Corona-Krise im Sport

1:4 gegen Leverkusen: Heim-Debakel für Werder Bremen

Handfester Corona-Eklat um Star des FC Chelsea? Werder auch live auf Amazon. Corona-Fall in 3. Liga. Schottland-Aus mit Folgen.

Großer Streit um die Rückkehr der Dritten Fußball-Liga, die Rückkehr der Doping-Kontrollen und ein Anti-Masken-Wunsch von Donald Trump im Golf - das und mehr sind am Montag die Themen im Sport während der Corona-Krise.

Die Entwicklungen am 18. Mai:

1:4 gegen Leverkusen: Klatsche für Werder nach Corona-Pause

Werder Bremen hat seine sportliche Talfahrt auch nach der rund zweimonatigen Corona-Pause fortgesetzt und taumelt nach dem nächsten Heim-Debakel weiter dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Gegen Bayer Leverkusen verloren die Norddeutschen am Montagabend verdient mit 1:4 (1:2) und sind im Weserstadion nun schon seit zehn Spielen sieglos. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt damit weiter fünf Punkte, allerdings hat das Team von Trainer Florian Kohfeldt noch eine Partie weniger ausgetragen.

Bayer Leverkusen bleibt dagegen aussichtsreich im Rennen um die Champions-League-Plätze und knüpfte an seine gute Form aus der Zeit vor der Saison-Unterbrechung an. Der überragende Nationalspieler Kai Havertz (28. Minute, 33.), Mitchell Weiser (61.) und Kerem Demirbay (78.) erzielten die Treffer für die Gäste. Theodor Gebre Selassie gelang lediglich der zwischenzeitliche Ausgleich für die vor allem in der Defensive nicht erstligareifen Bremer (30.).

Werder-Spiel auch live auf Amazon

Das Montagsspiel in der Fußball-Bundesliga des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen (20.30 Uhr) wird nicht nur auf DAZN, sondern kurzfristig nun auch im Streamingdienst Amazon Prime Video übertragen.

Dies teilte die DFL am Nachmittag via Twitter mit. Demnach befinde man sich hinsichtlich weiterer Übertragungsmodelle "unverändert in Gesprächen".

3. Liga: Coronafall erhöht Druck auf DFB

Ein positiver Corona-Test beim Chemnitzer FC hat in der Debatte um die Fortsetzung der 3. Liga für neuen Wirbel gesorgt und liefert allen Befürwortern eines Saisonabbruchs neue Argumente.

"Wir sehen, wie schnell sich die Sachlage ändern kann“, sagte CFC-Sportdirektor Armin Causevic. Noch in der ersten Testreihe am Donnerstag waren alle entnommenen Tests negativ. Bei den Tests am Sonnabend fiel ein namentlich nicht genannter Profi jedoch durchs Raster.

Er muss auf Anordnung des Gesundheitsamtes eine 14-tägige häusliche Quarantäne antreten. Gleiches gilt für zwei Mitspieler nach einer ausführlichen Überprüfung der zuletzt vorhandenen Kontakte des infizierten Spielers. Trotz des positiven Falls erhielt der Club vom Gesundheitsamt die Freigabe für das Mannschaftstraining am Dienstag.

Ein Schicksal wie dem Nachbarn Dynamo Dresden blieb Chemnitz also erspart. Der Zweitligist musste sich nach mehreren positiven Tests in eine zweiwöchige Quarantäne begeben und verpasste auch den Re-Start am vergangenen Wochenende.

Klopp: Abbruch ohne Titel "persönlich ungerecht"

Teammanager Jürgen Klopp vom souveränen Tabellenführer FC Liverpool würde einen Saisonabbruch in England „persönlich ungerecht“ finden, wenn in diesem Zuge kein Meistertitel vergeben werden sollte. „Wir sind in der Heimtabelle Erster, wir sind in der Auswärtstabelle Erster. Es ist eine Saison, in der wir Meister werden sollten“, sagte Klopp im Leadership-Talk der DFB-Akademie. Mit einem vorzeitigen Ende ohne Wertung "würde ich ins Straucheln kommen“, gab der 52-Jährige daher zu.

Er betonte allerdings auch, dass es in Zeiten von Corona viel wichtigere Themen als den Fußball gebe. "Ganz viele Menschen haben ganz große Probleme. Der Umgang mit der Krise ist das Wichtigste“, sagte Klopp: "Das bedeutet aber nicht, dass bestimmte Dinge überhaupt keine Wichtigkeit besitzen, nur weil sie weniger wichtig sind.“

Die Reds haben 27 ihrer 29 Ligaspiele gewonnen und liegen in der Tabelle 25 Punkte vor Meister Manchester City - zum ersten Meistertitel seit 30 Jahren fehlen Liverpool nur noch zwei Siege. Die Premier League will Mitte Juni den Spielbetrieb fortsetzen, der zuständige Kultursekretär Oliver Dowden hielt diese Pläne am Montag für realistisch.

Ebenfalls am Montag wollen die Vereine den Wiedereinstieg ins Training noch in dieser Woche beschließen. "Wir müssen uns auf die Zeit danach vorbereiten, sie wird irgendwann kommen“, sagte Klopp und prophezeite: "Die Trainingszentren der Vereine werden die sichersten Orte sein, da wird sich niemand anstecken."

Formel 1: Österreich prüft Sicherheitskonzept

Die österreichische Regierung hat noch nicht entschieden, ob die Formel 1 am 5. Juli auf dem Red Bull Ring in Spielberg starten kann. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte am Montag, dass das Sicherheitskonzept der Veranstalter vorliege und seit Freitag von den zuständigen Experten geprüft werde. "Die Formel 1 wird behandelt wie jeder andere", sagte Anschober. Die Prüfung werde zeigen, ob das Konzept mit einem Rennen ohne Zuschauer tragbar sei oder noch Anpassungen vorgenommen werden müssten. Das Konzept müsse sicherstellen, dass es durch ein Rennwochenende zu keiner Ausbreitung des Coronavirus komme.

Das Wochenende in Spielberg könnte zum Auftakt der Saison 2020 werden, der eigentlich für den 15. März im australischen Melbourne angedacht war.

Im Notfall-Kalender ist bislang vorgesehen, auch das zweite Rennen eine Woche später in der Steiermark auszutragen. Danach könnten zwei WM-Läufe im englischen Silverstone folgen. Bis in den September hinein will die Formel 1 in Europa fahren, voraussichtlich komplett vor leeren Rängen. Auch ein Grand Prix in Hockenheim ist im Gespräch.

Später sollen dann Rennen auf anderen Kontinenten angesetzt werden. Das Saisonende ist im Dezember mit Gastspielen in Bahrain und Abu Dhabi geplant. Eigentlich sollte es in diesem Jahr 22 Rennen geben. Nun peilt die Formel 1 noch 15 bis 17 Auftritte an.

Panini: EM-Sammelalbum trotz Verschiebung

Trotz der Verschiebung der Fußball-Europameisterschaft ins kommende Jahr bringt Panini in diesem Sommer ein EM-Sammelalbum heraus. Die sogenannte „Preview-Ausgabe“ werde 72 Seiten haben und damit weniger Sticker als für die eigentliche EM, teilte das italienische Unternehmen mit.

Gezeigt werden sollen Sammelbilder aller 20 qualifizierten Teams sowie Infos zu der 16 Mannschaften, die auf die ebenfalls verschobenen Playoffs warten. Die Kollektion werde ab Anfang Juni in Deutschland und Österreich erhältlich sein.

Zum eigentlichen Turnier im Sommer 2021 werde Panini dann ein vollständig aktualisiertes Stickeralbum anbieten, hieß es. Wie das Unternehmen erläuterte, sei es wichtig, "in den aktuell sehr herausfordernden Zeiten ein gewisses Maß an Normalität zu wahren.“

Ruder-Star sauer auf Fußball-Millionäre

Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler hat mit scharfer Kritik auf den Restart in der Fußball-Bundesliga reagiert. „Ich kann den Start der Bundesliga in keinster Weise gutheißen und hoffe, dass noch mehr Menschen so denken und diesem wahnsinnigen System den Rücken zukehren“, sagte der Senkrechtstarter des Deutschen Ruderverbandes (DRV) im Interview mit den Organisatoren der Wahl zum Sportler des Jahres.

Den Fußball sieht Zeidler in einer Sonderrolle, da Mannschaftssport und sportliche Wettkämpfe momentan für niemanden in Deutschland erlaubt seien, "außer für die Millionäre der Bundesliga, die eh schon seit Jahren in einer sich immer stärker abdriftenden Parallelwelt befinden“, sagte Zeidler.

Die Ruderer dürfen derzeit maximal im Zweier auf das Wasser, Training in größeren Mannschaftsbooten ist nicht gestattet. Als Einer-Spezialist konnte Zeidler sein Training nach der Olympia-Verschiebung auf 2021 trotz Einschränkungen "relativ normal fortsetzen“. Außer der EM im Oktober sind allerdings vorerst keine Ruder-Wettkämpfe in Sicht.

Obwohl die Sportwelt größtenteils stillsteht, will Zeidler die Bundesliga nicht verfolgen. Er habe sein Interesse für den Fußball eingestellt, "als für einen Spieler zum ersten Mal ein neunstelliger Eurobetrag bezahlt wurde“, sagte der 23-Jährige, "davon werde ich jetzt nicht abkommen, nur weil es der einzige Sport ist, der ab nun im Fernsehen zu sehen sein wird.“

Medien: Chelsea-Star Hudson-Odoi verhaftet

Der englische Fußball-Nationalspieler Callum Hudson-Odoi hat offenbar für einen handfesten Skandal gesorgt. Der 19 Jahre alte Profi des FC Chelsea, lange Zeit vom FC Bayern umworben, soll von der Londoner Polizei am frühen Sonntagmorgen in seiner Wohnung verhaftet worden sein.

Vorausgegangen sei ein Notruf einer Frau, die sich ebenfalls in der Wohnung befunden habe. Das melden verschiedene englische Medien. Zuerst hatte das Boulevardblatt The Sun darüber berichtet.

Chelsea wollte den Vorfall nicht kommentieren. Die Polizei bestätigte, dass sie und ein Krankenwagen am Sonntagmorgen um 3.53 Uhr zu einer Adresse im Südwesten der Hauptstadt gerufen worden seien. Der Mann sei verhaftet, inzwischen aber auf Kaution wieder freigelassen worden. Die Frau habe sich "unwohl" gefühlt und sei deshalb ins Krankenhaus gebracht worden.

Mit dem Treffen hätte Hudson-Odoi, der im März der erste offizielle Corona-Fall in der englischen Premier League war, gegen die aktuellen Kontaktregeln auf der Insel verstoßen. Laut Sun hatte er die Frau im Internet kennengelernt.

Schottland bricht ab: Celtic Meister, Stendel steigt ab

Die schottische Fußball-Liga hat ihre Saison abgebrochen und Celtic Glasgow zum Meister erklärt. Dies teilte die Liga am Montag mit. Für Celtic ist es der insgesamt 51. Meistertitel und der neunte hintereinander. Eine längere Serie hat noch kein Club hingelegt. Zuvor waren bereits die Ligen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden abgebrochen worden.

In Schottland wurde der Punkteschnitt errechnet, den die Teams bis zum Zeitpunkt der Unterbrechung pro Spiel geholt hatten. Auf dieser Grundlage wurde anschließend eine Abschlusstabelle generiert. Absteigen muss demnach Heart of Midlothian mit dem deutschen Teammanager Daniel Stendel (früher Profi u.a. beim HSV). Die Hearts haben allerdings noch die Hoffnung, über eine Aufstockung der Liga die Klasse zu halten. Besitzerin Ann Budge hat von der Premiership die Erlaubnis erhalten, einen Vorschlag zur Neuordnung der Liga vorzustellen.

"Die Restriktionen der schottischen Regierung und die Sorgen um die Gesundheit der Spieler und Zuschauer haben uns keine andere Wahl gelassen“, sagte Liga-Boss Murdoch MacLennan zur Abbruch-Entscheidung.

Corona-Kampf: Fifa plant Benefizspiel

Die Fifa will mithilfe eines Charity-Spiels Gelder sammeln, um gegen das Coronavirus anzukämpfen. "Es liegt in unserer Verantwortung, Solidarität zu zeigen und weiterhin alles zu tun, was wir können, um uns an den Bemühungen im Kampf gegen die Pandemie zu beteiligen und sie zu unterstützen“, teilte Fifa-Präsident Gianni Infantino am Montag mit. Ziel sei es vor allem, schneller Diagnose- und Therapiemittel sowie Impfstoffe produzieren zu können.

Details wie Spielort, Datum oder Teilnehmer seien derzeit noch nicht bekannt. Es würden verschiedene Szenarien geprüft, die im Einklang mit den gesundheitspolitischen Verordnungen stünden, hieß es. Die Spenden sollen im Rahmen der globalen Initiative "Access to Covid-19 Tools" (Zugang zu Covid-19-Mitteln) gesammelt werden.

Seehofer begeistert über Bundesliga-Neustart

Nach dem Bundesliga-Neustart zieht Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine positive Bilanz. "Dank des professionellen Verhaltens der Mannschaften und der Besonnenheit der Fans sehe ich das Sicherheitskonzept der DFL in beeindruckender Weise bestätigt“, erklärte der auch für Sport zuständige Minister am Montag. "Fußballfreude und Infektionsschutz müssen sich nicht ausschließen.“

"Fußball gehört in Deutschland zur Kultur und unterstützt den Zusammenhalt in unserem Land“, sagte Seehofer. "Ich habe am Wochenende wie viele Millionen Menschen den Wiederanpfiff der ersten und zweiten Bundesliga mit Begeisterung am Fernseher verfolgt."

Nun müssten der DFB und die Vereine gemeinsam mit den Ländern Konzepte erarbeiten, damit der Ball auch in der dritten Liga bald wieder rollen könne, betonte Seehofer.

EM: Glasgow auch 2021 Gastgeber

Glasgow bleibt nach Angaben der Stadt-Organisatoren Austragungsort der um ein Jahr verlegten Fußball-EM. Nach den Spekulationen am Wochenende wolle man klarstellen, dass die schottische Metropole ihre Position als Gastgeber erneut bestätigt habe, teilte die Local Organising Structure Glasgow am Montag mit.

In einem am Wochenende veröffentlichten Interview hatte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin "Probleme" bei drei der zwölf geplanten Austragungsstädte angesprochen und eine Reduzierung der Gastgeberländer auf acht nicht ausgeschlossen.

Die finale Entscheidung, welche Austragungsorte bleiben, will das Uefa-Exekutivkomitee am 27. Mai treffen. München hat seine Teilnahme ebenfalls bestätigt, Bilbao dagegen steht laut Berichten infrage.

Torjubel: Schiedsrichter ohne Handhabe

Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner hat beim Torjubel in Corona-Zeiten an die Eigenverantwortung der Fußball-Profis appelliert und darauf verwiesen, dass die Unparteiischen im Falle eines zu engen Körperkontaktes keine Sanktionsmöglichkeiten wie Gelbe Karten haben. "Die Empfehlung, Abstand zu halten und Körperkontakt zu vermeiden, steht nur in den Hygiene-Empfehlungen der DFL, sie ist nicht Bestandteil des Regelwerks“, sagte Wagner dem Kicker.

Deswegen könne "es keine persönlichen Strafen für die Spieler geben. Die Schiedsrichter können nur präventiv tätig sein und die Spieler auf ihre Eigenverantwortung hinweisen", betonte Wagner.

Bei den Geisterspielen müssten auch die Schiedsrichter ihr Verhalten ändern, sagte Wagner. "Es gibt normal schon Gelegenheiten, bei denen der Schiedsrichter einem Spieler mal die Hand auf die Schulter legt oder ihn aus kurzer Entfernung anspricht. Das sollte er jetzt nicht tun", sagte der 56-Jährige.

"Wahnsinn": Drittliga-Profi kritisiert DFB

Kapitän Christian Beck von Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg hat die DFB-Pläne scharf kritisiert. "Wenn es nach dem DFB geht, hätten wir bis zum 30. Juni elf Liga- und möglicherweise noch zwei Landespokalspiele. Der Spielplan ist Wahnsinn", sagte der Stürmer der Magdeburger Volksstimme. Da der DFB am vergangenen Freitag die geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs zum 26. Mai bereits verschoben hat, wird die Zeitspanne ohne Verlängerung in den Juli nahezu unmöglich.

Da in Sachsen-Anhalt das Mannschaftstraining und der Wettkampfbetrieb bis zum 27. Mai untersagt sind, befürchtet Beck aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit gesundheitliche Probleme. "Verletzungen lassen sich kaum vermeiden. Wir haben schließlich so gut wie keine Vorbereitung, keine Testspiele", meinte der 32-Jährige und betonte: "Das ist doch alles nicht vertretbar."

Seit vergangenen Dienstag dürfen die FCM-Spieler in Kleingruppen trainieren. Andere Teams, wie Viktoria Köln oder der MSV Duisburg, stehen bereits seit mehreren Wochen auf dem Platz. Weil sich der Drittligist aus Sachsen-Anhalt an die Vorgaben der Landesregierung hält, wird er von anderen Konkurrenten kritisiert. "Es ist unerträglich, wie sich manche Vereins- und Verbandsfunktionäre über den Rest der Gesellschaft stellen. Der FCM macht es aus meiner Sicht komplett richtig und versucht nicht, irgendwelche Sonderrechte zu beanspruchen", erklärte Beck.

Bremer Innensenator: "Polizei wird vor Ort sein"

Trotz der ersten Erfahrungen vom Wochenende bleibt der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer bei Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga weiter skeptisch. "Es ist erfreulich, dass sich die Fans an das Versammlungsverbot gehalten haben. Aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben", sagte der SPD-Politiker am Montag.

Für das Heimspiel von Werder Bremen am Montagabend gegen Bayer Leverkusen (20.30 Uhr/DAZN) bedeutet das konkret: "Die Polizei wird vor Ort sein“, sagte Mäurer, um mögliche Fan-Ansammlungen vor dem Weser-Stadion zu verhindern. Bedenken bei der Austragung des Spiels hat er aber nicht: "Jedes Verbot bedarf einer Rechtsgrundlage. Nach heutigem Stand gibt es für Bremen aber keine Hinweise auf eine größere Ansammlung. Insofern kann das Spiel stattfinden.“

Für den Fall, dass es rund um die Spiele ohne Zuschauer doch zu Fan-Ansammlungen vor dem Weser-Stadion kommen sollte, hatte der große DFL-Kritiker in einem Spiegel-Interview sogar mit der Absage von Spielen in Bremen gedroht. "Wenn viele Fans kommen und dann die Abstandsregeln nicht einhalten, hätte das Konsequenzen für das nächste Spiel“, sagte Mäurer.

DFB-Vize sieht 3. Liga "hochgradig gefährdet"

Bei einer länger anhaltenden offenen Debatte um die Saisonfortsetzung der 3. Fußball-Liga sieht DFB-Vizepräsident Peter Frymuth die Existenz der Spielklasse bedroht. "Eine Profiliga, die ein Jahr mit dem Spielbetrieb aussetzt - ich glaube, da kann sich jeder ausmalen, was das bedeutet. Die gesamte Zukunft der 3. Liga als Profispielklasse wäre hochgradig gefährdet, inklusive ihrer Teilnehmer“, sagte Frymuth im Kicker. "Ich halte den Ansatz, dass die 3. Liga im zweiten Halbjahr 2020 nicht spielt, für fast nicht vorstellbar. Dann würden alle Verzahnungen im Profibereich, Stichwort Aufstieg in die 2. Liga, und eine saubere Spielplangestaltung nicht mehr passen."

Für ihn komme "die Frage zu kurz, wie es weitergehen soll bei einem selbst gewählten Saisonabbruch", sagte Frymuth. "Diejenigen, die dieses Szenario vehement fordern, müssen sich fragen lassen: Habt ihr dann bestimmte Partner noch? Und wenn ja, in welcher Form?", sagte Frymuth und verteidigte die Vorgehensweise des DFB. "In einer Diskussion, die zu entgleisen droht, muss es auch dem Dachverband erlaubt sein, klare Kritikpunkte zu benennen und inhaltliche Pflöcke einzuschlagen."

Selbst ein Spielbetrieb über das bisherige Saisonende ist nicht mehr ausgeschlossen. "Wir versuchen, den 30. Juni zu realisieren“, sagte der 63 Jahre alte Frymuth. "Wir packen die Sorgen aller Beteiligten in ein Gesamtbild. Wenn die Clubs der Bundesliga und 2. Liga den Juli ins Auge fassen, müssen wir das auch."

3. Liga: Waldhof schlägt Taskforce vor

Im Streit um eine Saisonfortsetzung in der 3. Liga hat der SV Waldhof Mannheim Kritik des DFB zurückgewiesen und die Gründung einer Taskforce angeregt. "Wir möchten an dieser Stelle vielmehr zur Rückkehr zur Sachlichkeit beitragen, die Forderung der Bundesregierung an den DFB aus der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz aufnehmen und unsere Unterstützung anbieten“, heißt es in einem öffentlichen Brief auf der Facebook-Seite des Traditionsclubs.

Mithilfe der Taskforce soll an Zukunftskonzepten für die 3. Liga gearbeitet werden. "Denn es wird auch eine Zeit nach der Corona-Krise geben, auf welche wir uns bereits heute vorbereiten sollten“, schrieb Geschäftsführer Markus Kompp. Für die Kostenübernahme der Erarbeitung des Konzepts hat sich laut Kompp SVW-Präsident Bernd Beetz bereiterklärt.

An der "Task Force Zukunft 3. Liga“ sollen nach den Vorstellungen des SVW-Geschäftsführers Experten für Ethik, Wirtschaft, Politik, Sportrecht, Marketing sowie Fanvertreter beteiligt werden.

Bundesliga: Heldt freut "Bewunderung aus aller Welt"

Manager Horst Heldt vom 1. FC Köln freut sich über den aus seiner Sicht gelungenen Neustart der Fußball-Bundesliga. "Wir haben die größten Kritiker in Deutschland, aber eine Bewunderung in der ganzen Welt erfahren. Made in Germany war lange Zeit etwas ganz Besonderes“, sagte er nach dem 2:2 des FC gegen den FSV Mainz 05: "Die Liga hat eine Blaupause geschaffen.“

"Wir haben es geschafft, mit Unterstützung von vielen Menschen und der Politik ein Konzept auf die Beine zu stellen, was durchdacht und intensiv ist“, führte Heldt aus: "Jetzt müssen wir gucken, dass wir das weiter so durchführen. Ich bin optimistisch, dass es klappt, wenn wir uns daran halten."

Rebensburg sorgt sich um Chancengleichheit

Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg fürchtet wegen der andauernden Ski-Zwangspause in der Corona-Krise Nachteile in der kommenden WM-Saison. "Einschränkungen im Mai sind noch okay. Aber wenn das länger dauert und ein Ungleichgewicht zu anderen Ländern entsteht, dann kann das schon so sein, ja“, sagte die beste deutsche Skirennläuferin dem Kicker: "Ich hoffe einfach auf Chancengleichheit.“

Rebensburg stand nach ihrer Anfang Februar erlittenen Verletzung im linken Knie (Tibiakopfimpressionsfraktur mit Innenbandüberdehnung) noch nicht wieder auf Ski. "Für mich wäre es wichtig, Ende Mai, Anfang Juni mit dem Skifahren zu beginnen. Natürlich auch vor dem Hintergrund meiner Verletzung. Deshalb hoffe ich, dass wir schnellstmöglich wieder ins Ausland, sprich nach Österreich, reisen dürfen“, sagte sie.

In der Vorbereitung sollte Rebensburg mit dem deutschen Team Ende August, Anfang September zum Schneetraining nach Chile reisen, doch "das schaut derzeit nicht gut aus", meinte sie. Andere Nationen wie Österreich oder Norwegen dagegen können aktuell in heimischen Sommer-Skigebieten trainieren.

Braunschweig nimmt Teamtraining auf

Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig startet heute nach langer Pause wieder ins Mannschaftstraining. "Die Freigabe der örtlichen Behörden liegt vor, zudem haben wir die im DFB-Hygiene-Konzept vorgeschriebenen Testungen auf das Covid19-Virus vorgenommen“, wird Eintracht-Sportdirektor Peter Vollmann in einer Vereinsmitteilung zitiert. „Wir freuen uns, dass damit der Rückkehr ins Mannschaftstraining nichts mehr im Weg steht.“

Die Tests aller Spieler, Trainer und Betreuer sind negativ ausgefallen. Das Training findet aber weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

French Open: Fans können Klassiker wählen

Der TV-Sender Eurosport überträgt vom 25. Mai bis zum 7. Juni zwei Wochen lang Spiele der French Open - allerdings nur aus dem Archiv. Das Grand-Slam-Turnier war auf Ende September verschoben worden. Nun können Fans auswählen, welche Klassiker der traditionellen Sandplatz-Veranstaltung in Paris zum Zeitpunkt des ursprünglichen Termins gezeigt werden sollen.

Wie der Sender mitteilte, werde jeder Tag einem bestimmten Thema rund um die French Open gewidmet. Dabei stehen immer fünf Top-Spiele zur Auswahl.

Bei der #YouSayWePlay-Initiative können Zuschauer im Internet abstimmen, welche Matches sie sehen wollen. Thementage sind unter anderem "Die größten Überraschungen“, "Hart umkämpfte Matches“ oder "Best of Rafael Nadal“ und "Best of Serena Williams“. Vom 25. bis 31. Mai werden von 19 Uhr bis 22 Uhr bis zu zwei Spiele, vom 1. bis 7. Juni von 14 Uhr bis 19 Uhr bis zu drei Spiele pro Tag gezeigt.

Schiedsrichter mit Kommunikationsproblemen

Jhon Cordoba hatte Schmerzen. Der kolumbianische Stürmer des 1. FC Köln hielt sich den Oberschenkel und wälzte sich auf dem Rasen. Schiedsrichter Guido Winkmann, der das Bundesligaspiel der Kölner gegen den FSV Mainz 05 (2:2) leitete, eilte heran und fragte Cordoba, ob dieser denn medizinische Hilfe benötige. Auf Deutsch. Auf Englisch. Doch Cordoba antwortete nicht - da schritt Mainz-Coach Achim Beierlorzer ein.

"Er versteht Sie nicht“, rief der ehemalige Kölner Trainer in Richtung des Schiedsrichters und riet ihm im leeren Stadion gut hörbar, „es auf Spanisch zu versuchen“. Damit stieß Winkmann, hauptberuflich Polizist, an seine Grenzen. "Auf Spanisch“, sagte er lächelnd, "kenne ich nur Cerveza“. Nach kurzer Unterbrechung konnte Cordoba dann auch weiterspielen - ganz ohne Bier. Das gute alte Eisspray half dem 27-Jährigen wieder auf die Beine.

Lemke sieht Neustart als Werder-Chance

Der frühere Werder-Manager Willi Lemke sieht im Bundesliga-Neustart für die stark abstiegsbedrohten Bremer eine Chance. "Wir waren in einem regelrechten Negativstrudel drin mit neun Heimspielen ohne Sieg. Und jetzt gibt es keine Heim- und keine Auswärtsspiele mehr“, sagte der 73-Jährige der Sendung "buten un binnen" von Radio Bremen.

"Es sind immer eine Art neutrale Trainingsspiele. Die ganze Leidenschaft, das Temperament, die Begeisterung - das spüre ich nicht. Das Salz in der Suppe fehlt einfach. Ohne die Fans bringt es kaum Spaß. Aber es kann trotzdem auch für Werder ein Vorteil sein, denn die Karten werden komplett neu gemischt."

Die Geisterspiele schaue sich Lemke nur an, weil Werder vom Abstieg bedroht ist. "Dass Augsburg gepatzt hat, war sehr, sehr wichtig“, sagte Lemke mit Blick auf die 1:2-Niederlage des FCA gegen Wolfsburg. "Aber sobald der Abstiegskampf entschieden ist - entweder haben wir uns gerettet oder sind abgestiegen - werde ich wahrscheinlich überhaupt kein Geisterspiel mehr schauen."

Anti-Doping-Agentur kontrolliert wieder

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) nimmt die klassischen Urin- und Blutkontrollen im Training und Wettkampf wieder auf. Bereits am Wochenende habe die in Bonn ansässige Agentur erste Wettkampfkontrollen in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga unter den in der Corona-Krise geltenden Hygiene- und Abstandsstandards vorgenommen. Seit knapp zwei Monaten hatte die Nada das Doping-Kontrollsystem weitgehend heruntergefahren.

"Mit Wiederaufnahme klassischer Dopingkontrollen wird die Nada zudem alle Möglichkeiten ausschöpfen, um auch den Zeitraum ohne herkömmliche Kontrollen genau zu untersuchen“, hieß es in der Mitteilung. Die Analytik biete hier verschiedene Möglichkeiten, unter anderem im Rahmen des biologischen Athletenpasses und der Re-Analyse langzeitgelagerter Proben, um mögliche abweichende Entwicklungen der letzten Wochen recherchieren zu können.

Zugleich verfolge die Nada weiterhin das Pilotprojekt zur Nutzung des Dried-Blood-Spot-Tests (Analyse getrockneter Bluttropfen) im Rahmen der Kontrollmaßnahmen. Die Nada hatte das Projekt im März gestartet, um die sauberen Athleten während der Coronavirus-Pandemie zu unterstützen und sie an der Weiterentwicklung des Kontrollsystems zu beteiligen.

An dem Pilotprojekt nehmen laut Nada Sportler teil, die unter anderem zum Perspektivkader für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 gehörten. Außerdem habe die Nada weitere Möglichkeiten, Dopingverstößen nachzugehen, hieß es weiter. Das Intelligence- und Investigationsteam führe die Ermittlungen weiter fort, verstärke das allgemeine professionelle Monitoring und gehe weiterhin allen Hinweisen nach, die bei der Nada über das Whistleblower-System (Sprichs's an) eingehen würden.

Eredivisie plant Saison nach Bundesliga-Vorbild

Nach dem Saisonabbruch in der Eredivisie will sich Sportdirektor Eric Gudde vom niederländischen Fußballverband (KNVB) beim Start in die neue Spielzeit an der Bundesliga orientieren. "Wir denken über die Organisation nach. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir nach dem 1. September nach dem Vorbild der Bundesliga ohne Zuschauer den Spielbetrieb wieder aufnehmen“, sagte Gudde in der TV-Sendung Studio Voetbal. Er gehe davon aus, dass bis dahin die nötigen Testkapazitäten vorhanden seien.

Den Restart der Bundesliga verfolgte Gudde am vergangenen Wochenende mit Wohlwollen. "Ich habe mir im TV das Spiel Frankfurt gegen Mönchengladbach angesehen. Es war wirklich schön, wieder ein richtiges Spiel zu sehen“, sagte er.

Die niederländische Meisterschaft war am 24. April abgebrochen worden. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die Regierung alle Großveranstaltungen bis zum 1. September verboten. Nach diesem Datum hofft der KNVB auf weitere Lockerungen, um die neue Saison ohne Zuschauer beginnen zu können.

Aus für Triathlon-Bundestrainer Al-Sultan

Die Deutsche Triathlon Union (DTU) trennt sich zum 30. September von Bundestrainer Faris Al-Sultan. Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, den Vertrag aufzulösen, teilte die DTU mit. Der 42 Jahre alte Münchner hatte den Posten erst im November 2018 übernommen.

In den Gesprächen nach der Verschiebung der Olympischen Spiele hätten beide Seiten festgestellt, "dass unsere Vorstellungen über die weitere Zusammenarbeit sehr unterschiedlich sind“, erklärte DTU-Sportdirektor Jörg Bügner. Die DTU wird den Posten als Bundestrainer bis Olympia in Tokio im Sommer kommenden Jahres nicht nachbesetzen. "Ich hatte eine sehr lehrreiche Zeit bei der DTU und bin dankbar für die Erfahrungen, die ich machen konnte“, wurde Al-Sultan in der Mitteilung des Verbandes zitiert.

Der Ironman-Weltmeister von 2005 hatte zuletzt mit kritischen und teilweise verwirrenden Aussagen über den Umgang der deutschen Regierung mit der Corona-Pandemie für Aufsehen gesorgt. "Ich schäme mich für eine Bundeskanzlerin, die wider aller Fakten etwas vom Verlust der Liebsten faselt, statt auf die organisatorische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft hinzuweisen, um sämtliche Probleme mit Vernunft anzugehen“, schrieb Al-Sultan in einem Spiegel-Leserbrief.

Al-Sultan wehrte sich allerdings gegen die Lesart, er sei wegen seiner Corona-Äußerungen gefeuert worden. "Die DTU entlässt niemanden, weil er seine freie Meinung äußert“, sagte Al-Sultan am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist korrekt, dass ich nicht wegen Corona rausgeschmissen wurde."

Frauen-Bundesliga: Existenzen "sichergestellt"

Der Vorsitzende des DFB-Ausschusses für die Frauen-Bundesligen sieht durch die Corona-Pandemie keinen der zwölf Erstligisten in der Existenz bedroht. Durch den Solidarfonds der DFL sei "sichergestellt“, dass die sechs Nicht-Lizenzvereine der Frauen-Bundesliga "die Corona-Mehrkosten und die fehlenden Zuschauereinnahmen sowie mögliche Sponsorenausfälle kompensieren können. Ein Verein, der auf der Kippe stand, ist mir aber auch nicht bekannt“, sagte Siegfried Dietrich dem Kicker.

Auch für die Lizenzclubs wie Wolfsburg, Hoffenheim oder den FC Bayern rechnet Dietrich nicht mit finanziellen Kürzungen. „Ich gehe davon aus, dass der Frauenfußball weiterhin ein wichtiges Thema für diese Vereine bleibt und die Frauen mit Blick auf Wachstumspotenzial und gesellschaftliche Bedeutung keine Kürzungen zu erwarten haben“, sagte der Manager des 1. FFC Frankfurt, der zur kommenden Saison mit dem Männer-Bundesligisten Eintracht Frankfurt fusioniert.

Die DFL unterstützt die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga mit einer Zahlung von 7,5 Millionen Euro.

Serie A: Trainings-Comebacks vertagt?

Die für diesen Montag geplante Rückkehr der italienischen Fußball-Erstligisten in das Mannschaftstraining muss laut Medienberichten noch einmal vertagt werden. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, hat die Regierung nicht rechtzeitig die Freigabe für die Regelungen zur Wiederaufnahme des Teamtrainings in der Serie A erteilt. Wie es weiter mit Verweis auf Quellen aus dem Sportministerium hieß, werde das neue Coronavirus-Protokoll "wahrscheinlich“ am Montag genehmigt, so dass die Teams einen Tag später als geplant wieder trainieren dürften.

Golf: Trump wünscht Masken-Lockerung

Bei einem Anruf in einer Golf-Sendung auf NBC hat US-Präsident Donald Trump von seinen Vorstellungen der Zeit nach dem Coronavirus berichtet. "Wir wollen nicht, dass sie (die Zuschauer, Anm.) Masken tragen müssen, so wie wir das in den vergangenen Monaten getan haben", sagte Trump während der TV-Übertragung einer Golf-Partie für den guten Zweck zwischen Rory McIlroy und Dustin Johnson gegen Rickie Fowler und Matthew Wolff. "Wir wollen zurück zu der Normalität mit großen Zuschauermengen, wenn sie praktisch übereinander stehen und Spaß haben und sich keine Sorgen machen."

Das Benefiz-Spiel war am Sonntag das erste live im Fernsehen zu sehende Golf-Match, seit die PGA Tour wegen der Pandemie ihre Saison unterbrochen hat. Am kommenden Wochenende kommt es ebenfalls für den guten Zweck zu einer Neuauflage des Golf-Duells zwischen Tiger Woods und Phil Mickelson, die dieses Mal auch in Teams antreten und mit den Football-Stars Peyton Manning und Tom Brady spielen. Das erste Turnier auf der PGA Tour ist für den 11. Juni im texanischen Fort Worth geplant. Zuschauer wird es für mindestens einen Monat nicht geben.

Spielergewerkschaftler neidisch auf Ausland

Spielergewerkschaftler Jonas Baer-Hoffmann sieht großen Nachholbedarf beim Mitspracherecht der Fußball-Profis. "Es gibt leider weder rechtlich noch kulturell im deutschen Fußball eine verfestigte Teilhabe der Spieler wie in anderen Ländern“, sagte der Vorsitzende der Spielergewerkschaft FIFPro der FAZ. „Deutschland steht ein ganzes Stück zurück, wenn es um die Beteiligung der Spieler an Entscheidungsprozessen geht."

Deshalb habe es bei der Entscheidung zur Saison-Fortsetzung während der Corona-Krise auch keine "gefestigte Struktur“ oder "Aufmerksamkeit“ für eine solche Beteiligung gegeben. In anderen Ländern sei man diesbezüglich deutlich weiter. In England, Spanien oder Italien "arbeitet eine Generation für die nächste. So ein Erbe fehlt in Deutschland“, erklärte Baer-Hoffmann.

"Es gab den entscheidenden Push bislang nicht. Jetzt gibt es eine sehr gute Gelegenheit, das zu überwinden“, sagte Baer-Hoffmann. Wenn kein ständiger Dialog da sei, brauche "es oft eine gewisse Krise, bevor eine große Gruppe Sportler merkt: Wir müssen uns kollektiv in Bewegung setzen. Vielleicht hat es die Krise jetzt gebraucht, um auch im deutschen Profifußball zu sehen, dass es die Notwendigkeit gibt".

Schiri Aytekin: Geister-Derby "herausfordernd"

Die Spielleitung des Revierderbys BVB gegen Schalke war für Fußball-Schiedsrichter Deniz Aytekin ohne Zuschauer nicht leichter als üblich. "Ich würde sagen: Es war auf eine andere Art herausfordernd. Sicher gab es Situationen auf dem Rasen, die mit Zuschauern hektischer geworden wären. Aber generell ist das Spiel nicht weniger intensiv gewesen“, sagte Aytekin dem Kicker.

Nach der langen Pause sei es auch eine Herausforderung gewesen, über die ganze Spieldauer "mental total präsent zu bleiben, nicht einen Sekundenbruchteil abzuschalten. Dabei kann es manchmal schon helfen, wenn auch von außen ein bisschen Leben reinkommt. Das sind wir schließlich gewohnt", sagte Aytekin.