Fußball-Ticker

Hammer auf Schalke! Nübel kehrt ins Tor zurück

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 29. Mai 2020:

Leverkusen siegt dank Havertz

Dank der Cleverness von Kai Havertz hat Leverkusen der Konkurrenz im Kampf um die Königsklasse Druck gemacht. Drei Tage nach der deftigen Heimpleite gegen Wolfsburg (1:4) gewann Bayer zum Auftakt des 29. Spieltags 1:0 (0:0) beim SC Freiburg. Durch den ersten Sieg im Breisgau seit Oktober 2011 kletterte Leverkusen vorerst auf den dritten Tabellenplatz.

Jungstar Havertz (54.) traf per Beinschuss gegen Freiburg-Torwart Alexander Schwolow für die Mannschaft von Trainer Peter Bosz, die auswärts seit sieben Pflichtspielen ungeschlagen ist. Kurz nach seinem neunten Rückrunden-Tor musste der 20 Jahre alte Havertz angeschlagen vom Platz. Sein Knie blutete. Wie lange er ausfällt, ist noch unklar. „Es geht ihm gut. Ich weiß nicht, wie schlimm es ist. Aber das geht schon in Ordnung“, sagte Bosz.

Hammer auf Schalke! Nübel kehrt ins Tor zurück

Haben alle Leser ihr Popcorn parat? Denn das Schalker Wirrwarr bei der Besetzung des Torwarts ist um ein Kapitel reicher. Alexander Nübel soll laut Sport1 schon am Sonnabend gegen Werder Bremen (15.30 Uhr/Sky) zwischen die Pfosten der Königsblauen zurückkehren. Trainer David Wagner soll die Entscheidung intern bereits mitgeteilt haben.

Nübel löst damit wieder Markus Schubert ab, der sich zuletzt einige Unsicherheiten und Patzer leistete. Aus demselben Grund war allerdings zuvor Nübel, der zur neuen Saison zum FC Bayern wechselt, zur Nummer zwei degradiert worden. Immerhin kann Nübel anders als zuvor bei den aktuellen Geisterspielen nicht von den Schalker Fans ausgepfiffen werden.

Wagner hatte die Entscheidung gegen Schubert am Nachmittag bereits angedeutet. „Natürlich habe ich mich mit ihm unterhalten. Er hat jetzt gespielt, und natürlich hatte er auch seine Beteiligung an dem einen oder anderen Gegentor in den letzten drei Spielen. Das war ja offensichtlich“, sagte der Coach. „Ich habe ihm gesagt: Fußball ist nicht immer Sonnenschein, und so eine Karriere ist lang.“

Meyer "schockiert" über Vaters Protz-Video

Wir bleiben bei Schalke. Zumindest indirekt. Der frühere Schalke-Profi Max Meyer hat sich klar und deutlich von einem Protz-Video seines Vaters distanziert. "Ich bin zutiefst schockiert über dieses Video", schrieb der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler vom englischen Erstligisten Crystal Palace auf Instagram: "Das passt nicht in meine Welt, das passt nicht in diese Zeit, das passt in gar keine Zeit."

Auf Twitter erzürnt ein Video die Schalker Fangemeinde, auf dem Hans-Joachim Meyer in einem Cabrio sitzend und sich selbst filmend im typischen Ruhrpott-Deutsch sagt: "Besser geht nicht, Männer! Besser geht nicht! Durch die verbotene Stadt Gelsenkirchen ab zum Steuerberater. Schön mit dem bezahlten Lambo vom Pleiteclub. Herrlich!"

Meyer war neun Jahre in Schalkes Jugend- und Profiabteilung aktiv, ehe er den Club 2018 nach einem gescheiterten Vertragspoker im Unfrieden ablösefrei verließ. "Ich habe Schalke 04 sehr, sehr viel zu verdanken und distanziere mich entschieden von der Art und dem Inhalt dieses Videos", schrieb Meyer.

Wann das Video aufgenommen wurde, ist offen. Ebenso unklar ist, zu welchem Zweck es entstanden ist, ob es möglicherweise nur als Spaß für einen kleinen Kreis gedacht war und wie es in die sozialen Medien gelangt ist.

Protz-Video: Vater Meyer entschuldigt sich

Vater Hans-Joachim erklärte das Video derweil mit einer Wette. „Es war eine Wette und ein Gag unter Kumpels. Als Schalke gegen Gladbach überragend gewonnen hatte, habe ich mich aus dem Fenster gelehnt und gesagt, Schalke wird am Saisonende vor Gladbach und Dortmund sein. Ich habe verloren und musste die Wettschulden einlösen“, sagte er der Bild-Zeitung.

„Der Einsatz war, ein Video zu drehen, in dem man sich in einem vorgegebenen Wortlaut über seinen Lieblings-Verein lustig macht. Ich habe das Video in unsere Gruppe gestellt, und dann nahm das Unheil seinen Lauf“, so Hans-Joachim Meyer, der sich bei seinem Sohn entschuldigte: „Mehr Mist als ich in dem Moment kann man nicht bauen. Wir vertrauen uns. Dass er jetzt sauer ist, kann man doch absolut nachvollziehen.“

Champions League: Finale nicht in Istanbul?

Die Uefa zieht bei der Fortsetzung der aktuell unterbrochenen Champions League offenbar auch eine Verlegung des Final-Spielorts in Betracht. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, überprüfe der Verband „alle Optionen.“ Ursprünglich sollte das Endspiel um Europas Krone am kommenden Sonnabend im Atatürk Stadion in Istanbul stattfinden.

Demnach hoffe die Uefa weiterhin, die Champions League bis Ende August zu Ende zu spielen, möglich ist dabei auch eine Veränderung des Spiel-Modus. Unterbrochen wurde der Wettbewerb in der Achtelfinal-Runde.

Laut einem Uefa-Dokument, in das AFP Einblick hatte, könnte der 29. August der neue Final-Termin sein. Am Freitag hatte die "New York Times" berichtet, dass das Endspiel dann offenbar nicht in der Türkei stattfinden soll, als Entschädigung soll aber ein zukünftiges Finale im Atatürk Stadion ausgetragen werden. Auch in der Europa League könnte es zu Änderungen kommen.

Serie A startet mit vier Nachholspielen

Die Saison in Italien wird am 20. Juni mit vier Nachholpartien des 25. Spieltags fortgesetzt. Dabei trifft unter anderem Atalanta Bergamo mit dem Deutschen Robin Gosens auf Sassuolo Calcio. Das hat nun der Ligaverband beschlossen. Außerdem erwartet Inter Mailand Sampdoria Genua, Hellas Verona trifft auf Cagliari Calcio und der FC Turin auf Parma Calcio.

BVB trennt sich von Michael Skibbe

Borussia Dortmund trennt sich von Nachwuchstrainer Michael Skibbe. „Es stimmt, dass wir uns mit Michael darauf verständigt haben, die Zusammenarbeit zu beenden“, sagte Nachwuchskoordinator Lars Ricken den „Ruhr Nachrichten“. Gründe nannte der Verein nicht. Erst Anfang Mai hatte der BVB bekannt gegeben, dass Skibbe statt der U19 in der kommenden Saison die U23 übernehmen solle.

Der 54 Jahre alte Skibbe war bereits von 1989 bis 2000 beim BVB als Nachwuchskoordinator, Trainer der U19, der Amateure sowie von 1998 bis Februar 2000 als Cheftrainer tätig. Danach wurde Skibbe Assistent von DFB-Teamchef Rudi Völler bei der Nationalmannschaft, trainierte unter anderem die Bundesligisten Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC. Am 1. Juli 2019 war er zum BVB zurückgekehrt.

Wegen DFB: Münster-Boss boykottiert Spiele

Preußen Münsters Präsident Christoph Strässer wird aus Protest gegen den seiner meiner Meinung nach falschen Neustart in der 3. Liga die verbleibenden Saisonspiele boykottieren. "Ich werde keines der Geisterspiele besuchen", kündigte Strässer in einem Interview auf der Vereins-Homepage an. Er tue dies, "um meine Haltung in dieser Situation und gegen die Allmacht des DFB zum Ausdruck zu bringen".

Der Aufsichtsrat und Beirat werde, "um unsere Haltung zu den Geisterspielen auch symbolisch zu untermauern" mit Blick auf das Gründungsjahr die ersten 19,06 Minuten nicht auf der Tribüne sitzen.

Der Neustart sei "aus Gründen des Gesundheitsschutzes, der unverhältnismäßig hohen wirtschaftlichen Kosten und der Wettbewerbsverzerrung" falsch, bekräftigte Strässer: "Aber der DFB hat mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln eine Entscheidung herbeigeführt – dem fügen wir uns, weil wir keine andere Wahl haben, nicht weil wir davon überzeugt sind."

Luhukay: "Noch zwei Siege zum Klassenerhalt"

Für Trainer Jos Luhukay ist der FC St. Pauli noch zwei Siege vom Zweitliga-Klassenerhalt entfernt. "40 Punkte sind ja eine solche Marke, die normalerweise reicht", sagte der Niederländer vor dem Auswärtsspiel der Hamburger am Sonnabend (13 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) beim Aufsteiger Karlsruher SC.

Aktuell nehmen die Hanseaten in der Tabelle mit 34 Zählern den zwölften Tabellenplatz ein. Gegen den KSC wird der zuletzt gesperrte Verteidiger Leo Östigard bei den Norddeutschen in die Startformation zurückkehren. Noch fraglich ist wegen Kniebeschwerden der Einsatz des Japaners Ryo Miyaichi.

ÖFB verlängert Vertrag mit Nationaltrainer Foda

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat den Vertrag mit dem deutschen Nationaltrainer Franco Foda bis November 2021 verlängert. Bei einer erfolgreichen Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar verlängert sich das Arbeitspapier des 54-Jährigen automatisch bis zur Austragung der Endrunde.

"Wir haben sehr gute Gespräche geführt und es war schnell klar, dass wir gemeinsam in die Zukunft gehen wollen. Wir haben eine sehr gute Vertrauensbasis aufgebaut", sagte Foda, der in 22 Spielen mit der Nationalmannschaft insgesamt 14 Siege und die EM-Qualifikation gefeiert hat.

"Franco Foda hat gemeinsam mit seinem Trainer- und Betreuerteam und der Mannschaft einen überzeugenden Job abgeliefert", sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Nagelsmann: Bei Werner letztlich machtlos

RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann will den Verbleib von Nationalstürmer Timo Werner lieber mit Taten als mit Worten forcieren. "Grundsätzlich bin ich ja schon einer, der weiß, was er zu sagen hat, und kann zu allem Möglichen meinen Senf dazu geben. Aber da fällt mir jetzt nichts Neues mehr ein, was ich noch sagen kann. Von dem her versuche ich es eher, ihm mit Taten zu überzeugen“, sagte der 32-jährige Nagelsmann.

Werner könnte am 15. Juni bei einer festgeschriebenen Ablösesumme von rund 60 Millionen Euro die Sachsen verlassen. "Und wenn dann ein Verein kommt und sich mit ihm einigt, dann ist es so, dann können wir eh nichts dran ändern“, meinte Nagelsmann, der kein weiteres Gespräch in den vergangenen Wochen mit seinem Stürmer führte. Er wolle den 24 Jahre alten Torjäger anders überzeugen: "Er weiß, was er an Leipzig hat, er weiß hoffentlich auch, was er an mir hat." Daher lasse er ihn jedes Spiel von Beginn an spielen.

Werner hat noch einen bis 2023 datierten Vertrag bei RB. Champions-League-Sieger FC Liverpool und dessen Trainer Jürgen Klopp buhlten zuletzt offen um Werner, sind aber wohl zu Corona-Zeiten nicht bereit, die festgeschriebene Ablöse zu zahlen.

Geisterspiele: Klopp holt sich Tipps vom BVB

Jürgen Klopp hat sich vor dem geplanten Neustart der Premier League bei seinem Ex-Club Borussia Dortmund informiert. Klopp habe "angerufen und gefragt, wie das Ganze organisatorisch abläuft", sagte BVB-Manager Michael Zorc.

"Ich habe auch ein Gespräch gehabt mit einem Vertreter eines Top-Clubs aus Spanien", erzählte Zorc weiter: "Da ging es um die Frage, wie es mit der Verletzten-Situation aussieht.“

BVB-Trainer Lucien Favre berichtete: "Bei mir haben sich Kollegen gemeldet. Das Training in kleinen Gruppen und ohne Zweikämpfe vorzubereiten, ist nicht einfach. Da haben meine Kollegen Fragen gehabt."

Zorc stellte aber klar, dass der Liga-Betrieb auch in den anderen Ligen nur mit einem Konzept und dessen Einhaltung gestartet und aufrechterhalten werden könne. „Wichtig ist, dass diese Ligen ein ähnliches oder das gleiche Hygienekonzept anwenden werden wie wir in Deutschland“, sagte er: „Da bedarf es ungeheurer Disziplin der Spieler dafür.“

Schweiz: Neustart der Topligen am 19. Juni

In der Schweiz rollt ab dem 19. Juni wieder der Ball. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung votierten die 20 Proficlubs mit einer klaren Mehrheit für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der ersten und zweiten Liga. Die Saison soll nun mit zahlreichen englischen Wochen bis zum 2. August beendet werden. Der Bundesrat hatte für Partien ohne Zuschauer bereits vor zwei Wochen grünes Licht gegeben. Für die Begegnungen gilt allerdings ein strenges Hygiene- und Schutzkonzept.

Die Öffnung des Transferfensters wird vom 30. Juni auf das tatsächliche Saisonende nach hinten verschoben, entsprechend dürfen in den verbleibenden Partien noch keine Neuzugänge eingesetzt werden. Es gibt aber diesbezüglich eine Ausnahme für Härtefälle, wonach neue Spieler eingesetzt werden können, deren letzter Arbeitsvertrag wegen Covid-19 beendet wurde.

Der Vorschlag auf eine Aufstockung der ersten Liga von zehn auf zwölf Team wurde zudem erneut mit einer klaren Mehrheit abgelehnt.

Japan: Erste Liga spielt ab 4. Juli wieder

Die japanische Erste Liga plant die Wiederaufnahme ihres Spielbetriebs für den 4. Juli. „Die Spiele werden ohne Zuschauer ausgetragen, aber die Liga wird die Vorbereitungen fortsetzen, um den Zuschauern künftig den Zugang zu den Stadien zu ermöglichen“, sagte ein Sprecher.

Laut der Liga werden alle Spiele neu terminiert, wobei Begegnungen mit Mannschaften aus derselben Region bei der Planung Vorrang hätten. So wolle man das Reisen in Zeiten der Coronavirus-Krise einschränken.

Polen: Fans ab 19. Juni in den Stadien

In Polen kann ein Teil der Fans bald in die Stadien zurückkehren. Dies werde ab dem 19. Juni ermöglicht, teilte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki von der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) mit. Die Zuschauerkapazität der Stadien darf aber nur zu einem Viertel ausgenutzt werden, um ausreichende Abstände zu gewährleisten. Ticketverkauf und Eingangskontrolle sollen so organisiert werden, dass Menschenansammlungen nach Möglichkeit vermieden werden.

Die Ankündigung des Regierungschefs erfolgte wenige Stunden vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Ekstraklasa. Die Begegnungen finden vorerst noch als Geisterspiele statt.

Herzinfarkt: Koeman indirekt Opfer von Corona

Der niederländische Nationaltrainer Ronald Koeman ist indirekt ein Opfer der Corona-Pandemie geworden. Einige Wochen vor seinem Herzinfarkt war ein Termin mit dem Kardiologen wegen der Corona-Krise verschoben worden, sagte Koeman in einer Talkshow des niederländischen TV-Senders Rtl. "Das hatte Folgen."

Koeman hatte nach eigenen Angaben für den 19. März einen Termin bei einem Arzt zur Vorsorge gemacht. Dieser Termin war auf Anfang Juni verschoben worden. Am 3. Mai musste der 57-Jährige nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht werden. Er wurde erfolgreich mit einem Herzkatheter behandelt. „Jetzt frage ich mich, wie viele Menschen jetzt nicht mehr am Leben sind, bei denen auch so ein Termin verschoben wurde“, sagte Koeman in der TV-Show.

Der Bondscoach schilderte erstmals ausführlich öffentlich den Vorfall. Er hatte sich nach einer Runde auf dem Fahrrad nicht wohlgefühlt. "Vielleicht war ich etwas zu weit gefahren, 96 Kilometer. Ich kam kaputt nach Hause, hatte Schmerzen auf der Brust, wurde ganz weiß und fing an zu schwitzen", sagte er. Kurze Zeit später sei er bereits im Krankenhaus behandelt worden. Der Eingriff sei gut verlaufen. "Ich fühle mich wieder gut."

Werder: Kohfeldt in vollem Angriffsmodus

Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt hat nach den beiden guten Leistungen in Freiburg (1:0) und gegen Mönchengladbach (0:0) seine Mannschaft vor Zufriedenheit gewarnt. Mit der Partie beim FC Schalke 04 am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) habe der Tabellenvorletzte der Bundesliga "sieben Finals" zu spielen. "Wir haben nur noch Schlüsselwochen vor uns", sagte der Coach des stark abstiegsbedrohten Traditionsvereins in einer Online-PK. Es zähle jetzt nur noch, "im Tunnel, gallig und griffig zu bleiben“, sagte Kohfeldt: "Nichts mehr weggeben, gar nichts!"

Fünf Zähler beträgt derzeit der Rückstand auf den Relegationsplatz 16. Durch die guten Auftritte zuletzt habe seine lange Zeit stark verunsicherte Mannschaft "ein etwas besseres Gefühl“ bekommen. "Wir können mit dem Druck umgehen“, sagte Kohfeldt. "Und ich bin mir sicher, wenn wir die restlichen vier Wochen in diesem Tunnel bleiben, werden wir über dem stehen, was unangenehm ist." Es gehe auf Schalke "nur darum, dass wir unser Spiel auf den Platz bringen. Wir wollen und müssen dieses Spiel gewinnen", sagte Kohfeldt.

Bei dem Vorhaben kann er wieder auf Defensivallrounder Kevin Vogt setzen, der seine Hüftblessur auskuriert hat. Den gelb-gesperrten Abwehrspieler Milos Veljkovic wird voraussichtlich Christian Groß ersetzen. Auch Sebastian Langkamp oder Marco Friedl seien Kandidaten, merkte Kohfeldt an.

Weltpremiere: Aarhus spielt vor virtuellen Fans

Der dänische Erstligist Aarhus GF hat beim Restart der 3F Superliga für eine viel beachtete Weltpremiere gesorgt. Beim 1:1 (0:1) im Lokalderby gegen Randers FC konnten die Fans im Stadion Ceres Park live dabei sein - über eine 40 Meter breite Videoleinwand.

Das spanische Sportblatt Marca nannte die Idee "bahnbrechend", Medien in den USA sehen darin die Lösung, um bei Geisterspielen für Atmosphäre zu sorgen. Auch Aarhus wertete die Aktion als Erfolg. "Es gibt keinen Zweifel darüber, dass es geholfen hat", sagte Trainer David Nielsen und sprach von einer "alternativen 2020-Stimmung".

Rund 200 Anhänger konnten sich gleichzeitig über eine digitale Plattform (Zoom) von zu Hause aus kostenlos zu der Begegnung im normalerweise 20.000 Plätze bietenden Stadion zuschalten. Im ersten Erstligaspiel in Dänemark nach 80 Tagen Corona-Pause bejubelten sie den späten Ausgleich für Aarhus durch Patrick Mortensen (90.+2).

Aarhus vs. Randers mit virtuellen Fans

Paderborn will den BVB erneut ärgern

Paderborns Trainer Steffen Baumgart geht trotz der schlechten Ausgangslage im Abstiegskampf kämpferisch in die Partie am Sonntag (18 Uhr/Sky) gegen Borussia Dortmund. "Unsere tabellarische Situation hat sich nicht verändert, aber wir sind noch dabei. Und das wollen wir gegen den BVB zeigen. Wir machen immer weiter“, sagte der 48-Jährige.

Der BVB habe eine gute Entwicklung genommen, sagte Baumgart und ergänzte: "Sie sind sehr stabil. Sie spielen komplett nach vorne und sind in der Lage, aus jeder Situation Tore zu schießen.“ Trotzdem ist die Marschroute der Ostwestfalen klar: "Wir wollen mutig spielen, wie auch im Hinspiel“, betonte Baumgart. Im November hatte der SCP ein 3:3 beim BVB erkämpft.

Nicht bei der Mammutaufgabe am Sonntag helfen können wird dem Schlusslicht Kapitän Klaus Gjasula. Der 30-Jährige sah in Augsburg (0:0) seine 15. Gelbe Karte und ist dadurch gesperrt.

Bayern bieten offenbar Hernandez an

Bundesliga-Rekordtransfer Lucas Hernandez steht beim FC Bayern angeblich schon zum Verkauf. Die Münchner sollen den französischen Weltmeister sogar schon mehreren europäischen Topclubs zum Kauf angeboten haben. Das berichten "Münchner Merkur" und "tz".

Sowohl in den Verhandlungen mit Manchester City um Nationalspieler Leroy Sané, als auch bei Inter Mailand, mit dem die Bayern wegen Leihspieler Ivan Perisic in Verbindung stehen, sei der Name Hernandez gefallen. Weil der Transfermarkt wegen der Corona-Krise aktuell weitgehend stillsteht, sei es jedoch noch nicht konkret geworden.

Hernandez scheint weiter fest entschlossen, sich in München durchzusetzen. "Lucas wird nicht wechseln und definitiv bei den Bayern bleiben", sagte sein Berater Manuel Garcia Quilon kürzlich bei Sky.

Doch unter Trainer Hansi Flick spielt der 80 Millionen Euro teure Abwehrspieler nur eine Nebenrolle, auch bedingt durch verschiedene Verletzungen in seiner kurzen Bayern-Zeit. An Shootingstar Alphonso Davies auf der linken Abwehrseite ist für ihn momentan ebenso kein Vorbeikommen wie an David Alaba oder Jerome Boateng im Zentrum.

Schweden: Ligastart ab 14. Juni möglich

Auch in Schweden können die Profifußballer wieder zurück in die Stadien. Sportministerin Amanda Lind gab bekannt, dass Sportveranstaltungen aller Art ab dem 14. Juni wieder zugelassen werden. Voraussetzung sei, dass sie sich an die Regeln zur Vorbeugung von Ansteckungen halten und dass sie draußen stattfinden. Die Versammlungsgrenze von 50 Personen bleibe bestehen. Publikum sei in den Stadien deshalb nicht zugelassen.

Die schwedischen Fußballligen Allsvenskan und Superettan hatten bereits im April angekündigt, den Spielbetrieb am 14. Juni wieder aufnehmen zu wollen. Doch das OK der Gesundheitsbehörde stand noch aus. Mitte Mai legten sie ein Konzept vor, wie Spiele und Training aussehen sollen. Nur symptomfreie Spieler und Funktionäre, die an jedem Spieltag unter anderem ihre Körpertemperatur messen und die Werte in ein Formular eintragen, sollten zu den Partien anreisen, Auswärtsteams nur in maximal halbvollen Bussen. Corona-Tests der Spieler sind demnach nicht vorgesehen.

WM-Affäre: Zwanziger setzt DFB unter Druck

Ex-Präsident Theo Zwanziger fordert vom DFB eine intensive und zielgerichtete Aufklärung der Sommermärchen-Affäre. "Ich begreife nicht, dass die in einer Vereinbarung des DFB vom 1. März 2019 mit mir eingegangene Verpflichtung, Mohammad bin Hammam über die Fifa zum Reden zu bringen, offenbar nicht verfolgt wird“, sagte Zwanziger der dpa.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll der DFB bereits im vergangenen Jahr eine Berliner Detektei damit beauftragt haben, Licht ins Dunkel um die dubiose Zahlung von 6,7 Millionen Euro aus dem Jahr 2005 zu bringen. Zwanziger räumt diesen Bemühungen aber nur wenig Erfolgsaussichten ein.

"Ich habe überhaupt nichts gegen Aufklärung, habe diese schon 2012 verlangt und hätte auch nichts dagegen, wenn der DFB noch Wahrsager und Hellseher einsetzen würde", sagte der 74-Jährige. "Schließlich hat man schon fast zehn Millionen Euro ausgegeben, da kommt es auf ein paar mehr oder weniger nicht an."

Das im April 2005 vom DFB an die Fifa als Beitrag für eine später ausgefallene Gala überwiesene Geld war auf den Konten von Bin Hammam verschwunden. Nach Ansicht Zwanzigers liegt der Schlüssel zur Aufklärung daher in Katar, wo der in der Causa bis heute nicht vernommene frühere Fifa-Vizepräsident residiert, und bei Fifa-Präsident Gianni Infantino.

Drittliga-Spiel läuft im Autokino

Drittligist Viktoria Köln hat sich für seine Fans etwas Besonderes einfallen lassen und zeigt das erste Heimspiel nach der Corona-Pause gegen den FSV Zwickau am 2. Juni (19 Uhr) im Autokino. So können die Viktoria-Anhänger live dabei sein, auch wenn im Sportpark Höhenberg keine Zuschauer zugelassen sind.

"Wir sind sehr froh, dass wir den Viktoria-Fans diese Möglichkeit bieten können. Wir waren seinerzeit der erste Drittligist, der mit dieser Anfrage auf den DFB zugekommen ist“, sagte Geschäftsführer Eric Bock. Die Übertragung wird von MagentaSport präsentiert. Der Eintrittspreis für das Autokino „Car Watch“ im Girlitzweg beträgt 19,04 Euro pro Auto (für zwei Personen).

Sollte die Veranstaltung ein Erfolg werden, werde Viktoria weitere Heimspiele auf der Leinwand anbieten, so Bock.

Völler gehen Profi-Luxusallüren zu weit

Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler geht der ausschweifende Lebensstil einiger Fußballprofis zu weit. "Ich bin kein Moralapostel. Aber Profis sind Vorbilder. Hier mal ein Goldsteak, da mal ein paar Spieler, die sich am Tag vor dem Spiel noch schnell einen Frisör ins Hotel einfliegen lassen – das geht nicht", sagte der Weltmeister von 1990 dem Focus.

Völler hofft, dass sich die Sportler nach dem Ende der Corona-Krise wieder mehr auf ihre Vorbildfunktion besinnen. Er sieht in dem Zusammenhang auch die Clubs in der Pflicht. "Ich habe als junger Profi auch Fehler gemacht. Nur sind die nie rausgekommen", sagte der 60-Jährige: "Mich wundert, dass die Spieler heute nicht cleverer sind. Letztlich profitieren nur Frisör und Steakbrater von der billigen Werbung."

Reck: Schalke vs. Werder im Geister-Vorteil

Vor dem Duell seiner beiden Ex-Clubs Werder Bremen und Schalke sieht Ex-Nationaltorwart Oliver Reck die besondere Atmosphäre der Geisterspiele als Vorteil für Gastgeber Schalke. Angesicht der sportlichen Talfahrt mit zuletzt zehn Partien in Serie ohne Sieg wäre die Stimmung mit Zuschauern am Sonnabend sehr angespannt. "Wenn jetzt das Publikum in der Arena sein könnte, dann würde es ein riesiges Pfeifkonzert auf Schalke geben, und zwar garantiert schon vor dem Spiel, für diese Leistung der letzten Wochen“, sagte Reck im Interview des Weser Kurier.

Reck, derzeit Trainer beim Nord-Regionalligisten SSV Jeddeloh II, erwartet eine spannende Partie. "Für beide Vereine geht es in diesem Spiel wirklich um unwahrscheinlich viel", sagte Reck. Zu einem möglichen Werder-Abstieg sagte er: "Das wäre wirklich ein Desaster, nicht nur für den Verein Werder Bremen, sondern für die ganze Stadt, für die gesamte Region."