Fußball-Ticker

Fiete Arp & Co. knien für George Floyd nieder

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 3. Juni 2020:

Braunschweig rückt an Aufstiegsplätze ran

Eintracht Braunschweig hat in der 3. Liga einen weiteren großen Schritt Richtung Aufstiegsplätze gemacht. Die Niedersachsen gewannen mit 1:0 (1:0) beim Halleschen FC und sind nach dem zweiten Sieg nach der mehr als zweimonatigen Corona-Pause jetzt punktgleich mit dem bisherigen Tabellenzweiten Unterhaching.

Das Siegtor erzielte Steffen Nkansah in der 34. Minute. Der Braunschweiger Verteidiger fiel danach auf die Knie, um sich den weltweiten Protesten gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd anzuschließen.

Maradona verlängert bei Gimnasia La Plata

Fußball-Ikone Diego Maradona bleibt Trainer beim argentinischen Erstligisten Gimnasia y Esgrima La Plata. Wie der Verein euphorisch bekannt gab, hat der Weltmeister von 1986 seinen Vertrag um ein Jahr bis 2021 verlängert. "Herzlichen Glückwunsch an Gimnasia und eine Umarmung an ihre wundervollen Fans! Mein Herz ist blau und weiß. Lasst uns den Rest erledigen“ ,sagte der 59-Jährige zu seinem Verbleib.

Derzeit belegt Maradonas Team den 19. Tabellenplatz in der Superliga, in der insgesamt 24 Mannschaften antreten. Das letzte Spiel von Gimnasia, eine 0:1-Niederlage gegen Ligaprimus Boca Juniors, liegt aufgrund der Coronavirus-Pandemie fast drei Monate zurück.

Bayern und Münster knien am Mittelkreis nieder

Die Spieler der Drittligisten FC Bayern München II und SC Preußen Münster haben ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt und ihre Solidarität mit dem ermordeten Afroamerikaner George Floyd bekundet. Vor dem Anpfiff der Partie knieten die Akteure, darunter auch der ehemalige HSV-Profi Fiete Arp, um den Anstoßkreis nieder. Lediglich das Schiedsrichtertrio blieb stehen.

Der SC Preußen Münster kommentierte die Szene beim Kurznachrichtendienst Twitter mit den Worten: „Niemand soll vor einem anderen das Knie beugen müssen. Es sei denn, er tut es freiwillig. Aus Respekt. Als Zeichen der Demut. NEIN ZU RASSISMUS!“ Das Spiel endete mit 3:2 für München, Arp blieb ohne eigenen Treffer und wurde in der 58. Minute beim Stand von 2:2 ausgewechselt.

Dresden verliert auch bei Hannover 96

Die Luft für Zweitligist Dynamo Dresden wird immer dünner. Das durch die Corona-Quarantäne gebeutelte Team von Markus Kauczinski verlor auch sein zweites Spiel nach dem unfreiwillig verspäteten Restart bei Hannover 96 klar und deutlich mit 0:3 (0:3).

Marvin Ducksch (10.), John Guidetti (17.) und Edgar Prib (45.+1) sorgten für einen ungefährdeten 96-Sieg. Mit 39 Punkten hat die Elf von Kenan Kocak den Klassenerhalt nahezu sicher. Die Sachsen dagegen bleiben mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz am Tabellenende stehen. Dresden hat noch zwei Nachholpartien in der Hinterhand – es warten sechs Partien in den nächsten 17 Tagen auf das Schlusslicht.

Gomez verlässt den VfB Stuttgart

Ex-Nationalstürmer Mario Gomez wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim VfB Stuttgart offenbar nicht verlängern. Ob der 34-Jährige dann auch seine Karriere beendet, soll laut der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ noch nicht feststehen. Möglich scheint auch ein erneuter Wechsel ins Ausland.

George Floyd: DFB verzichtet auf Strafe gegen Sancho

Der DFB wird die Solidaritätsbekundungen von Jadon Sancho, Achraf Hakimi, Marcus Thuram und Weston McKennie nicht bestrafen. „Diese Linie will das Gremium auch bei neuerlichen Anti-Rassismus-Aktionen anlässlich des gewaltsamen Todes George Floyds an den kommenden Spieltagen beibehalten“, teilte der Verband mit.

„Ich begrüße den weitsichtigen Beschluss des DFB-Kontrollausschusses ausdrücklich und bin sehr froh darüber“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller. Der Verband trete entschieden gegen jede Form von Rassismus ein, weshalb „die Aktionen der Spieler unseren Respekt und unser Verständnis“ besitzen, sagte Keller.

Amazon zeigt Premier League im Free-TV

Der Online-Riese Amazon wird nach dem Restart der Premier League seine vier noch ausstehenden Spiele kostenlos übertragen. Ein Abo von Amazon Prime Video wird dann nicht mehr nötig sein. Der US-Gigant hatte sich 2018 bei der Rechtevergabe im englischen Fußball eine Sublizenz gesichert und darf seitdem – ähnlich wie bei der Bundesliga – einige Partien der nationalen Eliteliga exklusiv übertragen.

Auch andere Rechteinhaber hatten den englischen Fans zuvor bereits Hoffnung auf Spiele im Free-TV gemacht. Pay-TV-Sender Sky möchte wohl 25 seiner 64 noch ausstehenden Partien auf seinem frei empfangbaren Kanal zeigen, auch die BBC wird vier Partien im Free-TV ausstrahlen. Ab dem 17. Juni soll in England die Saison ohne Zuschauer zu Ende gespielt werden.

Teutonia erhält Lizenz unter Auflagen

Gute Nachrichten für Regionalliga-Aufsteiger FC Teutonia aus Hamburg: Der Verein erhält die Lizenz unter Auflagen, teilte der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) am Mittwoch mit. Demnach müsse der Club "sicherheitstechnische Auflagen bis zum Saisonstart" erfüllen. Nach dem coronabedingten Saisonabbruch im Amateurfußball stieg Teutonia als Tabellenzweiter der Oberliga Hamburg in die Regionalliga Nord auf, weil Oberliga-Tabellenführer Dassendorf traditionell auf den Aufstieg verzichtete.

Real Madrid will BVB-Star Sancho

Die Königlichen sollen an einem Transfer von Dortmund-Star Jadon Sancho interessiert sein. Laut der spanische Zeitung "AS" habe der Club von Nationalspieler Toni Kroos gute Chancen im Rennen um den begehrten Engländer. Sancho wolle „nach drei Ausbildungs-Spielzeiten in Dortmund zu einem wirklichen Top-Club wechseln“, hieß es auf der Titelseite des Blatts.

Zudem seien die Beziehungen zwischen den Chefetagen der Borussia und der Königlichen hervorragend. Der BVB will Sancho allerdings nicht unter 100 Millionen Euro abgeben.

US-Nationaltorwart attackiert Trump

Düsseldorfs Torhüter Zack Steffen hat Präsident Donald Trump Scheinheiligkeit vorgeworfen und will sich zukünftig stärker sozial engagieren. „Sie sind ein widerlicher Heuchler“, schrieb der derzeit verletzte 24 Jahre alte US-Nationaltorwart auf Twitter zu einem alten Tweet Trumps von Januar. Darin hatte der US-Präsident die Regierung des Iran dazu aufgefordert, Menschen demonstrieren zu lassen und weder zu verhaften noch umzubringen.

In den USA gibt es derzeit zahlreiche Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus. Trump hatte den Demonstranten mit einem Einsatz des US-Militärs gedroht. In weiteren Beiträgen in den sozialen Netzwerken kündigte Steffen zudem an, sich mit einer Initiative für die Bewegung „Black lives matter“ (Schwarze Leben zählen) zu engagieren. Details nannte Steffen nicht, dem Hashtag #Athletes4BLM zufolge scheint er aber Sportler versammeln zu wollen.

Özil verliert Sponsor Adidas

Adidas lässt offenbar seinen seit 2013 gültigen Ausrüster-Vertrag mit dem früheren Nationalspieler Mesut Özil (31) auslaufen. Dieser werde nach dem Saisonende nicht verlängert, berichtet die „Bild“. Adidas hatte nach Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft an dem Arsenal-Spieler festgehalten. „Als Markenbotschafter bleibt er selbstverständlich ein Mitglied der Adidas-Familie“, hieß es 2018.

Wendell verlängert mit "Familie" Leverkusen

Bayer Leverkusen hat den Vertrag mit Linksverteidiger Wendell bis 2022 verlängert. „Für Wendell ist Bayer 04 ein besonderer Club. Er hatte in der Vergangenheit einige interessante Angebote, ist uns aber immer treu geblieben. Wir sind froh, dass wir weiter auf ihn bauen können“, sagte Geschäftsführer Rudi Völler. Wendell ergänzte: „Dieser Verein ist meine Familie geworden.“

Heldt vor Verlängerung in Köln

Der Vertrag von Manager Horst Heldt (50) beim 1. FC Köln soll laut der „Sport Bild“ noch in diesem Monat verlängert werden. „Ich stehe in einem sehr guten Austausch mit unserem Vorstand“, sagte Heldt. „Wir verfolgen einen klaren Plan und haben ein Zeitfenster definiert.“

Jena muss schon wieder umziehen

Drittligist FC Carl Zeiss Jena muss für sein Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern erneut umziehen. Das berichtet die „Ostthüringer Zeitung“. Demnach will der Freistaat Thüringen seine geltende Corona-Verordnung bis zum 12. Juni verlängern. In diesem Zeitraum sollen sowohl Fußballspiele als auch Mannschaftstraining im Ernst-Abbe-Sportfeld verboten bleiben.

„Die Situation ändert sich nicht. Es wäre eine Lex Profifußball nötig, die genau darauf zugeschnitten ist, die Partie nach den Vorgaben des DFB stattfinden zu lassen“, sagte der Jenaer Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe. Eine Sondergenehmigung für den FC Carl Zeiss schloss er aus: „Der DFB hat sich über die Köpfe der Entscheider in den Bundesländern hinweggesetzt, um die Politik auf Linie zu bekommen und seine eigenen Interessen durchzusetzen.“