Fußball-Ticker

Leipzig siegt in Köln – sensationeller Torhüter-Assist

Torhüter Peter Gulacsi führte Leipzig mit einem sensationellen Abstoß auf Timo Werner, der zum 3:1 traf, zum Sieg.

Torhüter Peter Gulacsi führte Leipzig mit einem sensationellen Abstoß auf Timo Werner, der zum 3:1 traf, zum Sieg.

Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

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Der Fußball-Ticker am Montag, den 1. Juni 2020:

Leipzig siegt in Köln – sensationeller Torhüter-Assist

Mit einem weiteren Sieg gegen den früheren Chef hat Julian Nagelsmann mit RB Leipzig den Champions-League-Platz nach nur 29 Stunden zurückerobert. Der zwischenzeitlich auf Rang fünf abgerutschte Herbstmeister gewann zum Abschluss des 29. Spieltages beim 1. FC Köln mit 4:2 (2:1) und verbesserte sich wieder auf Platz drei. Im Hinspiel hatte Nagelsmann Kölns Trainer Markus Gisdol, unter dem er einst Assistent in Hoffenheim war, durch ein 4:1 den Einstand beim FC verdorben.

Am Montag waren die Kölner durch das zwölfte Saisontor von Jhon Cordoba sogar in Führung gegangen (7.). Patrik Schick (20.), Christopher Nkunku (38.), Timo Werner mit seinem 25. Saisontor nach einer traumhaften Vorlage von Torhüter Peter Gulacsi (50.) und Dani Olmo (57.) drehten die Partie aber für RB, das nach bereits sechs Unentschieden in der Rückrunde aber wohl nicht mehr in den Meisterkampf eingreifen kann. Anthony Modeste hatte das zwischenzeitliche 2:3 erzielt (55.).

Köln wartet dagegen auch nach dem fünften Spiel auf den ersten Sieg in einem Geisterspiel. Der Klassenerhalt dürfte angesichts von sieben Punkten Vorsprung auf Rang 16 dennoch gesichert werden, der kurze Traum von Europa ist bei nun acht Zählern Rückstand auf Rang sieben aber wohl ausgeträumt.

Italien hofft auf Spiele mit Zuschauern

Gabriele Gravina, Präsident des italienischen Fußballverbands, hofft schon für das Ende dieser Saison auf die Zulassung von einer kleinen Fangemeinde in den Stadien. Das sagte er einem Radiosender. Die Serie A soll nach der Corona-Pause am 20. Juni neu starten. Nun sagte Gravina dem Sender Radio 24 nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa: „Ich hoffe von ganzem Herzen, am Ende der Meisterschaft eine kleine Zuschauergruppe im Stadion zu sehen.“

Er wisse jedoch, dass es für diese Idee zu früh sei. Aber es dürfte bei Stadien für 60.000 Zuschauer möglich sein, einige Fans sicher darin zu verteilen. Aus dem Gesundheitsministerium in Rom kam am Montag das Signal, dass Zuschauer derzeit kein Thema seien bei Verhandlungen über die Saison.

Preetz: „kommunikative Irritationen“ mit Windhorst

Hertha-Manager Michael Preetz hat „kommunikative Irritationen“ zu Beginn der Zusammenarbeit mit Investor Lars Windhorst eingeräumt. „Da geht es ja vor allen Dingen um das, was nach außen kolportiert wurde, wir haben diese Stichworte gerade gehört: Big City Club, Champions League, deutsche Meisterschaft“, sagte Preetz bei „Sky90“ über die Zusammenarbeit mit Windhorst. Es habe zu Beginn „Geburtswehen“ vor allem kommunikativer Art gegeben.

Es habe in der Sache aber „überhaupt keinen Dissens“ gegeben. „Wir möchten alle mit Hertha BSC weiter nach vorne kommen, wir möchten auch eines Tages internationalen Fußball in Berlin sehen, das muss das Ziel sein“, sagte Preetz. „Es ging um das Tempo“. Windhorst hat über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor für 224 Millionen Euro 49,9 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erworben.

Preetz lobte den Austausch mit dem neuen Aufsichtsratsmitglied und Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann. „Das sind zwei Figuren, die im Fußball bekannt sind“, sagte Preetz über Lehmann und Berater Marc Kosicke, der ebenfalls neu im Aufsichtsrat des Clubs ist. „Es wird darum gehen, dass wir miteinander einen Austausch haben und Qualität und Netzwerke der beiden zum Wohle von Hertha BSC nutzen. Uns alle eint ein Ziel, wir wollen Hertha BSC weiter nach oben bringen“.

Verzichtet der FC Bayern auf Transfers?

Bayern-Vorstand Oliver Kahn blickt mitten in der Corona-Krise mit gehöriger Skepsis auf den Transfermarkt im Fußball. Der 50-Jährige schloss sogar den Verzicht auf Spielereinkäufe beim Rekordmeister in diesem Sommer nicht aus. „Das könnte eine Option sein“, sagte Kahn bei „Sky 90“.

„Wir haben durch den Ausbruch dieser Krise gesehen, wie verletzlich dieses System Profifußball ist. Ich glaube, dass sich viele Vereine, auch viele europäische Vereine, sehr viele Gedanken machen. Wie geht das Ganze nach Corona weiter? Und was bedeutet das finanziell?“, sagte der designierte Vorstandsvorsitzende des FC Bayern.

Sané zu Bayern? Kahn ist vorsichtig

Bei dem als Neuzugang gehandelten Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City und dem ebenfalls immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebrachten Leverkusener Kai Havertz antwortete Kahn grundsätzlich: „Da wäre ich ganz vorsichtig, jetzt über irgendwelche Transfers nachzudenken im größeren Millionenbereich, weil im Moment sind erstmal ganz andere Dinge zu bewältigen, bevor dieser Markt – wenn überhaupt – wieder anspringen wird und da überhaupt Größeres passiert. Im Moment bin ich da eher skeptisch.“

Bei Sané, der nur noch ein Jahr in Manchester unter Vertrag steht, wurde zuletzt bereits über eine Ablöse von 40 bis 50 Millionen Euro spekuliert. „Ich wehre mich dagegen, auch bei 30 oder 40 Millionen, egal für welchen Spieler, dass das Peanuts oder kleinere Summen wären in der heutigen Zeit“, sagte Kahn. Man müsse sich zudem vermehrt über Personalkosten nachdenken. „Wir sind im Moment sehr gut beraten, da eine gewisse Vorsicht walten zu lassen, bevor man da zu arg ins Risiko geht“, sagte Kahn.

Klopp: „Spieler sind derselbe Haufen"

Jürgen Klopp hat nach den ersten Tagen Teamtraining beim FC Liverpool ein positives Fazit gezogen. „Wir genießen es sehr. Wir konnten an allen Dingen arbeiten, an denen wir arbeiten wollten“, sagte Klopp. Nach der Corona-Pause befinden sich die Liverpooler seit Donnerstag wieder im Mannschaftstraining, die Saison soll ab 17. Juni fortgesetzt werden.

„Die Spieler sind immer noch derselbe gute Haufen – das hilft sehr“, sagte Klopp. Im Alltag am Trainingsgelände in Melwood warteten jedoch einige Änderungen auf Klopp und sein Team. „Es ist eine massive organisatorische Herausforderung“, sagte Klopp und lobte dabei den zuständigen Bereichsleiter Ray Haughan. Was dieser macht, sei „unglaublich. Wo können wir parken, wo können wir laufen und all diese Dinge“, sagte der 52-Jährige weiter.

Alle seien konzentriert, wenn sie am Gelände ankommen, „dass wir die richtigen Dinge tun, dass unsere Temperatur gemessen wird und all das. Es ist nicht wie sonst“, erklärte Klopp. Dass der Fahrplan zur Saisonfortsetzung nach langer Diskussion steht, empfindet der frühere Dortmunder Meistertrainer als gute Nachricht. „Darauf haben wir alle gewartet“, sagte er: „Nun wissen wir aus Sicht des Trainings, was wir tun müssen und wann wir bei 100 Prozent sein müssen.“

Rettig bei Gehaltsobergrenze skeptisch

St. Paulis früherer Manager Andreas Rettig hält die Einführung einer Gehaltsobergrenze in Europa auch wegen der Dominanz in England für sehr unwahrscheinlich. „Als Marktführer wird die Premier League überhaupt kein Interesse daran haben, sich selbst zu beschränken“, sagte Rettig in der Sendung SWR Sport BW. „Das sind alles Unternehmen, die profitorientiert sind. Warum sollten sie diesen Wettbewerbsvorteil aufgeben?“

Im Zuge der Corona-Krise war zuletzt über die Einführung der Gehaltsgrenze nach US-amerikanischem Vorbild spekuliert worden. Rettig bezeichnete dies aber als „unrealistisches Szenario. In den USA gibt es keine Auf- und Abstiegsregelung. Die Vereine dort sind strukturell ähnlich organisiert“, sagte der frühere DFL-Boss. „Hier ist es etwas anders. Hier gibt es durch die Teilnahme an internationalen Wettbewerben auch andere Wettbewerbe, die dann zu berücksichtigen sind.“

Spanien beginnt mit Stadtderby

Die Primera Division setzt die Saison am 11. Juni mit dem Stadtderby zwischen dem FC Sevilla und Betis Sevilla (22 Uhr) fort, wie nun beschlossen wurde. Spitzenreiter FC Barcelona kehrt zwei Tage später beim Tabellen-18. RCD Mallorca in den Spielbetrieb zurück. Real Madrid mit Toni Kroos spielt am 14. Juni gegen SD Eibar. Barcelona liegt elf Spieltage vor Saisonende zwei Punkte vor Real.

Union Berlin verpflichtet Bülter fest

Bundesliga-Neuling Union Berlin setzt auch in der kommenden Saison auf die Dienste von Außenstürmer Marius Bülter. Der Club zog die im Leihvertrag mit dem Drittligisten 1. FC Magdeburg vereinbarte Option und verpflichtete den 27-Jährigen fest. Bülter erzielte in 28 Bundesligaspielen sieben Treffer.

„Marius hat in dieser Saison überzeugt und die Erwartungen, die wir bei seiner Verpflichtung hatten, übertroffen“, sagte Geschäftsführer Profifußball Oliver Ruhnert: „Er ist ein physisch starker Spieler, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt, aber auch immer wieder seine individuelle Klasse beweist.“