mit Spielerberater Giuliano Bertolucci verhandeln. Im Raum steht eine Ablöse in Höhe von 35 Millionen Euro. Gerson war 2016 nach Italien zum AS Rom gewechselt und in der Vorsaison an den AC Florenz ausgeliehen worden. Im Juli 2019 holte ihn Flamengo für 11,8 Millionen Euro nach Rio de Janeiro zurück.

Kniefall-Verbot: US-Weltmeisterinnen fordern Rücknahme

Die US-amerikanischen Weltmeisterinnen haben ihren Verband aufgefordert, seine umstrittene Hymnenpolitik aufzuheben. Zugleich solle er seine falsche Politik eingestehen und sich bei schwarzen Spielern und Fans entschuldigen. „Darüber hinaus glauben wir, dass der Verband seine Pläne darlegen sollte, wie er nun die Botschaft und die Bewegung unterstützen wird, die er vor vier Jahren zum Schweigen bringen wollte“, schrieb die Spielergewerkschaft des US-Teams in einer am Montagabend auf Twitter veröffentlichten Erklärung. Die Männer-Gewerkschaft schloss sich der Forderung an.

Am Dienstag soll sich US Soccer mit dem Thema befassen. Vorstandsmitglied Steve Malik spricht sich für eine Aufhebung aus. „In dieser Sache auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen, macht für mich sehr viel Sinn“, sagte Malik dem „Inquirer“.

Kapitän Megan Rapinoe (34) hatte im Jahr 2016 als Unterstützung für den schwarzen Ex-Quarterback der San Francisco 49ers Colin Kaepernick während der Hymne bei zwei Länderspielen niederkniet. Daraufhin erließ der Verband eine Bestimmung, wonach alle Teams bei der Hymne „respektvoll stehen sollen“.

Kaepernick, seitdem arbeitslos, demonstrierte mit der Geste gegen die Polizeigewalt gegen Schwarze und gegen Rassismus. In den USA gilt es als einer der schlimmsten Frevel, sich während der Hymne nicht patriotisch zu verhalten. Seit dem Erlass des Verbandes singt Rapinoe die Hymne aus Protest nicht mit.

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Die Hymnenpolitik des Verbandes halte „die Missverständnisse und Ängste aufrecht, die die wahre Bedeutung von Colin Kaepernick, Megan Rapinoe und anderen Athleten, die nicht knien, trüben“, hieß es in der Erklärung. Schwarze hätten in Amerika weiterhin nicht die gleichen Rechte wie Weiße, Polizeibrutalität und systemischer Rassismus seien im Land allgegenwärtig.

„Wir hätten in der Vergangenheit mehr tun können und sollen. Aber wir sind entschlossen, uns gegen rassistische, hasserfüllte und ungerechte Handlungen zu erheben, um Veränderungen herbeizuführen“, hieß es in dem Schreiben. Unter dem Motto „Black Lives Matter“ demonstrieren in den USA und weltweit seit Tagen tausende Menschen nach dem durch Polizeigewalt verursachten Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd.

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Hansi Flick: Keine Erlaubnis für Kinder-Besuch

Bayern-Trainer Hansi Flick hat seine Kinder und Enkel wegen der Corona-Pandemie längere Zeit nicht persönlich treffen können. „Die Zeit wäre sogar da gewesen“, sagte der 55-Jährige der Frankfurter Rundschau. „Aber die Erlaubnis nicht. Auch wir Trainer unterliegen den Quarantäne-Bestimmungen des medizinischen DFL-Konzepts. Das heißt: Nur die wirklich notwendigen sozialen Kontakte am Wohnort sind gestattet. Daran halten wir uns bei Bayern München sehr gewissenhaft.“

ManUnited trauert um ehemaligen Star-Verteidiger

Manchester Uniteds ehemaliger Star-Verteidiger Tony Dunne ist im Alter von 78 Jahren verstorben. United beschrieb ihn in einem Tweet als „einen unserer größten Verteidiger. Unser herzliches Beileid gilt den Angehörigen von Tony Dunne. Möge er in Frieden ruhen.“

Dunne war Teil der legendären United-Mannschaft um George Best und Bobby Charlton sowie Trainer Matt Busby, die im Endspiel im Europapokal der Landesmeister 1968 Benfica Lissabon mit 4:1 besiegte. Dunne spielte 13 Jahre für die Red Devils und absolvierte 535 Partien. Die 33-malige irische Nationalspieler gewann mit ManU zudem zweimal die Meisterschaft und einmal den FA Cup.

RB verliert Nachwuchscoach nach Belgien

Mit Alexander Blessin hat ein weiterer Nachwuchstrainer von RB Leipzig den Sprung zu einem Erstligisten geschafft. Der U19-Coach der Sachsen übernimmt den belgischen Erstligisten KV Oostende.

Blessin tritt die Nachfolge von Adnan Custovic an und erhält einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison. Der gebürtige Stuttgarter arbeitete seit Sommer 2012 als Trainer im Jugendbereich von RB Leipzig, zuletzt als Coach der U19.

( HA/sid/dpa )