Sport in der Coronakrise

Nächster Hamburger Sportverein mit eigener Fan-Maske

Fußball: Erste europäische Topliga vor Saisonabbruch. Sky plant Geisterspiel-Bonbon. Jens Lehmann litt an Covid-19.

Hamburg. Wird in dieser Saison trotz der Coronapandemie noch einmal Fußball gespielt? Die Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga halten sich die Option zumindest offen, auch die Vereine der 3. Liga sind mit knapper Mehrheit für eine Fortsetzung. Im nördlichsten Bundesland ist die Saison bereits abgepfiffen. Auch die DTM muss einen schweren Nackenschlag verkraften, der populären Rennserie droht das Aus.

Die Entwicklungen am Dienstag, den 28. April 2020:

HSV Hamburg bringt eigene Maske auf den Markt

In Hamburg reagiert ein weiterer Sportverein auf die Maskenpflicht. Nach zahlreichen Anfragen können nun auch Fans des HSV Hamburg (HSVH) einen Mundschutz mit dem Vereinslogo des Handball-Zweitligisten erwerben.

Zu sehen sind auf der Maske viele kleine weiße HSVH-Burgen auf blauem Hintergrund. Die Behelfs-Mund-Nasenmasken vom Typ 1 sind nach Vereinsangaben zwar kein medizinisches Produkt, könnten aber ein hilfreicher Schutz vor Tröpfchen-Infektion sein.

Die Gesichtsmasken sind zu einem Stückpreis von 14,90 Euro im Online-Fanshop des HSVH erhältlich. Ab sofort werden Vorbestellungen entgegengenommen, ausgeliefert werden die Masken dann ab dem 12. Mai.

Zuvor hatten bereits unter anderem Fußball-Zweitligist HSV eine eigene Schutzmaske auf den Markt gebracht, die Produktion nach 57.000 Vorbestellungen aber gestoppt.

Beschert Corona Hockenheim Formel-1-Comeback?

Im Zuge der Coronakrise scheint ein überraschendes Deutschland-Comeback der Formel 1 in diesem Jahr nicht mehr völlig ausgeschlossen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, hat das Management der Rennserie (FOM) auf der Suche nach Strecken für eine verkürzte Saison auch in Hockenheim angefragt.

„Es ist richtig, dass wir uns immer wieder mit Vertretern der Formel 1 im lockeren Austausch befinden“, sagte Hockenheim-Geschäftsführer Jorn Teske dazu dem Sport-Informations-Dienst: „Und natürlich sprechen wir dabei auch über die Auswirkungen der Coronakrise auf den Kalender der Formel 1.“ Denkbar sei „alles, wenn es wirtschaftlich sinnvoll und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ist“, so Teske weiter: „Wenn man mit uns über so eine Idee konkret sprechen will, stehen wir dafür gerne bereit.“

Im vergangenen Jahr hatte die Formel 1 noch auf dem Hockenheimring haltgemacht. In diesem Jahr war die Traditionsrennstrecke eigentlich aus dem Kalender geflogen, weil die Ringe-Macher die hohen Antrittsgelder nicht mehr zahlen konnten. Aufgrund der Coronakrise wurden mittlerweile aber bereits zehn der ursprünglich 22 Rennen abgesagt oder verschoben. Die Formel 1 plant nun, ohne Zuschauer in die Saison zu starten, am 5. Juli soll es in Österreich losgehen.

Deutschland-Tour fällt wegen Corona aus

Die Deutschland-Tour der Radprofis kann wegen der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 nicht stattfinden. Die bereits fest geplante Rundfahrt von Stralsund bis Nürnberg soll nun 2021 mit gleicher Strecke nachgeholt werden, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Für 2020 war die Rundfahrt von 20. bis 23. August angesetzt, in Deutschland sind allerdings Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. „So groß die Enttäuschung auch ist, aber unter den aktuellen Umständen und mit der Entscheidung der Bundesregierung kann die Deutschland-Tour in diesem Jahr leider nicht stattfinden“, sagte Geschäftsführer Claude Rach laut Mitteilung.

Die diesjährige Absage hat bei Deutschlands größtem Etappenrennen Auswirkungen bis ins übernächste Jahr. Das für 2021 geplante Finale in Stuttgart soll demzufolge um ein Jahr verschoben werden. Die Stadt sei „offen für eine Verlegung des ursprünglich für 2021 in der Landeshauptstadt geplanten Finales der Schlussetappe der Deutschland Tour ins Jahr 2022“, sagte Martin Schairer, der Stuttgarter Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport.

Coronakrise: Augsburgs Profis verzichten auf Gehalt

Die Profis des FC Augsburg verzichten angesichts der Coronakrise wie zahlreiche Spieler anderer Fußball-Bundesligaclubs auf Teile ihres Gehalts. Es sei ein „wichtiges Zeichen, dass unsere Profis ebenfalls auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten“, wird FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter in einer Mitteilung zitiert.

Auch die Geschäftsführung, das komplette Trainer- und Funktionsteam um den neuen Coach Heiko Herrlich sowie die Abteilungsleiter des FCA hätten sich dem Gehaltsverzicht angeschlossen. Über die Rahmenbedingungen der finanziellen Einbußen gaben die Augsburger nichts bekannt.

Die Bundesliga-Saison ist derzeit ausgesetzt. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hofft, den Spielbetrieb im Mai mit Geisterspielen fortsetzen zu können. Aufgrund der umfangreichen finanziellen Folgen der Pandemie hatten vor dem FCA bereits viele andere Clubs angekündigt, dass Spieler auf Teile ihre Gehälter verzichten würden.

Französische Ligue 1 wegen Corona vor Abbruch

Die französische Fußballliga steht wegen der Coronavirus-Pandemie vor dem Saisonabbruch. Premierminister Édouard Philippe sagte in einer Rede vor der Nationalversammlung am Dienstag, dass die Saison 2019/20 der Profisportarten nicht wiederaufgenommen werden könne. Eine Reaktion der Ligue 1 steht noch aus. Sollte die Saison tatsächlich abgebrochen werden, könnte Paris Saint-Germain mit Trainer Thomas Tuchel vorzeitig zum Meister erklärt werden.

In der Ligue 1 ruht seit Mitte März der Spielbetrieb. Es sind noch zehn Spieltage auszutragen, PSG muss gar noch elf Partien absolvieren. Der Tuchel-Club führt die Tabelle mit zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger Olympique Marseille an. Für Tuchel wäre es der zweite Meistertitel im zweiten Jahr beim Hauptstadt-Club.

Ursprünglich wollte die Liga ab Mitte Juni den Spielbetrieb fortsetzen. Ein Saisonabbruch wäre nun für die Clubs mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden. Mehr als 100 Millionen Euro würden den Clubs an TV-Geldern entgehen, dazu kommen fehlende Einnahmen durch Ticketing und Sponsoring.

Corona: Tour-de-France-Starttermin wackelt erneut

Auch der bereits auf Ende August verschobene Start der Tour de France ist wegen der Coronavirus-Pandemie offenbar wieder in Gefahr. Premierminister Édouard Philippe sagte, dass große Sportveranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern nicht vor September stattfinden könnten. Die Frankreich-Rundfahrt wurde erst am 15. April um zwei Monate nach hinten verlegt und sollte nun vom 29. August bis zum 20. September ausgetragen werden. Explizit auf den Radsport ging Philippe bei seinen Ausführungen allerdings nicht ein.

Sollten die Beschränkungen tatsächlich auch Anwendung auf das bedeutendste Radrennen der Welt finden, wäre der Starttermin kaum mehr zu halten – auch nicht als Rennen ohne Zuschauer. Denn allein schon der Tour-Tross mit Fahrern, Teammitgliedern, Verantwortlichen, Journalisten und Sicherheitskräften umfasst mehrere tausend Personen. Dazu hatte Tourchef Christian Prudhomme eine sogenannte Geister-Tour stets abgelehnt.

Corona: UEFA setzt Ligen angeblich Frist

Die Europäische Fußball-Union UEFA hat den nationalen Ligen einem Medienbericht zufolge eine Frist von knapp vier Wochen für die Entscheidung über eine Fortsetzung der Saison gesetzt. „Nationalverbände und/oder Ligen sollten in der Position sein, der UEFA bis 25. Mai den geplanten Wiederbeginn ihrer nationalen Wettbewerbe mitzuteilen“, zitierte die englische Zeitung „The Times“ am Dienstag aus einem UEFA-Dokument. Demnach solle unter anderem das Datum des geplanten Neustarts und das Format des Wettbewerbs genannt werden.

Die UEFA hatte ihren 55 Mitgliedsverbänden in der Coronavirus-Pandemie zuletzt dringend empfohlen, die derzeit ausgesetzte Saison zu beenden. Hintergrund ist auch die Qualifikation für den Europapokal 2020/21, die möglichst auf sportlichem Wege erfolgen solle. Das UEFA-Exekutivkomitee hatte die Zugangsvoraussetzungen für die kommende Spielzeit in der vergangenen Woche allerdings auch gelockert.

Sollte ein Abbruch der laufenden Saison unausweichlich sein (etwa durch eine Entscheidung der Landesregierung), sollen zunächst die Verbände die Europapokal-Teilnehmer bestimmten - nach sportlichen und fairen Kriterien. Diese müssen dann von der UEFA bestätigt werden.

Corona: Watzke drängt auf schnellen Bundesligastart

Hans-Joachim Watzke drängt auf einen Wiederbeginn der wegen der Coronakrise unterbrochenen Bundesliga-Saison schon im Mai. „Es ist völlig ausgeschlossen, dass erst im Juni gespielt wird, dann kannst du es gleich vergessen“, sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund am Dienstag in einem „Spiegel“-Interview. Der 60-Jährige verwies auf das stramme Fußball-Restprogramm: „Wir haben ja noch neun Spieltage zu spielen, wir haben noch Relegationsspieltage, und dann kommt der DFB-Pokal noch dazu. Und wir müssen damit rechnen, dass auch mal ein Spiel ausfällt.“

Watzke sieht keine Veranlassung, die Entscheidung über einen Wiederbeginn weiter hinauszuzögern: „Wir haben der Politik ein 41-seitiges Gesundheitskonzept vorgestellt und sind auch jetzt noch dabei, es auf Wunsch der Politik noch weiter auszudehnen. Wenn das trägt, ist es egal, ob wir am 9. Mai oder am 16. Mai spielen, die Situation ist die gleiche. Jede Woche später wird kritisch.“

Auch in anderen großen europäischen Ligen sei man bemüht, „die Saison einigermaßen zu Ende zu spielen“. „Wenn wir es schaffen, als Erste wieder zu spielen, wird das eine immense Wirkung auf die ganze Welt haben, weil jeder guckt“, sagte Watzke.

Geisterspiele: Sky will Fans offenbar entgegenkommen

Der Pay-TV-Sender Sky plant offenbar ein „sehr attraktives“ Angebot, damit Fans die verbleibenden 82 Fußball-Bundesliga-Partien im Falle von Geisterspielen zu Hause verfolgen könnten. Das teilte Jan Lehmann, Kaufmännischer Vorstand FSV Mainz 05, am Dienstag laut "Kicker" auf einer virtuellen Infoveranstaltung des Vereins mit.

Er habe vergangene Woche persönlich mit Sky gesprochen, die ein Angebot machen werden, „wenn es tatsächlich Spiele ohne Zuschauer gibt, dass aus ihrer Sicht finanziell sehr, sehr attraktiv ist“. Die Preise seien noch nicht verkündet, sagte Lehmann, aber „wenn man das machen möchte, dann ist das auf jeden Fall deutlich günstiger, als Spiele im Stadion zu verfolgen“. Auch die ARD hatte sich zuletzt gesprächsbereit gezeigt, Geisterspiele möglicherweise im Free-TV zu übertragen.

Allofs warnt vor Pleitewelle bei Geisterspielen

Der frühere Fußballmanager Klaus Allofs warnt vor einer Pleitewelle, sollten die Vereine der Fußball-Bundesliga lange mit Spielen ohne Zuschauer im Stadion auskommen müssen. „Wenn wir darüber reden, dass wir vielleicht bis Ende des Jahres oder bis ins nächste Jahr dauerhaft ohne Zuschauer spielen, das werden nur ganz wenige überleben“, sagte der 63-Jährige der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Eine Fortsetzung der wegen der Coronapandemie unterbrochenen Spielzeit habe eine besondere Symbolkraft, die auch Risiken berge. „Es ist eher eine Frage der Psychologie. Welche Signale setzt man? Es ist kein großer Unterschied, ob man in zwei oder vier Wochen beginnt. Es darf aber nicht das Signal nach draußen sein, dass wir alle nicht länger diszipliniert sein müssen“, betonte Allofs, der lange in verantwortlichen Positionen für Werder Bremen und den VfL Wolfsburg tätig war.

Corona: FIFA-Chefmediziner warnt vor Leichtsinn

FIFA-Chefmediziner Michel D’Hooghe hat sich angesichts der Coronavirus-Pandemie „skeptisch“ über eine Fortsetzung der derzeit unterbrochenen Saison im Fußball geäußert. „Wenn sie die Saison 2020/21 Ende August oder Anfang September beginnen könnten, wäre ich froh. Dann könnten sie möglicherweise die zweite Welle des Virus vermeiden, die nicht unmöglich ist“, sagte der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des Weltverbands der englischen Zeitung „Telegraph“.

Bei einer möglichen baldigen Wiederaufnahme des Spielbetriebs sieht der Belgier diverse Probleme. „Es gibt das Risiko, dass Fans zusammenkommen, um ein Spiel zu schauen, selbst wenn dieses ohne Zuschauer stattfindet“, sagte D'Hooghe bei der „Times“. „Man muss sehr vorsichtig sein. Aber ich weiß aus meiner Erfahrung auch, dass im Gleichgewicht von Gesundheit und Ökonomie im Fußball meist die Ökonomie gewinnt. Wenn es nur einen Zeitpunkt gibt, an dem die Gesundheit gegenüber der Ökonomie gewinnen sollte, wäre dieser jetzt.“

Corona: Eishockey-Champions-League startet später

Die Champions Hockey League (CHL) verzichtet aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf Gruppenspiele und verschiebt den geplanten Saisonauftakt um gut einen Monat. Statt wie geplant am 3. September sollen die ersten Spiele in dem Wettbewerb mit den Eisbären Berlin nun am 6. Oktober stattfinden. Zudem treten die 32 Teilnehmer überraschend von Beginn an in K.o.-Runden mit Heim- und Auswärtspartien an, wie die CHL am Dienstag mitteilte. Die Paarungen stehen noch nicht fest. Aus der Deutschen Eishockey Liga treten neben den Eisbären auch die Teams aus München, Mannheim und Straubing an.

„Die Champions Hockey League ist ein paneuropäischer Wettbewerb mit 13 involvierten Ländern, was bedeutet, dass wir von den Entscheidungen und Regeln von 13 Regierungen abhängig sind“, begründete CHL-Präsident Peter Zahner die Entscheidungen. „Unsere teilnehmenden Teams müssen reisen können, und unser Ziel ist, dass die Spiele nur mit Zuschauern in den Arenen gespielt werden.“ In Berlin sind nach einem Beschluss des Senats bis zum 24. Oktober keine Zuschauer bei Sportveranstaltungen erlaubt. Das Endspiel ist für den 9. Februar geplant.

Coronakrise: Leupolz glaubt an Saisonabbruch

Fußballnationalspielerin Melanie Leupolz hat große Zweifel an einer Wiederaufnahme der Saison in der Frauen-Bundesliga geäußert. „Generell bin ich sehr optimistisch, deshalb hoffe ich auch, dass wir noch einmal spielen können“, sagte die 25-Jährige in einem „Omnisport“-Interview, betonte aber auch: „Wenn man realistisch ist, dann wird es sehr, sehr schwierig.“

Derzeit ist der Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes hatte zuletzt einen Außerordentlichen Bundestag angekündigt. Damit wäre der Weg geebnet, sollte über einen Saisonabbruch entschieden werden müssen.

Leupolz wechselt nach dieser Saison vom FC Bayern zum FC Chelsea. Ob sie noch einmal für die Münchnerinnen auflaufen wird, scheint derzeit fraglich. „Letzten Endes wird der gesundheitliche Aspekt überwiegen“, sagte Leupolz. „Bei uns sind die Testungen nicht möglich. Bei uns ist es auch nicht möglich, dass die gesamte Mannschaft in Quarantäne geht oder der Spielbetrieb ohne eine entsprechende Vorbereitung einfach wieder aufgenommen werden kann. Das Verletzungsrisiko wäre dann einfach enorm hoch. Das alles sind Punkte, die ich bis dato noch versuche zu verdrängen“, sagte die Bayern-Spielführerin.

Ex-Nationaltorwart Lehmann litt an Covid-19

Der frühere Fußballnationaltorwart Jens Lehmann hat sich Mitte März mit dem Coronavirus infiziert. „Ich litt anderthalb Tage an Husten und leichtem Fieber“, sagte der 50-Jährige der "Bild"-Zeitung: „Nach zwei Wochen Quarantäne wurde ich von den Behörden wieder für gesund erklärt.“ Der Krankheitsverlauf sei „leichter als bei einer Grippe“ gewesen, „aber gefährdete Menschen müssen natürlich aufpassen. Es hilft wahrscheinlich auch, einigermaßen gesund zu leben.“

Lehmann wiederholte indes seine zuletzt bereits geäußerte Forderung, bei einer Fortsetzung der Bundesliga-Saison die Stadien teilweise für Fans zu öffnen. „Ich habe bisher noch kein vernünftiges Gegenargument gehört“, sagte er: „Wenn nur jeder vierte Platz besetzt wird, ist genug Distanz untereinander. Wer gegen die Abstandsregel verstößt, fliegt raus und bekommt Stadionverbot.“ Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hofft derzeit auf eine baldige Wiederaufnahme des Spielbetriebs, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Generell unterstütze Lehmann die Aussagen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. „Wir müssen Deutschland wieder hochfahren, damit die Wirtschaft überlebt. Das gilt für alle Wirtschaftszweige, auch für die Bundesliga“, sagte Lehmann.

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Corona: Italienischer Minister weist Lazio-Kritik zurück

Der italienische Sportminister Vincenzo Spadafora hat den Vorwurf von Fußball-Erstligist Lazio Rom zurückgewiesen, die Regierung wolle einen Neustart der Serie A verhindern. „Laut Umfragen ist die Mehrheit der Italiener gegen eine Wiederaufnahme der Meisterschaft, doch ich lasse mich nicht beeinflussen. Die soziale Bedeutung des Fußballs und seine positiven Auswirkungen auf andere Sportarten ist mir bewusst, doch wir können nur bei höchsten Sicherheitsbedingungen neu starten“, sagte der Sportminister der "Gazzetta dello Sport".

Der Chef der Schiedsrichtervereinigung AIA, Marcello Nicchi, sieht die Chance, dass die Serie-A-Saison abgebrochen wird, bei 50 Prozent. „Wenn die Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu groß ist, dann sollte man die Meisterschaft aussetzen, wenn nicht, sollte man uns klar sagen, wann wir wieder spielen können“, sagte Nicchi.

Verbandschef Gabriele Gravina führt am Donnerstag Beratungen mit der Liga fort und will den Druck auf die Regierung für den Neustart erhöhen. Das Kabinett in Rom will nach dem 18. Mai prüfen, ob die Voraussetzungen für einen Neustart der Meisterschaft vorhanden sind.

Corona: Lazio Rom beklagt "Diskriminierung"

Lazio Rom hatte die Regierung scharf dafür kritisiert, immer noch kein Datum für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Serie A bekannt gegeben zu haben. „Wir respektieren jede Entscheidung der italienischen Regierung, aber für den 4. Mai hatten wir mit dem Neustart gerechnet. Wir fühlen uns diskriminiert“, sagte Lazios Sportdirektor Igli Tare im Interview mit dem „Lazio Style Radio“ am Montag.

„Der Sport ist seit zwei Monaten im Coronavirus-Lockdown, das ist eine viel zu lange Zeit. Ich weiß nicht, was das Ziel von Sportminister Vincenzo Spadafora ist“, sagte Tare und kritisierte weiter: „Sicherlich nicht, dem Fußball zu helfen. Seine drastischen Beschlüsse sorgen dafür, dass wir nicht wieder spielen können. Etwas stimmt hier nicht.“

Lazio habe die Möglichkeit, den Titel zu gewinnen, es fehlen noch zwölf Spiele. „In Deutschland haben sich der Präsident des Fußballverbandes und die Chefs der größten Clubs klar für den Neustart ausgesprochen. Ich frage mich, warum Clubs wie Inter und Juventus in Italien keine Position zum Neustart beziehen“, klagte Tare. Lazio hat auf Rang zwei nur einen Punkt Rückstand auf Rekordmeister Juventus Turin.

Italien lockert strikte Corona-Maßnahmen
Italien lockert strikte Corona-Maßnahmen

Australian Open bangen um Pandemie-Versicherung

Die Organisatoren der Australian Open sorgen sich um ihren Versicherungsschutz für das Tennis-Grand-Slam-Turnier im Januar 2021. „Neben Wimbledon waren wir wohl eine der wenigen Sportveranstaltungen, die eine Pandemie-Versicherung abgeschlossen hat. Aber im Juli läuft sie aus. Wir führen Gespräche, wie die Zukunft aussehen könnte“, sagte Turnierdirektor Craig Tiley den australischen Zeitungen "The Age" und "Sydney Morning Herald".

Der Versicherer der Australian Open zögert nach Tileys Angaben wegen der Corona-Pandemie mit der Verlängerung der Police, da den Organisatoren durch die Gefahr einer Absage oder zumindest Geisterspielen wirtschaftliche Einbußen drohen. „Wir brauchen ein Finanzmodell für alle möglichen Szenarien. Wir haben etwas Geld, aber das ist schnell aufgebraucht, wenn wir keinen Umsatz machen“, sagte Tiley.

Bolsonaro will trotz Corona bald wieder spielen lassen

Brasiliens umstrittener Staatspräsident Jair Bolsonaro, in der Coronapandemie erklärter Kritiker einer strikten Isolation, hat sich für die baldige Wiederaufnahme des Fußballs in seinem Land ausgesprochen. „Wenn es von meiner Stimme abhängt, genehmige ich es“, sagte der 65 Jahre alte Rechtspopulist am Montag vor seinem offiziellen Wohnsitz in der Hauptstadt Brasília.

Voraussetzung für Lockerungen sei für ihn ein technisches Gutachten des Gesundheitsministeriums, das laut Bolsonaro der Initiative jedoch positiv gegenüberstehe. An seiner Seite bestätigte Gesundheitsminister Nelson Teich Überlegungen in diese Richtung, weil der rollende Ball „den Leuten eine leicht bessere Routine zurückbringe, da Klausur und Beschränkungen negative Wirkungen auf das Wohl der Menschen hätten“.

Teich sprach gar von einer laufenden Anfrage des Verbandes CBF, Spiele ohne Publikum zu prüfen. Das Internetportal UOL vermeldete jedoch, dass Verbandspräsident Rogério Caboclo ebenfalls am Montag den Clubs in einer Videokonferenz mitteilte, keinen Druck auf die Regierung für eine schnelle Rückkehr der Ligen auszuüben und gesundheitliche Belange über alle anderen zu stellen.

Eishockeyverband hält trotz Corona an Deutschland-Cup fest

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) rechnet aufgrund der Absage der Länderspiele und der Weltmeisterschaft mit einem Verlust in „einer sechsstelligen Höhe“. Final beziffern konnte DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel die Summe im Interview der „Eishockey News“ (Dienstag) nicht. Fünf WM-Vorbereitungsspiele waren im April und Mai in Nürnberg, Heilbronn, Dresden, Crimmitschau und Mannheim geplant gewesen. Die Partien waren ebenso wie die WM im Mai in der Schweiz wegen der Coronavirus-Krise abgesagt worden.

Der Deutschland-Cup vom 7. bis 10. November in Krefeld stehe „nicht zur Diskussion“, sagte Schaidnagel. „Wir sind jetzt eineinhalb Jahre vor Olympia. Ich kann nicht Länderspielmaßnahmen kippen, die essenziell wichtig sind“, sagte der Sportdirektor. Eine gestörte Vorbereitung könnte ein schwaches Resultat bei Olympia zur Folge haben. „Ist das Abschneiden bei Olympia schlecht, reden wir über ganz andere Summen im nächsten Förderungszyklus. Das würde tiefgreifende Probleme zur Folge haben.“

Kein Olympia ohne stabile Corona-Lage

Den im Zuge der Coronakrise auf 2021 verschobenen Olympischen Spielen in Tokio droht ohne einen Durchbruch im Kampf gegen die Pandemie die Absage. Dies bekräftigte OK-Chef Yoshiro Mori im Gespräch mit der japanischen Sportzeitung "Nikkan Sports". Gleiches hatte Mori bereits vergangenen Donnerstag nach einem Gespräch mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe erklärt.

Auf die Frage, ob die Sommerspiele erst 2022 stattfinden könnten, wenn das Coronavirus im kommenden Jahr weiterhin eine Gefahr darstelle, wiederholte Mori am Dienstag: „Nein. In diesem Fall würden die Spiele abgesagt.“ Sollte das Virus eingedämmt sein, „finden die Spiele im Sommer 2021 in Frieden statt. Die Menschheit setzt darauf“, sagte Mori.

Zweifel äußerte am Dienstag Yoshitake Yokokura als Chef des japanischen Ärzte-Berufsverbandes. Ohne einen Impfstoff sei es „äußerst schwierig“, das Sportfest zu veranstalten. Wegen der Coronakrise waren die für den 24. Juli bis 9. August 2020 geplanten Spiele auf den 23. Juli bis 8. August 2021 verschoben worden. Die Olympischen Spiele sind bislang nur während der Weltkriege ausgefallen. Mori sprach mit Blick auf das Coronavirus von einem „Kampf gegen einen unsichtbaren Feind.“

Corona: Saisonende in Schleswig-Holstein

Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) hat die Saison 2019/20 beendet. Das hat das Präsidium des SHFV am Montagabend in einer Videokonferenz beschlossen. „Die Saison wird damit ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Die Regelung gilt für alle Alters- und Spielklassen im Bereich des SHFV und der Kreisfußballverbände“, teilte der Verband auf seiner Homepage mit. Über die Wertung der Saison sowie Auf- und Abstiege will das Präsidium in seiner nächsten Sitzung am 9. Mai entscheiden.

Der Beschluss zum Abbruch wurde mit 114 von 115 Stimmen gefasst. „Wir hatten zwar stets den Wunsch geäußert, dass wir eine Fortführung der Saison 2019/20 anstreben, aber unter Berücksichtigung der aktuellen Gesamtlage verschafft die Entscheidung, die Saison am 30. Juni auslaufen zu lassen, unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit“, sagte SHFV-Präsident Uwe Döring. Die Saison 2020/21 soll nach Möglichkeit am 1. September beginnen.

„Aus sportlicher Sicht tut uns und sicher auch unseren Vereinen, die in der laufenden Saison Ziele verfolgt haben, diese Entscheidung weh“, sagte die für den Spielbetrieb zuständige Vizepräsidentin Sabine Mammitzsch: „Wir müssen aber akzeptieren, dass eine Fortsetzung der Saison zu einem aktuell noch nicht absehbaren Zeitpunkt mit zu großen Unsicherheiten verknüpft wäre. Wir wollen unsere Vereine nicht auf Dauer in einem Schwebezustand verharren lassen.“

Hertha-Trainer Labbadia: Corona keine Ausrede

Die Coronakrise soll für den neuen Trainer Bruno Labbadia beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC keine Ausrede sein. „Wir waren als einzige Mannschaft neben Eintracht Frankfurt 14 Tage in Quarantäne, die Mannschaft hatte zudem 14 Tage lang keinen Trainer. Das sind sehr ungewöhnliche Umstände. Aber es nützt ja nichts“, sagte Labbadia am Montagabend bei RTL Nitro.

Labbadia ist bei den Berlinern bereits der vierte Trainer der Saison nach Ante Covic, Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri. Bei noch neun ausstehenden Spielen hat die Hertha sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16.

Er habe sich eigentlich vorgenommen, „nicht mehr in den Abstiegskampf einzusteigen“, berichtete Labbadia. „Aber beide Seiten mussten handeln, dann habe ich es gemacht, weil ich jetzt wahrscheinlich mehr Zeit habe als im Sommer.“ Der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga ruht. Möglicherweise wird die Saison Mitte Mai mit Spielen ohne Zuschauer fortgesetzt.

NFL verschenkt Super-Bowl-Tickets an Corona-Arzt

NFL-Boss Roger Goodell hat am Rande des Drafts einem Arzt und Fan der Baltimore Ravens zwei Tickets für den Super Bowl der kommenden Saison geschenkt. Die „Washington Post“ veröffentlichte am Montag (Ortszeit) eine Aufzeichnung des Videoanrufs. Goodell bedankte sich darin für die Arbeit von Hazim El-Haddad in der Coronakrise und schenkte ihm die Eintrittskarten für das NFL-Finale in Tampa.

Der Draft war wegen der Pandemie eine gänzlich untypische Veranstaltung im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Statt einer großen Show waren alle Trainer, Manager und Spieler zu Hause und per Video, Handy und Internet miteinander verbunden. Goodell rief aus seinem Keller an.

Liverpool stoppt Anfield-Ausbau wegen Corona

Jürgen Klopp muss mindestens ein weiteres Jahr auf mehr Zuschauer im Stadion des FC Liverpool warten. Der Club des deutschen Trainers teilte am Montag mit, dass die Ausbauarbeiten an der Anfield Road wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden müssen. Frühester Termin für die Fertigstellung sei nun der Sommer 2023.

Ursprünglich hätten im Sommer 2022 mehr Sitzplätze für die Anhänger der Reds zur Verfügung stehen sollen. Aktuell fasst die Arena rund 54.000 Plätze.

Corona: Belgien vertagt Entscheidung über Saisonabbruch erneut

Die belgischen Fußball-Profiklubs haben die finale Entscheidung über ein vorzeitiges Saisonende aufgrund der Coronapandemie erneut vertagt. Die Abstimmung wurde auf den 4. Mai vertagt. Dies teilten die Vereine nach einer Mitgliederversammlung am Montag mit. Zuvor war die Abstimmung bereits zweimal verlegt worden.

Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs scheint unmöglich, da die belgische Regierung alle Massenveranstaltungen bis zum 31. August verboten hat und für ein Spiel selbst hinter verschlossenen Türen mindestens 400 Personen benötigt würden, teilte der Königliche Belgische Fußballverband (RBFA) mit.

Die Ligakommission hatte am 25. März vorgeschlagen, die Saison wegen der Coronakrise abzubrechen und den FC Brügge zum Meister zu erklären. Die Europäische Fußball-Union UEFA hatte die Liga kurz nach Bekanntwerden der Pläne kritisiert. „Das ist nicht der richtige Weg, Solidarität ist doch keine Einbahnstraße“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin im ZDF. Die Teilnahme belgischer Clubs am Europapokal 2020/2021 sei in Gefahr.

Los Angeles Lakers zahlen Coronahilfe zurück

Die Los Angeles Lakers haben 4,6 Millionen Dollar (4,2 Millionen Euro) US-Staatshilfen für Kleinunternehmen zurückgezahlt. Der weltweit beliebte Basketballclub, dessen Wert zuletzt mit 4,4 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro) angegeben wurde, erklärte am Montag, er sei zwar zum Bezug der Hilfszahlung berechtigt gewesen. Allerdings verzichte er angesichts der Not wirklicher Kleinunternehmer in der Coronakrise freiwillig.

Corona: Knappe Mehrheit der 3. Liga will weiterspielen

Die Fußballclubs der 3. Liga haben sich mit knapper Mehrheit für die mögliche Fortsetzung ihrer Saison ausgesprochen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montagabend im Anschluss an eine Sitzung mit dem Ausschuss 3. Liga und den 20 Vereinen mit. In dieser votierten demnach zehn Clubs für eine Wiederaufnahme, acht stimmten für einen freiwilligen Abbruch. Zwei Vereine enthielten sich. Der Spielbetrieb bleibt vorerst aber über den 30. April hinaus und bis auf Weiteres ausgesetzt.

Es ging darum, „ein tatsächliches Meinungsbild in der 3. Liga“ einzuholen, sagte der für die dritthöchste Spielklasse zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth: „Das Ergebnis der Abfrage ist von allen zu respektieren und akzeptieren. Auch wenn das Bild nicht einheitlich ist, besteht eine mehrheitliche Meinung unter den Klubs, wie im Falle einer veränderten behördlichen Verfügungslage verfahren werden sollte.“

Coronakrise: Audi steigt aus DTM aus

Audi steigt überraschend nach der Saison 2020 aus der DTM aus. Das beschloss der Vorstand des Autobauers auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen infolge der Coronavirus-Pandemie und teilte die Entscheidung am Montag mit. Audi richte das eigene Motorsport-Programm ganz neu aus und werde den Fokus künftig auf die vollelektrische Rennserie Formel E legen, hieß es in einer Mitteilung. Damit droht dem Deutschen Tourenwagen-Masters womöglich sogar das Aus. Neben Audi ist für diese Saison schon nur noch BMW als zweiter Hersteller bei der Rennserie dabei.

„Heute ist ein schwieriger Tag für den Motorsport in Deutschland und Europa. Ich bedaure die Entscheidung von Audi, sich 2021 aus der DTM zurückzuziehen, außerordentlich“, sagte Gerhard Berger, der Chef der DTM-Dachorganisation ITR. Die Zukunft der DTM werde sehr stark davon abhängen, wie Partner und Sponsoren auf diese Entscheidung reagierten. Der für Ende April im belgischen Zolder geplante Saisonauftakt war zuletzt wegen der anhaltenden Coronakrise auf den 11. und 12. Juli auf den Norisring vertagt worden.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden