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Der Fußball-Ticker am Sonnabend, den 6. Juni 2020:

Dortmund hat Champions-League-Ticket fast sicher

Borussia Dortmund hat die Patzer der Konkurrenz genutzt und das Champions-League-Ticket fast gelöst. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre besiegte Hertha BSC mit 1:0 (0:0) und hat bei noch vier ausstehenden Spielen sieben Punkte Vorsprung auf Platz fünf.

Nationalspieler Emre Can (58.) traf für den Vizemeister und sorgte damit für die erste Niederlage für Bruno Labbadia in seinem fünften Spiel als Hertha-Coach. Die kleinen Europacup-Hoffnungen des Hauptstadtklubs erhielten einen Dämpfer.

Vor dem Anpfiff setzten beide Mannschaften mit einem Kniefall ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Die BVB-Spieler hatten sich beim Aufwärmen mit entsprechenden T-Shirts schon klar positioniert.

Bayern siegen wieder eindrucksvoll

Trotz anfänglicher Mühe hat der FC Bayern mit einem souveränen Sieg bei Bayer Leverkusen den nächsten Schritt zur achten Meisterschaft in Serie gemacht. Die Münchner setzten sich nach 0:1-Rückstand mit 4:2 (3:1) durch. RB Leipzig kassierte beim 1:1 (1:0) gegen den Letzten SC Paderborn in Unterzahl spät den Ausgleich. Im Abstiegskampf kam Fortuna Düsseldorf trotz Überzahl und Führung nicht über ein 2:2 (1:1) gegen die TSG Hoffenheim hinaus. Der FSV Mainz holte mit einem 2:0 (1:0) im Derby bei Eintracht Frankfurt einen wichtigen Sieg.

Für die Münchner begann die Partie mit einem frühen Schreck. Lucas Alario brachte die Werkself, die kurzfristig auf den verletzten Kai Havertz verzichten musste, in Führung (9. Minute). Doch Kingsley Coman (27.), Leon Goretzka (42.) und Serge Gnabry (45.) drehten die Partie. Robert Lewandowski erhöhte (66.), Florian Wirtz verkürzte (89.).

In Leipzig bereitete Timo Werner, der laut Medien vor einem Wechsel zum FC Chelsea steht, die Führung durch Patrik Schick vor (27.). Dayot Upamecano schwächte die Gastgeber durch seine Gelb-Rote Karte (43.), Paderborn traf durch Christian Strohdiek zum 1:1 (90.+2). RB verpasste den Sprung auf Rang zwei, Paderborn liegt trotz des Remis vier Spieltage vor Schluss acht Zähler hinter dem Relegationsrang.

Mainz dagegen kann mit nun 31 Punkten auf Rang 15 zumindest etwas aufatmen. Moussa Niakhaté (43.) und Pierre Kunde Malong (77.) sicherten den Gästen den wichtigen Sieg im Rhein-Main-Derby. Die Hessen sind mit 35 Zählern weiterhin noch nicht endgültig gerettet.

Turbulent startete die Partie in Düsseldorf: Nach der Fortuna-Führung durch Rouwen Hennings (5.) sah Hoffenheims Benjamin Hübner die Rote Karte (9.). Hoffenheim glich durch Munas Dabbur aus (16.), ein Tor von Hennings wurde nach Videobeweis nicht gegeben. Hoffenheims Steven Zuber (61.) und erneut Hennings (77.) trafen in der zweiten Halbzeit. Düsseldorf liegt nun drei Zähler vor dem 17. Werder Bremen, der Sonntag gegen Wolfsburg spielt.

Jüngster Torschütze: Wirtz verdrängt Sahin

Leverkusens Florian Wirtz (r.) im Zweikampf mit Bayerns Alphonso Davies.
Leverkusens Florian Wirtz (r.) im Zweikampf mit Bayerns Alphonso Davies. © Imago/Poolfoto

Für Leverkusens Florian Wirtz gab es bei der Heimpleite gegen die Bayern ein nettes Trostpflaster: Mit seinem Ehrentreffer zum 2:4 kurz vor Schluss machte sich das Offensiv-Talent zum jüngsten Torschützen der bisherigen Bundesliga-Geschichte.

Mit 17 Jahren und 34 Tagen verdrängte er Nuri Sahin auf Rang zwei. Der heutige Werder-Profi hatte sein erstes Tor für Borussia Dortmund am 26. November 2005 im Alter von 17 Jahren und 82 Tagen erzielt.

In der 89. Minute düpierte Leverkusens Florian Wirtz (nicht im Bild) Manuel Neuer.
In der 89. Minute düpierte Leverkusens Florian Wirtz (nicht im Bild) Manuel Neuer. © Imago/Poolfoto

Die jüngsten Torschützen der Bundesliga-Geschichte

1. Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund)

Am 18. Dezember 2020 im Alter von 16 Jahren und 28 Tagen

2. Florian Wirtz (Bayer Leverkusen)

Am 6. Juni 2020 im Alter von 17 Jahren, 1 Monat und 3 Tagen

3. Nuri Sahin (Borussia Dortmund)

Am 26. November 2005 - 17 Jahre, 2 Monate und 21 Tagen

4. Julian Draxler (Schalke 04)

Am 1. April 2011 - 17 Jahre, 6 Monate und 12 Tage

5. Timo Werner (VfB Stuttgart)

Am 22. September 2013 - 17 Jahre, 6 Monate und 16 Tage

6. Jamal Musiala (Bayern München)

Am 18. September 2020 - 17 Jahre, 6 Monate, 23 Tage

7. Christian Pulisic (Borussia Dortmund)

Am 17. April 2016 - 17 Jahre, 6 Monate und 30 Tage

8. Lars Ricken (Borussia Dortmund)

Am 11. März 1994 - 17 Jahre, 8 Monate und 1 Tag

9. Ibrahim Tanko (Borussia Dortmund)

Am 1. April 1995 - 17 Jahre, 8 Monate und 7 Tage

10. Jann-Fiete Arp (Hamburger SV)

Am 28. Oktober 2017 - 17 Jahre, 9 Monate und 22 Tage

11. Kai Havertz (Bayer Leverkusen)

Am 2. April 2017 - 17 Jahre, 9 Monate und 25 Tage

12. Mark-Andre Kruska (Borussia Dortmund)

Am 21. Mai 2005 - 17 Jahre, 10 Monate und 22 Tage

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Mainzer Torschütze Kunde kniet beim Jubel

Pierre Kunde Malong (Mainz 05) hat nach seinem Tor zur 2:0-Führung im Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt ein Zeichen gesetzt. Der 24 Jahre alte Kameruner ging nach dem Treffer in der 77. Minute auf ein Knie – mit dieser Geste hatte 2016 bereits Footballprofi Colin Kaepernick in den USA gegen Polizeigewalt und Rassismus protestiert.

In der Bundesliga hatten in der vergangenen Woche mehrere Profis mit Gesten an den Tod des Afroamerikaners George Floyd in Folge eines brutalen Polizeieinsatzes erinnert. Eine Bestrafung dafür gibt es nach einer entsprechenden DFB-Entscheidung nicht.

Paderborns Gjasula stellt Kartenrekord ein

Mittelfeldspieler Klaus Gjasula (SC Paderborn) hat den Rekord für die meisten Gelben Karten in einer Bundesliga-Saison eingestellt. Der 30 Jahre alte Kapitän der Ostwestfalen erhielt am Sonnabend im Auswärtsspiel gegen RB Leipzig seine 16. Verwarnung.

Da drückte er noch die Daumen: Paderborns Kapitän Klaus Gjasula vor dem Anpfiff in Leipzig.
Da drückte er noch die Daumen: Paderborns Kapitän Klaus Gjasula vor dem Anpfiff in Leipzig. © Getty Images/Poolfoto

In der 22. Minute kam Gjasula im Zweikampf gegen Nordi Mukiele zu spät uns sah von Schiedsrichter Deniz Aytekin Gelb. Damit schloss der albanische Nationalspieler zum Polen Tomasz Hajto auf, der 1998/99 im Trikot des MSV Duisburg ebenfalls 16 Gelbe Karten gesehen hatte.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann Gjasula zuletzt in Schutz genommen. "Er ist kein brutaler Treter finde ich, es ist jetzt nicht so, dass er die Leute aus den Schuhen raus tritt, da sind auch viele taktische Fouls dabei", sagte Nagelsmann vor dem Spiel. Gjasula spiele nicht unfair.

3. Liga: Siege für Duisburg und Waldhof

Tabellenführer MSV Duisburg ist in der 3. Liga wieder auf den Erfolgspfad zurückgekehrt. Gegen den Chemnitzer FC gelang durch Treffer von Lukas Daschner (11.) und Moritz Stoppelkamp (80.) ein schwer erkämpfter 2:1 (1:0)-Erfolg. Rafael Garcia (54.) markierte den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Mit 51 Punkten führen die Zebras das Klassement an.

Aufsteiger Waldhof Mannheim punktete im Aufstiegsrennen durch das 2:1 (0:1) gegen Viktoria Köln ebenfalls dreifach. Sven Kreyer (36.) traf zum 1:0 für die Rheinländer, Gian-Luca Korte (47./84.) sorgte per Doppelpack für die Wende zugunsten der Kurpfälzer. Waldhof ist Tabellenzweiter mit einem Punkt Rückstand auf Duisburg.

9. Minute: Fiete Arp (l.) verletzt sich beim 1:0 nach Vorarbeit von Woo-Yeong Jeong.
9. Minute: Fiete Arp (l.) verletzt sich beim 1:0 nach Vorarbeit von Woo-Yeong Jeong. © Getty Images

Dritter ist die zweite Mannschaft von Bayern München nach dem 1:1 (1:1) im Spitzenspiel bei Eintracht Braunschweig. Der Ex-Hamburger Jann-Fiete Arp (10.) brachte den FC Bayern in Führung, Martin Kobylanski (12., Foulelfmeter) traf zum Ausgleich. Beide Team beendeten die Partie nur mit zehn Mann: Münchens Josip Stanisic sah wegen unsportlichen Verhaltens Rot (13.), Felix Burmeister auf der Gegenseite Gelb-Rot (90.+4). Zuletzt hatten die kleinen Bayern vier Siege in Folge gefeiert.

1860 München unterlag den Würzburger Kickers 1:2 (0:1). Fabio Kaufmann (14./62.) traf doppelt für die Mainfranken. Der FSV Zwickau setzte sich im Ost-Kellerduell gegen den Halleschen FC mit 5:1 (1:0) durch. Der SV Meppen unterlag Ex-Bundesligist Hansa Rostock 0:3 (0:2). HSV-Leihspieler Aaron Opoku (8./28.) war zweifacher Torschütze für die Mecklenburger.

Der 1. FC Magdeburg hatte sich schon am Freitag nicht von den Abstiegsrängen absetzen können. Die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz kam gegen den KFC Uerdingen nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.

Bielefeld schwächelt, Dresden lebt noch

Zweitliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld hat im Kampf um den Aufstieg einen weiteren Heim-Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus kam nicht über ein 1:1 (1:1) gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg hinaus und und wartet nach dem Wiederbeginn weiter auf den ersten Heimsieg.

Was anfangen mit dem Punktgewinn? Bielefeld-Coach Neuhaus (r.) im Körpersprachen-Duell mit Nürnbergs Philipp Heise.
Was anfangen mit dem Punktgewinn? Bielefeld-Coach Neuhaus (r.) im Körpersprachen-Duell mit Nürnbergs Philipp Heise. © Getty Images

Schon gegen den VfL Osnabrück hatte es nur ein 1:1 gegeben. Mit 57 Punkten hat Arminia aber vorerst komfortable acht Punkte Vorsprung auf den Dritten HSV.

Im Abstiegskampf feierte Schlusslicht Dynamo Dresden einen wichtigen 3:2 (2:2)-Sieg beim Vorletzten SV Wehen Wiesbaden und hat zudem noch zwei Nachholspiele. Jahn Regensburg kam zu einem klaren 3:0 (1:0) gegen das zuletzt starke Darmstadt 98.

Wolfsburgs Frauen vor erneutem Titelgewinn

Serienmeister VfL Wolfsburg ist ein erneuter Titelgewinn in der Frauen-Bundesliga kaum mehr zu nehmen. Die Niedersachsen setzten sich gegen Rekordmeister 1. FFC Frankfurt problemlos mit 5:1 (3:0) durch und bauten damit den Vorsprung auf den Tabellenzweiten FC Bayern München nach 18 von 22 Spieltagen vorerst auf elf Punkte aus. Die Münchnerinnen treffen am Sonntag auswärts auf Turbine Postdam (14 Uhr).

Kapitänin Alexandra Popp brachte den VfL in der 5. Minute in Führung, die weiteren Wolfsburger Tore erzielten Fridolina Rolfö (37.), Svenja Huth (45., 69.) und Ewa Pajor (51.). Für den FFC traf Laura Freigang (56.).

Christian Streich als Jubel-Boxer

Herr Streich haut einen raus: Der SC-Trainer war am Freitagabend
Herr Streich haut einen raus: Der SC-Trainer war am Freitagabend "on fire". © Imago/Poolfoto

Christian Streich ist ein Unikum. Am Freitagabend untermauerte der Trainer des SC Freiburg diesen Status mit einer äußerst eigenwilligen Jubel-Inszenierung. Nach dem 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach, mit dem die Freiburger (41 Punkte) das Abstiegsgespenst wohl endgültig aus dem Breisgau vertrieben, sprang Streich im Freiburger Bereich nahezu alles an, was sich ihm in den Weg stellte.

Wie ein Boxer kämpfte er sich überbordend durch das Funktionsteam um den ehemaligen St.-Paulianer Florian Bruns. Höhepunkt: Eine satte rechte Gerade gegen Co-Trainer Lars Voßler. Wer einstecken kann – am elften Spieltag wurde der 54-Jährige selbst Opfer eines Bodychecks des Frankfurter Kapitäns David Abraham – kann eben auch austeilen.

Im Internet wird Streichs Jubel-Kampf auch vor dem Hintergrund der herrschenden Corona-Regeln entsprechend kontrovers kommentiert. Hier können Sie sich ein eigenes Urteil bilden:

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"Absurd": Werder-Ärger über Ersatzbank-Kritik

Werder-Sportchef Frank Baumann hat auf die Kritik am Verhalten der Bremer Betreuer und Ersatzspieler während der Geisterspiele mit deutlichen Worten reagiert. "Die Atmosphäre zu kritisieren, ist abenteuerlich, absurd", sagte der frühere Nationalspieler am Sonnabend in einer virtuellen Pressekonferenz. "Wir würden vor einem Spiel gegen Borussia Dortmund auch nicht darum bitten, dass die Südtribüne leise sein soll."

Die Profis des Tabellenvorletzten erhalten im Abstiegskampf seit mehreren Spielen lautstarke Unterstützung von der Ersatzbank. "Wir pushen unsere Mannschaft so, wie sie es in der besonderen Situation benötigt", sagte Baumann. "Wenn wir die Mannschaft anfeuern und nach vorne treiben, kann ich dabei nichts Schlechtes finden."

Zuletzt hatte Frankfurts Trainer Adi Hütter nach dem 3:0-Erfolg der Eintracht am Mittwoch in Bremen vor allem Torwart-Trainer Christian Vander dafür kritisiert, "bei jeder Entscheidung hochzuspringen", und gesagt: "Das hat etwas mit Respekt zu tun."

Vor dem Nord-Duell am Sonntag (13.30 Uhr/DAZN und Amazon Prime) mit Wolfsburg hatte auch VfL-Coach Oliver Glasner moniert, dass die Hanseaten "alles versuchen, um es dem Gegner so schwer wie möglich" zu machen. "Auf dem Platz und auch abseits des Platzes. Da machen sie einen ziemlichen Tohuwabohu und Radau", sagte Glasner. "Wir alle wollen eine gewisse Atmosphäre. Mit wenigen Leuten machen wir gute Stimmung", entgegnete Baumann.

Infantino zu Fan-Frage: "Müssen geduldig sein"

Fifa-Präsident Gianni Infantino rechnet in der Corona-Krise offenbar nicht mit einer raschen Rückkehr von Fans in die Stadien. "Toleranz und Verständnis sind in diesen Zeiten sehr wichtig. Und wir dürfen natürlich auch nicht vergessen, dass es einen Platz für die Fans geben muss. Fußball ohne Zuschauer ist nicht dasselbe, aber wir müssen geduldig sein bei der Frage, wann die Fans wieder in die Stadien zurückkehren können", sagte der Schweizer in einer an alle 211 Fifa-Mitgliedsländer verschickten Videobotschaft.

Beim ungarischen Pokalfinale zwischen Honved und Mezokovesd Zsory waren am Mittwoch bereits wieder Zuschauer in der Budapester Arena erlaubt.
Beim ungarischen Pokalfinale zwischen Honved und Mezokovesd Zsory waren am Mittwoch bereits wieder Zuschauer in der Budapester Arena erlaubt. © Imago/PuzzlePix

"Wir arbeiten auch weiterhin unermüdlich, aber auch diskret und respektvoll daran, Schritt für Schritt über diese zeitweiligen Maßnahmen hinauszugehen, und gleichzeitig verantwortungsbewusst dafür zu sorgen, dass die Fans wieder sicher in die Stadien kommen können", versprach der 50-Jährige.

Durch eine Reihe von Online-Diskussionen unter den nationalen Fußball-Verbänden will Infantino nach Lösungen "für einen noch besseren Fußball in der Zukunft" suchen. Unter anderem soll es dabei um in der Corona-Krise wieder aufgekommene Themen wie Gehaltsobergrenzen und finanzielle Steuermechanismen sowie die Frage nach der Belastung der Spieler und Wettbewerbsformate gehen. Man wolle "keine Entscheidungen als kleine Gruppe in irgendwelchen Hinterzimmern treffen. Diese Zeiten sind definitiv vorbei!", beteuerte Infantino.

Hopp-Schmähungen: DFB begnadigt Clubs

Die Verfahren von Kontrollausschuss und Sportgericht des DFB gegen diverse Clubs aufgrund der Verunglimpfung von Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp (80) sind ebenfalls eingestellt worden. Dies berichtet die ARD-"Sportschau".

Am Freitag hatte der Verband mitgeteilt, dass alle noch anhängigen Verfahren aus dem Jahr 2020 gegen Vereine aus der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga eingestellt werden, die bislang noch nicht rechtskräftig abgeschlossen wurden. Im Frühjahr war Hopp in einigen Spielen von Anhängern durch Transparente und Banner beleidigt worden.

Ende Februar wurde das Spiel Hoffenheim gegen Bayern (0:6) wegen Schmähungen aus der Gästekurve gegen Dietmar Hopp (l.) abgebrochen.
Ende Februar wurde das Spiel Hoffenheim gegen Bayern (0:6) wegen Schmähungen aus der Gästekurve gegen Dietmar Hopp (l.) abgebrochen. © Imago/Jan Hübner

Der DFB bestätigte der "Sportschau", dass alle Verfahren gegen Vereine eingestellt werden, die Spiele aus dem Jahr 2020 betreffen. Damit sind Anklagen vor dem Sportgericht wegen der Beleidigungen auf Transparenten oder der Darstellung von Hopps Gesicht im Fadenkreuz Anfang des Jahres nicht mehr möglich.

Als Grund für die am Freitag verkündeten Verfahrenseinstellungen wurde vom DFB die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen für die Clubs angegeben.

Serie A bei Abbruch ohne Meister und Absteiger?

Die Serie A hat laut Medienberichten einen Plan gebilligt, nach dem es im Falle eines Saisonabbruchs keinen Meister und keine Absteiger geben könnte. Die Entscheidung haben die Clubs demnach am Freitagabend getroffen. Sie soll am Montag mit dem italienischen Verband FIGC bei einem Treffen besprochen werden. Die Serie A soll ihren Spielbetrieb nach einer dreieinhalb Monate langen coronabedingten Pause am 20. Juni fortsetzen. Es stehen noch zwölf Spieltage aus.

Der FIGC hatte zuvor ein Rechenverfahren vorgeschlagen, um im Falle einer erneuten Unterbrechung über Meister und Absteiger zu entscheiden. Die Vereine der Serie A wollen nun, dass der Meistertitel nur dann vergeben wird, wenn er zum Zeitpunkt der Unterbrechung bereits rechnerisch gesichert ist. Diese Regel soll auch für den Abstieg der drei letztplatzierten Mannschaften gelten.

Peters kann nach Schalke-Aus bei DFL bleiben

Der bei Schalke Ende dieses Monats als Finanzvorstand ausscheidende Peter Peters kann seine Ämter bei der DFL für die Dauer seiner Wahl behalten. Das geht aus der Satzung des DFL e.V. hervor. Schalke hatte am Freitag bekanntgegeben, dass der 57 Jahre alte Peters darum gebeten habe, seinen Vertrag zum 30. Juni nach 27 Jahren zu lösen.

Bei der DFL ist Peters seit dem 21. August 2019 erster Stellvertretender Sprecher des Präsidiums und damit Stellvertreter von DFL-Chef Christian Seifert sowie Aufsichtratsvorsitzender der DFL GmbH. Beim DFB ist Peters Vizepräsident.

Die Amtszeit beträgt drei Jahre – Peters darf seine Funktionen also bis zu den Neuwahlen durch die Mitgliederversammlung bis August 2022 behalten. Die Ausübung dieser Ämter ist bei einem bereits gewählten Vertreter nicht an eine Funktion in einem Profiverein geknüpft. Derzeit ist beispielsweise auch Bernd Hoffmann noch Mitglied des DFL-Aufsichtsrats, obwohl er beim HSV im April als Vorstandsvorsitzender ausgeschieden war.