Sport in der Corona-Krise

Sechs Coronavirus-Fälle in der Premier League

Jürgen Klopp und der FC Liverpool stehen in England kurz vor der Meisterschaft.

Jürgen Klopp und der FC Liverpool stehen in England kurz vor der Meisterschaft.

Foto: imago / Xinhua

Effenberg verlässt Uerdingen. Marco Reus droht das Saison-Aus. Neuer Termin für 3. Liga. Grünes Licht für BBL.

Der Sport in Zeiten der Corona-Krise – lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen (Dienstag, 19. Mai):

Marco Reus droht das Saison-Aus

Nationalspieler Marco Reus von Borussia Dortmund verpasst laut der „Bild“ das Spitzenspiel gegen den FC Bayern und könnte sogar für den Rest der Saison ausfallen. Der 30-Jährige könne nach seiner Muskelverletzung noch immer nicht mit der Mannschaft trainieren und arbeite individuell an seinem Comeback.

Zuletzt hatte Reus auf ein Comeback noch im Mai gehofft. „Ich bin gut im Reha-Plan, die Corona-Krise war mein Glück, ich hatte etwas mehr Zeit, die Verletzung auszukurieren“, hatte er Anfang des Monats RTL und n-tv gesagt. „Ich bin gut im Soll, ich habe ja mal gesagt, dass ich im Mai wieder zurückkehren möchte – und jetzt hoffe ich, dass es so geschieht“, erklärte der Nationalspieler.

Sechs Corona-Fälle in Premier League

Bei der ersten Runde der Massentests in der Premier League sind sechs Corona-Fälle bei insgesamt drei Vereinen aufgetreten. Zuvor waren bei Spielern sowie Mitarbeitern aller Clubs insgesamt 748 Tests durchgeführt worden. „Die positiv getesteten Spieler oder Mitarbeiter werden sich nun sieben Tage lang selbst isolieren“, teilte die Liga mit. Namen der betroffenen Personen oder der Vereine wurden nicht bekannt.

Die Clubs hatten am Dienstag nach wochenlanger Coronapause wieder das Training in Fünfergruppen aufnehmen dürfen. Die Vereine hoffen auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Juni.

Effenberg verlässt Uerdingen

Drittligist KFC Uerdingen und Stefan Effenberg gehen nach weniger als acht Monaten wieder getrennte Wege. „Stefan Effenberg hat uns gegenüber erklärt, den Club verlassen zu wollen. Diesem Wunsch haben wir entsprochen“, gab KFC-Geschäftsführer Nikolas Weinhart bekannt.

Der ehemalige Nationalspieler war erst im vergangenen Oktober als Manager Sport in Uerdingen vorgestellt worden. Der 51-Jährige sollte Weinhart und Geldgeber Michail Ponomarew „in den sportlichen Entscheidungsprozessen zur Seite stehen“.

Effenberg: „Es war eine interessante und lehrreiche Zeit beim KFC Uerdingen. Wir haben gemeinsam einiges bewegt. Ich wünsche dem KFC weiterhin viel Glück und Erfolg.“

Kirsten kritisiert Umgang mit Dynamo Dresden

Ex-Nationalspieler Ulf Kirsten hat den Umgang mit Zweitligist Dynamo Dresden als "Wettbewerbsverzerrung“ kritisiert. Der Kader der Sachsen befindet sich wegen zwei Corona-Fällen noch bis zum 22. Mai in häuslicher Quarantäne.

"Den Spielern fehlen 14 Tage Training, was das Verletzungsrisiko erhöht. Zudem erhöht sich der Druck auf Dynamo als Tabellenletzten noch einmal, wenn die Konkurrenten in der Zeit den Vorsprung vergrößern, in der Dresden nicht spielen darf“, wird Kirsten in der SportBild vorab zitiert. "Das ist Wettbewerbsverzerrung. Ich frage mich, ob man das mit renommierten Vereinen auch so gemacht hätte", sagte der 54-Jährige.

Die DFL will in dieser Woche darüber entscheiden, ob das erste Dynamo-Spiel nach Beendigung der Quarantäne bei Arminia Bielefeld verlegt wird. Provisorisch wurde die Partie für den 27. Mai um 18.30 Uhr angesetzt. Damit blieben den Sachsen allerdings nur vier Tage für das Mannschaftstraining vor dem scharfen Start.

NBA: Theis für Fortsetzung in Disney World

Basketball-Nationalspieler Daniel Theis hat sich für eine Fortsetzung der derzeit unterbrochenen NBA-Saison in Disney World in Orlando ausgesprochen. Dann könnten auch die Familien der Spieler mit dabei sein. "Kein Spieler ist gern sechs Wochen von der Familie getrennt“, sagte Theis der SportBild. "Ich fände es gut, wenn alle Spieler mit ihren Familien für die Zeit in Disney World in Orlando untergebracht werden."

Natürlich dürfe dann niemand den Park verlassen, um das Risiko einer Corona-Ansteckung zu minimieren. Dennoch sei der Ort perfekt. "Vielleicht kann ein Teil des Unterhaltungsprogramms sogar laufen für die Kinder. Ich habe ja selbst eine vierjährige Tochter und einen sechs Monate alten Sohn", sagte der 28-Jährige von den Boston Celtics.

Die NBA pausiert derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga plant, die Saison an einem Ort fortzusetzen. Neben Orlando ist auch Las Vegas dafür im Gespräch.

Thomas Müllers Geister-Fazit: "Hut ab!"

Thomas Müller (Bayern München) bewertet den ersten Bundesliga-Geisterspieltag als Erfolg. "Die ganze Sportwelt hat am Wochenende auf die Bundesliga geschaut, da wir als erste Topliga wieder mit dem Spielbetrieb begonnen haben. Und die Liga hat gezeigt, wie ein Weg zurück aussehen könnte“, schrieb der 30 Jahre alte Fußballprofi beim sozialen Netzwerk LinkedIn.

Müller mahnte aber zugleich: "Das bedeutet allerdings nicht, dass wir dadurch leichtsinnig werden dürfen.“ Aus meiner Sicht habe alles gut geklappt. "Wir haben trotz langer Pause und kurzer Vorbereitungszeit interessante, packende Spiele gesehen“, äußerte Müller.

"Deshalb Hut ab vor allen Beteiligten, den Spielern, Vereinsvertretern und Fans, die für einen reibungslosen, gemeinsamen ersten Corona-Spieltag gesorgt haben.“ Fangruppen hatten sich nicht - wie von manchen befürchtet - vor den leeren Stadien versammelt. "Gewöhnungsbedürftig" fand Müller neben dem fehlenden gemeinsamen Einlaufen der Teams den "etwas gebremsten Torjubel".

Wirbel um IOC-Hilfspaket: Alles nur Darlehen?

Das IOC-Hilfspaket für notleidende Verbände in Zeiten der Coronakrise sorgt weiter für Verwirrung. Die zur Verfügung gestellten 150 Millionen US-Dollar sollen den Verbänden von ihren Einnahmen durch die Olympischen Spiele in Tokio wieder abgezogen werden.

Andrew Ryan, Generaldirektor der Vereinigung aller Olympischen Sommersportarten (ASOIF), teilte dem Branchendienst Insidethegames mit, dass das Geld, das die internationalen Sportverbände und Nationalen Olympischen Komitees (NOKs) aus dem Paket erhalten, "Ende nächsten Jahres von den Umsatzanteilen abgezogen wird".

Gemeint sind damit die Einnahmen, die die Fachverbände durch die Tokio-Spiele haben und die durch die Verlegung der Spiele ins Jahr 2021 zunächst ausbleiben. Das trifft einige Verbände hart, die große Probleme beim Kapitalfluss haben.

Das IOC hatte vergangene Woche erklärt, dass die Verlegung der Spiele 800 Millionen US-Dollar zusätzlich kosten würden. 650 Millionen US-Dollar würde man für die Organisation der Spiele in Tokio bereitstellen, 150 Millionen Dollar erhielten Verbände und NOKs, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Die Verkündung des Programms hatte jedoch schon kurz darauf bei den Verbänden Unsicherheit ausgelöst, weil nicht klar wurde, wie die Finanzhilfe genau aussehen sollte. Mittlerweile teilte das IOC mit, dass es sich um Darlehen, Zuschüsse oder auch Sachmittel handeln würde. Laut Ryan jedoch dreht es sich ausschließlich um Darlehen.

Dem Tischtennis-Weltverband ITTF ist trotz Nachfrage bis heute vom IOC nicht mitgeteilt worden, wie die Finanzhilfen konkret aussehen. Auch in den Mitteilungen durch das IOC dazu wurde keine klare Stellung bezogen. Angesichts dieser Unklarheit können Verbände und NOKs die Hilfen derzeit nicht wahrnehmen.

Handball: HSVH feiert digitalen Saisonabschluss

Der Handball Sport Verein Hamburg (HSVH) feiert am Pfingstmontag (1. Juni) seinen digitalen Saisonabschluss. Dann endet auch die Aktion „Corona kontern!“, bei der Fans den Verein durch den Kauf eines fiktiven Tickets in der Barclaycard-Arena finanziell unterstützen können.

Zum „Watchday“ streamt der HSVH auf seinem Youtube-Kanal bis zu sechs Stunden lang Szenen aus der aktuellen Saison sowie Höhepunkte aus der Vereinsgeschichte wie ein Re-Live des entscheidenden Spiels gegen Gummersbach aus der Meistersaison 2010/11 - mit Weltstars wie Domagoj Duvnjak.

Nachdem Corona dem HSVH alle Einnahmequellen entrissen hat, ist der Verein aufgrund der unklaren Perspektive in den kommenden Monaten auf Unterstützung angewiesen, um die Zukunft des Bundesliga-Handballs in Hamburg zu sichern und die Rückkehr in die erste Liga weiter als Ziel ausgeben zu können. Weitere Infos unter www.corona-kontern.de

Ex-Spieler über Klinsmann: "Kann es kaum glauben"

Terrence Boyd vom Fußball-Drittligisten Hallescher FC kann die Geschichte über seinen ehemaligen US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC nicht ganz nachvollziehen. "Mit dem Klinsmann-Tagebuch ist es wie mit den Nazi-Vorwürfen gegen Xavier Naidoo: Es scheint zu stimmen, aber ich kann es trotzdem nicht glauben", sagte der 29-jährige Stürmer in einem Interview mit SPOX und Goal.

Als Nationalspieler habe Boyd andere Erfahrungen gemacht. "Menschlich war Klinsmann absolut top. Obwohl er mich kurz vor der WM 2014 aus dem Kader gestrichen hat, konnte ich ihm nicht böse sein. Wir stehen bis heute in Kontakt. Nach dem Anschlag in Halle hat er mir beispielsweise direkt geschrieben und mich gefragt, wie es mir geht“, betonte der ehemalige Profi von RB Leipzig.

Klinsmann hatte in seiner kurzen Zeit bei Hertha in einem 22-seitigen Papier Manager Michael Preetz unter anderem "jahrelange katastrophale Versäumnisse“ und "katastrophale aktuelle Kaderplanung“ sowie der gesamten Club-Spitze "keine Leistungskultur“ und "eine Lügenkultur" vorgeworfen. Auch über die Spieler urteilte Klinsmann teils harsch. Der Ex-Bundestrainer war am 11. Februar nach nur elf Wochen im Amt zurückgetreten.

Grote erwartet Ruhe bei HSV vs. Arminia

Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) hat die Veranstalter des ersten Hamburger Geisterspiels nach der Corona-Pause zwischen St. Pauli und Nürnberg (1:0) sowie die Fußballfans gelobt. "Ich glaube, dass man sagen kann, dass es die Bundesliga im Großen und Ganzen ordentlich gemacht hat. Es ist auch in Hamburg gut verlaufen", sagte Grote am Dienstag.

Die Polizei wäre aber vorbereitet gewesen, wenn sich Fangruppen rund ums Millerntorstadion gesammelt hätten. "Das ist gar nicht passiert." Er erwarte, dass es auch beim Heimspiel des HSV gegen Arminia Bielefeld am Sonntag keine Schwierigkeiten geben werde.

DFB plant Drittliga-Start am 30. Mai

Die festgefahrene Situation in der 3. Liga soll sich nach dem Willen des DFB Ende Mai entspannen. "Wir gehen davon aus, dass wir am 30. Mai wieder starten können“, sagte Generalsekretär Friedrich Curtius in einer Medienrunde: "Aber wir müssen abwarten, was die Politik entscheidet."

Dem DFB macht die zerstrittene Lage zu schaffen. "Das belastet uns alle, das kann man nicht beschönigen“, sagte Curtius: "Eine deutliche Mehrheit möchte spielen. Heute ist uns ein Schreiben von acht Vereinen eingegangen, die weiterspielen möchten." Pläne über die Fortsetzung der Saison am 26. Mai wurden mittlerweile verworfen.

Am 25. Mai will der Ausschuss 3. Liga beim Außerordentlichen DFB-Bundestag zunächst eine Task Force beantragen, die sich „mit externer Hilfe der wirtschaftlichen Stabilität und strukturellen Weiterentwicklung der 3. Liga widmen“ soll, hatte der DFB mitgeteilt.

Länderspiele wieder im Herbst?

Derweil bekräftigte Curtius, dass im Herbst wieder Spiele der A-Nationalmannschaft "angelehnt an das Hygienekonzept des DFB und der DFL ausgetragen werden sollen. "Ich denke, es wird noch ohne Zuschauer über die Bühne gehen", sagte Curtius: "Das Allerwichtigste ist, dass unsere Nationalmannschaft wieder auf den Rasen kommt. Da verdienen wir unser Geld.“

Keller und Rummenigge plötzlich vereint

DFB-Präsident Fritz Keller und Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge haben sich ausgesprochen und wollen nun gemeinsam den Kampf gegen ausufernde Gehälter vorantreiben. "Es gibt unsinnige Gehälter und Ablösesummen, die nicht mehr glaubhaft sind. Wir müssen über Gehaltsobergrenzen reden", sagte Keller am Dienstag in einer Medienrunde: "Ich freue mich, dass ich da mit Karl-Heinz Rummenigge einer Meinung bin.“

Keller kündigte daher an, den Kontakt zu Uefa-Präsident Aleksander Ceferin suchen zu wollen. Die Eindämmung von Gehältern, die "teilweise von einer anderen Welt" seien, könne nur über die Uefa gelingen. "Am Ende muss eine europarechtskonforme Regelung stehen, die auch für Großbritannien gilt", sagte der DFB-Chef.

Auch eine Reform des Financial Fair Play für den gesamten Fußball sehe auf seiner Agenda. "Wir müssen den Profifußball wieder näher zu den Menschen bringen“, sagte Keller. Die aktuelle Krise habe Probleme des Fußballs, die vorher von immer neuen Rekorden überlagert wurden, offen zu Tage treten lassen.

Am Sonntag hatte Rummenigge Keller scharf attackiert. Er sei "irritiert über seine populistische Wortwahl", sagte der Bayern-Boss bei Sky, "weil Keller ein Mann ist, der sehr genau überlegt, was er sagt“. Zuvor hatte Keller in einem Spiegel-Interview die "Großkotzigkeit" neureicher Fußballmillionäre beklagt und für die Zeit nach der Coronakrise "mehr Demut" eingefordert.

Grünes Licht für BBL-Finalrunde

Die Basketball-Bundesliga (BBL) darf ihre Saison wie geplant im Juni mit einem Turnier mit zehn Teams im Münchner Audi Dome fortsetzen. Die bayerische Staatsregierung stimmte am Dienstag in einer Sitzung des Kabinetts den Plänen der BBL zu.

Das Konzept der BBL geht noch über die Maßnahmen für die 1. und 2. Fußball-Bundesliga hinaus. Während der gesamten Dauer des Turniers, das am erste Juni-Wochenende beginnen soll, werden alle zehn Teams in einem Hotel in Quarantäne zusammengezogen. Damit soll verhindert werden, dass Spieler und Verantwortliche mit anderen Personen in Kontakt kommen und die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus steigt.

Vor dem Turnier werden die zehn Teams an ihren jeweiligen Standorten eine rund dreiwöchige Vorbereitung absolvieren. Für die Rückkehr ins Mannschaftstraining benötigen sie die Zustimmung der jeweiligen Gesundheitsämter. Während dieser Phase dürfen die Profis und Trainer noch Kontakt zu ihren Familien haben, werden aber engmaschig getestet.

Nur ein Spiel Sperre für Mathenia

Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg muss nur ein Spiel auf Torhüter Christian Mathenia verzichten. Der Schlussmann wurde nach seiner Roten Karte in der Partie gegen den FC St. Pauli (0:1) nach Clubangaben nur für das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue am Freitag (18.30 Uhr) gesperrt. Für den 28-Jährigen dürfte erneut Felix Dornebusch zwischen den Pfosten stehen.

Mathenia hatte nach einer Notbremse gegen St. Paulis Torjäger Henk Veerman nach Videobeweis in der 55. Minute die Rote Karte gesehen, Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin hatte zunächst auf Eckball entschieden. Der Verein hat dem Urteil nach eigenen Angaben zugestimmt, das dementsprechend rechtskräftig ist.

Handball: Bitter & Co. wünschen Rückkehrkonzept

Viele Handball-Profis wünschen sich laut Nationaltorwart Johannes Bitter ein ausgereiftes Konzept für eine Rückkehr zum Spielbetrieb. "Es ist ja auch noch etwas Zeit, bis es wieder losgehen soll. Aber diese Sorgen sollte man zum Anlass nehmen, nicht nur nach dem 'Wann', sondern auch nach dem 'Wie' der Rückkehr zum Wettkampfsport zu fragen“, sagte der 37-Jährige vom Bundesligisten TVB Stuttgart den Kieler Nachrichten.

Bitter hat wegen der Folgen der Corona-Pandemie viele Gespräche in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Spielergewerkschaft Goal geführt, deren Gründungsmitglied er vor zehn Jahren war. Welche Spieler die Krise besonders trifft, könne er nicht sagen, meinte der ehemalige HSV-Profi. "Aber die Spieler, die im März vertragsfrei waren, haben ein großes Problem." Die Clubs würden jetzt ihr Geld zusammenhalten. "Aber man kann nicht sagen, dass es Mehr- oder Weniger-Verdiener härter trifft.“

Er lobte in dem Zusammenhang viele Vereine. Sie hätten "sehr verantwortungsvoll gehandelt und Wege gefunden, damit gewisse Gehaltsgruppen im unteren Bereich auf nicht so viel von ihrem Gehalt verzichten müssen, so dass sie ihre Fixkosten decken können“.

Möglicherweise könnte sich der Handball durch die Krise verändern. "Ich denke, Top-Spieler werden weiterhin gefragt sein", sagte Bitter. Vielleicht würden die Kader ein bisschen kleiner und "nicht mehr mit 16 Legionären bestückt, so dass mehr deutsche Nachwuchsspieler wieder in Bundesliga-Kader reinrutschen können".

Bayern, Real und Inter planen Benefiz-Turnier

Bayern München wird gemeinsam mit Real Madrid und Inter Mailand 2021 ein Turnier austragen, dessen Nettoerlöse in die medizinische Infrastruktur in Italien und Spanien fließen sollen. Mit dem "Europäischen Solidaritäts Cup" wollen die drei Vereine "ein Zeichen der Verbundenheit setzen", wie der FC Bayern mitteilte.

"Die Corona-Pandemie hat auch Europa schwer getroffen“, begründete Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge die Aktion. "Wir in Deutschland haben bei allem Leid und allen Problemen vielleicht das Glück, dass sich unser Gesundheitssystem in dieser Krise belastbar zeigt. Auch wir haben allerdings die furchtbaren Bilder aus Italien und Spanien gesehen, beide Länder hat es in Europa mit am härtesten getroffen."

In Abhängigkeit vom Spielkalender und besonders davon, wann wieder vor Zuschauern Fußball gespielt werden kann, werden die drei Vereine in einem Gruppenmodus gegeneinander antreten. Die Partie Real gegen Inter wird in Madrid ausgetragen, das Spiel Inter gegen FC Bayern in Mailand. Sportlicher Höhepunkt ist aus deutscher Sicht die Begegnung Bayern gegen Real Madrid, die in der Allianz Arena in München steigt.

Das Turnier, das auch im Fernsehen zu sehen sein wird, dürfte einen beachtlichen Millionenerlös einspielen. "Insbesondere Schwestern, Pfleger und Ärzte leisten in dieser Zeit Herausragendes für die Gesellschaft", betonte Rummenigge. Der FC Bayern will 5000 Schwestern, Pfleger und Ärzte zum Spiel in München einladen. "Wir, die drei Vereine, wollen diesen Helden unsere Anerkennung, unseren Respekt und Dank zeigen“, äußerte Rummenigge.

HFV-Vereine wollen den Saison-Abbruch

Die große Mehrheit der Hamburger Amateur-Fußballvereine spricht sich für einen Saisonabbruch in sämtlichen Klassen ab der Oberliga abwärts aus. In einer vom Hamburger Fußball-Verband (HFV) durchgeführten Umfrage stimmten 165 Vereine und damit 84 Prozent für einen endgültigen Abbruch. Lediglich 31 Clubs (16 Prozent) votierten für eine weitere Unterbrechung der Spielzeit mit Aussicht auf Fortführung.

Das HFV-Präsidium will nun auf einem außerordentlichen Verbandstag am 22. Juni den Abbruch bei den Herren, Frauen, Junioren und Mädchen vorschlagen. Die bevorzugte Lösung dabei: Aufsteiger nach Quotientenregelung sowie Absteiger „auf Wunsch“. Das bedeutet, dass sich Mannschaften, die zum Zeitpunkt der Unterbrechung auf einem Abstiegsplatz standen, freiwillig für die nächstniedrigere Klasse melden können.

Die Pokalwettbewerbe der Herren, Frauen und A-Junioren sollen nach Möglichkeit zu Ende gespielt werden, sobald dies ohne gesundheitliche Gefährdung möglich ist. Auf dem Verbandstag sollen zudem die Folgen eines Abbruchs für die kommende Saison geklärt werden.

In einer eigenen Abendblatt-Umfrage unter 27 Hamburger Amateurvereinen hatten sich bis Anfang Mai 72 Prozent für einen Saison-Abbruch ausgesprochen. Aus Angst vor Klagen hatte sich der HFV zunächst für eine Verlängerung der Spielzeit ausgesprochen.

Werder: Bode muss sich an Leere gewöhnen

Werder Bremens Aufsichtsratschef Marco Bode fällt es schwer, sich mit der neuen Leere in der Fußball-Bundesliga anzufreunden. "Der Gesamteindruck im Stadion ist natürlich komplett anders. Sogar nochmal etwas anders, als für Fernsehzuschauer zu Hause“, sagte der 50-Jährige in der Halbzeitpause des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen (1:4) am Montag bei DAZN.

Vor den Bildschirmen habe man eine relativ normale Situation, ergänzte Bode, "aber im Stadion fällt diese Leere noch viel mehr auf und daran muss ich mich noch sehr gewöhnen. Wir müssen uns unter diesen Bedingungen steigern, denn es geht schließlich um wichtige Punkte."

Bundesliga: Athletik und Spielzeit steigen

Zwölf von 18 Trainern haben am ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga nach neunwöchiger Corona-Pause auf mehr erfahrene Profis in ihren Teams gesetzt als sonst. Obwohl in den athletischen Kategorien wie intensiven Läufen oder Sprints sogar leichte Anstiege zu verzeichnen waren, gab es am 26. Spieltag insgesamt weniger Offensiv-Aktionen und Tore als im Schnitt an den 25 Spieltagen zuvor.

Das ergab eine datengestützte Auswertung des Instituts für Spielanalyse in Potsdam. Dieser Momentaufnahme zufolge war die effektive Spielzeit in den neun Partien insgesamt höher, die Fehlpass-Quote niedriger als im bisherigen Saisonmittel.

Glücksspirale: Eine Million Euro für den Sport

Die Glücksspirale hilft dem Sport in der Corona-Krise. Als Liquiditätshilfe zieht die gemeinwohlorientierte Lotterie ihre turnusmäßigen Zahlungen an den Deutschen Olympischen Sportbund, die Stiftung Denkmalschutz und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege von je einer Million Euro vor, teilte der DOSB mit.

"Die Qualität einer Partnerschaft zeigt sich bekanntlich gerade dann, wenn schwierige Phasen und Aufgaben zu meistern sind", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Mit dieser Unterstützung trage die Glücksspirale dazu bei, die aktuelle Arbeit für Sportdeutschland abzusichern und die Folgen dieser Krisensituation erfolgreich zu meistern.

Seit ihrer Gründung vor 50 Jahren hat die Glücksspirale ihre Begünstigten mit insgesamt mehr als 2,2 Milliarden Euro unterstützt. An den Sport gingen dabei 770 Millionen Euro, an die Wohlfahrt 660 Millionen Euro und an den Denkmalschutz 510 Millionen.

Bundesliga: TV-Rekorde in Spanien und Holland

Der Neustart der Fußball-Bundesliga hat dem niederländischen Pay-TV-Sender Fox Sports eine Rekordquote beschert. 203.000 Zuschauer verfolgten am Sonnabend das Revierderby BVB gegen Schalke (4:0), nie zuvor sahen bei Fox Sports so viele Fans eine Begegnung der Bundesliga. Das Abendspiel zwischen Frankfurt und Gladbach (1:3) sahen immerhin noch 94.000 Fans.

Zum Vergleich: Am letzten Spieltag vor der Coronapause hatten gerade einmal 8000 Menschen am Sonnabendnachmittag die Begegnung zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Augsburg gesehen. Generell verzeichnet die Bundesliga in den Niederlanden eher mäßige Zuschauerzahlen.

Das war am Wochenende anders: Sogar das Zweitligaspiel zwischen Bochum und dem Heidenheim (3:0) am Sonnabend sahen 40.000 Zuschauer. Der spanische Bezahlsender Movistar Plus verzeichnete indes beim Revierderby in Dortmund die beste TV-Quote eines Bundesligaspiels in der Geschichte des Senders.

US-Staaten treiben Geister-Wettbewerbe voran

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kann sich trotz der Corona-Krise vorstellen, dass Sportevents in seinem Bundesstaat ab Juni durchführbar sind. "Sportveranstaltungen, Profisport in der ersten Juniwoche oder so, ohne Zuschauer und unter sehr bestimmten Bedingungen, können möglich sein“, sagte Newsom am Montag (Ortszeit). Kalifornien ist die Heimat von 18 Franchises aus den wichtigsten US-Profisportligen.

Ebenso positiv und interessiert äußerte sich der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo. "Ich habe auch große Sportmannschaften ermutigt, Wiedereröffnungen ohne Fans zu planen“, sagte Cuomo bei seinem täglichen Briefing. "Die Spiele könnten im Fernsehen übertragen werden. Der Bundesstaat New York wird den großen Sport-Franchise-Unternehmen dabei helfen, genau das zu tun. Eishockey, Basketball, Baseball, Fußball - wer auch immer wieder anfangen kann, wir sind ein bereitwilliger, williger und fähiger Partner.“

Auch im Bundesstaat Texas steht der Sport vor der Rückkehr. Gouverneur Gregg Abbott gab grünes Licht für Basketball, Baseball, Motorsport, Fußball, Golf, Softball und Tennis ab dem 31. Mai - unter einer Bedingung: keine Zuschauer.

Hessen prescht bei Schwimmsport vor

In Hessen soll Schwimmsport im Verein nach Ansicht von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wieder möglich sein. Nach seiner Überzeugung sollten die Schwimmbäder für das Vereinsschwimmen geöffnet werden, sagte der Regierungschef dem Sender Hit Radio FFH. Er glaube, "dass wir das auch sehr bald tun“.

Zur generellen Öffnung von Freibädern bestehe in der Corona-Pandemie allerdings ein großer Unterschied. Denn hier könne es passieren, dass 1000 Menschen vor dem Kassenhäuschen stünden. Er glaube nicht, dass bis September die Freibäder geschlossen bleiben müssten. Die Öffnung müsse aber verantwortbar und hessenweit abgestimmt sein. "So weit sind wir noch nicht“, sagte Bouffier.

Eishockey-Profi: Gewerkschaft würde DEL nutzen

Der frühere Eishockey-Nationalspieler Frank Hördler begrüßt die Bestrebungen, eine Spielergewerkschaft in der DEL zu gründen. "Prinzipiell finde ich das gut, weil man dann einfache Wege hätte, um Sachen zu besprechen", sagte der 35 Jahre alte Verteidiger von den Eisbären Berlin.

Schließlich würden nicht nur die Profis von einer gemeinsamen Interessenvertretung profitieren. "Ich glaube, dass eine Gewerkschaft auch für die Clubs gar nicht schlecht wäre", sagte Hördler. Sollten die Spieler künftig mit einer Stimme sprechen, müssten die Vereine nicht mehr "mit knapp 300 Profis einzeln verhandeln", sagte der Routinier. "Dann wird es auch einfacher für die Clubs und für die Liga."

Geisterspiele: Für Schiris auch positive Aspekte

Für die Schiedsrichter der Fußball-Bundesliga haben die Corona-Maßnahmen bei den Geisterspielen mitunter auch eine positive Auswirkung. "Die Spieler stürmen bei einer kritischen Entscheidung nicht sofort auf den Schiedsrichter zu, es gibt keine Rudelbildung (...)“, sagte der Referee Guido Winkmann, der bei Köln gegen Mainz (2:2) im Einsatz war, der Bild-Zeitung. Grund seien wohl die schwächeren Emotionen aufgrund der fehlenden Zuschauer, vermutete Winkmann.

Mit persönlichen Strafen im Falle der Missachtung der Abstands- und Hygieneregeln müssten die Profis jedoch ohnehin nicht rechnen. Es handele sich hier nur um "Hygiene-Empfehlungen der DFL", hatte Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner gesagt. "Die Schiedsrichter können nur präventiv tätig sein und die Spieler auf ihre Eigenverantwortung hinweisen."

NBA: James kämpft für Saison-Fortsetzung

Basketball-Superstar LeBron James glaubt an eine Fortsetzung der Saison in der NBA. "Gebt die Saison auf keinen Fall auf“, sagte der 35-Jährige von den Los Angeles Lakers in einem Beitrag der Plattform Uninterrupted. Die Saison ist seit Mitte März unterbrochen. James sehnt sich nach einer Rückkehr.

"Nicht nur ich und meine Teamkollegen wollen wieder spielen. Es gibt viele Spieler, die ich kenne, die wieder spielen wollen", sagte er. Die Gesundheit müsse aber an erster Stelle stehen. "Natürlich wollen wir nicht die Gesundheit der Spieler oder deren Familien auf“s Spiel setzen", sagte er. Die aktuelle Pandemie sei beispiellos. "Wir können es nicht kontrollieren", mahnte James.

Spiele ohne Fans seien für ihn nicht reizvoll, aber wichtig sei, einfach wieder auf dem Feld zu stehen. "Ich liebe den Basketball. Ich weiß, wie inspirierend Basketball und der Sport selbst sein können", sagte er. Zuletzt hatten diverse Medien berichtet, Ligaboss Adam Silver wolle sich mit der Entscheidung über eine Fortsetzung der Saison noch bis zu einem Monat Zeit nehmen.