Fußball-Ticker

Rassismus: Mainz führt Fan nach Kündigung vor

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 8. Juni 2020:

Kündigung wegen schwarzer Spieler - Mainz reagiert

Nach der Kündigung eines Vereinsmitglieds hat der 1. FSV Mainz 05 mit der Veröffentlichung des dazugehörigen Schriftwechsels ein starkes wie ungewöhnliches Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Wie der Bundesligist mitteilte, hatte das entsprechende Mitglied in der vergangenen Woche unter Verweis auf die aus seiner Sicht hohen Anzahl dunkelhäutiger Spieler in der Startelf gekündigt.

„Mittlerweile bekomme ich den Eindruck vermittelt, dass ich beim Afrika-Cup bin, anstatt in der deutschen Bundesliga“, schrieb der Fan. „Wenn deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein.“

Der Mainzer Fanservice konterte in seiner ebenfalls veröffentlichten Antwort unter anderem mit einem Verweis auf eine Vielzahl schwarzer Profis wie den deutschen U-21-Nationalspieler Ridle Baku, die im Verein eine langjährige Ausbildung durchlaufen hätten.

„Rassismus beginnt da, wo rassistische Gedanken geäußert wurden“, schrieben die Rheinhessen an das Ex-Mitglied gerichtet: „Wir freuen uns über Ihre Kündigung, da ihre Begründung offenbart, dass Sie nicht die Wertebasis besitzen, die unseren Verein auszeichnet.“​

Lockert die DFL das Hygienekonzept?

Die DFL plant offenbar eine Lockerung ihres Hygienekonzeptes. Wie der Kicker unter Berufung auf ein Schreiben an die 36 Profivereine berichtet, soll unter anderem die Maskenpflicht für die Ersatzspieler auf der Tribüne gelockert werden, sofern der Mindestabstand eingehalten wird. Damit solle das Hygienekonzept „an die zwischenzeitlichen Entwicklungen in der Gesamtgesellschaft“ angepasst werden.

Zuletzt hatten sich bereits zahlreiche Trainer und Verantwortliche angesichts sinkender Corona-Neuinfektionen für eine Lockerung ausgesprochen. „Mittlerweile ist es schwer nachvollziehbar, dass Menschen in Cafés ohne Mundschutz ihren Cappuccino trinken dürfen, während unsere Co-Trainer, die Ersatzspieler und wir Offiziellen auf der Tribüne mit großem Abstand und an der frischen Luft noch eine Maske tragen müssen“, sagte etwa Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler der Bild-Zeitung.

Weiterhin soll laut dem DFL-Schreiben die Zahl der zugelassenen Journalisten (derzeit zehn pro Stadion) und Fotografen (derzeit drei) erhöht werden. Auch für die kommende Saison haben demnach bereits Überlegungen stattgefunden. So soll unter dem Arbeitstitel „Re-Start 2“ ein Konzept zum Auftakt der Saison 2020/21 gestaltet werden, das von den strengen Maßnahmen im aktuellen Spielbetrieb abweicht.

Auch die Zulassung von Zuschauern wird bei der DFL ins Auge gefasst. Der Verband habe „bereits den Dialog mit dem Bundesgesundheitsministerium aufgenommen mit Blick auf die Möglichkeit, mit dem Saisonstart schrittweise Zuschauer zu den Spielen beider Ligen zuzulassen“, zitiert der Kicker DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Innenraumverbot für Eberl im Bayern-Spiel

Das DFB-Sportgericht hat Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl mit einem Innenraumverbot für das nächste Spiel bei Bayern München (Sonnabend, 18.30 Uhr/Sky) belegt.

Eberl hatte am Freitag beim 0:1 in Freiburg als erster Funktionär die Rote Karte gesehen, nachdem er sich unsportlich gegenüber dem Vierten Offiziellen Timo Gerach (Landau) geäußert hatte.

Eberl hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Eggestein macht Werder-Fans Mut

Werder Bremens Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein glaubt auch nach der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg weiter an den Klassenerhalt des Tabellenvorletzten. „Es ist nichts Unmögliches. Wir können das schaffen. Wir haben auch schon gezeigt, dass wir es können“, sagte der 23-Jährige am Montag beim Internet-Talk eines Werder-Sponsors. „Heute sind wir natürlich enttäuscht. Aber wir haben noch vier Spiele. Es geht jetzt darum, die drei Punkte Rückstand auf Düsseldorf aufzuholen, egal wie.“

Für die Bremer geht es nach dem Wolfsburg-Spiel nur noch darum, Fortuna Düsseldorf vom Relegationsplatz zu verdrängen. Der Rückstand auf den Tabellen-15. Mainz beträgt bereits sechs Punkte. „Dass das Selbstbewusstsein nicht besonders hoch ist bei uns, ist klar. Aber Angst ist der falsche Ratgeber“, sagte Eggestein. „Wir müssen, obwohl wir zuletzt wieder zwei Niederlagen kassiert haben, versuchen, selbstbewusst zu bleiben. Nur so kann man Fußball spielen. Wenn du dich versteckst, dann brauchst du nicht zu spielen.“ Nächster Gegner ist am Sonnabend Schlusslicht Paderborn.

Italien: Play-offs bei Saisonabbruch

Der italienische Fußballverband FIGC hat sich gegen die Serie A durchgesetzt. Im Falle eines Saisonabbruchs aufgrund neuer Corona-Infektionen soll mit Play-offs der Meister bestimmt werden. Ein Algorithmus soll über die Abschlussplatzierungen und damit die Teilnehmer am Europapokal und die Absteiger entscheiden. Der Verband lehnte mit 18:3 Stimmen die Forderung der Liga ab, in diesem Fall weder Meister noch Absteiger zu bestimmen.

Zwölf Spieltage stehen noch aus, sie sollen ab dem 20. Juni nachgeholt werden. Zuvor soll der Pokal-Wettbewerb beendet werden, auf dem Programm stehen noch die Halbfinal-Rückspiele zwischen Juventus Turin und dem AC Mailand sowie zwischen dem SSC Neapel und Inter Mailand am Freitag und Sonnabend. Das Finale ist für den 17. Juni angesetzt.

Höwedes vor Vertragsauflösung in Moskau

Ex-Weltmeister Benedikt Höwedes steht nach Bild-Informationen vor einer Vertragsauflösung bei Lokomotive Moskau. Höwedes selbst wollte sich am Montag auf Nachfrage nicht dazu äußern. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll die unklare Situation infolge der Corona-Pandemie dem 32 Jahre alte Abwehrspieler zu schaffen machen, so dass der Familienvater trotz seines noch bis 2021 laufenden Vertrages lieber bei seiner Familie in Deutschland bleiben wolle.

Wie es für den früheren Schalker weitergeht, ist offen. Einen neuen Club hat Höwedes noch nicht.

Die Saison in Russland soll am 21. Juni nach der Corona-Pause fortgesetzt werden. In der Tabelle steht der Hauptstadt-Club mit neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter St. Petersburg auf Platz drei. Höwedes hatte zuvor den Umgang im russischen Fußball mit der Coronavirus-Pandemie kritisiert.

"Enttäuscht": DFB weist VfB-Einspruch zurück

Der Einspruch des VfB Stuttgart gegen die 1:2-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden ist vom DFB-Sportgericht zurückgewiesen worden. Anlass für den Einspruch der Schwaben war eine umstrittene Elfmeter-Entscheidung in der Partie am 17. Mai. „Der Schiedsrichter hat ein strafbares Handspiel wahrgenommen und Elfmeter verhängt. Das war eine unanfechtbare Tatsachenentscheidung“, sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts.

Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte nach einem mutmaßlichen Handspiel von VfB-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui beim Stand von 1:1 in der Nachspielzeit der Partie auf Strafstoß für die Hessen entschieden - nach Rücksprache mit Video-Assistent Robert Kampka und, wie Tonaufnahmen der Kommunikation zwischen den beiden Unparteiischen belegen, ohne die Szene endgültig aufschlüsseln zu können. „Auf den Ablauf und die Qualität des Dialoges zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent kommt es nicht an. Der Video-Assistent ist für den Schiedsrichter ein zusätzliches Hilfsmittel bei der Vorbereitung seiner Entscheidung“, begründete Lorenz.

Durch diese Entscheidung bleibt der VfB in der 2. Bundesliga bei 52 Punkten nach 30 Spielen. „Wir sind enttäuscht über die Entscheidung des Sportgerichts, weil wir nach wie vor der Meinung sind, dass die Elfmeterentscheidung und damit das Endergebnis des Spiels durch einen klaren Regelverstoß zustande gekommen ist“, sagte der VfB-Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger. Ob der VfB Berufung gegen das Urteil einlegt, steht noch nicht fest.

Gladbach: Strobl und Johnson gehen

Borussia Mönchengladbach trennt sich im Sommer von Tobias Strobl und Fabian Johnson. „Tobias Strobl hat uns darüber informiert, dass er zum FC Augsburg wechseln möchte. Bei Fabian Johnson haben wir gemeinschaftlich entschieden, dass wir seinen Vertrag nicht verlängern werden“, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl auf der Vereinswebseite.

Strobl spielte in dieser Bundesliga-Saison zehn Mal für die Fohlen, in drei Partien stand der 30-Jährige in der Startelf. Strobls Vertrag endet genauso wie der von Johnson am 30. Juni. Der 32 Jahre alte Flügelspieler ist seit 2014 bei der Borussia unter Vertrag, hatte in dieser Spielzeit aber immer wieder muskuläre Probleme und kommt deshalb seit August nur auf 271 Einsatzminuten.

Nationalelf: Löw fürchtet keinen Niveauverlust

Joachim Löw fürchtet keinen Qualitätsverlust, wenn er mit der Nationalmannschaft nach monatelanger Corona-Pause wieder Spiele bestreiten darf. „Ein Nationalspieler bringt so viel Qualität mit, dass er grundsätzlich schnell in der Lage ist, verschiedene Anforderungen binnen kürzester Zeit umzusetzen, egal, ob im Verein oder der Nationalmannschaft“, sagte der Bundestrainer in einem DFB-Interview.

„Wofür es jedoch immer eine gewisse Zeit lang braucht, sind die Automatismen.“ Die könnten aber im Trainingslager vor der auf 2021 verschobenen EM wieder vervollkommnet werden. „Es kann sein, dass wir gerade im taktischen Bereich etwas mehr machen müssen als sonst, doch auch das werden wir hinbekommen. Wenn es wieder losgeht, werden wir bereit sein“, betonte Löw.

Löw hofft auf einen Neustart im September, wenn die neue Nations League beginnen soll. Der letzte Auftritt seines Teams ist inzwischen mehr als ein halbes Jahr her. „Innerhalb der Sportlichen Leitung sprechen wir mehrmals in der Woche miteinander, das ist auch unabhängig von Corona so“, sagte Löw.

„Wir tauschen uns aus über Spieler, über mögliche Trainingsinhalte und ähnliches. Natürlich sprechen wir aber auch über persönliche Dinge, gerade in dieser Zeit wäre es doch ungewöhnlich, dies auszuklammern.“ Darüber hinaus habe er auch mit einigen Trainerkollegen aus dem In- und Ausland telefoniert: „Die Welt schaut voller Anerkennung auf Deutschland und darauf, wie wir den Wiedereinstieg in den Ligabetrieb bewältigen.“

Messi wieder im Mannschaftstraining

Lionel Messi ist nach seiner leichten Muskelverletzung im rechten Oberschenkel wieder ins Mannschaftstraining des FC Barcelona eingestiegen. Der 32-jährige Argentinier steht damit dem Tabellenführer im ersten Spiel nach der Corona-Zwangspause am Sonnabend gegen Mallorca wohl zur Verfügung.

„Wir haben es unter Kontrolle, er ist völlig in Ordnung und wird keine Probleme mit Mallorca haben“, sagte Barça-Trainer Quique Setien am Montag. Die Katalanen führen die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen aus Madrid an.

Italien: Nächster Trainer an Corona erkrankt

In Italien wird die Liste der Serie-A-Trainer, die sich am Coronavirus infizierten und inzwischen genesen sind, länger. Auch Roberto D'Aversa (Parma Calcio) berichtete, sich Anfang März angesteckt zu haben. Er habe von der Infektion jedoch erst Mitte Mai erfahren, als er sich einem Antikörper-Test zum Wiederbeginn des Trainings unterzog.

„Nach dem Match gegen Ferrara am 8. März hatte ich ein wenig Fieber und starke Kopfschmerzen. Andere Symptome hatte ich nicht. Da bei mir keinerlei Abstrich genommen wurde, habe ich erst mit dem Antikörper-Test erfahren, dass ich mich infiziert hatte“, berichtete der Trainer laut der Tageszeitung Parma Today. D'Aversa berichtete, dass der ganze Club sich einer freiwilligen Quarantäne unterzogen habe. „Wir haben sehr verantwortungsvoll gehandelt und keine Personen gefährdet“, sagte der 44-Jährige.

Vor D'Aversa hatte bereits der Coach von Robin Gosens' Club Atalanta Bergamo, Gian Piero Gasperini, berichtet, dass er sich an Corona infiziert habe. Angesteckt hatte sich auch Beppe Iachini, Trainer des AC Florenz, des Clubs des Ex-Bayern-Stars Franck Ribéry.

Union-Zaunparty: Fanszene gespalten

In der Fanszene gehen die Meinungen auseinander, ob die Ansammlung von rund 30 Anhängern beim Bundesligaspiel am Sonntag zwischen Union Berlin und Schalke 04 (1:1) einen Nachahmungseffekt haben könnte. „Die Gefahr besteht auf jeden Fall. Heute sind es 30, morgen 300 und übermorgen 3000“, sagte Sigi Zelt, Sprecher von „ProFans“, dem SID: „Die Fanclubs werden jetzt auf ihre Mitglieder zugehen und Einfluss nehmen, damit das keine Nachahmer findet.“

Sprecher Rainer Vollmer vom Fanbündnis „Unsere Kurve“ sieht dagegen einen „Einzelfall, da wird es meiner Meinung nach keine Nachahmer geben“. Die bisherigen Geisterspiele seien alle „unproblematisch verlaufen“, die Fans seien „sehr diszipliniert“ gewesen. Vollmer geht davon aus, dass sich zumindest die organisierten Fangruppen auch weiterhin „an den Kodex halten“.

Am Sonntag hatten sich rund 30 Union-Fans am Stadion an der Alten Försterei versammelt und ihr Team mit im Innenraum deutlich hörbaren Anfeuerungen unterstützt. Dafür bedankten sich die Spieler nach dem Schlusspfiff, als sie auf Holzbänke stiegen und über den Zaun hinweg den Fans applaudierten. Die DFL wollte sich auf SID-Anfrage zu dem Vorfall nicht äußern.

Laut Clubangaben hätten die Union-Profis nicht gegen das DFL-Hygienekonzept verstoßen. „Die Spieler sind den Fans nicht zu nahe gekommen, das Verhalten entsprach der Distanzhaltung im Hygienekonzept“, sagte Pressesprecher Christian Arbeit: „Es war alles korrekt“.

Dies treffe auch auf das Fan-Verhalten im öffentlichen Raum zu, der laut DFL-Konzept in den Verfügungsbereich der Polizei fällt. „Die Polizei war vor Ort und hat kontrolliert, ob die Abstände eingehalten werden“, berichtete Arbeit. Es sei zu keinen Beanstandungen oder Platzverweisen durch die Polizei gekommen.

Berliner Polizei: Aufstockung bei Union-Spiel?

Die Berliner Polizei selbst hat bei der Aktion tatsächlich keine Verstöße gegen die geltenden Corona-Vorschriften festgestellt. Eine mögliche Aufstockung der Einsatzkräfte beim nächsten Heimspiel gegen Paderborn am 16. Juni schloss ein Polizeisprecher aber nicht aus. „Das ziehen wir in Betracht. Es gibt eine fortdauernde Lagebewertung“, hieß es am Montag auf Anfrage.

Am Sonntag waren insgesamt 100 Polizisten im Stadtteil Köpenick im Einsatz. Sollte es künftig durch Nachahmer der Fan-Feier zu Verstößen gegen Corona-Verordnungen kommen, könne man „schnell genug Kräfte“ bereit haben, hieß es.

Saarbrücken im Pokal vor "Sport-Geschichte"

Trainer Lukas Kwasniok geht mit Regionalligist 1. FC Saarbrücken optimistisch in das Halbfinale des DFB-Pokals gegen Bayer Leverkusen. „Wir haben als erster Viertligist im Halbfinale Vereins- und Fußball-Geschichte geschrieben“, sagte Kwasniok vor der Partie am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky). „Jetzt wollen wir Sport-Geschichte schreiben.“

Die Chancen schätzt der 38-Jährige dennoch realistisch ein. „Wir bleiben demütig, aber selbstbewusst“, sagte Kwasniok: „Von 100 Spielen gegen Leverkusen verlieren wir 99. Aber wir wollen den 9. Juni zum Feiertag im Saarland machen.“ Dass sein Verein seit drei Monaten kein Spiel absolviert hat, sei in Bezug auf die Fitness „grundsätzlich schon“ ein Nachteil: „Aber in einem Spiel spielt das keine große Rolle. Da kommt nach 60 Minuten das Adrenalin dazu und pusht dich durch das Spiel.“

Dass das Halbfinale zum Geisterspiel wird, sei zunächst ein Nachteil für den Außenseiter. „Wir haben unseren zwölften Mann verloren. Wir müssen es mit elf gegen elf richten“, sagte der Trainer: „Aber die Rahmen-Bedingungen sind vielleicht noch ein bisschen ungewöhnlicher.“ Insgesamt sehe er bei seinem Team „viele kleine Vorteile.“

Leipzig: Schwierige Verhandlungen um Schick

Die Verhandlungen zwischen RB Leipzig und AS Rom um eine feste Verpflichtung von Patrik Schick (24, zehn Saisontore) sind offenbar ins Stocken geraten. Wie die Gazzetta dello Sport berichtete, habe RB den Römern 20 Millionen Euro angeboten, was klar unter der vereinbarten Ablösesumme von 29 Millionen liegt.

Wegen der Corona-Krise dränge Leipzig auf eine Reduzierung der Ablösesumme. AS Rom sei zwar zu einem Preisnachlass bereit, will jedoch mindestens 25 Millionen Euro kassieren. Die Roma hat zurzeit mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen und setzt stark auf Schicks Ablösesumme zur Auffüllung der leeren Kassen. Eine Einigung könnte laut Gazzetta bei 23 Millionen Euro getroffen werden.

Labbadia mit Erklärung für Hertha-Lazarett

Für Javairo Dilrosun (Hertha BSC) ist die Saison vorzeitig beendet. Aufgrund einer Muskelverletzung kann der niederländische Nationalspieler in den restlichen vier Geisterspielen nicht mehr eingesetzt werden. Dilrosun hatte sich die Verletzung schon früh beim 0:1 bei Borussia Dortmund zugezogen. „Jetzt treten langsam die Folgen der langen Pause ein“, sagte Trainer Bruna Labbadia und wies auf die komplizierten Bedingungen beim Re-Start der Bundesliga hin. Hertha war nach nur einer Woche Mannschaftstraining wieder eingestiegen.

Die Ausfall-Liste bei den Berlinern wird mit Dilrosun noch länger. Der Argentinier Santiago Ascacibar und Talent Luca Netz können wegen Verletzungen ebenfalls im Saison-Endspurt nicht mehr mitwirken. Der Brasilianer Matheus Cunha hatte bis zum vergangenen Sonntag wegen einer Gehirnerschütterung absolutes Sportverbot. Auch Marvin Plattenhardt, Marius Wolf und Ersatztorwart Thomas Kraft fehlten zuletzt. Die Innenverteidiger Niklas Stark und Karim Rekik haben in der Vorwoche erst wieder mit dem Mannschaftstraining begonnen.

Jena muss um Stadionbau bangen

Drittliga-Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena muss um den geplanten Stadion-Neubau bangen. Wie die Thüringer Landeszeitung berichtet, bringen die Grünen zur nächsten Stadtratssitzung einen Beschlussantrag ein, der den Bau vorerst auf Eis legen soll. Demnach soll der Oberbürgermeister beauftragt werden, Verhandlungen mit den am Projekt Fußballarena beteiligten Unternehmen aufzunehmen, um den Stadionbau auszusetzen. Das Betreiberkonzept solle zunächst in Bezug auf Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie überprüft werden.

Dass diese Idee eine Mehrheit im Stadtrat findet, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Das 50-Millionen-Euro-Projekt erfährt bei den anderen Parteien breite Zustimmung. Es wurde im März nach jahrelangen Planungen vertraglich besiegelt.

Für den Traditionsclub wäre ein abgesagter Stadionbau ein enormer Rückschlag. Die Jenaer stehen nach dem 30. Spieltag abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Löw lobt Goretzka: "Aufmerksamer Zeitgeist"

Bundestrainer Joachim Löw hat den Charakter von Nationalspieler Leon Goretzka (25/Bayern München) gelobt und dessen gesellschaftliches Engagement hervorgehoben. „Leon weiß, dass er eine privilegierte Position hat. Er ist sich seiner Vorbildfunktion als Nationalspieler bewusst und engagiert sich für Dinge, die im Leben wichtig sind und Sinn für Mitmenschen ergeben“, sagte Löw im Kicker: „Man merkt, dass er über den Tellerrand hinausschaut.“

Der Mittelfeldspieler hat sich schon häufiger für gesellschaftliche Themen eingesetzt. Inmitten der Corona-Krise hatte Goretzka mit seinem Teamkollegen Joshua Kimmich Mitte März die Initiative „We kick Corona“ ins Leben gerufen, die beiden beteiligten sich mit einer Million Euro. Beim Thema Rassismus bezog Goretzka zuletzt ebenfalls mehrmals deutlich Stellung.

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Der gebürtige Bochumer sei „ein kritischer, insgesamt sehr aufmerksamer Zeitgeist, der genau verfolgt, was um ihn herum passiert“. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass 25-Jährige so standhaft sind und sich so klar und engagiert äußern, sagte Löw, der außerdem Goretzkas Bedeutung für die Nationalmannschaft betonte: „Wir vertreten Deutschland in der ganzen Welt. Da müssen wir mit unserem Auftreten bestimmte Werte vertreten. Das macht Leon.“

Halle vollzieht Trainerwechsel

Drittligist Hallescher FC hat Trainer Ismail Atalan nach nur fünf Spielen entlassen und Florian Schnorrenberg (43) als Nachfolger vorgestellt. Wie der Club mitteilte, sei der Schritt eine Reaktion auf das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz und die sportliche Fehlentwicklung. Halle steht nach dem 1:5 beim FSV Zwickau am vergangenen Sonnabend auf dem 17. Tabellenplatz.

"Die Art und Weise des Auftritts im Spiel gegen den direkten Konkurrenten aus Zwickau ließ uns keine andere Wahl", sagte Präsident Jens Rauschenbach: "Mit Florian Schnorrenberg wollen wir für die letzten acht Saisonspiele einen neuen Impuls setzen. Das Ziel ist klar: Wir wollen die Klasse unbedingt halten." Atalan hatte den Job Anfang Februar übernommen, in fünf Spielen allerdings nur einen Punkt geholt.

Im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim am Dienstag (20.30 Uhr/MagentaSport) darf Schnorrenberg jedoch noch nicht auf der Bank sitzen, da er noch nicht die geforderten zwei negativen Coronatests vorweisen kann. Der erste Test wurde am Montag absolviert, der zweite folgt 48 Stunden später. Gegen Mannheim wird Torwarttrainer Marian Unger das Team von der Seitenlinie aus betreuen.

China: Suspendierungen wegen Corona

Sechs Fußballspieler der chinesischen U19-Nationalmannschaft sind wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln für sechs Monate suspendiert worden. Wie der chinesische Verband (CFA) mitteilte, hätten die Spieler am 30. Mai den Trainingsstützpunkt verlassen, um bis spät in die Nacht feiern zu gehen. Zur Strafe mussten sie zudem selbstkritische Aufsätze verfassen.

Das Verhalten der Spieler wurde auch von den Vereinen sanktioniert, drei Akteuren von Shanghai SIPG sei zudem das Gehalt gestrichen worden, teilte der Verein mit. Man habe den Spielern „eine Standpauke gehalten und viele harte Worte gesagt“, erklärte U19-Trainer Cheng Yaodong.

Die U19 Chinas wird als Vorbereitung auf Olympia 2024 in Paris in der kommenden Saison in der dritten chinesischen Liga an den Start gehen.

Herrlich wegen Elfer-Szene in Rage

Trainer Heiko Herrlich hat nach einem nicht gegebenen Strafstoß für seinen FC Augsburg gegen den 1. FC Köln Schiedsrichterkritik geübt. „Einen klareren Elfmeter gibt's nicht“, monierte Herrlich nach dem 1:1 (0:0) am Sonntagabend. Der ehemalige Nationalstürmer bezog sich auf eine Szene in der 49. Minute, in der der Augsburger Noah Sarenren Bazee nach einem Duell mit den Kölnern Rafael Czichos und Ismail Jakobs im Strafraum zu Fall kam. Die Gegenspieler hätten „nicht einmal den Ball“ berührt, „der eine trifft ihn am Fuß, der andere zieht ihn mit der Hand runter“, beschrieb Herrlich die strittige Szene aus seiner Sicht.

Schiedsrichter Benjamin Cortus hielt nach dem Vorfall Rücksprache mit Video-Schiedsrichter Guido Winkmann, ein Elfmeter wurde aber auch nachträglich nicht gegeben. „Ich weiß wirklich nicht, was noch passieren muss. Da können wir wirklich aufhören mit Videokeller. So etwas ist ein Skandal. Das kann nicht sein, es geht hier darum, die Klasse zu halten“, schimpfte Herrlich bei Sky. „Da sitzt einer, der 30 Kilometer weg von Köln lebt.“ Winkmann wohnt nach DFB-Angaben in Kerken, das gut 80 Kilometer von Köln entfernt ist.

RB Leipzigs Frauen profitieren von Abbruch

Die Fußballerinnen von RB Leipzig steigen nach dem Abbruch der Saison als Tabellenführer der Regionalliga in die 2. Bundesliga auf. „Wir haben eine starke Saison gespielt und uns den Aufstieg verdient. Dafür haben wir in den letzten zwei Jahren ganz viel investiert. In der nächsten Saison wollen wir beweisen, dass wir zurecht in die 2. Liga gehören“, sagte Trainerin Katja Greulich.

Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hatte den Abbruch der Regionalliga-Saison beschlossen und das Aufstiegsrecht der RB-Frauen als Tabellenführer festgelegt. Zuvor hatte der DFB-Bundestag den Weg dafür freigemacht, dass die Bewerber aus den Regionalverbänden aufgrund der besonderen Umstände in diesem Sommer ohne die sonst erforderlichen Relegationsspiele aufsteigen dürfen.

Sterling: Rassismus ist "die einzige Krankheit"

Der englische Nationalspieler Raheem Sterling (25) hat sich erneut gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit ausgesprochen. Rassismus sei im Moment „die einzige Krankheit, die wir bekämpfen“, sagte der Angreifer von Manchester City in einem BBC-Interview: „Das ist das Wichtigste momentan, denn es ist etwas, das seit Jahren geschieht. Genau wie bei der Pandemie wollen wir eine Lösung finden, um es zu stoppen.“

Die weltweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA unterstützt Sterling. „Sie versuchen, eine Lösung und einen Weg zu finden, die Ungerechtigkeit zu stoppen, und sie kämpfen für ihre Sache“, sagte der Spieler von Teammanager Pep Guardiola: „Solange sie das friedlich und sicher machen, dabei niemanden verletzen und in keine Geschäfte einbrechen, sollen sie weiter friedlich protestieren.“

Sterling war in der Vergangenheit bereits selbst während Spielen in England rassistisch beleidigt worden. Dagegen will er in Zukunft entschlossener vorgehen und andere Fußballer dazu bringen, „darüber nachzudenken, was sie tun können, um den Menschen in diesem Land eine gleiche Chance zu geben“, sagte Sterling. Man müsse mehr tun, als nur zu reden. „Wir müssen Veränderungen tatsächlich umsetzen und die Orte hervorheben, die Veränderungen brauchen“, sagte er.